Einmal durch die Hölle - und wieder zurück...

Zoe82
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Einmal durch die Hölle - und wieder zurück...

Beitragvon Zoe82 » Mo 3. Mär 2008, 18:21

Hallö,

als ich im Oktober 2006 mit meiner Heroinabhängigen Mitbewohnerin in eine üble Krise geriet, und sie mich körperlich und psychisch terrorriesierte, rief ich meine Mutter zur Hilfe... Diese packte meine Sachen und nun zog ich mit meinen beiden Katzen vorerst zu ihr... Für mich war klar, bei meiner Mutter würde es einen kurzen Aufenthalt geben, da ich sont untergehen werde... Doch leider kam es anders als ich dachte... ich blieb volle sechs Monate und das zerrte an mir, sodass ich 6kg abnahm.... Psychisch war ich mal wieder am Ende, ich schlief tagsüber und in der nacht war ich wach.... Und es wurde immer schlimmer... So beschloss ich in die Klinik zu gehen... Ich wurde dort stationär aufgenommen, mit dem Ziel, die restlichen 7-8 Wochen tagesklinisch behandelt zu werden... Jedoch entwickelte sich alles anders als geplant... Mir ging es immer schlechter dort und auch mein Gewicht sank weiter... das Problem für die Ärzte dort war, das ich jedes Wochenende nach hause, also zu meiner Mutter fihr und dort wieder dem Pein ausgeliefrt zu sein... Jedoch war es für alle Pflicht am Wochenende die Station zu verlassen...
Als dann meine Suizidgedanken und meine Wahrnehmungen so heftig wurden, überwiesen sie mich in die direkte Psychiatrie... Aber alles war noch Freiwillig.
Ich weiß nicht was los war, aber ich hörte dort ganz auf zu essen und fastete sozusagen fast 2 Wochen lang, bis mir dann die Zwangsernährung in aussicht gestellt wurde... Irgendwie fing ich dann wieder an... Jedoch mein restliches Ergehen war mehr als schlecht. Ich war so hoch suizidal, dass ich eine 24h Wache an meiner seite hatte und so (um die anderen Mitpatienten nicht zu stören) musste ich mit meinem Bett im Aufenthaltsraum schlafen... Irgendwann nach sech tagen war ich diese 24h betreuung los, aber viel besser gings mir nicht. Jedenfalls verlangte ich meine Entlassung und als ich trotz ihrer Einwände nicht davon abwich, bestellten sie mir einen Richter, der mir einen 2 wöchigen Beschluss aufdrückte... Nun war ich absolut gefangen... In dieser Zeit verletze ich mich viel... Musste danach die Klingen abgeben, aber ich hatte immer welche im Vorrat.... Als ich dann wieder einen heftigen absturz hatte, wo ich mir die Plastiktüte über den Kopf band (weiß nicht warum ich auf solche Mist kam...) beklam ich erneut für 5 tage eine 24h Überwachung. Am ersten tag, nach dem diese vorbei war, hatte ich einen so heftigen Drang was zu machen alleine zu sein, dass ich die gelegehit nutze als die Tür offen war, und haute dann ab... Nur wenige Minuten von da, setzte ich mich in einen verschlag und fügte mir den heftigsten Schnitt zu den ich jemals gemacht habe.... Irgendwann als ich mich beruhigt hatte, ging ich auf die Station zurück... Die waren natürlich in heller aufregung... Und als sie sahen das ich nicht richtig laufen konnte, musste ich die Hose hochschieben... Und da sahen sie die bescherung... Ein Arzt wurde gerufen und der überwies mich ins Krankenhaus zum nähen... Jedoch weigerte ich mich so erbittlich, das sie aufgaben... Jedoch verlangten sie von mir die Klingen - und jetzt zwar alle... Ich weigerte mich, da kamen einiger Pfleger und mischten mein Zimmer und meine Sachen auf, fanden aber nichts, da ich die letze Klinge am Körper trug... jedenfalls wurde ich gut sediert und daher schlief ich schnell ein... Am nächten morgen war dann der Teufel los... Die Stationsärztin bat mich und die Pflegerin ins Zimmer und verkündete mir, das ich die Station wechseln sollte und zwar auf die geschlossene... Mir war es egal, aber irgendwie fühlte ich mich abgeschoben...
Dort drüben angekommen (die Pflegerin blieb noch bei mir) kam dann deren Stationsärztin und ich musste mit beiden in mein zukünftiges Zimmer gehen... Dort sagte sie zu mir, ich solle mich ausziehen, denn sie wüsste das ich die Klinge an meinem Körper trug... Doch ich hatte sie den Tag davor noch in ein Buch gesteckt... Jedenfalls weigerte ich mich (kann mich bei niemanden entblössen) und da holten sie ein Team Pfleger (plus der Schwester die mich begleitet hatte) und packten mich... dann trugen sie mich aufs Fixierbett und fingen an, mir meine sachen auszuziehen. In dem Moment habe ich nur noch rot gesehen und nur noch geheult... Sie zogen alles aus, nur den Slip liesen sie vorerst an... das schlimmste dabei war, das Männer anwesend waren... Zum schluss hob die Ärztin sogar in beisein der Männer meinen Slip hoch... Dann zogen sie mir wieder ein Tshirt an und banden mich fest... Ich war an diesem tag wie tot... ich habe nichts mehr gefühlt und wollte nur noch sterben...
Ich lag so 3-4 Stunden da... dann band man mich ab. Und dirigierte mich zum Gesprächsraum, wo schon ein Richter wartete... denn mein Beschluss war wohl an diesem Tage abgelaufen, was ich gar nicht gemerkt habe... Jedenfalls bekam ich gleich einen 6 wöchigen Beschluss hinter her gesetzt... Und so musste ich diese auch noch absitzen... Aber irgendwann besserte sich mein Zustand und wurde pünktlich nach ablauf des Beschlusses, entlassen...

Was dort in dieser Psychiatrie mit mir gemacht wurde, hat (so sagen es meine Therapeuten) mir ein weiteres Trauma zugefügt...

Ich kann vielleicht verstehen, dass sie fixieren mussten, aber nicht dass sie in beisein von Männern meine Intimbereiche entblösten...
Noch heute träume ich davon...

LG

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Beitragvon fluuu » Mi 5. Mär 2008, 11:35

Hallo,

das ist eine drastische Geschichte deren es viele gibt im Zusammenhang mit psychischen Krisen. Nicht alle entwickeln sich erst auf Station, die meisten Dramen finden vor der Einweisung statt.
Weiß nicht ob Du mit der Geschichte die Klinik anprangern willst oder ob Du eingestehen willst wie schlecht Du mit Deinem Leben zurecht kommst wenn Du so suizidgefährdet bist.

Die Geschichte fängt an mit den Worten 'mit meiner Heroinabhängigen Mitbewohnerin in eine üble Krise' und 'bei meiner Mutter würde es einen kurzen Aufenthalt geben, da ich sonst untergehen werde' oder 'Psychisch war ich mal wieder am Ende'.
Wer ist nun Schuld an diesen Krisen die zur Tagesklinik führten in der die Problematik erst richt aufgebrochen ist.
Sicher diese krassen Erlebnisse in der Klinik die näher am Tod als am Leben lagen haben etwas traumatisierendes geweckt, jedoch vermutlich steckt das Trauma Deiner Persönlichkeit wesentlich tiefer und hat ganz andere Ursachen. Sprichst Du darüber mit Deinem Therapeuten? Wie geht es Dir heute? Hast Du einen Umgang mit dem Leben gefunden der etwas ausgeglichener ist?
Spüre für Dich sogar über das virtuelle Forum ein gewisses Mitgefühl im Zusammenhang mit meinem eigenen Schicksal, nehme Dich in die 'Arme' und halte Dich ganz doll 'fest'...

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Beitragvon Zoe82 » Mi 5. Mär 2008, 13:02

Hallö,

die klinik im Allgemeinen will ich nicht naprangern, denn sie hat mir auch schon echt geholfen... Eher die Tatsache, das sie mich vor Männern entblöst haben obwohl das mein eigentliches Trauma (durch kindheits Mißbrauch) war... Das ich fixiert wurde, ging wohl in dieser Situation nicht anders, aber was während dessen abgelaufen ist, war entwürdigend.

Ja mit meiner jetzigen Therapeutin rede ich darüber. Die war es auch die meinte, das dieser Eingriff schon so etwas wie ein weiteres Trauma für mich war/ist...

Nach dem Klinikaufenthalt ging es mir schon sehr viel besser.... Ich konnte wieder ins Leben einsteigen.... Aber im Herbst bekam ich dann wieder für zwei wochen eine einweisung, weil ich alle meine Tabletten (Lamictal, Risperdal, Perazin, Fluoxetin und Truxal) abgesetz hastte... Ich habe es am ende auch durch geboxt und kam wie ein Wunder viel besser damit klar.... Meine Stimmungen waren fast vier monate lang stabil und ohne wellen... Mein Körpergefühl war wieder, ich lief nicht mehr wie ein Roboter und war nach aussen hin viel offener...

Leider bin ich seit Mitte Januar wieder in eine böse Krise geschlittert, wo jetzt am Mittwoch (12.3.) entschieden wird, ob sie mich wieder zwangseinweisen, da ich mich vehement weigere... Also genauer warum, habe ich das in F"Fragen zu Psychiatrie und Psychotherapie" geschrieben....
Das ganze thema macht mir echt angst und icvh weiß nicht genau, wie ich mich da verteidigen kann...

LG

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fluuu
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Beitragvon fluuu » Mi 5. Mär 2008, 13:28

...würde mich wenn die Krise fortgeschritten ist und es droht, dass die Alltagsfunktionen in Mitleidenschaft gezogen sind, nicht so doll gegen Hilfe von außen wehren. Sei verrückt und lass Dich so behandeln, wer schwere Traumatisierungen erlebt hat, hat ein Recht darauf, völlig wurscht was die Anderen sagen, sie stecken nicht in so einer Situation.
Versuche es, melde Dich in der Klinik freiwillig und Dir bleiben die schlimmen Zwangsmaßnahmen erspart und man wird Dich eher mit Respekt behandeln.
Allerdings solltest Du Einsicht zeigen, dass Du Probleme hast und eventuell auch Medikamente akzeptieren, das ist eine Frage des sachlich Aushandelns wenn Dir das gelingt...

gruß fluuu
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Peggy Kaiser
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Re: Einmal durch die Hölle - und wieder zurück...

Beitragvon Peggy Kaiser » Di 26. Mär 2013, 00:00

Ich glaub ich dreh gleich durch ... ich hab bei den ausziehn von den patienten aufgehört zu lesen... ich bin fertig
oh meine güte mir wird schlecht..... wie krank ist das... oh nee ich kann nicht.

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Re: Einmal durch die Hölle - und wieder zurück...

Beitragvon cake » Di 16. Apr 2013, 10:38

Ich glaub ich dreh gleich durch ... ich hab bei den ausziehn von den patienten aufgehört zu lesen... ich bin fertig
oh meine güte mir wird schlecht..... wie krank ist das... oh nee ich kann nicht.
Peggy Kaiser- ich würde mich hier wieder abmelden, wenn ich Du wäre.

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Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. (Ludwig Erhard)

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Re: Einmal durch die Hölle - und wieder zurück...

Beitragvon fluuu » Do 18. Apr 2013, 11:23

Im Gegenteil, würde hier im Psychiatrieforum so lange weiter lesen bis die Übelkeit zurückgeht,
es ist nur die virtuelle Welt, um in der realen Welt bestehen zu können ist viel mehr Fähigkeit notwendig.
gruß fluuu

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