Zwangsmaßnahme dringend nötig

Anne1553
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Re: Zwangsmaßnahme dringend nötig

Beitragvon Anne1553 » Mi 12. Feb 2014, 21:18

Zwangsmaßnahmen der Psychiatrie sind null unterstützung!

Mavros
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Re: Zwangsmaßnahme dringend nötig

Beitragvon Mavros » Mi 12. Feb 2014, 21:56

Und welche Maßnahmen würdest du für diejenigen vorsehen, die nicht therapierbar sind? Potenzielle Gewalttäter alias Antisoziale, Pädophile, Psychopathen - ins Gefängnis sollen sie gehen? Vielleicht ist Maßregelvollzug eben jenes Gefängnis, das du meinst?
"Die Deutung des Unangenehmen als Machenschaft der Außenwelt macht aus dem Unangenommenen etwas Unannehmbares."

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Anne1553
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Re: Zwangsmaßnahme dringend nötig

Beitragvon Anne1553 » Mi 12. Feb 2014, 22:06

Nein ich meine die Jva! Forensik ist illegal seit der UNKonvetion!
Psychiatrie ist da sinnlos! Oder denkst du weil diese leute dann zwangsweise
Medis kriegen das das dann ne lösung ist?

Mavros
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Re: Zwangsmaßnahme dringend nötig

Beitragvon Mavros » Mi 12. Feb 2014, 23:23

Nun ja, du sagst Menschen, die andere misshandeln sollen ins Gefängnis. Maßregelvollzug ist aber eine Art Gefängnis, in dem gleichzeitig therapiert wird. Wie - das ist eine andere Sache. Man sollte keine voreilige Schlüsse ziehen wegen Pharma-Kartell und Psychiatrie. 70 % des Psychopharmaka-Umsatzes gehen auf das Konto der Hausärzte. Da sagt aber ganz ganz selten jemand etwas, warum eigentlich? Als ich vor Jahren in die Hausarztpraxis wegen Schlafstörungen kam, bekam ich sofort Tavor. Ich fühlte mich geehrt, das Rezept habe ich aber nicht eingelöst. Zwangsmedikation geht nur, weil niemand in der Bevölkerung eine Ahnung davon hat, was er eigentlich einnimmt. Und schlimmer noch, nicht einmal Fachleute, Wissenschaftler und nicht zuletzt Hersteller wissen das.

:cool: http://www.youtube.com/watch?v=vA9KKVIxYzc
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Re: Zwangsmaßnahme dringend nötig

Beitragvon Anne1553 » Mi 12. Feb 2014, 23:47

Da ich selbst in der Forensik gesessen hab kann ich wohl mitreden und das was du Therapie nennst läuft über zwang und in dem sie mit ängsten desjenigen spielen zb. angst nie wieder rauszukommen und andere! Der Mensch wird erstmal gebrochen und dann etwas therapiert viele ähneln nach der Forensik eher nem Hund als nem Menschen vom verhalten meine ich! Besonders beliebt sind dort schleimer und anschwärzer! Ich denke ein normaler Knast reicht aus!

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Re: Zwangsmaßnahme dringend nötig

Beitragvon Mavros » Do 13. Feb 2014, 00:17

Dann nenne doch bitte den Namen der Klinik.

Ich meinte Zwang zur Psychotherapie in geschlossenen Einrichtungen, wenn auch andere Arten von Therapien in Frage kämen für den Fall, dass diese scheitern sollten. Z. B. Arbeitstherapie... Für jeden Typus das Passende. Ein stark narzisstischer Mensch könnte z. B. Kleider für andere nähen und Schminke oder Spiegel herstellen, für psychopathische Tendenzen und Messias-Syndrom würde sich z. B. Stromerzeugung für die Bevölkerung durch freies Strampeln eignen, oder durch den Einsatz des eigenen Körpergewichts, z. B. beim Klettern auf hoch hängende Seile.

Gute Nacht.
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Re: Zwangsmaßnahme dringend nötig

Beitragvon Anne1553 » Do 13. Feb 2014, 01:46

Naja das grenzt schon an missachtung gewisser rechte die auch Kranke und selbst verbrecher haben!
Die Klinik ist im Norden unseres landes mehr werde ich dazu nicht sagen! Nicht das da jemand auf die idee kommt nachforschungen oder nachfragen anzustellen. Psychiatrie hatt keinem zwang zu unterliegen erst dann werden sich mehr Menschen freiwillig in Therapie begeben! Desweiteren sollten auch die vorurteile gegenüber Leuten die in der Psychiatrie waren erstmal abgeschaft werden! Für alle anderen dinge giebt es das normale Strafrecht!
In diesem sinne gute nacht!

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Re: Zwangsmaßnahme dringend nötig

Beitragvon Mavros » Do 13. Feb 2014, 19:43

Psychiatrie ist eine Institution, die durch den Staat, also durch einen Komplex aus Positionen bestimmender und wirtschaftlicher Macht, definierte Auflagen zu erfüllen hat. Wenn man negativ über die Psychiatrie schreibt, ist nicht klar, ob man damit die Institution, die Regierung, das System, die Industrie, vor allem die Pharma-Lobby meint, dessen Teil diese Regierung und Institutionen sind, oder die Menschen, die dieses System durch - relativ gesehen -, Kleinstarbeit tragen und von denen jedem nur ein kleiner Entscheidungsbereich zusteht.

Menschen, die in der Forensik beschäftigt sind, haben sicher ein Gewissenskonflikt zu bewältigen, weil sie Täter, meist erwachsene Männer, die beispielsweise Frauen und Kinder ihrer Würde, ihres Anspruchs auf psychische und körperliche Unversehrtheit geraubt haben, mit Würde behandeln sollen. Es ist nicht einfach ein Gewaltopfer zu sein, es ist nicht einfach aufgrund einer Gewalttat eines anderen ein Leben lang Alpträume zu haben um eine der eher harmloseren Folgen der Gewalt zu nennen. Solche Gedanken werden im Kopf der Behandler oder Pfleger während des Kontakts mit Tätern im mehr oder weniger bewussten Modus präsent sein.

Der geschichtliche Kontext fällt folgendermaßen aus - wir hatten die Kolonialzeit, ungefähr zur gleichen Zeit auch eine Ausgrenzung der psychisch Kranken. Die selben Menschen, die vielfach Völkermord in anderen Ländern begangen haben, in ihrer Heimat öffentliche Verbrennungen von Mensch und Tier veranstalteten, Kriege initiierten, verstümmelten und quälten auch diese besagte Minderheit. Diesen Teilbereich nenne ich nicht Psychiatrie, sondern eine allgemeine, rückständige Einstellung dem Leben gegenüber, die sich auf allen gesellschaftlichen Ebenen manifestiert hat.

Das, was jetzt geschieht, kann man aus zwei unterschiedlichen Perspektiven sehen. Die Erste - es ist nicht mehr (in der Forensik, oder früher in der Psychiatrie) die Minderheit, die durch Täter bedroht wird, sondern es sind die eigentlichen Täter, mit denen der richtige Umgang gefunden werden muss. Die meisten Unbeteiligten halten nicht viel von Therapien in der Forensik und von einer Weiterbildung der Täter im Strafvollzug, während Opfer wegen Entschädigung und Übernahme der Behandlungskosten klagen müssen. Auch werden nach jedem neuen Fall von missbrauchten und getöteten Kindern unzählige Leute in den Umfragen für den Täter das einfordern, was früher einfach so geschehen durfte - ein unwürdige Behandlung bis Hinrichtung. Zweitens - was Forensik macht, ist ein Spagat zwischen zwei Fronten, von denen jede auf ihrem Recht besteht. Ein Täter, der für die Gesellschaft künftig keine Gefahr bedeutet, kommt nicht um Reue herum, und diese Reue bedeutet auch, dass er sich mit einer Strafe, egal wie schwer sie ausfällt, abfinden wird. Etwas zu bemängeln seitens dieser Täter gibt es vermutlich nicht, im Gegenteil. Unser Zeitalter ist gnädig. Deshalb muss man die Sache auch so sehen, nämlich dass der Umgang mit Straftätern, ob mit oder ohne psychische Störungen, sich im weitesten zu ihrem eigenen Vorteil entwickelt hat.
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Re: Zwangsmaßnahme dringend nötig

Beitragvon Anne1553 » Do 13. Feb 2014, 20:15

Deine haltung zur Psychiatrie/Forensik kann ich nicht nachvolziehen!
Nur weil die Regierung etwas zulässt muss es nicht gleich richtig sein!
Wie ich schon so oft schrieb giebt es für Täter den Knast! Es giebt auch Menschen die ohne Krankheit in der Forensik sitzen! Das was du ausdrükst heisst das der Betroffene gefälligst diese Illegalen Zwangstherapie hinzunehmen hatt weil er etwas verbrochen hatt? Und was ist mit der Zwangstherapie in der allgemein Psychiatrie? Ganz normal oder was? Ich sehe das nicht als gnädig an! Da der Patient in beiden fällen das recht auf Körperliche unversehrtheit verloren hatt! Und da wird auch gift verteilt! Und wenn dann sollte nach der Entlassung ruhe sein und nicht das einem diese Forensik-Ambulanz vor die Nase gestzt wird! Wenn jemand aus der Haft kommt darf der ja auch wieder normal leben! Denk mal drüber nach!

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Re: Zwangsmaßnahme dringend nötig

Beitragvon Mavros » Do 13. Feb 2014, 20:30

Nachgedacht habe ich darüber schon viel, und in einigen Foren viele Studien und Berichte über Nebenwirkungen von Psychopharmaka verlinkt. Zwangsmedikation ist Körperveletzung - na und? Wie kann ich das verhindern? Gib mit bitte einen Tipp, wie wir das ändern sollen? Mir geht es ausschließlich um Psychotherapie und wenn ich scherzhaft über Therapien für Psychopathen schreibe, dann vielleicht darum, dass sie ein Schneeballsystem aus Gewalt initiieren, mit dessen Folgen auch unsere Kinder und ihre Kinder zu tun haben werden, weil also gerade hier mehr Prävention und Opferschutz stattfinden sollte. Mein letzter Beitrag hat sich übrigens auf das verlinkte Video bezogen, auf dein Anliegen nur insofern es hilfreich ist mehrere Zusammenhänge in Betracht zu ziehen.
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Re: Zwangsmaßnahme dringend nötig

Beitragvon Anne1553 » Do 13. Feb 2014, 20:52

Also auf jeden fall ändert man das nicht in dem man sagt na und? Das sagt aus es interessiert mich nicht! Sollte es aber da es dich selbst treffen könnte! Ändern kann das die Regierung! In dem sie sich endlich an die UN Konvention hält nach der Zwangspsychiatrie verboten ist! Hatt Frau Merkel 2009 unterschrieben! Vieleicht sollten die Bürger mal die Stimme erheben und nicht immer wegsehen! Sicher giebts einige die das tun aber es reicht nicht um die Regierung zum aufwachen zu zwingen!

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Re: Zwangsmaßnahme dringend nötig

Beitragvon Mavros » Do 13. Feb 2014, 22:00

Anne1553 hat geschrieben:Also auf jeden fall ändert man das nicht in dem man sagt na und?
Ja und Nein. Wenn man los lassen kann, verändert sich die Lage und Angst spielt keine Rolle mehr. Nun habe ich tatsächlich gesucht und etwas erfreuliches gefunden. Was sagst du dazu?
PatVerfü-Handbuch
"Mit der er­freu­li­chen Ent­schei­dung für das Ge­setz zur Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung er­öff­ne­ten je­doch die Ge­setz­ge­be­rIn­nen die Mög­lich­keit, die Men­schen­rechte mit ei­ner Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung ge­gen­über der Psych­ia­trie je­weils per­sön­lich durch­set­zen zu kön­nen. Wer Men­schen mit Pat­Verfü psych­ia­trisch ein­sperrt, läuft Ge­fahr, we­gen Frei­heits­be­rau­bung an­ge­klagt zu wer­den und bei ei­ner Zwangs­be­hand­lung we­gen Kör­per­ver­let­zung. Für Ärz­tIn­nen ist die neue Re­ge­lung aber po­si­tiv, nun end­lich Rechts­si­cher­heit zu ha­ben, wann sie be­han­deln sol­len und wann nicht. Sie brau­chen sich je­den­falls ge­gen­über Men­schen, die eine prä­zise aus­ge­ar­bei­tete Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung be­sit­zen, nicht mehr darum zu sor­gen, we­gen un­ter­las­se­ner Hil­fe­leis­tung an­ge­klagt wer­den zu kön­nen."

http://www.patverfue.de/handbuch/menschenrechte
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Re: Zwangsmaßnahme dringend nötig

Beitragvon Anne1553 » Do 13. Feb 2014, 22:09

Hab ich gelesen geht aber nur wenn man noch nicht in den Fängen der Forensik ist!

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Re: Zwangsmaßnahme dringend nötig

Beitragvon Mavros » Fr 14. Feb 2014, 10:19

Versuch doch mal hier Beratung zu bekommen, in Berlin, unten ist ein Link zur HP und weiteres unter

http://www.antipsychiatrie.de/io_04/forensik.htm
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Re: Zwangsmaßnahme dringend nötig

Beitragvon HarleyQuinn » Mi 27. Aug 2014, 19:58

[Forensisches Psychiatrie ist vom nachfolgenden Text ausgenommen]
Aus eigener Erfahrung kann ich die Notwendigkeit von Zwangsmaßnahmen nur bestätigen. Doch wie immer ist Kontext wichtig und der Hang alles zu Verallgemeinern (Gleich heißt ja nicht gleichförmig) wird dem einzelnen erkrankten Klienten nicht gerecht und verschlimmert meist die Situation.

Zu den Zwangsmaßnahmen: Psychische Störungen gab und gibt es überall auf der Welt,sind Teil der normalen menschlichen Diversität. Ein sozialer Rechtsstaat definiert sich dadurch auszugleichen was der Einzelne nicht leisten kann. Und bevor ein/e psychotische/r Klient/in aus Selbstverwirklichungsgründen springt, ruf ich lieber die Polizei und hoffe auf Einweisung.
Vor riskieren einer Klinikeinweisung schöpf ich alle Möglichkeiten aus, denn die Klienten kommen von dort auch nicht "gesünder" wieder. Meiner Erfahrung nach hat sich eine Psychose bisher aber nicht wegdiskutieren lassen. Polizei ist das letzte Mittel, beziehungsweise das erste bei klar Selbst-/Fremdgefährdenden Situationen. (Akut)Psychotische Menschen sind in der Psychose quasi drauf angewiesen, dass von außen Stabilität hergestellt wird. Sie haben in solchen Momenten keinen realen freien Willen, ähnlich wie Kinder, oder demente Menschen und ebenso ein Recht auf äußeren Schutz.

Thema Zwangsmedikation: Lange haben Ärzte Psychopharmaka als Allheilmittel sorglos verschrieben/-ordnet. Angesichts deren Wirkung war der Umgang damit lange entsetzlich verantwortungslos.Statt Zwangsjacke und Geschrei auf einmal Ruhe und körperlich freie Patienten. Diese Bequemlichkeit bezahlen die Menschen mit psychischen Störungen, und ebenso die ohne. Veränderungen diesbezüglich könnten sich schneller vollziehen,als das zzt der Fall ist.Nichtdestotrotz ist die heutige häufige reflexhafte Verteufelung von Psychopharmaka für viele Erkrankten im Alltag genauso schädigend. Da es ein komplexes Thema ist, möchte ich auf diesen Text verweisen: http://www.psychiatrie.de/dgsp/neurolep ... d-schaden/

Und mit meiner bisherigen Erfahrung halte ich Psychopharmaka für eine erfolgreiche Therapie teilweise unerlässlich. Sie sollten den Klienten helfen, sich Selbst jenseits der Krankheit (wieder)zufinden. Psychopharmaka begleiten Therapien,nicht umgekehrt.
Das soll sich nur auf die negativen Auswirkungen psychischer Störungen beziehen, ich kenne auch Menschen, die Teile ihrer psychischer Krankheit als wichtigen Teil ihrer Persönlichkeit sehen, oder als "Möglichkeit"sich berechtigt für eine Weile auszuklinken (Schöner wäre es natürlich,man müsste dafür nicht psychisch krank werden), oder einfach ein paar von den Stimmen behalten wollen. Das soll wirklich jeder für sich entscheiden.

Noch etwas zu Polizeieinsätzen: Die Beamten können auch nichts dafür,dass ihr "System"nicht vorsieht Experten auszubilden,sondern Leute für alles. Ich habe die Polizei oft als sehr zurückhaltend erlebt (Außer es erfolgte ein aktiver Angriff), sehr besorgt sich falsch verhalten zu können. Doch ein akut psychotischer Klient braucht schnelles effizientes Vorgehen, körperliches Halten muss nicht zwangsweise schadend dabei sein. Damit Polizisten das leisten können,müssen sie viel besser geschult werden. Viele Fragen sind gut gemeint,aber in der Situation nicht hilfreich.


Ich möchte noch drauf hinweisen dass "Alles Scheiße"Aussagen angesichts der Mühe zumindest meiner Kollegen schlichtweg falsch und sogar respektlos sind. Alles schlicht in gut/böse zu unterteilen ist faschistisch oder anders gesagt gefährlich kleinkariert. Borderliner wirken auf mich nicht so,als würde das schwarz/weiß Denken sie glücklichlich machen.

Also anstatt immer alles mit seiner Erfahrung versuchen in Formen zu pressen lieber den anderen dabei helfen, auf seine Art sein Leben mit und in der Gesellschaft zu meistern. Und bevor man anderen hilft muss man selbst stabil sein. Erst auf sich achten (damit ist kein egozentrisches Verhalten gemeint), und wenn das geht sich dem anderen zuwenden und ggf ein wenig auf diesen achten. Mag ein wenig naiv klingen,aber so einfach ist es.

Die Einführung einer (Rechts)Betreuung mit unterschiedlichen Befugnissen ist übrigens eine Verbesserung und im Alltag hilfreich. Allerdings nur wenn der Rechtsbetreuer seinen Job motiviert,klientenzentriert und effizient erledigt. Stattdessen auf Ehrenämter zu setzen vermindert oft die Qualität dieser Arbeit und wird ihrer Wichtigkeit nicht gerecht.

Soweit meine Position zum Thema Zwangsmaßnahmen. Und ich glaub kaum, dass es ein nachvollziehbares Argument dafür gibt, den Klient lieber sterben zu lassen, anstatt ihn Polizisten auszusetzen. Sinnlos brutale Polizeigewalt ist kein Allgemeinzustand.
“If we don't have each other, we go crazy with loneliness. When we do, we go crazy with togetherness.”
The Stand von Stephen King

"Fast überall wo es Glück gibt, gibt es Freude am Unsinn."
Friedrich Nietzsche


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