psychose meines sohnes

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hundemum
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psychose meines sohnes

Beitragvon hundemum » Mi 16. Nov 2005, 10:49

Hallo, guten Tag,
habe zufällig Ihre Seite im Internet gefunden und möchte mich heute an Sie
wenden.
Ich bin die Mutter eines 23 jährigen jungen Mannes, der seit 3 Jahren an einer
Psychose leidet. Diese äußert sich in Stimmenhören und Verfolgungsängsten.
Er wurde damals in die geschlossene Psychatrie eingeliefert, weil wir als Eltern und unser Hausarzt Angst um sein Leben hatten. Markus lag nur noch im dunklen Zimmer rum, aß und trank nichts mehr. Er hat mit niemanden mehr gesprochen, die Ärzte sprachen damals von einem katatonischem Zustand.
In der Klinik wurde er natürlich mit entsprechen Psychopharmakas behandelt,
schwere Geschütze wurden aufgefahren – bis hin zu Haldol.
Nach 4 Wochen habe ich meinen eigenen Sohn nicht wieder erkannt, er bewegte
sich im Zeitlupentempo, zeigte kaum Emotionen und wurde regelrecht fett.
Die Ärzte beruhigten uns und meinten, dass käme von den Medis und das würde sich schon wieder einpendeln. Verschärfend kam noch hinzu, dass sich unser Sohn jeder Therapieform verweigert hat, er wolle nicht mit anderen kranken Menschen in einer Gruppe zusammensitzen. Da würden die Stimmen noch schlimmer werden.
Nach seiner Entlassung hatten wir eine relative ruhige Zeit zuhause. Markus
nahm seine Medis ein, man konnte mit ihm umgehen, aber er war nicht mehr
der Mensch, den wir kannten. Alles Spontane, Kreative und Fröhliche war aus
ihm verschwunden. Durch die Medis gedämpft lebte er den ganzen Tag zugedröhnt vor sich hin.
Anschließend war er ein Jahr in einer psychatrischen Tagesklinik. Das hat ihm auch gutgetan, aber auch dort hat er an den Gruppenprogrammen nur sehr widerwillig teilgenommen. Das Gute daran war, dass sie Markus auf ein Medikament eingestellt haben (Seroquel, 1.400 mg am Tag). Das ist natürlich eine sehr hohe Dosis, aber der Arzt meinte, dass müsse so sein, Markus wäre sehr krank.
Seit seiner Entlassung lebt er wieder bei uns zuhause. Mehr schlecht als recht.
Er möchte ja gerne das eine oder andere tun, aber die ständige Müdigkeit der
Medis machen bei ihm alles zunichte.
Im Spätsommer hat er uns verkündet, er wolle keine Psychopharmakas mehr nehmen, er würde es gerne mal ausprobieren, ob es auch ohne ginge.
Der Arzt war damit einverstanden und Markus hat langsam ausgeschlichen.
Seit 4 Wochen ist er auf Null. Wir halten natürlich die Luft an, ob das gut geht.
Zumal er schon ziemlich schräg drauf ist. Er sieht kein fern, hört keine Musik,
von wegen Fremdbeeinflussung. Meint auch, dass ihm alle Leute Böses wollen.
Seife und Zahnpasta findet er ekelhaft und reagiert heftig, wenn etwas nicht so läuft, wie er sich das vorstellt. Will nach wie vor keine Psychopharmakas nehmen. Wir unterstützen ihn bei seinem Vorhaben, ich kann mit einem Menschen umgehen, der anders oder vielleicht sogar „verrückt“ ist. Ich denke, man muss nicht jede Abweichung von der Norm mit Medis bekämpfen, aber wo ist die Grenze? Zumal ich das Gefühl habe,
dass Markus sich quält und bestimmt nicht glücklich ist. Das größte Problem ist seine Schweigsamkeit. Weder mit uns in der Familie, noch mit den paar Freunden, die übrig geblieben sind, spricht er einen Ton über seine Schwierigkeiten. Wir möchten ihn auf keinen Fall wieder in eine geschlossene
Psychatrie geben, weil ich genau weiss, was dann kommt: Medis bis zum Abwinken, Abstumpfung und keine Aussicht auf Heilung.
Aber wie können wir Markus helfen? Er jammert auch ständig über Langeweile,
möchte arbeiten gehen, Geld verdienen. Aber das ist natürlich für einen psychisch kranken Menschen ungeheuer schwer. Wir leben auf dem Lande,
mit Arbeitsplätzen ist es nicht gut bestellt und Markus würde auch nicht
jede Arbeit nehmen können. Zwei Ausbildungen abgebrochen. Er wird als
Reha-Fall mit Arbeitslosenhilfe beim Arbeitsamt geführt.
Die haben ihn praktisch schon aufgegeben. Nachdem er sich immer wieder
Den Reha-Maßnahmen verweigert hat, haben die irgendwann dichtgemacht
Und da läuft im Moment gar nichts mehr.
Ich bin sehr verzweifelt, weiss wirklich nicht mehr weiter. Vielleicht hat jemand
von euch einen Rat. Freue mich herzlich über jede Antwort.
Mit lieben Grüßen - Kerstin

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deepnight
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Beitragvon deepnight » Mi 16. Nov 2005, 11:03

Hallo Kerstin,

mein Sohn ist auch 23. Es ist dauerhaft psychotisch, nimmt aber Medikamente (Leponex und Abilify). Sein größte Problem ist, daß er keine Kontakte zu Gleichaltrigen hat.

Gruß, Helene
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hundemum
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Beitragvon hundemum » Mi 16. Nov 2005, 11:13

Hallo Helene,

ja, genau, dass ist es ja. Markus hat sich von all seinen alten Freunden abgekapselt.
Er findet die blöd und möchte nichts mit ihnen zu tun haben. Seine Schweigsamkeit steht ihm selbst im Wege. Wir wissen gar nicht, was in ihm vorgeht. Aber wie ich schon in seiner Krankheitsgeschichte geschrieben habe, können wir offensichtlich nur zwischen zwei Alternativen entscheiden: mit Medikamenten (da ist er so zugedröhnt, schläft den ganzen Tag, wirkt abgestumpft und leer), oder ohne, dann ist er total daneben, sagt und macht Dinge, die sehr absurd wirken.
In mir ist eine Ohnmacht, wir wollen ihn im Moment wirklich nicht in eine Geschlossene bringen. Ich habe einfach kein Vertrauen in die Behandlung, zumal die Menschen dort nicht geheilt werden. Ich habe das nur als ein Ruhigstellen erlebt.
Ich habe ja die Hoffnung, dass hier im Forum Menschen sind, die mir helfen könnten.
Liebe Grüsse Kerstin

hundemum
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Beitragvon hundemum » Mi 16. Nov 2005, 11:13

Hallo Helene,

ja, genau, dass ist es ja. Markus hat sich von all seinen alten Freunden abgekapselt.
Er findet die blöd und möchte nichts mit ihnen zu tun haben. Seine Schweigsamkeit steht ihm selbst im Wege. Wir wissen gar nicht, was in ihm vorgeht. Aber wie ich schon in seiner Krankheitsgeschichte geschrieben habe, können wir offensichtlich nur zwischen zwei Alternativen entscheiden: mit Medikamenten (da ist er so zugedröhnt, schläft den ganzen Tag, wirkt abgestumpft und leer), oder ohne, dann ist er total daneben, sagt und macht Dinge, die sehr absurd wirken.
In mir ist eine Ohnmacht, wir wollen ihn im Moment wirklich nicht in eine Geschlossene bringen. Ich habe einfach kein Vertrauen in die Behandlung, zumal die Menschen dort nicht geheilt werden. Ich habe das nur als ein Ruhigstellen erlebt.
Ich habe ja die Hoffnung, dass hier im Forum Menschen sind, die mir helfen könnten.
Liebe Grüsse Kerstin

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deepnight
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Beitragvon deepnight » Mi 16. Nov 2005, 11:25

Hallo Kerstin,

offensichtlich habt ihr keine gute Psychiatrie erwischt. Mein Sohn ist durch die Medikation nicht zugedröhnt, sondern erlebt sie als echte Hilfe, wenn er auch nicht symptomfrei wird. In Tübingen an der Uniklinik gibt es eine sehr gute Station für junge Psychotiker, ich glaube die B2. Die haben ein 8-wöchiges Psychotherapieprogramm, wo die jungen Leute lernen, ihre Krankheit besser zu verstehen und damit umzugehen. Auch wird da die medikamentöse Einstellung so verändert, daß es möglichst wenig Nebenwirkungen gibt. Außer 1400 mg Seroquel gibt es nämlich noch sehr viele andere Möglichkeiten, zu medikamentieren. Ich selber habe ja auch Psychosen gehabt und selber Seroquel genommen. So apathisch wie da habe ich mich noch nie erlebt. Aber wie gesagt, Seroquel ist nicht das einzigste Medikament, was es gibt.

Ich verstehe auch nicht, warum dein Sohn auf die Geschlossene sollte. Ist er aggressiv, oder läuft weg, oder ist suizidgefährdet? Mein Sohn kommt immer auf die offene Station, wenn er in die Klinik geht. Nur wenn er als Notfall kommt, muß er kurz auf die geschlossene, wird da aber sofort verlegt.

Gruß, Helene
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Jonas
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Beitragvon Jonas » Mi 16. Nov 2005, 17:59

Von 1200 mg auf 0, reife Leistung von deinem Sohn. Seit 4 Wochen ist er also clean. Hauptproblem jetzt: Langeweile, Antriebslosigkeit, amotivales Syndrom, null Bock auf gar nichts - wie immer man es nennen möchte - plus absurde Ideengespinste. Habe ich das richtig zusammengefaßt ?

Nach meiner Erfahrung erwartest du zum jetzigen Zeitpunkt zuviel. Wenn du nächstes Frühjahr so etwas wie Lebensfreude in ihm aufblitzen siehst und in einem Jahr eine Tages- und Wochenstruktur etabliert ist, habt ihr das Gröbste hinter euch. Ein Neuroleptika-Entzug ist so ziemlich das härteste und langwierigste, was auf dem Gebiet zu haben ist. Sei froh, dass er nicht massive Angstzustände hat..
Stimme Dir voll und ganz zu. Kann dem nichts mehr hinzufügen. Er braucht Zeit, vielleicht viel Zeit, und die muss man ihm zugestehen, wenn man den Preis, den man für die Alternative - Medikamente - in Form von Nebenwirkungen usw. zahlt, nicht zahlen will. Die Lösung "Medikament - und dann ist alles gut" gibt's in der Theorie, in psychiatrischen Lehrbüchern und in der Pharmawerbung, in der Praxis habe ich das noch nie bei irgendjemandem beobachtet. Die Alternativlösung "Medikamente weg - und dann ist alles gut" funktioniert von heute auf morgen auch nicht, das braucht Zeit, und es braucht umso mehr Zeit, je länger man davor Medikamente genommen hat.
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Veganer
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Beitragvon Veganer » Sa 17. Dez 2005, 19:03

:) Liebe Helene,

ich hatte dasselbe Problem mit den Neuroleptika wie Dein Sohn. Ich war wie eine tote Fliege und das, was die Ärzte dämpfen nennen, erlebte ich wie eine starke Depression :sad: . Ich versuchte allerlei Medikamente der klassischen Serie. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Haldol :evil: war tödlich, ich brauchte viel Antiparkinsonmittel und erwachte jeden Tag mit Selbstmordgedanken :twisted: , die mich den ganzen Tag hindurch begleiteten. Eines Tages meinte eine Psychiaterin, wir sollten es doch mit Semap (auch ein klassisches Mittel) probieren. Von da an waren praktisch alle Nebenwirkungen weg :wink: . Ich bekam zwar nach ca. 8 Jahren eine Spätdyskinesie (und wohl nicht nur vom Semap), die sich wohl aber bei allen Mitteln einstellen kann, das hängt wohl eher von der Konstitution des Betroffenen ab. Ich nahm zwar zu mit Semap und ich habe noch heute ziemlich Übergewicht, aber das ist nun das kleinste Übel, wie es scheint. (Ich kann wieder lachen und normal kommunizieren und leren mich zu wehren etc., bin zwar nicht arbeitsfähig, oder nur selbstständig, aber das hängt wohl eher mit meiner komplexen Seelenstruktur und der gnadenlosen Arbeitswelt zusammen als mit den Medis). Was ich eigentlich mit dem allem sagen will: Es kann sich lohnen, neue Mittel auszuprobieren, wenn man mit einem nicht zufrieden ist, es ist nicht nur die Krankheit, die wirkt. (Semap ist auch nicht für alle Menschen gleich gut, es gibt auch solche, die es nicht vertragen, z.B. eben auch depressiv werden.)
Mit den atypischen Neuroleptika (neue, teure Generation) habe ich keine gute Erfahrung gemacht. Ich nehme an, das hängt mit deren Doppelfunktion zusammen, mit der Unterdrückung der produktiven und der negativen Symptome, wobei die alten nur die produktiven Symptome unterdrücken. (wenn ich das richtig verstanden habe. Ich meine die klassischen Mittel unterdrücken das Dopamin, die neuen zusätzlich noch das Serotonin, bin kein Fachmann, aber das gibt eine Idee :idea: , dass dies der grössere Eingriff ist.) Die chemische Industrie hat natürlich das grösste Interesse :!: , die neue Generation zu verkaufen, sie sind halt mindestens zehmal so teuer wie die alten (200 Franken im Monat statt im Jahr). Man muss sich also nicht wundern, wenn das Internet, Fachliteratur und der Arzt voll des Lobes für diese Mittel sind. (Diese Medikamente werden ja in Fachkreisen mit verführerischen Hochglanzprospekten beworben, es geht um MIlliarden :twisted: weltweit). Meine Psychiaterin hat mir aber verraten, dass die erste Euphorie über diese Medikamente abgeklungen ist :cry: und man je länger je mehr auf die alten zurückkommt.
Ich war mit Risperdal wie ein "Haldolmännchen" unterwegs, habe die Strasse betreten, ohne zu schauen, das Portemonnaie in der Telefonkabine liegen gelassen etc., Dinge , die mir sonst nie passieren (den Kantonsarzt hats nicht interessiert, er hat auf meinen Brief nicht einmal geantwortet). Mit Seroquel hatte ich das Herzflattern und Angstzustände.
Ich werde dann noch an anderer Stelle berichten, wie ich Semap erfolgreich einsetze, (auch als Akutmittel!!!!!!!), denn es ist ein Depotpräparat, aber man es in kleinen Dosen häufiger nehmen und dann wird es viel, viel besser ertragen. :wink:

Hats Dich weitergebracht :?:

Viel Erfolg und nicht aufgeben, es gibt noch viele Möglichkeiten, mindestens so viele wie Medikamente, und vielleicht wird mal eine chinesische oder afrikanische Wurzel gegen das Übel gefunden........

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Hallo

Beitragvon EMU12 » Mi 4. Nov 2009, 00:27

Mir kommt da so eine Geschichte in den Sinn die ich vor vielen Jahren gelesen habe. Da ging es um ein Maedchen das nicht reden wollte weil es was schlimmes erlebt hatte und alle Aerzte sie aufgegeben hatten. Dann kam ein Therapeut und der beschaeftigte sich mit ihr und gab nicht auf und eines Tages fing sie wieder an zu sprechen.

Jemand der Psychologie studiert hat hat auch meistens etwas ueber Kinder und Schule studiert und weis dadurch wie man mit Lernproblemen , -
jeglicher Art. Sie sollte solch einen bekommen der mit Farbe und eine Art Spielzeug arbeitet. Langsam versucht ihn zu oeffnen. Vielleicht einen Studenten suchen?
Wie wird man reich mit Psychose?

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Re: psychose meines sohnes

Beitragvon EMU12 » Di 2. Mär 2010, 17:57

Meine Tochter faengt so langsam so an, liegt nur im Bett und schleicht wie ein Geist durch die Wohnung. Sie hoert allerdings noch keine Stimmen. Was wir machen ist unser Essen um zu stellen und Omega3 werden wir uns kaufen. Ich habe darueber noch keine Ahnung, aber wenn man Gemuese mit Fruechte zusammen mischt und trinkt dann gehts einem hinterher gut, man wacht auf. Meine Tochter sieht gleich besser aus. Hier geht es nicht einfach darum Vegetarier zu sein sondern diese Lethargie an zu greifen und diese begleitende Depression. Omega 3 soll allerdings erst nach einigen Monaten helfen.
Und Abifily hilft auch einen wieder auf zu wecken, aber dann keine anderen Medikamente einnehmen.
Wie wird man reich mit Psychose?

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Mozkita
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Re: psychose meines sohnes

Beitragvon Mozkita » Mi 22. Sep 2010, 21:43

Liebe Kerstin,

ich würde deinen Sohn gerne kennenlernen. Ich bin 21 und bei deinem Beitrag habe ich mich 100% wiedergefunden - allerdings vor 5 Jahren. Ich habe den Weg aus dem Psychosentunnel rausgefunden.
Meine Ärzte haben mich komplett aufgegeben nachdem ich Wochenlang ruhiggestellt war und keine Therapie annehmen wollte. Sie sagten, wenn ich Glück habe und gut mitarbeite, könne ich irgendwann in einer Behindertenwerkstatt arbeiten.
Meine Freunde habe ich zu der Zeit fast alle verloren. Mir sind 3-4 aus meiner Kindheit geblieben und die hüte ich wie meinen Augapfel.
Habe 2 Schuljahre wiederholt in der Zeit und 2 Ausbildungen abgebrochen.

Mittlerweile lebe ich allein im Ausland, mein letzter Klinikaufenthalt war vor 4 Jahren. Ich mache eine Ausbildung zur Maskenbildnerin. Die Kreativität hat mir sehr geholfen, mich auszudrücken.
Ich hatte einen sehr langen und schweren Weg bis hierher - mittlerweile lebe ich ohne Neuroleptika.

Was ich damit sagen will, gib die Hoffnung nicht auf, dein Sohn braucht dich.
Vielleicht hilft es ihm, mit jemandem zu sprechen, der ihn versteht.
In dem Falle, schreib mir eine Privatnachricht und ich gebe dir meine E-Mail adresse.

Liebe Grüße
Mozki
Jede Kunst ist zu Anfang Oberfläche und Symbol. Wer unter die Oberfläche geht, tut dies auf eigene Gefahr. Wer das Symbol deutet, tut dies auf eigene Gefahr.
(Oscar Wilde)

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Re: psychose meines sohnes

Beitragvon Veganer » Mi 22. Sep 2010, 23:48

Liebe Kerstin,

zur Bemerkung zu Abilify im Beitrag von EMU12 möchte ich bei eben diesem Medikament zur Vorsicht mahnen. Wie alle Neuroleptika wird es sehr unterschiedlich vertragen, und allgemein wirkt es nur sehr unterschwellig, also bei Leuten, die sonst mit ganz kleinen Dosen Neuroleptika auskommen. Ab einer gewissen kleinen Konzentration wirkt es schon nicht mehr stärker, so viel man auch geben mag. Ich habe eine Patientin gesehen, die es sehr gut vertragen hat,, die sehr gut mit Abilify abnehmen konnte und fast unbeschwert arbeitet. Ich hingegen, der seit langem mit etwa 17.5 mg Semap / Woche auskomme, jetzt sogar noch weniger (und allgemein gelten 20 mg / Woche als Mindesterhaltungsdosis, mit wenigen Ausnahmen) wollte auch auf Abilify umstellen und es hatte einfach keinen Effekt. Innerhalb von 2 Wochen landete ich für 2 Wochen in der Klinik, auch eine Steigerung der Dosis half nicht. Meine Ärztin meinte auch, dass das nicht selten vorkomme.
Wie ich oben erwähnte, vertrage ich offenbar nur ein paar wenige klassische Neuroleptika, alle Versuche mit atypischen sind gescheitert. Ich bin nicht einmal ganz sicher, ob man Abilify wirklich zu den atypischen zählt, oder ob da nicht noch eine neuere Klassifizierung gemacht wurde.
Größenwahn ist die Krankheit einzelner. Woran kranken dann ganze Völker?

Hans Horst Skupy

Daxi Reich
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Re: psychose meines sohnes

Beitragvon Daxi Reich » Mo 3. Okt 2011, 09:13

Liebe Kerstin,

mein Sohn hat seit 1995 eine Psychose und hat im Jahr 2000 einen Suizidversuch hinter sich, seit dem sitzt er im Rollstuhl, bedingt durch den Sprung aus dem Fenster wurde er erheblich köperlich verletzt. Ich begleite ihn seitdem mit meinen Besuchen, er lebt im Betreuten Wohnen. Nunmehr ist eine Überzuckerung und letzte Woche eine halbseitige Gesichtslähmung hinzugekommen, mit der er im Krankenhaus in der Neurologie war. Er hat erhebliches Übergewicht und wird nach meinem Dafürhalten immer kränker. Nunmehr befinde ich mich in einer Angststörung.

Lieben Gruß Daxi


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