akathisie irreversibel ?

Dieses Forum beschäftigt sich speziell mit Nebenwirkungen bzw. unerwünschten Wirkungen von Medikamenten und nicht-medikamentösen Therapieverfahren (Einzel- und Gruppentherapie, körperorientierte Verfahren etc.), die in der Psychiatrie und Psychotherapie eingesetzt werden. Es sollen hier nur persönliche Erfahrungen wiedergegeben werden. Nutzen Sie den Raum für anschauliche Beschreibungen, denn das Thema Nebenwirkungen ist von besonderer Bedeutung.
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Remedias
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Re: akathisie irreversibel ?

Beitragvon Remedias » Mi 16. Mär 2016, 17:20

Als Patient sagen was die Ärzte meinen ist Quatsch, ich weiß es besser ist ziemlich naiv, warum dann überhaupt
einen Arzt konsultieren und sich nicht ausschließlich selber heilen?
weil man alleine nicht an rezeptpflichtige Medikamente kommt?

wenn ich dein posting lese, gebe ich dem Gesetzgeber allerdings recht mit seiner Vorsicht: es kursiert ziemlich viel Halbwissen.

Wenn ich Psychopharmaka nehme und ein gesundheitliches Problem taucht auf, welches ich zuvor noch nie gehabt habe, würde auch ein Arzt von einer Nebenwirkung sprechen. Akathasie ist übrigens keine psychische, sondern eine neurologische Nebenwirkung.

Als Patient sollte man die Rolle des Arztes nicht übernehmen müssen, aber selbstverständlich sollte man sich einen Arzt suchen, dem man vertrauen kann. Das Vertrauen wächst ja , wenn der Arzt den Patienten erfolgreich behandelt, sein Leiden lindert und wenn er in der Vergangenheit gute Entscheidungen getroffen hat, ist es sehr wahrscheinlich, dass er es in der Zukunft auch tun wird.

Gruß Remedias

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Re: akathisie irreversibel ?

Beitragvon fluuu » Do 17. Mär 2016, 10:28

Remedias es ist ein Märchen, dass der Arzt irgendetwas heilt, es sind ausschließlich die Selbstheilungskräfte die in mir einen
kranken Zustand zur Gesundung bringen. Jedoch manchmal kann die Wahrnehmung des weißen Kittels des Arztes allein in mir diese Kräfte anregen und es aktiviert den inneren Heilungsprozess. Das Thema was bei Psychopharmaka eine psychische und was eine chemische
Wirkung hat und wie sich das im psychisch kranken Patienten auswirkt überfordert uns hier im Forum. Dazu wäre ein zwei Stündiger
Vortrag besser geeignet um auf alle Zusammenhänge einzugehen. Ich brauche auch mit Dir darüber nicht zu diskutieren, ich weiß ja
wie viele negative Erfahrungen Du gemacht hast und was für ein großes Reizthema im schmerzlichen Bereich es für Dich ist.
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Re: akathisie irreversibel ?

Beitragvon Remedias » Do 17. Mär 2016, 16:50

Danke, Fluuu, für deine Rücksichtsnahme, finde ich nett. :) ( schreibe OHNE Ironie)

Du hast Recht damit, dass ich recht negative Erfahrungen gemacht habe. Genauer gesagt hatte ich eine Fehldiagnose, die mittlerweile berichtigt wurde.
Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie ich mit dieser Erfahrung umgehen soll. Ich muss sie ja in mein Leben integrieren. Entweder als verlorene Zeit oder als wichtiger Umweg, wichtiger Entwicklungsschritt? Immerhin waren es 10 Jahre meines Lebens.
. Bin deswegen in Psychotherapie ( ja, dieses Thema erschien dem Therapeuten wohl so interessant, dass ich sehr schnell einen Platz bekommen habe).

Ich fasse aber hier nochmals zusammen:
- selbstverständlich kann ich nur aus meinen Erfahrungen heraus schreiben. Ich kann auch nur sagen: Mir ist es mit den Medikamenten so und so ergangen. Ich hatte unter Haldol eine Akathasie, und mein damaliger Psychiater hat es sofort ausgeschlichen. Ihm erschien diese Nebenwirkung zu einschränkend und zu quälend, also für den Patienten nicht zumutbar.
- Allgemeingültige Sachen schreibe ich nur, wenn ich die Quelle belegen kann. ( das hast du bestimmt schon bemerkt.)

Viele Grüße Remedias

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Re: akathisie irreversibel ?

Beitragvon fluuu » Fr 18. Mär 2016, 11:35

Natürlich kann es Wirkungen dieser chemischen Substanzen geben im Stoffwechsel die nicht erwünscht sind und das ist bei jedem anders, so ausgetüftelt sind selbst die modernen Medikamente nicht, dass sie nur auf den einen Knopf des Schlimmen wirken und dann ist es weg, ähnlich wie es die Asperin-Werbung verheißt. er ist weg - der Schmerz - auf den Punkt. Auch Asperin kann bei dem Einen oder Anderen Wirkungen haben die verheerend oder gar bedrohlich sind. Oder kurz gesagt, alles was auf den Organismus wirkt kann positive oder negative Folgen haben bei dem Einen oder Anderen aber das ist nicht die Voraussetzung wenn ich eine Substanz zu mir nehme weil mir etwas fehlt.
Die Hoffnung, dass der Nutzen überwiegt bleibt in der Not erhalten und ich gehe das Risiko ein. Wenn ich am Morgen aufstehe ist das Risiko, dass ich den Abend nicht erlebe da und ich stehe trotzdem auf in der Hoffnung, dass nichts schlimmes passiert.
So ist es bei Medikamenten auch, wenn ich glaube sie vergiften mich oder die Nebenwirkungen schaden mehr, sollte ich sie nicht nehmen und andere Formen der Therapie nutzen. Wenn ich dem Psychiater glauben machen kann, dass ich eine Medikamentenphobie habe hat er ein Problem denn er muss die Therapie für diese Ängste ohne die Unterstützung von Medikamenten anberaumen. Dass stellt ihn als Arzt, ein Mediziner der Medikamente verschreibt, in Frage. Er wird an einen Psychotherapeuten zur Behandlung der Phobie überweisen...
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Re: akathisie irreversibel ?

Beitragvon Remedias » Fr 18. Mär 2016, 12:33

Die Hoffnung, dass der Nutzen überwiegt bleibt in der Not erhalten und ich gehe das Risiko ein
Bin völlig einverstanden.
Aber wenn der Patient - so wie ich es auch getan habe - das Medikament zwei Jahre lang nach Anleitung nimmtund merkt, dass es nicht hilfreich ist und immer mehr Teil des Problems wird anstatt Teil der Lösung, da ist es doch legitim, seinem Arzt darüber zu berichten und Alternativen zu überlegen..
Immer, wohlbemerkt, dass das individuell ist.
Dir scheint es mit Solian gut ergangen zu sein, ich fand die Wirkung sehr dämpfend und hatte das Gefühl, nicht mehr gut denken zu können und keinen Zugriff auf meine Emotionen zu haben. Aber das ist doch klar - Solian wirkt auf Neurotransmitter, und unsere sind bestimmt unterschiedlich, schon damit begonnen, dass ich eine Frau bin (auch Hormone wirken wie Neurotransmitter und umgekehrt) und - da bin ich mir nicht sicher -
älter als Du.

Ich spreche nicht davon, dass man von vornerein eine Medikamentenphobie hat oder ähnliches. Sondern eben merkt : "Das bringt mich jetzt nicht weiter, mir geht es schlechter anstatt besser."

Oder sprichst du einem Menschen, der eine psychische Krise gehabt hat, überhaupt ab, zu wissen, was gut oder was schädlich für ihn ist?

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Re: akathisie irreversibel ?

Beitragvon fluuu » Mi 23. Mär 2016, 12:34

Was Solian angeht habe ich schon von vielen Frauen gehört, dass es Probleme gibt mit Milchfluss und was weiß ich was allem.
Frauen mögen das Zeug nicht aber ich, nehme eine ganz kleine Dosis pro Tag, rede mir ein, dass schon allein der Name Solian toll klingt
und mache mein kabarettistisches Spiel daraus und verkünde: "Ich würde meine Tochter, so ich denn eine hätte, Solian nennen."
Bin überzeugt, dass solche Umgangsformen mit den Psychopharmaka zur positiven Wirkung im Gehirn führen und sich die Nebenwirkungen vernachlässigen lassen. So steht im Vordergrund, dass nicht das Medikament etwas mit mir macht und ich stehe passiv daneben, sondern, dass ich die gewünschte Wirkung des Wirkstoffes, in dem Fall Amisulprid, ganz bewusst und mental beeinflusse und die Nebenwirkungen so gut wie ausgeblendet werden. Mit dieser Methode kann ich Medikamente nehmen und sie helfen mir den richtigen Weg zu beschreiten. Diese Haltung hatte ich jedoch schon immer, auch in der schweren Depression vor zwanzig Jahren mit massivem Medikamenten-Cocktail in der Klinik. Jedoch letztlich wirke es positiv denn ich konnte von der Krankheit weitestgehend Gesund werden. Das geht nur mit der richtigen inneren Haltung denn Tabletten, mögen es auch die aller tollsten sein, machen nicht gesund, sie unterstützen nur den inneren Prozess.
Wer jedoch sein inneres seelisches Problem auf die Medikamente verlagert und den Kampf dort ausfechten möchte kann nehmen was er will, es führt stets logischer Weise zur Katastrophe.
gruß fluuu

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Re: akathisie irreversibel ?

Beitragvon Remedias » Mi 23. Mär 2016, 14:38

"Ich würde meine Tochter, so ich denn eine hätte, Solian nennen."
:lol:

mein "Lieblingsmedikament" vom Namen her ist "Lyrica" , der Name ist doch zu schön, oder?
Ja, die Taktik die du anwendest , hat mir auch eine Bekannte erzählt, die Chemotherapie machen musste und sich immer vorgestellt hat, wie die Flüssigkeit als Krieger die fiesen Krebszellen killt . Da ist schon was dran.
Wer jedoch sein inneres seelisches Problem auf die Medikamente verlagert und den Kampf dort ausfechten möchte kann nehmen was er will, es führt stets logischer Weise zur Katastrophe.
Du gibst mir gerade zu denken. I
Diesen Aspekt haben wir hier noch gar nicht betrachtet:

Glaube ich denn überhaupt, dass ich eine bestimmte psychische Krankheit habe?

( wenn ich davon nicht überzeugt bin, kann ich doch eigentlich auch von den Medikamenten nicht überzeugt sein, oder? Sie einfach so zu nehmen wie Smarties ist ein wenig viel verlangt)
Ich kann mir meine Aversion nur so erklären, dass ich von anfang an an der Diagnose gezweifelt habe.

Mein neuer Psychotherapeut sagte mir heute, dass er mich sehr lange Zeit sehen wird, bevor er mir überhaupt eine Diagnose stellt.

Fluuu, ich frage dch jetzt als Therapeut: Wie hälst du es mit Diagnosen? Wie lange nimmst du dir Zeit und muss der Patient deine Diagnose einsichtig finden oder spielt das keine Rolle?

liebe Grüße Remedias

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Re: akathisie irreversibel ?

Beitragvon fluuu » Do 24. Mär 2016, 14:22

Lyrica klingt wunderschön, habe gleich mal gegoogelt und es ist unter anderem gegen Ängste, also immer gut. :-k
Diagnosen sind so eine Sache, für die Einen ist es eine Hausnummer und sie können besser damit umgehen
und für Andere ist es wie ein Todesurteil und sie brechen förmlich daran zusammen.
Letztlich sind Diagnosen wichtig für die Kasse um abrechnen zu können und die dafür vorgesehene Therapie zu wählen.
Psychisch Betroffene sollten die Diagnose ignorieren bzw. im Hinterkopf behalten denn ich habe gelernt,
egal welche psychische Störung nach der Klassifikation der Krankheiten dem ICD 10 vorliegt, der Umgang für den
Betroffenen im sozialen Rahmen und mit sich selbst ist bei allen fast gleich. Es geht darum die verletzten Gefühle
zu heilen und dafür gilt seltener in Watte packen als viel mehr das Aushalten zu Trainieren.
Diagnose ist gut wenn man im medizinischen Bereich etwas will, man hat gleich einen Beleg parat
aber für sich selbst sollte man den Begriff der Diagnose nicht überbewerten und lieber für die seelische Heilung allgemein sorgen,
egal in welche Schublade man gesteckt wurde, letztlich ticken alle Menschen mit den Gesetzen der Psyche gleich.
Natürlich ist die Beziehung zwischen zwei Menschen ganz individuell aber auch da steht der Titel der Diagnose nicht im Vordergrund.
gruß fluuu

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