Fürchterliche Fehlbehandlungen und Diagnostik

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Xcat
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Beitragvon Xcat » Mi 19. Nov 2008, 22:27

zynische antwort gefällig?
probiers mit opiaten.
das kann aber auch gehörig ins auge gehen, und genau so gut die depressive und/oder psychotische symptome verstärken. außerdem kommt noch das suchtrisiko dazu.

lg tom
„Ich möchte immer so sein, wie diesen Morgen: mich einfach nur normal fühlen!“ Xcat

jaguar1992
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Beitragvon jaguar1992 » Mi 4. Feb 2009, 10:53

Hallo,

zum Thema Fehlbehandlung in der Psychiatrie kann ich auch etwas zum besten geben:
Im Oktober 2002 habe ich mich freiwillig aufgrund von andauernden Unruhezuständen in die Psychiatrie begeben. Man hat mir dort Tavor (Lorazepam) verabreicht, hat die Dosis auf 4mg täglich hochgefahren. Nun ist ja Tavor berüchtigt für den sog. "Umkehreffekt", d.h. Tavor wirkt anfangs beruhigend und angstlösend, jedoch kann es nach einiger Zeit der Einnahme zu einer Verstärkung der depressiven Symptome kommen, was wiederum die Suizidalität verstärkt. Diese Gefahr wird sogar im Beipackzettel von Tavor aufgeführt. Es ist bei depressiven Patienten auf eine gleichzeitige antidepressive Medikation wert zu legen, um den evtl. Umkehreffekt abfangen zu können.
Lange Rede, kurzer Sinn: mein Zustand hat sich derart verschlechtert, dass ich mir in der Psychiatrie das Stromkabel meines Radio-rekorders geschnappt habe, bin damit auf die Stationstoilette und habe mich an einem Haltegriff festgebunden und dann hängen lassen. Ergebnis: Atem- und Herzstillstand, also Exitus. Nun kam es aber zu einem fast unglaublichen Zufall: an der Wand hinter meinem Rücken befand sich ein Notrufschalter und ich bin wohl im erhängten Zustand mit der Schulter an diesen Schalter gekommen, es wurde im Schwesternzimmer Alarm ausgelöst. Mir wurde erzählt, dass ein Krankenpfleger sofort zur Toilette eilte, er sah mich an der Wand hängen und schnitt das Stromkabel sofort mit einer Schere durch.
Es eilten mehrere Ärzte herbei und ich konnte rechtzeitig reanimiert werden, ohne dass durch Sauerstoffmangel im Gehirn bleibende Hirnschäden und damit verbundene Behinderungen zurückgeblieben sind.
Dieses Lorazepam ist ein Teufelszeug, man denke daran, als sich Uwe Barschel vor mehr als zwangzig Jahren das Leben nahm, er stand unter der Einwirkung von Tavor, war abhängig davon.
Tavor ist punktuell eingesetzt sehr wirkungsvoll, wirkt beruhigend und angstlösend, aber in hoher Dosierung und auf Dauer kann es tödlich sein.
Ich bete zum Himmel, dass ich nie mehr in meinem Leben in eine Verfassung gerate, die mich in die Psychiatrie zwingt, das könnte ich nicht aushalten.
Gruss an alles Psychiatrieopfer.
jaguar


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