Quälerei als Depression diagnostiziert, Fehldiagnose?

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schnitzelmann
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Quälerei als Depression diagnostiziert, Fehldiagnose?

Beitragvon schnitzelmann » Do 21. Aug 2014, 23:23

Wer kann helfen????????????????

Bin seit über 2 Jahren in psychiatrischer Behandlung davon die Hälfte stationär. Ich erlebe täglich morgens nach dem Erwachen Höllenqualen, ich kann diese nicht beschreiben, außer, dass es mich quält. Ich kann in der Regel die erste Stunde danach nichts machen, bin da zu nichts in der Lage, später wird es weniger, geht aber nie ganz weg.

Von der Ärzten wurde es erst als Angststörung, dann als agitierte Depression "diagnostiziert". Ich glaube das nicht. Ich fühle mich von Ärzten und Psychologen nicht ernst genommen. Ich bin eine selbständige mindestens durchschnittlich intelligente Frau, ich bin doch nicht verrückt, ich kann mich ordentlich artikulieren, habe eine gute Auffassungsgabe, kann aber diese verdammte "Quälerei" nicht beschreiben. Ich bin seit 2,5 Jahren nun zum 14. Mal stationär aufgenommen worden und die Ärzte und Psychologen können mir nicht helfen. Es gibt aber keiner wirklich zu.

Ich glaube persönlich nicht, dass es sich um eine reine Psychische Krankheit bei mir handelt, schon gar nicht um eine Depression, eher schon um irgendeinen "organischen Defekt". Auf jeden Fall kann ich mir nicht vorstellen, dass sich diese unaushaltbare Quälerei mir Psychotherapie behandeln lässt.

Ich war selbst schon in einer Privatklinik, habe aber da leider auch nur schlechte Erfahrungen gemacht (und ein Vermögen bezahlt...!).

Wer kann mir helfen, hat irgendjemand eine Idee?

Wenn mir nicht geholfen wird, werde ich noch komplett verrückt und drehe durch - dann bin ich wirklich ein Fall für die Psychiatrie.

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fluuu
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Re: Quälerei als Depression diagnostiziert, Fehldiagnose?

Beitragvon fluuu » Fr 22. Aug 2014, 10:41

Wenn mir nicht geholfen wird, werde ich noch komplett verrückt und drehe durch - dann bin ich wirklich ein Fall für die Psychiatrie.
Das könnte die Lösung sein, wenn Du Qualen hast die Du nicht beschreiben kannst dann ist das ein sehr verrückter Umstand.
Ein normaler Mensch hat so etwas nicht. Warum wehrst Du Dich in diesem Punkt etwas verrücktes zu erleben was seelische Behandlung braucht?
Selbst wenn es organische Auslöser hätte wären die seelischen Empfindungen dafür verantwortlich.
Qualen erleiden hat etwas mit Schmerz zu tun, das ist ein Gefühl und somit seelischen Ursprungs.
Aus irgendeinem Grund gibt es in Deinem Gehirn eine Störung im Stoffwechsel, Fehlverschaltungen der Synapsen und das ist rein psychisch.
Du solltest Dich damit auseinandersetzen diese Qualen beschreiben zu können, zunächst für Dich selbst damit es konkrete Formen bekommt
und auch für die Ärzte und Therapeuten, denn ich habe Qualen kann oder will sie nicht beschreiben kann niemand ernst nehmen.
Wer einen so starken Leidensdruck hat tut für sich alles um ihn zu lindern und dazu gehört die Symptome klar benennen können.
So lange Du Dich selbst im ominösen Unklaren hältst bleibt der Quälerei Tür und Tor weit geöffnet und kann machen was es will.
gruß fluuu

kostenlose psychosoziale Online-Beratung
www.seelegut.de

schnitzelmann
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Re: Quälerei als Depression diagnostiziert, Fehldiagnose?

Beitragvon schnitzelmann » Fr 22. Aug 2014, 11:38

Danke für die Mühe, mir zu antworten.

So weit war ich aber selbst schon. Es ist mir klar, dass der Schlüssel darin liegt, diese unerträgliche Quälerei zu benennen, also dem Kind einen Namen zu geben. Leider ist mir das trotz wirklicher Anstrengungen bislang nicht gelungen. Ich verstehe das selbst nicht, ich bin doch nicht blöd, bin doch der deutschen Sprache und auch dem Denken mächtig und kann diese Quälerei nicht wirklich in Worte fassen.

Es fühlt sich jedoch so an, als ob wirklich irgendwelche Vernetzungen im Gehirn wohl zeitweise nicht funktionieren, wie ein Computerfehler, wo nur ein Reset hilft.

Ich habe auch bereits die EKT (Elektrokrampftherapie) anwenden lassen, insgesamt 19 mal habe ich EKT bekommen. Nach den ersten Behandlungen war ich plötzlich wie geheilt, es ging mir gut - was für eine Erleichterung, aber dann, nach etwa der 10. Behandlung ging diese Quälerei wieder los, wurde trotz weiterer EKT's wieder schlimmer, so dass diese ausgesetzt und abgebrochen worden sind, was für ein Rückschlag für mich. Da ist jetzt ca. 3 Monate her und seit dem kein einziger Tag der Erleichterung. Ich werden noch wahnsinnig.

Gibt es denn keine Spezialisten, die sich mit so etwas befassen? Die mir bisher zur Seite gestellten Ärzte und Psychologen scheinen die Art meiner Erkrankung gar nicht zu begreifen. Nun bin ich in einer als "Spezialklinik" benannten Einrichtung, aber hier passiert gleich noch weniger.

Gibt es denn keine privaten Kliniken, die sich wirklich damit auskennen und vielleicht mal einen ganz anderen Denkansatz haben?

Wer hat hierzu einen hilfreichen Ratschlag? bin über jeden Tipp dankbar.


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