nebenwirkungen unter leponex

Dieses Forum beschäftigt sich speziell mit Nebenwirkungen bzw. unerwünschten Wirkungen von Medikamenten und nicht-medikamentösen Therapieverfahren (Einzel- und Gruppentherapie, körperorientierte Verfahren etc.), die in der Psychiatrie und Psychotherapie eingesetzt werden. Es sollen hier nur persönliche Erfahrungen wiedergegeben werden. Nutzen Sie den Raum für anschauliche Beschreibungen, denn das Thema Nebenwirkungen ist von besonderer Bedeutung.
plnemo
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nebenwirkungen unter leponex

Beitragvon plnemo » Di 1. Jul 2008, 11:50

hi ,

bin neu hier und habe ein problem und zwar nehme ich leponex 250 mg am tag. habe so wie ich das glaube nebenwirkungen vom leponex.

-augen gehen bei mir nach oben
-grelles sehen (sehe dann sehr schlecht)
-vergeße wörter / kognitive fähigkeit ist eingeschrenkt
-mein körper fühlt sich sehr schwer an werde träge
-habe wenig antrieb

habt ihr vielleicht ähnliche symptome und habt vielleicht einen tipp wie ich bisschen besser mit ihnen zurechtkomme. bin für tipps dankbar

gruss nemo

Johannes Neuerer
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Beitragvon Johannes Neuerer » Di 1. Jul 2008, 12:29

Hi plnemo,

ich habe selbst keine Erfahrungen mit Leponex (Clozapin), aber von den Nebenwirkungen, die Du schilderst, habe ich auch schon oft gehört, die sind offenbar typisch.

Kurzfristig kann man nicht allzuviel dagegen tun. Mittel- bis langfristig könnte es sein, dass Du mit sehr viel niedrigeren Dosen gut zurecht kommst und dann auch weniger Nebenwirkungen hast.

Solltest Du die 250 mg auf einmal nehmen, wäre das vielleicht ein bisschen viel. Sollte das der Fall sein, würde ich den Arzt fragen, ob nicht zwei Einzeldosen à 125 mg möglich wären.

Alles Liebe

Johannes

coolness
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Beitragvon coolness » Di 6. Jan 2009, 21:42

leponex ist sorry der ausdruck aber meiner meinung nach ein scheiß medikament. es hat eigentlich nur nebenwirkungen , sodaß man von der erwünschten wirkung garnichts mehr hat. es macht müde. sehr müde und einem wird schwindlig.
hab es nicht regelmäßig genommen, nur einmal im selbstversuch, meine mutter bekommt das medikamnt und liegt den ganzen tag im bett. sie ist zwar schwer krank, aber ich denke das medikament macht sie so dermaßen müde und noch zusätzlich verpeilt....
vielleicht wirkt es ja bei manchen besser, ich finds eher unterste schublade, wollt ich nicht nehmen.
gruß

marc
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Meine Erfahrung mit Leponex

Beitragvon marc » So 21. Jun 2009, 15:52

Ich nehme seit dreieinhalb Jahren Leponex. Anfangs hatte ich 450mg. Ich schlief sehr viel und war auch tagsüber sehr müde. Ausserdem habe ich ins Bett genässt, was sehr unangenehm war. Jetzt habe ich 150 mg und fühle mich sehr wohl damit.

Die Dosisanpassung ist ein langsamer Prozess, indem schrittweise reduziert wird und abgewartet, ob die Dosis trotzdem noch reicht. Allenfalls wird wieder ein Schritt zurück erhöht. So habe ich es mit meiner Thera gemacht. Es hat sehr gut geklappt bisher.

Ich bin mit der Wirkung zufrieden.

Nebenwirkungen, die weiter bestehen sind: Gewicht ist von 70 auf 90kg erhöht. Verstopfung.

Weitere Medis, die ich nehme: Efexor, Lamictal

Triangel
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Beitragvon Triangel » Fr 26. Jun 2009, 13:17

Leponex habe ich auch bin zu einer Höhe von 250 mg genommen. Es gilt als eines der besten (atypischen) NL. Fakt ist neben Zyprexa ist Leponex eines der dickmachendsten Medikamente und hat auch sonst jede Menge Nebenwirkungen. Es macht sehr müde, auch sehr schnell und stellt schon in mittlerer Dosierung ruhig. So mit 25-50 mg kam ich dann wieder recht gut zurecht.

lg Triangel

Paradiesvogel
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Re: nebenwirkungen unter leponex

Beitragvon Paradiesvogel » Mo 18. Jan 2010, 22:14

Lieber Nemo,

ich weiß, mein Beitrag kommt jetzt ziemlich spät hier, aber ich wollte zu der Nebenwirkung "Augen-nach-oben" was schreiben, die du erwähnst....

Vielleicht hast du ja meinen Beitrag zum Thema "Augenprobleme seit Psychose bzw. deren Behandlung (Zyprexa?) in diesem Teil des Forums schon bemerkt? Darin beschreibe ich, dass ich dieses Phänomen auch erlebe. Ich habe es nach wie vor und es heißt Blickkrampf oder okulogyre Krise. Ich hatte mir eigentlich angelesen, dass Leponex sowas nicht verursachen soll (und gerade auch nochmal gegoogelt - Leponex soll angeblich keine Dyskinesien hervorrufen und die okulogyre Krise zählt zu den Frühdyskinesien). Hast du damals nur das Leponex gehabt oder auch noch etwas anderes? Dann könnte man die Nebenwirkung sonst auf eine andere Medi "schieben".

Wie geht es dir mittlerweile? Bist du das Augenproblem vielleicht sogar losgeworden? Wenn ja, würde mich brennend interessieren - wie?

Wäre schön, wenn du zurückschreibst,
Liebe Grüße!

Sie-hört-Gott
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Re: nebenwirkungen unter leponex

Beitragvon Sie-hört-Gott » Fr 5. Nov 2010, 22:44

Also ich musste mir vor dem Schlafen gehen immer ein Handtuch unterlegen , da ich sehr viel gesabbert habe. Außerdem kam ich nachts unter Leponex nicht richtig zum schlafen und musste zusätzlich noch seroquel nehmen.

Triangel
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Re: nebenwirkungen unter leponex

Beitragvon Triangel » Sa 6. Nov 2010, 14:51

Lallen, Speichelfluß kenne ich auch oder die Augen kaum noch aufhalten können; Einnicken im Sitzen oder Stehen und dementsprechend Schwierigkeiten beim Gehen. Leponex ist schon ein schweres Medikament. Es ist/war einmal der Goldstandard unter den Neuroleptika und erhält vll jetzt Konkurrenz von neueren atypischen NL. Dieser "Goldstandard" sagt etwas aus über die Psychiatrie und speziell die Behandlung von Schizophrenen. Vll kannst Du das Seroquel durch ein blutdruckstützendes Mittelchen ersetzen? Ist der Blutdruck zu niedrig kann man manchmal auch nicht schlafen. Oder eine Kleinigkeit essen vorm Schlafengehen.
Zuletzt geändert von Triangel am Sa 6. Nov 2010, 21:46, insgesamt 1-mal geändert.
lg Triangel

Calendula
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Re: nebenwirkungen unter leponex

Beitragvon Calendula » Sa 6. Nov 2010, 21:21

Hallo,

oh, das sind aber heftige Nebenwirkungen. :shock:
Ich kann gut verstehen, wenn sich mancheiner gegen solche Medikamente wehrt.
Manche kommen aber auch mit Leponex sher gut zurecht. Das scheint individuell verschieden zu sein.

Manchmal frage ich mich auch, was denn eigentlich schlimmer ist, starke Sedierung und heftige Nebenwirkungen oder Fixierung? :roll:

LG
Calendula

Triangel
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Re: nebenwirkungen unter leponex

Beitragvon Triangel » Sa 6. Nov 2010, 21:45

Leponex gilt immer noch als sehr gutes Mittel. Gangschwierigkeiten hat man vor allem in der Erstphase des Einstellens, die Neigung einzuschlafen und ein Nickerchen zu machen bleibt. Fixieren kann man jemandem nur kurze Zeit, längerfristig hilft sich die Psychiatrie mit stärker sedierenden Mittelchen. Man verlegt die Gitterstäbe nach innen und fixiert nicht mehr.
lg Triangel

Calendula
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Re: nebenwirkungen unter leponex

Beitragvon Calendula » Mo 8. Nov 2010, 08:42

Hallo Triangel,

ja, so sieht das aus, aber was ist denn schlimmer? Oft wird gesagt, es sei ein Segen, dass es die Neurolpetika gebe.

Die können aber durchaus auch eine starke Zwangsjacke sein. Oder wie Du schreibst, nach innen verlegte Gitterstäbe.

Vielleicht fühlt es sich subjektiv besser an, wenn man nicht eingesperrt ist? Beruhigt das Ledponex so weit, dass man das als deutliche Erleichterung empfindet? Ich kenne das Medikament nicht aus eigener Erfahrung. Ich höre aber immer, es sei relativ nebenwirkungsarm. Im Vergleich zu Haldol zum Beispiel.

LG
Calendula

Triangel
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Re: nebenwirkungen unter leponex

Beitragvon Triangel » Mo 8. Nov 2010, 13:55

Es hat eine lange Reihe von möglichen Nebenwirkungen. Sogar einige tödliche Nebenwirkungen. Und ob ein Mittelchen hilft oder nicht fällt von mal zu mal (des Einstellens) und von Individuum zu Individuum anders aus. Es liegt auch im Auge des Betrachters, d.h. Familienangehörige, Psychiater und Psychologen und man selbst können ein Medi unterschiedlich wahrnehmen.

Die Frage, ob es besser ist die Gitterstäbe/Fixierung nach innen zu verlegen kannst Du Dir auch damit beantworten, dass die meisten sich auf Station dann einstellen lassen, wiel sie sonst nicht entlassen werden oder sie selbst als nicht krankheitseinsichtig bei entsprechend schlechter Prognose beurteilt werden. Besteht tatsächlich Selbst- und Fremdgefährdung sind Medikamente natürlich hilfreich und die pharmakologische Symptomunterdrückung ist oft einfach Voraussetzung zur (Weiter-)behandlung (aus Sicht der Ärzte natürlich).
lg Triangel

Kaulquappe
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Re: nebenwirkungen unter leponex

Beitragvon Kaulquappe » Mi 24. Nov 2010, 18:07

Ich nehm jetzt seit über einem Jahr dieses Medikament. Im Krankenhaus wurde ich damals auf Leponex mit einer Dosis von 500mg eingestellt, die Dosis nahm ich über den tag verteilt! Zu der Zeit war es mit den Nebenwirkungen ganz schlimm! Ich hab in meinem Leben noch nie so viel geschlafen wie damals auf Station! Ich war stark sediert, konnte kaum noch laufen weil es mich "gedreht" hat und ich weiche knie bekam, wurde bettnässerisch, begann zu lallen, ich bekam Schluckprobleme, hatte das Gefühl über meinen Körper würden Ameisen laufen und nahm seit dem ich auf dieses Medikament eingestellt wurde 30 Kg zu.

Das ist jetzt schon ne weile her, inzwischen nehm ich eine Dosis von 200mg. Die Nebenwirkungen haben schon etwas nachgelassen aber so richtig zufrieden bin ich mit dem Medikament nicht! Ich hab mich mit dem Doc so geeinigt das ich die Dosis am Abend vor dem schlafen gehen nehme, weil ich ansonsten den ganzen Tag im Bett verbringen würde! Und ausserdem stört es mich die Benommenheit und dergeleichen nicht mehr weil ich ja eh zu bett gehe. Von den anfänglichen Nebenwirkungen sind fast alle in abgeschwächter Form geblieben. Das Bettnässen hat glücklicherweise aufgehört und gegen das Ameisenkribbeln nehme ich Magnesiumpräparat.

Ich muss dazu sagen das ich aufgehört habe zu rauchen . Das führte dazu, das ich die Nebenwirkungen des Medis stärker spürte! Beim letzten Termin bei meinem Arzt, erzählte ich von diesem (kleinen) Erfolg und schilderte die Probleme die ich seitdem hatte. Ich fragte meinen Arzt was ich tun könnte und er riet mir doch Nikotinpflaster zu nehmen... Ich dachte mir Klasse du hast es geschafft dich von dieser Sucht zu lösen und den einzigen Tipp denn du bekommst ist dir dein Suchtmittel auf andere Art und weise zu verabreichen! Ich hab natürlich auch gefragt ob ich nicht ganz einfach die Dosis des Medis runtersetzen können das kam für ihn nicht in Frage! Ich habe die Dosis von mir aus dennoch reduziert und siehe da es hat was gebracht die Nebenwirkugen haben wieder nachgelassen und mein Zustand hat sich nicht verschlechtert.

Triangel
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Re: nebenwirkungen unter leponex

Beitragvon Triangel » Mi 24. Nov 2010, 20:08

Ich bin beim Einstellen auf allen Vieren zum Klo gekrochen. So irgendwann in 24 h muß frau halt dann doch mal. Hätten sie einen langsamer eingestellt wär es vll gegangen, so war es mir entschiedenermaßen zu schnell.
lg Triangel

chris83
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Re: nebenwirkungen unter leponex

Beitragvon chris83 » So 22. Mai 2011, 23:08

Leute ich bin froh dass ich euren Thread gefunden habe!! :)

Ich nehme derzeit auch Leponex 50 mg am Abend und ich habe in Kombination mit SSRI auch Augenprobleme.
Bei mir ist es aber nicht so dass diese nach oben gehen, sondern, mein Blick fühlt sich an als würde ich auch hängen bleiben.
Rauf oder zur Seite schauen ist irgendwie "komisch". Ich dachte ganz anfangs auch dass es vielleicht Teil meiner Kranheit ist. Ich habe Borderline.
Nur ist mir aufgefallen wie ich das Leponex mal weggelassen hab, weil ich bei einem Kumpel übernachtet habe, dass ich keine Augenprobleme gehabt habe!! Als ich meinen Psychiater darauf ansprach meinte er dass es unwahrscheinlich ist, dass Leponex das macht, es aber möglich ist, dass es eine Wechselwirkung von beiden, also NL + AD sein kann.
Unter Sertralin habe ich das am stärksten gehabt. Ich habe dann einige Zeit Seroquel 100 mg probiert und die ersten 2 Wochen keine Blickstarre. Nur ich weiß echt nicht warum, aber danach hatte ich diese "Blickstarre" wieder.

Ich kann euch alle sehr gut verstehen, da es auch mich belastet. Denn wenn ich eh schon unter Ängsten leide und ich mit Leuten rede und diese unwirrkürlich anstarre weil ich mitn Blick hängen bleib, macht mich das total unsicher! Und es ist mir unangenehm.

Ich glaube der Begriff "Blickstarre" trifft diese Nebenwirkung am besten. Dass man an einem Punkt wo man hinschaut kleben bleibt.
Ich weiß echt nicht warum Leponex das macht, denn es heiß ja dass es kein EPS macht. Aber nach meiner Meinung ist das EPS wenn der Augenmuskel irgendwie "verkrampft".

Habt ihr eine Lösung mittlerweile gefunden? Wie gesagt es tritt bei mir extremm auf wenn ich mit die SSRI raufgehe zum Beispiel 100 mg vom Sertralin. Das ist echt ein Horror dann.

Ich werde mal Abilify probieren. Mal schauen wie es da ist.

Lg Chris


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