EFT (emotional freedom technique)

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Daniela30
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EFT (emotional freedom technique)

Beitragvon Daniela30 » Di 21. Jan 2014, 18:27

Hallo,

ich arbeite als Krankenschwester in einer psychiatrischen Abteilung. Wir bieten seit kurzem EFT in Gruppen und Einzelsitzungen an.

EFT ist eine Selbsthilfetechnik, die die Behandlung von Ängsten und anderen psychischen Störungen unterstützen soll. Die Methode kommt zum einen, ähnlich wie die Akupunktur aus der TCM und wird kombiniert mit NLP. Kurz: Es werden Akupunktur- bzw. Meridianpunkte durch klopfen stimuliert und gleichzeitig vorher eingegrenzte Problemaussagen wiederholt, wodurch Energieblockaden gelöst werden. http://www.eft-info.com/

Wer von euch hat schon Erfahrungen mit dieser Methode im klinischen Umfeld gemacht. Oder kennt jemand eine Klinik in der EFT ebenfalls schon angeboten wird?

Grüße Daniela

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fluuu
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Re: EFT (emotional freedom technique)

Beitragvon fluuu » Fr 24. Jan 2014, 11:10

Dass in psychiatrischen Einrichtungen Selbsthilfetechniken aus der TCM angeboten werden ist ein Fortschritt.
Ob das in anderen Kliniken auch der Fall ist weiß ich nicht, müsste googeln.
Habe eine umfassende Ausbildung in NLP und ein wenig in EFT, halte es für begründet warum diese Methoden greifen.
Sie sind nicht für jeden gleichermaßen erfolgreich wie bei allen Mitteln und Maßnahmen, es gibt betroffene Menschen
die mit dem Angebot nicht klar kommen und bei denen sich die Symptome verstärken, darauf ist zu achten,
jedoch eine körperliche Beeinflussung wie das Klopfen ganz bestimmter Stellen kann die Psyche sehr positiv stimulieren.
Einige Menschen lassen sich mental gut ansprechen, meist weniger schwer Betroffene und andere Menschen reagieren
besser und leichter auf körperliche Reize und manuelle Stimulation.
EFT ist eine Selbsthilfetechnik der körperlichen Beeinflussung, sie lässt sich sowohl alleine als auch in Gruppen
praktizieren, das ist ihre Stäre und ihr Vorteil gegenüber Massagen und anderen Behandlungen der TCM.
gruß fluuu

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www.seelegut.de

Daniela30
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Re: EFT (emotional freedom technique)

Beitragvon Daniela30 » Mi 5. Feb 2014, 21:22

Hallo fluuu,

Vielen Dank für deine Rückmeldung.
Ich empfinde es auch als großen Fortschritt und freue mich über die tolle Unterstützung meiner Stationsleitung. Momentan mache ich die Fachweiterbildung für Psychiatrie und möchte in meiner Abschlussarbeit darüber schreiben, ob EFT eine Methode sein kann die den Patienten während des stationären Aufenthalts und auch danach befähigt sich selbstwirksam Entlastung in verschiedenen Stresssituationen zu verschaffen. (Bin momentan noch bei der Themeneingrenzung...und das ist die erste brauchbare Idee ;)

Natürlich kann man davon ausgehen, dass einige Patienten von vornherein skeptisch sind. Dies sind sie dann aber meist auch bei vielen anderen Angeboten der Pflege. Dennoch haben wir die Vorstellung dieser Technik in unsere Achtsamkeitsgruppe eingebunden. Hier kann der Sinn, die Indikation, die Akupressur-punkte usw erklärt werden sowie Fragen dazu beantwortet werden oder aber auch Erfahrungen ausgetauscht werden. In Einzelsitzungen kann dann individuell auf die Probleme des Patienten eingegangen und Hilfestellung gegeben werden. Dieses Angebot wird recht gut angenommen und wir machen gute Erfahrungen damit.
Was ich noch ganz wichtig finde, was oft missverstanden wird ist, dass es keine Therapie sondern eine Art Bewältigungsstrategie oder eine therapieunterstützende Methode ist.
Das schöne an dieser Technik ist, dass man sie sehr schnell erlernen kann und sie in der Regel auch sehr schnell hilft.

Vielleicht magst du mir mir über deine Erfahrungen berichten. In welchem Bereich und bei welchen Problemen wendest du denn EFT an?

Ich würde mich generell über eine kleine Diskussion zu diesem Thema freuen.
Was halten denn Andere von dieser Methode?
Hat das was in der psychiatrischen Pflege verloren oder ist das vielleicht eher Therapeuten-Arbeit?
Oder ist es gerade weil es eine Selbsthilfestrategie ist und damit zur Theorie des Empowerment gehört Aufgabe der Pflege dies an den Patienten weiter zu geben?

Nowhere_from_here
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Re: EFT (emotional freedom technique)

Beitragvon Nowhere_from_here » Sa 27. Mai 2017, 21:31

Hallo erst mal,

habe auch bereits Erfahrungen mit EFT gesammelt und erwäge es ordentlich zu lernen. Bisher ausschliesslich selbst angewendet, dabei an meine Grenzen gestossen, es aber insgesamt als sehr nützlich empfunden hinsichtlich eingegrenzteren Zuständen von depressiven Verstimmungen, Ängsten vieler Art und auch - da ich eine NLP Ausbildung habe - im Kontext der Glaubenssatzbearbeitung.

DA erlebe ich es allerdings so, dass man sich selbst, wenn es tiefer geht, nur eingeschränkt behandeln kann. Dazu ggf später mehr.

Da ich selbst noch nicht in einer psychiatrischen Klinik oder Behandlung war, kann ich das nicht einschätzen inwieweit das Pflegekräfte das den Patienten vermitteln könnten oder sollten - wenn ich dich richtig verstanden habe.

Ich würde sagen, für leichte, abgegrenzte Fälle zur spontanen Erleichterung schon, allerdings weiß man ja nicht, wie tief es dann eben noch geht ... so dass ich das spontan eher als ein sehr wirkungsvolles Werkzeug empfinde, was in die Hand eines ausgebildeten Therapeuten gehört.

Ich bin gespannt auf den weiteren Austausch zum Thema, herzlich grüßt
nowhere from here

mamschgerl
Beiträge: 1153
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Re: EFT (emotional freedom technique)

Beitragvon mamschgerl » Sa 3. Jun 2017, 20:00

Meine Meinung zu NLP:
Hört sich hochtrabend an, eine Ausbildung in NLP genossen zu haben, wobei damit im Grunde nichts anderes als ein bunter Brei von zusammengewürfelten Allgemeinplätzen hinsichtlich pseudopsychologischem Allgemeinwissen beschrieben wird, welches man genauso in Verkaufsseminaren, Personalführung und -Management und Rhetorikkursen erwerben kann, sogesehen habe ich also auch eine Ausbildung in NLP.
Was da von Richard Bandler und John Grinder als bahnbrechendes novum angepriesen wurde, ist auf dem Markt der Selbstfindungs- und Motivationspraktiken für ein glücklicheres Leben eben leider so gar nichts Neues und aufgrund seiner stark manipulativen Aspekte meiner Meinung nach auch nicht unbedingt zur Psychotherapie geeignet.
Wenn man für sich privat einen Nutzen daraus ziehen kann, ohne andere beeinflussen oder bekehren zu wollen, ist NLP so gut oder so schlecht wie alle anderen Angebote in diesem Sektor und jeder kann für sich selbst entscheiden, welche Wahrheit er darin finden möchte.
Der miese Beigeschmack bleibt jedoch, wenn einige sich bemüßigt fühlen, das für sich durch NLP erlernte und verinnerlichte an anderen Menschen auszuprobieren und dann auch noch behaupten, es geschehe alles zum Wohle des Patienten, der ja zu seinem Glück gezwungen werden muss.
Ein netter Artikel dazu kommt übrigens von Prof. Uwe P.Kanning, der sich äußerst kritisch mit NLP befasst.
Das Hinterfragen manch angepriesener Praktiken kann nie schaden und entlarvt vieles als zwar gut verpacktes, aber dennoch aufgeblähtes Gewäsch.
EFT sollte wirklich nur von erfahrenen und emphatischen Therapeuten durchgeführt werden, die mit den Reaktionen der Patienten auch entsprechend umgehen können.
In diesem Sinne
mamschgerl


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