akathisie irreversibel ?

Dieses Forum beschäftigt sich speziell mit Nebenwirkungen bzw. unerwünschten Wirkungen von Medikamenten und nicht-medikamentösen Therapieverfahren (Einzel- und Gruppentherapie, körperorientierte Verfahren etc.), die in der Psychiatrie und Psychotherapie eingesetzt werden. Es sollen hier nur persönliche Erfahrungen wiedergegeben werden. Nutzen Sie den Raum für anschauliche Beschreibungen, denn das Thema Nebenwirkungen ist von besonderer Bedeutung.
Stupsi2k
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akathisie irreversibel ?

Beitragvon Stupsi2k » Sa 13. Jan 2007, 20:20

hi,
habe ~5 Wochen lang Abilify genommen, nach 1 Woche traten bereits bei 10mg die innere unruhe (akathisie) auf. dann bei 15 mg wurde sie stärker, ich bekam akineton (zwischendurch kurz abgesetzt, dann 2 tage später wieder eine ganze akineton aufeinmal genommmen, war sehr hart, konnte niemandem mehr in die augen sehen, ...). das ging den rest der abilify-behandlung so. ich litt unter etwas reduzierter akathisie aber unter einem heftigen druck durchs akineton. die ärzte wollten es nicht absetzen, meinten, akathise unter abilify nicht zu kennen (ist aber mit ~10% häufigkeit angegeben). resultat: bin jetzt auf station (vorher war es eine tagesklinik).

nun, ~5wochen nach absetzen des abilifys verspüre ich alle 2-3 tage für ~2 stunden immernoch diese unruhe. möglicherweise liegt ein zusammenhang mit rauchen; habe zu der akathisie-zeit ca. 15 zigaretten täglich geraucht, in der hoffnung es würde nicht mehr so quälend sein. nun rauche ich aber nur noch ~3 pro tag, und immer nachdem ich geraucht habe, ist die unruhe wieder für einige minuten da.

es gibt ja spätdyskinesien, also "tardive". habe aber gelesen, dass diese gar nicht erst "spät" auftreten sondern auch schon nach einigen tagen auftreten können.
habe nun angst, dass die akathisie bei mir irreversibel ist. habe wie gesagt schon das rauchen stark reduziert, versuche nun ganz aufzuhören.

mfg

hannah
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Beitragvon hannah » Sa 13. Jan 2007, 21:09

Hallo,

Abilify ist ein Medikament, das nicht besser ist, als die älteren Präparate. Das unangenehme ist auch, dass noch nicht alle Nebenwirkungen und Folgeschäden bekannt sind, mittlerweile häufen sich jedoch Meldungen, dass es keinen deut besser ist, als die länger am Markt erhältlichen Medikamente.
Akathisie ist was vorübergehendes, also wenn das Medikament keinen Spiegel mehr im Blut hat, dann sollte das auch wieder verschwinden.
Sehr toll die Aussage der Ärzte, dass sie Unruhe bei Abilify nicht kennen, wirklich super Hilfe von denen! :evil:

lg
hannah

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philoquart
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Beitragvon philoquart » So 14. Jan 2007, 13:02

Hallo Stupsi2k,

ich habe ebenfalls bei Einnahme von Abilify sehr unter Unruhe gelitten-
weswegen es auch nach einer Woche wieder abgesetzt wurde.

Bei mir tritt gelgentlich auch so
eine Unruhe auf- nach dem Rauchen.
In meinem Fall gehe ich zu 100% davon
aus, dass das mit der vorangegangenen
Zigarette zusammenhängt.
Da du ja jetzt weniger rauchst als
zuvor, ist es dein Körper nicht mehr
so gewohnt und reagiert deshalb
wohlmöglich stärker auf eine einzige
Zigarette. Und das reicht dann u.U.
schon für einen leichten "Flash".
Das ist zumindest meine sehr laienhafte Theorie :cool:

Gruß,
philo

Stupsi2k
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Beitragvon Stupsi2k » Sa 10. Feb 2007, 19:02

Mache zur Zeit ne krasse Zeit durch. Die Akathisie hat sich verschlimmert - obwohl ich nicht mehr rauche und auch alle Medis abgesetzt habe. Habe diese Woche einen Termin bei einem neuen Arzt. Denke aber der kann auch nicht viel machen.... irreversible akathisie halt.

Die Ärzte meinen natürlich, es wäre die Krankheit.

Es ist komisch: Zur Zeit des Abilify's war sitzen aufgrund der Akathisie unmöglich, beim Spazierengehen z.b. wurde es besser auszuhalten.
Jetzt ist es anders herum: Beim Sitzen / im Bett liegen ist es besser, wenn ich mich einige Minuten bewege, merke ich wie die Akathisie wieder durchkommt, eine innere Anspannung und allgemeines Unwohlsein, genauso wie unter "tardiver Akathisie" im Internet beschrieben, auch wenn es eher eine Frühdyskinesie ist, die immer noch andauert.

Ich halt es nicht mehr aus.... ich habe so heftige Suizidgedanken seitdem.... was soll ich bloß machen??

MfG

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Remedias
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Beitragvon Remedias » Mi 28. Feb 2007, 16:26

@Stupsi, was Du schreibst, macht einem ja Sorgen! Wie geht es Dir jetzt?
Was sagt Dein Arzt? Kann man wirklich nichts machen?
Liebe Grüße Remedias

senseo67
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Re: akathisie irreversibel ?

Beitragvon senseo67 » Sa 6. Aug 2011, 16:52

Hallo, ich habe den Beitrag gerade erst gelesen. Ich leide nach der Einnahme von Paroxetin unter der Akathesie. Es ist jetzt 6 Monate her. Ich habe Angst dass es nicht mehr in Ordnung kommt. Kann mir jemand helfen.Ich bin verzweifelt. Dies ist keine Keben mehr. Habe zur Beruhigung schon Neuroleptika bekommen. Übel ist, dass ich das nur bekommen hatte um Blasenbeschwerden zu mindern und jetzt bin ich in der Psychopharmakamaschinerie. Das kann doch nicht sein...
Gruß SENSEO

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Remedias
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Re: akathisie irreversibel ?

Beitragvon Remedias » So 7. Aug 2011, 19:35

Hallo Senseo,
jemand der dir Neuroleptika verordnet, ist verantwortungslos; Neuroleptika verursachen Akathesien , wenn man dafür disponiert ist;
Neuroleptika sind schwerwiegende Medikamente gegen Psychosen. Wurden bei dir schon Betablocker probiert?

liebe Grüße Remedias

senseo67
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Re: akathisie irreversibel ?

Beitragvon senseo67 » Mo 8. Aug 2011, 16:16

Hallo,
nein noch keine Betablocker ausprobiert. Habe Angst weitere Medis zu nehmen. Habe gelesen, dass Betablocker das Noradrenalin mindern. Mirtazapin, was ich nehme, erhöht den Spiegel. Das ist doch nicht logisch, oder? Ach ich weiß gar nichts mehr. Hat jemand Erfahrung mit Betablockern? Ich muss das los werden...
Gruß
senseo

mathias
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Re: akathisie irreversibel ?

Beitragvon mathias » Fr 19. Feb 2016, 10:32

Habe auch nach der Einnahme von Risperdal, Truanxol und schließlich Abilify eine Akathisie, die auch mehrere Wochen danach noch anhält. Ich merke, dass Kaffee eine leicht beruhigende Wirkung darauf hat, allerdings erschöpft es auch viel Kaffee zu trinken Die Ärzte behaupten natürlich es sei "die Krankheit", allerdings habe ich keine Beschwerden mehr, und ich glaube "die Krankheit" ist die Akathisie selber, die durch Medikamenteneinnahme verursacht wurde.

Ich nehme aktuell noch Remergil bzw. Mirtazapin, das auch Akathisie auslösen können soll, aber die Ärzte behaupten wiederum, dass dies nur in Form von Restless Leg-Syndrom und zwar direkt nach der Einnahme am Abend auftreten kann, aber nicht am Tag darauf und dauerhaft.

Theoretisch finde ich es eine Klage wert, dass mir so ein Syndrom verpasst wurde (garantiert wurde es im Zusammenhang mit Medikamenten ausgelöst, ganz egal was sonst noch sein sollte und wie sich die Ärzte mit leerem Gerede rausreden wollen), allerdings helfen mir solche Überlegungen auch nicht weiter.

Irgendwelche Ideen wie das behandelt werden kann oder wie lange sowas andauern und wann das weggehen kann?

Halloichbins
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Re: akathisie irreversibel ?

Beitragvon Halloichbins » Mi 9. Mär 2016, 23:08

Ganz klar reversibel, ich spreche aus eigener unschöner Erfahrung.

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Remedias
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Re: akathisie irreversibel ?

Beitragvon Remedias » Fr 11. Mär 2016, 11:36

Ganz klar reversibel, ich spreche aus eigener unschöner Erfahrung.
wenn sie reversibel war, ist das doch eigentlich eine schöne erfahrung. :wink:

derVerplaner
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Re: akathisie irreversibel ?

Beitragvon derVerplaner » Mo 14. Mär 2016, 00:41

ich kann euch gegen akathasie Kratom empfelen .
Das beste, nebenwirkungsärmste und am wenigsten gefährliche Antidepressivum überhaupt das zugleich gegen Suchtdruck und innere Unruhe hilft.
Ist wohl ein opiat. Da man es aber oral als tee konsumiert, besteht nur ein geringer Suchtfaktor.
Darüber hinaus soll man auch keine unmengen davon nehmen und eine starke opioide Wirkung haben, lediglich soviel , das es beruhigt , ausserdem darauf achten das man keinen dauerhaften Spiegel hält, damit man nicht körperlich abhängig werden kann, also so dosieren von der Uhrzeit her, das es nachts aufjedenfall abgebaut wird.
empfehlen kann ich red vein sorten, die aktivieren eigentlich nicht und mengenmäßig so etwa 0,3 - 1,5 gramm, bestenfalls über längeren Zeitraum schluck für schluck getrunken und nicht alles auf einmal um eine sanfte wirkung zu haben und kein rasches einsetzen.
Feinwaage vorrausgesetzt.
Ihr fragt euch auch sicherlich .... Ist der bekloppt opiatähnliche Substanzen zu empfehlen gegen unruhe??
Ich versichere euch das Kratom in jedem Aspekt vorteilhafter ist als der ganze Pharma vertriebene Müll.
Ausserdem habt ihr Neuroleptika(ich auch) genommen und da kann man ja auch etwas Kratom gegen QUÄLENDE unruhe nehmen.
Wenn sich das ganze weniger stark äussert geht auch sehr gut Nutzhanf.
Da drin ist Cbd enthalten, welches ein Medizinischer Allrounder ist, nebenbei ein sehr starkes Antipsychotikum, nur die Dosierung gegen Psychosen ist teuer und etwas kompliziert für einen unbetreuten, sich selbst behandelnden Menschen, der von keinem Psychiater oder sonstigem Arzt mit den Substanzen begleitet, oder unterstützt wird, geschweige denn das ein Arzt sich damit auskennt, oder an deren wirksamkeit glauben will.
Das Nutzhanf mit dem enthaltenden Cbd als heiße milch, oder in einer Zigarette.
Kein Gras Rausch vorhanden, lediglich eine subtile entspannung.
Für nähere Infos weiter fragen, oder googlen.

Peace

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Re: akathisie irreversibel ?

Beitragvon mathias » Mo 14. Mär 2016, 09:23

Ganz klar reversibel, ich spreche aus eigener unschöner Erfahrung.

Das klingt natürlich gut, aber hat das auch längere Zeit gedauert, oder war das gar mit weiterer Behandlung verbunden...?

Bei mir dauert es nun mehrere Wochen.

Ein paar Ärzte haben spekuliert, dass es von meiner "Krankheit" kommen könnte, aber das halte ich für Unsinn, da es erst mit der Gabe von Medikamenten auftrat und mit Medikamenten am schlimmsten war. Andernfalls wäre es mit Medikamenten besser geworden, weshalb auch eine erneute Abklärung wohl nichts ändern würde.

Eine Verursachung durch Medikamente ist die natürlichste und wahrscheinlichste Erklärung, allerdings schauen sie nicht auf ihr eigenes Tun.

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Remedias
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Re: akathisie irreversibel ?

Beitragvon Remedias » Di 15. Mär 2016, 11:20

Hallo Verplaner,
der positive Effekt von CBD auf Psychosen ist schon länger bekannt, und es scheint wirklich so, dass die Forschung nicht weiterbetrieben wird, da das Medikament nicht patentierbar wäre.http://psylex.de/psychologienews/schizo ... otika.html
Kratom scheint nicht illegal zu sein.
Da Kratom aber mit Tramadol verwandt ist, macht es auf jeden Fall eine körperliche Abhängigkeit.

liebe Grüße Remedias

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fluuu
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Re: akathisie irreversibel ?

Beitragvon fluuu » Mi 16. Mär 2016, 11:54

Es ist nicht ganz so einfach, wer eine psychische Störung hat, sagen wir durch ein Trauma hervorgerufen, kann auch unter
Psychopharmaka weitere Symptome entwickeln die nichts mit den Medikamenten zu tun haben aber auf den ersten Blick
wie Nebenwirkungen anmuten. Sie Störungen im Stoffwechsel des Gehirns sind nicht durch Medikamente sofort behoben,
meist ist nur ein Blogger aktiv und alle anderen gestörten Verbindungen bleiben unberührt und erzeugen Symptome.
So kommt es sehr häufig vor, dass die Symptome der psychischen Störung bei Annahme von Psychopharmaka als
Nebenwirkung gedeutet werden, vor allem vom Leien der die Zusammenhänge im Gehirn nicht kennt.
Jedoch wie immer man es drehen oder wenden will, zu behandeln ist die psychische Störung medikamentös und
mit Psychotherapie und erst dann kann man sagen was Nebenwirkungen und was Symptome sind.
Als Patient sagen was die Ärzte meinen ist Quatsch, ich weiß es besser ist ziemlich naiv, warum dann überhaupt
einen Arzt konsultieren und sich nicht ausschließlich selber heilen?
gruß fluuu

kostenlose psychosoziale Online-Beratung
www.seelegut.de


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