Bewegungsstörungen durch Medikamente behandeln

Dieses Forum beschäftigt sich speziell mit Nebenwirkungen bzw. unerwünschten Wirkungen von Medikamenten und nicht-medikamentösen Therapieverfahren (Einzel- und Gruppentherapie, körperorientierte Verfahren etc.), die in der Psychiatrie und Psychotherapie eingesetzt werden. Es sollen hier nur persönliche Erfahrungen wiedergegeben werden. Nutzen Sie den Raum für anschauliche Beschreibungen, denn das Thema Nebenwirkungen ist von besonderer Bedeutung.
annchris
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Beitragvon annchris » Fr 1. Aug 2008, 12:06

Hallo Vision,

Also mein Mann bekommt Akineton, ein Anti-Parkinson-Mittel als Begleitmittel fuer Zyprexa. Interssanterweise hatte der ehemalige Neurologe das erst abgesetzt als er auch noch Haldol nahm und dieses abgesetzt wurde. Der neue Neurologe hat es wieder verschrieben fuer das Zyprexa.

annchris
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Beitragvon annchris » Fr 1. Aug 2008, 21:18

Also Ich hatte davon auch noch nie was gehoert oder gelesen. Aber mein Mann hat auch noch den typischen Roboter gang obwohl er nun schon Haldol seit Juni nicht mehr nimmt und laut Neurologe hat er Parkensonoide anzeichen - da er erst 27 ist, wird es ja wohl von den NL kommen. Vorher hat er wie gesagt Haldol bekommen fuer ungefaehr 2 1/2 Monate (10mg am Tag), plus 20mg Zyprexa taeglich. Nun ist er auf 15 mg Zyprexa seit zwei Wochen, ein Ad und das Akineton.

Ich muss aber auch sagen das der vorherige Neurologe das Haldol sehr rasch abgesetzt hat von 10mg auf 0 innerhalb zwei Wochen und das Akineton nicht ausgeschlichen hat, sondern vor dem vollen absetzen von haldol schon (bei 5mg taeglich) weggelassen hat. Das war bestimmt nicht hilfreich.

Unter dem AD, weniger Zyprexa und dem Akineton geht es aber schon besser, die Haende sind mehr unter Kontrolle, das zittern ist weniger geworden - aber der gang ist noch sehr versteift.

annchris
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Re: Seltsam

Beitragvon annchris » Fr 1. Aug 2008, 21:24

MelaNiete hat geschrieben:


Bei einer Kombination von Zyprexa/ Leponex + Akineton ist mit einer enormen gegenseitigen Verstärkung der anticholinergen Nebenwirkungen zu rechnen. :!:

VG, Melanie
Hi Melanie, also anticholinergen Nebenwirkungen hat mein Mann bis jetzt keine. Er soll das AD auch nur fuer insgesamt 4 Wochen nehmen, und dann soll das Zyprexa weiter runtergesetzt werden auf 10mg pro Tag. Keine Ahnung wie das mit dem Akineton weitergehen soll, aber das steht auf meiner Liste fuer den naechsten Arzt Termin. Ich bin ja der Meinung das die Zyprexa dosierung noch zu hoch fuer ihn ist, aber ich bin schon der Meinung das es besser ist das nur ganz, ganz langsam herunterzusetzen. Die Absetzsymptome nach dem raschen Haldol absetzten waren einfach nur grauenhaft fuer meinen Mann. Ich moechte nicht das er jemals wieder so etwas extremes mitmachen muss.

Joey (w)
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Beitragvon Joey (w) » Sa 2. Aug 2008, 15:44

Hallo,

ich wollte nur mal kurz mitteilen, das ich damals unter dem Zyprexa den Mund immer offen haben musste. Hab das oft garnicht mitbekommen, ein komisches Gefühl und irgendwie auch peinlich. War sehr anstrengend ihn geschlossen zu halten.

Liebe Grüße

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Beitragvon Joey (w) » Sa 2. Aug 2008, 17:23

so genau weiss ich es nicht mehr, aber so an die 10-15/20 mg.
und dann habe ich manchmal zustände bekommen, in denen ich total reizüberflutet war, mich alle reize erschlagen haben, ich nichts mehr tun konnte, ein unangenehmer zustand. runter kam ich davon meist nur mit einer zopiclon. hatte dann auch so große augen, die furchtvoll in die welt schauten...

aber ob das nun an dem zyprexa lag weiss ich nich. hatte ich jedenfalls nachdem absetzen nich mehr.

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Molly
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Beitragvon Molly » Sa 2. Aug 2008, 21:01

Ich hab mal Biperiden als Gegenmittel bekommen. Allerdings weiß ich nicht mehr, ob das wegen Bewegungsstörungen war. Einmal nahm ich von dem Zeug vershentlich die doppelte Dosis. Das war echt super. Ich fühlte mich, als ob ich beim Gehen den Boden gar nicht mehr berühren würde. :-) Das nachzumachen ist aber wohl nicht anzuraten.

LG,

Molly

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Beitragvon Molly » So 3. Aug 2008, 16:11

Die Bewegungsstörungen verschwinden sofort, wenn das Medikament abgestzt wird. Ich hab das selbst ausprobiert! Spätdyskinesien erscheinen (passiert heutzutage seltener) nach dem Absetzen des Medikamentes und gehen nicht wieder weg.

LG

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Beitragvon Molly » Mo 4. Aug 2008, 20:02

Davon habe ich noch nie etwas gehört!

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Beitragvon annchris » Di 5. Aug 2008, 09:14

Vision0 hat geschrieben:diese gehen nicht wieder weg? Ich habe aber Berichte gelesen die beschreiben, dass sogar Spätdyskinesien nach langjähriger Neurolaptikatherapie sich besser oder sogar zurückbilden können, wenn der Patient oder Patientin jünger als 40 Jahre ist!

gruss
Bei manchen bleiben diese, bei anderen gehen sie wieder weg. Ich weiss aber auch nicht warum das so ist.

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Beitragvon Xcat » So 14. Sep 2008, 15:39

hi vision0,

oft fängt es mit unkontrollierbare zungenbewegungen im mund herum. dann tics, kaubewegungen, zunge rausstrecken. ein bein zuckt plötzlich stark, mehr oder weniger regelmäßig, zum beispiel...

LG Tom
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Beitragvon snow » Do 18. Sep 2008, 22:16

Wie entwickeln sich denn Spätdyskinesien und mit welchen Medikamenten?
- weiß man nicht
- am bekanntesten Neuroleptika, aber auch andere
W
ie lange ist die Einnahmedauer für die Entstehung solcher Bewegungsstörungen und können sich Spätdyskinesien auch wieder zurückbilden
- von einmaliger Einnahme bis Jahrzehnte
- ja, können - müssen aber nicht
LG, snow
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Beitragvon Xcat » So 28. Sep 2008, 13:56

Spätdyskinesien bilden sich entweder binnen ein paar Monate bis 1-2 Jahre spontan zurück, oder gar nicht mehr. Behandlungsmöglichkeiten sind sehr begrenzt, fast gar keine.
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Beitragvon Xcat » So 28. Sep 2008, 14:40

Xcat hat geschrieben:Oft fängt es mit unkontrollierbare Zungenbewegungen im Mund herum. dann Tics, Kaubewegungen, Zunge rausstrecken. En Bein zuckt plötzlich stark, mehr oder weniger regelmäßig, zum Beispiel...
Ameisenlauf hatte ich auch schon, besonders am Oberkörper und unter den Fußsohlen, war so schrecklich dass ich irgendwann mal dachte da wären wirklich Tiere die auf mir krabbeln. Man sagte mir es wäre eine sog. Kribbelparesthäsie, aber habe rausgefunden dass man mich deswegen hinter mein Rücken als psychotisch einstufte.
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Beitragvon Xcat » So 28. Sep 2008, 14:46

Vision0 hat geschrieben:Wie konntest Du dies hinter Deinem Rücken herausfinden da musst Du aber was auf der Platte haben mein Freund?
Ich habe die Ärzte über mich konferieren hören :roll:
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Beitragvon Xcat » So 28. Sep 2008, 15:18

Man hat mir so viele Diagnosen gegeben, dass keiner mehr weiß welche richtig ist... Nur die von der ich glaube dass sie richtig sein könnte, will mir keiner geben... :roll:
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