Tipps/Hilfe bezüglich anstehende Psychotherapie in Klinik

Frankyboy
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Registriert: Sa 19. Sep 2009, 04:01

Tipps/Hilfe bezüglich anstehende Psychotherapie in Klinik

Beitragvon Frankyboy » Sa 19. Sep 2009, 05:17

Hallo zusammen,

erst mal ein Lob und ein Danke, dass es euch gibt. Bin durch die Suchmaschine mit den vielen O's zu euch gekommen. Mit meiner Frage bin ich mir nicht so sicher wo sie rein soll, das "Zwangsmaßnahmen" war ausschlaggebend.

Für mein Problem muss ich ein wenig ausholen, ich mach's mal in Kurzform, wenn noch Fragen offen sind, nur raus damit. Wer nicht so viel lesen will, geht zum letzten Abschnitt.

Mir ist klar dass Ihr keine Ärzte seid (zumindest nicht alle) und ich erwarte auch keine Diagnose, aber ich mach mal schnell noch einen Überblick, damit ihr euch in meine Situation hinein versetzen könnt.

Ereignisse:
- Alter: 30 Jahre
- Da Umzug in anderes Bundesland Ende 4. Klasse,musste ich einen schulischen Einstufungstest machen: IQ weit über Gymn. Durchschnitt, Konzentration ehr Hauptschule = "Schicken wir ihn doch mal auf die Realschule"
- Mit ca. 15 Jahren angedrohter Suizid (aus dem Fenster springen) - Ursache kann ich nicht mehr sagen
- anschließend ca. 6 Monate Kinder-Psychotherapie
- mit 18: Abgebrochener Suizidversuch mit Schusswaffe in der Hand
- Anschließend 8 Wochen in offener Psychotherapie in Klinik zur Behandlung von Depressionen
- mit 19 nochmal auf eigenen Wunsch 4 Wochen in selber Klinik zur "Stärkung der Psyche"
- Ausmusterung mit 20: "Ihnen geben wir lieber keine Waffe in die Hand"
- Die nächsten 10 Jahre ist nichts "passiert", zwar starke Depressionen und starke Konzentrationsstörungen, aber "nicht aufrappeln können" was dagegen zu tun. Keine Medis
- Mai diesen Jahres abgebrochener Suizidversuch: Wollte Pulsadern aufschneiden und hatte schon jede Menge gerinnungshemmender Medis intus. Eben wegen dieser Krankenwagen gerufen (auf Leberversagen hatte ich dann auch keine Lust)
- 14 Tage unfreiwilliger Krankenhausaufenthalt* (Siehe weiter unten)
- Keine Weiterbehandlung. Keine Medis. Zeitweise in Suizidgefahr
- September: Aufrappeln und Psychotherapie angehen

Ende nächster Woche habe ich den Termin.

Zu den Selbstmordversuchen (außer dem mit 15) muss ich sagen, dass ich seit meinem 18. Lebensjahr alleine Lebe und es keine "Hilferufe" waren. Es war mehr ein ich eigentlich will nicht sterben, aber ich habe keine Kraft mehr.

*Zum 14tägigen unfreiwilligen Krankenhausaufenthalt:
Zum Zeitpunkt meiner Einlieferung war ich nicht mehr Selbstmordgefährdet, sondern wollte nur die überdosierten Medikamente loswerden.
Mir wurde gesagt, dass ich 24 Stunden dabehalten werden kann und habe mich mit der aufnehmenden Ärztin darauf geeinigt, dass ich erst mal eine Woche da bleibe, um meiner Psyche auf den Grund zu gehen. Die Dame hat mir ein Formular gegeben, dass ich in nicht 100%igem geistigen Zustand (Alkohol gab's auch zum trinken) einfach mal unterschrieben habe.
Und schwupps war ich in der geschlossenen Psychatrie.
In dieser Woche wurde 1x EKG gemacht. Keine Medikamente, keine Therapiegespräche, keine Therapien.
Als ich am letzten Tag der Woche dann sagte, dass ich nun nach Hause möchte, wurde mir erklärt, dass mein psychischer Zustand das nicht zulasse und das Vormundschaftsgericht das entscheiden müsse. Der Richter würde den Arzt anhören, dann mich und dann entscheiden. Als ich zum Richter ins Arztzimmer gerufen wurde, war mir schon klar (aber nicht warum), dass der Richter gegen mich entscheiden würde. Da ich auf eine Begründung pochte, teilte mir der Richter mit, dass ich mich weigere an der Therapie teilzunehmen. Der Arzt wurde sofort knallrot im Gesicht. Ich erklärte ihm, wie meine bisherige Therapie aussah, dass nichts anderes mit mir geplant war und ich 100% kooperativ war, merkte der Richter gleich, dass der Arzt Mist erzählte. Da ich mich auch dem Richter kooperativ und verständlich gegenüber war, einigten wir uns, dass ich zur Sicherheit "nur" noch eine Woche da bleiben müsse.
In der 2. Woche gabs dann 1x EEG, 1x Psychologengespräch auf anderer Station und auf mein Bitten zumindest noch Ergotherapie (damit es nicht ganz so langweilig ist)

Dass ich danach erst mal von Ärzten aller Art nichts mehr sehen und hören wollte, ist ja wohl irgendwie nachvollziehbar. Aber dennoch hat sich an meiner psyche ja nicht viel verändert und ich muss jetzt was tun, bevor es nicht nur bei Versuchen bleibt...

Ich habe eine Einweisung für eine Psychotherapie in einer Fachklink für Psychatrie und Psychotherapie Ende nächster Woche erhalten und möchte diese auch wahrnehmen, dennoch habe ich nach den Erfahrungen im Krankenhaus einige Bedenken.

Da ich mich die letzte Zeit vermehrt mit meinen Problemen/Symtomen im Internet beschäftigt habe, komme ich zu folgender Selbstdiagniose:
Grundursache: Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (den Begriff kannte man in meiner Jugend ja noch garnicht)
Folgeerkrankungen: Depressionen, Messie-Syndrom, evtl. auch noch Schizoide Persönlichkeitsstörungen.

In weiteren Recherchen bin ich noch zu dem Ergebnis gekommen, dass aber auch eine Form des Asperger-Syndroms oder eine Bipolare Störung die Ursache sein kann.

Und da ist der Haken:
Ich kann ruck-zuck Entmündigt oder als Unzurechnungsfähig erklärt werden und dann haben wir gleich wieder das Vormundschaftsgericht und evtl. einen externen Vertretungsbevollmächtigten.

Dagegen kann man sich mit einer Verfügungsvollmacht schützen, wo ich meine Eltern und meinen Bruder eintragen würde.

Auf der mir zusagend gefundenen Vorsorgevollmachtsvorlage http://www.vo-vo.de/vovo/muster.htm ist der Hinweis, dass das nur noch zu Informationszwecken gilt und die neue gesetzliche Form z.B. so ausssieht: http://www.patverfue.de/dokumente/patverfue.html

Jetzt bin ich natürlich total verunsichert, da ich ja dann jegliche Art von psychischer Untersuchung und Behandlung ablehne und das will ich ja nicht.
Ich will mich, falls ich wirklich teilweise/ganz Handlungsunfähig bin, absichern, dass meine Familie über die Behandlung, Medikamente und mein restliches Leben das Sagen hat.

Und nun endlich zu meinen Fragen:
Gilt die Vorsorgevollmacht noch?
Kann ich trotz so einer Patientenverfügung eine Therapie antreten?

Vielen Dank, an die, die mir so kurzfristig helfen wollen und auch so viel Geduld für meinen langen Text aufgebracht haben.

Frankyboy
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Registriert: Sa 19. Sep 2009, 04:01

Beitragvon Frankyboy » So 20. Sep 2009, 05:45

Mit 6 oder 7 starb mein Großvater hatte aber glaub ich nicht mit damit zu tun.

Ich hätte vielleicht noch erwähnen sollen, dass ich ein "gestörtes" Verhältnis zu meinem Vater habe/hatte, da meine Eltern beruflich bedingt eine Wochenendehe führten. Und wenn wir wieder mal umgezogen sind, war mein Vater nach 1-2 Jahren schon wieder woanders beruflich tätig. Für meine Erziehung war eigentlich immer meine Mutter zuständig. Wir sind in meiner Kindheit/Jugend 4 mal Umgezogen und ich verlor jedes mal meinen Freundeskreis.
Wenn ich Mist gebaut hatte war meine Mutter immer mit ihrer "falschen" Erziehung schuld und nicht ich. Die verlorene Zeit mit meinem Vater versuchte er immer mit Geld oder Geschenken gut zu machen.
Ich denke, dass die Aktion mehr so eine Art "Schrei nach Aufmerksamkeit von meinem Vater" war, die es aber auch nicht gab, da er zu dem Zeitpunkt schon wieder woanders arbeiten musste und am Wochenende 2x 400km pendelte.


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