Weiter > Zwangseinweisung

julomed
Beiträge: 2
Registriert: Sa 23. Aug 2008, 05:54

Weiter > Zwangseinweisung

Beitragvon julomed » Sa 23. Aug 2008, 06:46

Hallo - ich bin ein betroffenes Familienmitglied - nämlich die Mutter eines fast 30-ig jährigen Sohnes, der seit langem unter - im weitesten Sinne > Psychosen leidet. Er war immer nur kurz in Behandlung, am Anfang dachten wir, dass es auf jeden Fall ein Überbleibsel, nzw. die Folge seiner Drogenzeit ist - vom 16. Lebensjahr , im wesentlichen Cannabis, aber nach eigenen Aussagen auch mal "Härteres" - jedenfalls konnte man einen Paradefall von "Genie und Wahnsinn" beobachten - verbunden mit dem Wegwerfen aller ihm offenstehenden Möglichkeiten - inzwischen,akut seit ca. einem halben Jahr, ist nur der Wahnsinn geblieben - ein befreundeter Arzt, der ihn und seinen Lebenslauf kennt, sich auch mit diesem Thema auskennt, ist inzwischen aber der Meinung, dass sein Zustand möglicherweise nicht den Drogenkonsum als Auslöser hat, sondern eher eine Folge der Krankheit war, die schon viel länger in ihm schlummerte. Es ging ganz lange recht gut, obwohl er nicht wirklich was auf die Reihe brachte, dann aber kamen völlig absurde Ängste vor - für Unbetroffene - völlig absurden Dingen - dann fing er an sich selbst zu verletzen - der vorgenannte Arzt kam, sprach mit ihm und mit uns - riet ihm, in eine Klinik zu gehen.
Doch was er im Beisein des Arztes noch bejah-te verlief sich binnen weniger Stunden ins Nichts - und so blieb er hier, zunehmend in unserer, der elterlichen, Wohnung - obwohl im gleichen Haus seine eigene Wohnnung ist - für uns ganz schwer zu ertragen, ihn offensichtlich leiden zu sehen - ich bin noch voll berufstätig - selbstständige Apothekerin und die Apotheke befindet sich auch im selben Haus.Bis vor einer Woche verlief das Zusammenleben aber "friedlich" - doch dann kam der Tag, an dem er mich tätlich angriff, das war nach kurzer Zeit vorbei - aber ich/wir waren gewarnt - auch der Arzt hatte gesagt, dass sich seine Auto-Agressionen jederzeit auch in Agression nach außen wandeln könne . . . heute nun hat sowohl meinen Mann (75 J.)/ seinen Vater als auch mich angegriffen - und recht massiv - uns gelang es, ihn aus der Wohnung zu drängen und dann haben wir unseren Schlüssel von innen stecken lassen, damit er nicht mehr rein kann - ob er daraufhin in seine eigene Wohnung gegangen ist - dort blieb, oder wo er jetzt gerade im Augenblick ist, weiß ich nicht - habe aber ziemliche Angst, und bin verzweifelt - weil ich denke, dass wir doch nun den , lange vermiedenen, Schritt tun müssen, ihn zwangsweise einweisen zu lassen - und das nicht nur wegen der Angriffe auf uns, seiner eigenen Verletzungs-Sucht, sondern auf Grund der Nähe meiner Arbeit, meines Geschäftes, der Apotheke (auch d a s noch ) habe ich Verantwortung für meine Mitarbeiter - ich befürchte Übergriffe . . . Was sollen wir nur tun - als Mutter tut er mir natürlich unendlich leid , obwohl schon fast 30 Jahre alt, aber d a s scheint ihm ja (natürlich) nicht zu helfen - WAS TUN ???
am abend eines langen tages . . .

Benutzeravatar
Sucamedica
Beiträge: 172
Registriert: So 6. Mai 2007, 13:02

Beitragvon Sucamedica » Sa 23. Aug 2008, 18:46

Da wird eine Einweisung zu seinem eigenen und zum Schutz Anderer nicht mehr zu vermeiden sein.
viele Grüße,
Sucamedica

[color=white]______________________
Lascia ch'io pianga mia cruda sorte, e che sospiri la libertà! Il duolo infranga queste ritorte de' miei martiri sol per pietà.[/color]

selina
Beiträge: 1
Registriert: Fr 6. Mär 2015, 07:26

Re: Weiter > Zwangseinweisung

Beitragvon selina » Fr 6. Mär 2015, 07:38

Gut, dass Du Dir das alles mal von der Seele geschrieben hast, ansonsten ist Psychiatrie immer Zwang, niemand holt sich freiwillig eine psychische Störung
und selbst die Simulanten die nur Obhut und Zuwendung wollen in der Klinik handeln unter einem gewissen Zwang und leiden an ihrem Bedürfnis.
Psychische Störung und die Behandlung in der Psychiatrie sind zwanghafte Prozesse im Gehirn.
Komisch, dass Du nicht ein Wort über die Vorgeschichte Deiner Erkrankung formuliert hast. Warum neigst Du zu Panikattacken? Um welche Angst geht es?
Auch krankhafte Ängste bringen zwanghaftes Verhalten mit sich, deren Behandlung geht nicht mit Wattebausch.
Try out our free Testking - comptia certification and latest comptia Testking microsoft certification training courses to get high flying success in final and coloradotech.edu exams


Zurück zu „Sind Zwangsmassnahmen in der Psychiatrie entbehrlich oder unverzichtbar?“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast