entmündigung??? bipolar

stella02
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entmündigung??? bipolar

Beitragvon stella02 » Mo 24. Nov 2008, 21:33

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und wende mich in meiner verzweiflung an euch...vielleicht ist ja der ein oder andere beitrag dabei, der mich wieder ruhig schlafen lässt....

ich habe einen freund, der aufgrund einer bipolaren erkrankung seit einem jahr in der schweiz in stationärer therapie ist, dazu hat er sich freiwillig entschlossen!
nun, wir sehen uns aller 4 wochen, da kommt er mich besuchen (ist jedesmal eine riesen organisation grenzübertrittspermission beantragen ect.), er selbst möchte nicht, dass ich ihn dort besuche, weil er sich schämt, somit kann ich nicht mit dem arzt sprechen ect., hatte vor längerer zeit mal kontakt zu seiner schwester, die mich über alles "wissenswerte" aufgeklärt hat...

nun...eigentlich sollte er mitte dezember entlassen werden, nun möchte die klinik eine verlängerung (ist wohl ne privat-klinik, die 10.000 euro pro monat pro patienten kassieren), die haben berechtigtes interesse ihn da zu behalten, und behaupten: er wäre "noch nicht so weit", die krankenkasse möchte natürlich nicht weiterzahlen, mittlerweile sind 4!!! gutachter involviert, mein freund zieht noch einen anwalt hinzu, weil er befürchtet, dass die klinik notfalls auf ENTMÜNDIGUNG plädiert um ihn zu halten...

nur aufgrund der spekulation, dass er bei einer depression zu drogen greift und sein leben verfuscht...
sowas ist doch keine grundlage!!! ein blose spekulation!?????

ich kenn ihn seit mehr als 2 jahren, und auch die familie, er ist weder selbstmordgefährdet, noch schmeisst er in manischen phasen mit geld um sich...
keine gefahr für sich oder andere...

muss ich mir ersthafte sorgen machen, dass sie ihn entmündigen könnten???

ich wäre für die ein oder andere antwort sehr dankbar.

ich wünsche euch einen schönen abend....
Viele Grüsse
Stella02

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Beitragvon Xcat » Di 25. Nov 2008, 14:30

hallo stella02,

ich kenne mich zwar nicht mit den gesetze aus der schweiz aus, aber aus meiner sicht sehe ich nicht die grundlagen einer ermündigung als gegeben, so wie du den fall schilderst.

was mich wundert ist dass er nun ein ganzes jahr in vollstationäre behandlung ist. das ist eine verdammt lange zeit, und das hat man normalerweise nur bei schwere fälle.

mich hat eine klinik in frankfurt auch mal ca. 9 monate behalten, weil ich sehr viele phasen hatte und ein sehr diffuses störungsbild habe, wo die ärzte nicht klar werden.

nun zu deinem freund zurück: wenn er freiwillig dort hin ging, dann darf er auch freiwillig wieder gehen. "er ist nicht soweit" ist keine fachlich ausreichende aussage der klinik.

ich weiß nicht warum so viele gutachter involviert sind, nach einem jahr aufenthalt hatte die klinik genug zeit um ihn zu stabilisieren, vor allem ihn medikamentös einzustellen.

da stimmt irgendwas nicht!...

lg tom
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Beitragvon stella02 » Di 25. Nov 2008, 17:36

hallo tom,

nun, das in der schweiz ist eine klinik unter privater leitung, sprich, da nisten sich auch leute ein, die "einfach nur" ein burnout haben...(die klinik hat einen offenen und geschlossenen trakt...

nun...aufgrund diverser drogenerfahrungen kamen zur bipolaren störung auch leichte wahrnehmungsstörungen und verfolgungswahn hinzu...(nie so schlimm, dass es für ihn oder andere gefährlich wäre, auch nur für kurze zeit, es gelingt immer, ihn nach kurzer zeit ihn davon abzulenken...aber sie waren eben da)
der aufenthalt war für ein dreivirtel jahr geplant, wurde dann nochmals aufgrund von diversen terminen, die er ausserhalb der klinik wahrnehmen musste und aufgrund der "unzureichenden" erfolge der therapie verlängert...

ich kann nur sagen, dass sie ihn ja auch über die grenze (mit dem auto) zu mir lassen, und bei mir ist er völlig normal, sicher sehr euporisch, das ist aber nichts, was als störend von mir empfunden wird...

ich kann dir auch nur sagen, dass es ein gutachter der klinik ist, einer der krankenkasse, ein unabhängiger...im schlimmsten fall kann er noch nen eigenen und seinen anwalt hinzuziehen...was ein wirbel...das kann ich dir sagen...

nun ja...wir können nicht mehr wie abwarten, ich wollte einfach hier mal fragen, ob aufgrund des krankheitsbildes eine entmündigung rein theroretisch möglich wäre...schliesslich geht´s ja auch um unsere zukunft...

viele grüsse
stella

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Beitragvon stella02 » Di 25. Nov 2008, 18:08

hi tom...

noch ein kleiner nachtrag bezüglich der medikamentösen einstellung: soweit ich weiss, möchte er auf permanente medikation verzichten, da die medikamente, die er für den notfall nimmt ihn fahruntüchtig machen, und er benötigt seine fahrtauglichkeit aus beruflichen gründen...

ich kann mir vorstellen, dass es da auch noch "mildere" gibt, die vielleicht nur "ausgleichend" wirken...aber er sagt halt, bei seinen medi´s fühlt er sich immer wie unter ner käseglocke und das möchte er nicht...

viele grüsse
stella

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Beitragvon Xcat » Di 25. Nov 2008, 21:18

stella02 hat geschrieben:nun ja...wir können nicht mehr wie abwarten, ich wollte einfach hier mal fragen, ob aufgrund des krankheitsbildes eine entmündigung rein theroretisch möglich wäre...schliesslich geht´s ja auch um unsere zukunft...
hallo stella,

theoretisch ist eine entmündigung möglich, aber nur bei eigen- oder fremgefährdung, oder wenn er nicht mehr in der lage wäre entscheidungen zu treffen was seine behandlung angeht.

nach deiner kurze beschreibung sehe ich das nicht unbedingt als gegeben. ich würde dem ein ende setzen indem ich mich von der klinik entlassen lasse. da ich ja freiwillig gekommen bin, darf ich ja auch freiwillig gehen.

lg tom
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Beitragvon Xcat » Di 25. Nov 2008, 21:25

stella02 hat geschrieben:ich kann mir vorstellen, dass es da auch noch "mildere" gibt, die vielleicht nur "ausgleichend" wirken...aber er sagt halt, bei seinen medi´s fühlt er sich immer wie unter ner käseglocke und das möchte er nicht...
es hängt natürlich davon ab was er einnimmt und zu welcher dosis. außerdem wird in der akute phase immer mehr abgereicht als danach. dann bekommt man eine niedrigere erhaltungsdosis. vielleicht kann er dann damit leben.

lg tom
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Beitragvon Angelita » Mi 26. Nov 2008, 11:26

Hallo Stella

Also, wenn Ihr Freund urteilsfähig u. mündig ist, sich selbst u. andere nicht gefährdet, kann man ihn nicht zum Bleiben zwingen. Ergo, kann er jeder Zeit aus der Klinik austreten.

So wie ich verstanden habe, ist er in einer Privatklinik. So fern er nicht privat o. halbprivat versichert ist, hat die KK sowieso kein interesse weiter zu zahlen, ausser es existiert ein Vertrag zwischen Privatklinik u. Kanton.

Was mich stutzig macht, ist, dass da schon vier Gutachter darin involviert sind. Was steckt dahinter? Ist Ihr Freund nicht "krankheitseinsichtig"? Hat er Schulden? Sind Eltern o. Wohnbehörde daran interessiert, dass er noch in der Klinik bleibt?
Wurde er über seine Rechte aufgeklärt? In welchem Kanton ist die Klinik?

Selbstverständlich antworten Sie nur dann auf meine Fragen, wenn Sie das auch wollen.
Gruss Angelita

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Beitragvon stella02 » Mi 26. Nov 2008, 12:41

hallo angelita,

nun...er hat sich freiwillig in die hände der klinik begeben...ist privat versichert (da selbstständig)...aber in der schweiz muss sich ja eh jeder selbst versichern...somit zahlt die versicherung den klinikaufenthalt + 60% des durchschnittlichen verdienstes... (somit kommt das massig geld zusammen)klar, hat die versicherung ein berechtigtes interesse nicht mehr zu zahlen, sie tut das jetzt seit einem jahr....

die klinik liegt bei luzern...

schulden hat er keine (soweit wie ich weiss), gefahr für sich & andere lt. meiner persönlichen einschätzung und der der familie auch nicht...
lebt auf dem grundstück seiner eltern...somit ist ein ärger mit einer wohnungsgesellschaft ausgeschlossen...

er neigt auch eher zu depressionen als zur manie,sein eigentliches problem ist eher, dass er duch früheren drogenkonsum "hängengeblieben" ist, und teilweise paranoia und verfolgungswahn hat...
ich selbst habe ihn schon so erlebt...nun...aber nur "leicht"...sprich nur verbal...er hat sich auch ziemlich schnell "ablenken" lassen und war nach 10 minuten wieder der alte...also nichts, was auf mich bedrohlich gewirkt hat...

immerhin lässt die klinik ihn ja auch über die grenze mit dem auto zu mir fahren...meiner meinung ist er von einer entmündigung weit entfernt...

er und sein anwalt spekulieren, dass die klinik versucht, ihn mit allen mitteln zu halten...
(morgen trifft er sich ersteinmal in karsruhe mit seinem anwalt...) und dann mal schauen...

also so langsam glaube ich auch, dass die da keine handhabe haben, ihn in der klinik festzuhalten bzw. zu entmündigen, es sei denn, es gibt ein dunkles geheimnis, von dem ich nichts weiss...(ich hoffe mal nicht...)
Viele Grüsse
Stella02

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Beitragvon stella02 » Mi 26. Nov 2008, 13:46

nachtrag:
menno...ich vergess immer die hälfte ;-)

bezüglich der gutachter:
einer der klinik, einer der krankenkasse, ein unabhängiger (und wenn´s hart auf hart kommt darf er noch nen eigenen hinzuziehen...)

nun...anfangs war er in der tat uneinsichtig, und hatte mächtig trouble mit diversen psychologen und klinikleitung, er hatte auch schon die letzte "ermahnung" bekommen...war sozusagen auch kurz vorm rausschmiss, weil er sich wenig kooperativ gezeigt hatte, und seine psychologen an der nase herum geführt habt...und das ganze 3! sitzungen lang bis es der doc gemerkt hatte...

soviel dazu...
Viele Grüsse
Stella02

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Beitragvon stella02 » Mi 26. Nov 2008, 14:53

in der tat mehr als ketzerisch...ja, das denk ich schon, kenn ihn ja auch nicht erst seit gestern, immerhin steht er bis auf seine psychosen weissgott im leben: er ist seit jahren selbstständig und zusammen mit seinem partner erfolgreich geschäftstätig...

nun...in der klinik gibt es eben halt auch andere leute, die weissgott schlimmer dran sind wie er, er schämt sich dafür, das er da ist wo er ist...der einzige der ihn dort besucht ist sein anchorman, sonst niemand aus der familie, weil er es nicht möchte, und das sollte man respektieren, ich finde das keineswegs kindisch...

aber du hast gut lachen...und wenn du dich hier über leute lustig machen willst, bist du - denk ich - in diesem forum falsch!
Viele Grüsse
Stella02

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Beitragvon stella02 » Mi 26. Nov 2008, 15:19

nur soviel...ich weiss, wie seine kindheit war...und daher rührt die ganze sache...

die drogengeschichte stammt einfach aus der jugend...hat nebenbei musik gemacht...getourt und dementsprechend feierei und drogen...

ja...so ist das...und dieser mann geht mit seinem geld sorgsamer um als ich...ich bin ja auch eine frau...harhar...

er ist halt privat versichert (da selbstständig) und hat eben gute konditionen verhandelt (dafür zahlt er auch monatlich genügend)...
Viele Grüsse
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Beitragvon Angelita » Mi 26. Nov 2008, 16:17

Hallo Stella

http://www.lu.ch/index/staatskanzlei/rechtssammlung.htm

Hier können Sie den Gesetzestext nachlesen unter dem Stichwort "Patientenreglement" u. SRL anklicken. Dann sehen Sie eine Auflistung, der unterste Link ist es.

Eigentlich müsste Ihr Freund mündlich u. schriftlich über seine Rechte u. Pflichten aufgeklärt worden sein. Und eigentlich hätte er eine Unterschrift leisten müssen.

So wie Sie die Lage schildern, sollte er eigentlich jeder Zeit die Klinik verlassen können. Gut ist in jedem Fall, wenn die Nachsorge geregelt ist, also ambulanter Psychiater, Hausarzt, Therapeut usw.

Viel Glück!
Gruss Angelita

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Beitragvon stella02 » Mi 26. Nov 2008, 16:59

@ keksekekse...

schade, dass du die leute so verurteilst...

warum sollte ein schweizer staatsbürger nicht in eine schweizer klinik gehen?
warum sollte ein selbstständiger sich nicht gut krankenversichern, eine investition in die gesundheit doch gut und richtig ist? (zumal du in der schweiz was krankenversicherungen angeht mehr für dein geld bekommst)
warum sollte ein vater (wie gesagt: stiefvater...aber weiter möchte ich nicht drauf eingehen) nicht einen anbau für seine kinder auf seinem grundstück schaffen...???
mein freund hat viel gearbeitet, er ist nicht reich, kann aber gut von seinem verdientem geld leben...

mein freund hatte ne scheiss kindheit, klar...das holt ihn jetzt ein, aber das hat nichts mit seiner finanziellen situation zu tun...

da liegst du falsch...du willst doch eh nur provozieren und hier dummschwätzen...du kannst dich nicht in die lage eines betroffenen bzw. angehörigen hineinversetzen, sonst würdest du hier nicht solch dinge vom stapel lassen...im gegenteil, du machst dich drüber lustig!!!
das ist echt arm...

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Beitragvon Tobias » Mi 26. Nov 2008, 20:10

Ich finde die Geschichte ziemlich schräg und mag nicht wirklich daran glauben. Solange er keinen FFE (fürsorgerischen Freiheitsentzug) hat, kann ihn kein Arzt daran hindern, jederzeit wegzugehen, ins Ausland verreisen usw. Und das eine Klinik ein Gutachten veranlasst um einen Patienten zurückzuhalten, habe ich noch nie gehört. Dazu fehlen in der Schweiz die rechtlichen Grundlagen. Da braucht er ja nicht hinzugehen...

Übrigens, wenn er ausserhalb der Klinik ist, z.B. weil er nach Deutschland reist, braucht er einfach nicht in die Klinik zurückzugehen. - Sorry, aber ich sehe das Problem wirklich nicht.

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Beitragvon stella02 » Mi 26. Nov 2008, 20:19

hallo tobias,

ich hätte ja nicht um rat gefragt, wenn ich´s selbst nicht "schräg" finden würde...

ich kann dir zumindest nur das sagen, was ich von ihm weiss(seine schwester ist mom. im urlaub, sprich ich kann sie nicht erreichen bzw. fragen)...wie gesagt, das waren spekulationen die angestellt wurden, zu welchen mitteln die klinik greifen könnte um ihn dazubehalten...

wie gesagt, mittlerweile glaub ich das mit der möglichkeit der entmündigung nicht mehr...denn wie du schon sagtest, wenn er nicht vertrauenserweckend wäre, würde er keine grenzpermission bekommen...

es ging nur um die frage, ob es "theoretisch" möglich ist...
Viele Grüsse
Stella02


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