Gutachten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie?

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lustitia
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Gutachten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie?

Beitragvon lustitia » Fr 28. Aug 2009, 22:18

Halli Hallo,

ich studiere noch, bin jedoch bald fertig. Nun bin ich gerade im Praktikum in der KJP auf einer Station mit Jugendlichen überwiegend mit Störung des Soziaverhaltens von 12-16 Jahre.

Im kommenden Semester besuche ich das Seminar Gutachten-Technik. Dafür muss im Vorfeld einer kompletter Fall im Praktikum erhoben werden. Zu dem Gutachten gehört dann Familien-, Sozial- und Entwicklungsanamnese, Hypothesen und Fragestellung. Die Fragestellung soll am Ende mit Hilfe ausgewählter Testverfahren und Interpretation beantwortet sein. Wichtig ist meiner Dozentin, dass das Gutachten eine Verlaufsmessung enthält, d.h. es müssten auch state- Verfahren eingesetzt werden.

Ich trete da momentan irgendwie auf der Stelle. Mein Problem ist die Fragestellung. Ich komme zum ersten Mal mit Gutachten in Berührung und weiß nicht so richtig was ich als Fragestellung nehme. Meine erste Idee vor dem Praktikum war eher allgemein. Dachte daran, dass ich bei einer Neuaufnahme die Diagnostik mache und überprüfe, ob bzw. welche Verhaltensprobleme oder Störung vorliegt- das wäre dann die Fragestellung. Nun ist es aber so, dass die Jugendlichen alle schon Diagnosen haben.

Wenn jemand mit dem Gutachtenverfahren in diesem Bereich Erfahrung hat, würde ich mich freuen, wenn er sich meldet. Ich kann dann auch noch was zu den Verhaltensauffälligkeiten der Jugendlichen schreiben und welche Idee ich bei den einen oder anderen schon hatte. Ich bin mir nur unsicher, ob diese auch für eine Fragestellung für das Gutachten tauglich wären.

Danke schon mal im vorraus...

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Laura
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Beitragvon Laura » Fr 28. Aug 2009, 23:17

Hallo lustitia!

Deine Frage wird in einem Forum, das exklusiv für Fachleute gedacht ist, eher Beantwortung erfahren. Hier posten selten Fachleute, meistens Betroffene und ab und zu auch Angehörige.

Viele Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

lustitia
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Beitragvon lustitia » Fr 11. Sep 2009, 09:18

Hallo liebe Leute,

woran erkenne ich denn die Foren, in denen auch sich Fachleute treffen und austauschen? Bin hier in das Diagnostik und Differentialdiagnostik Forum gegangen, weil es sich in der Beschreibung so anhörte, dass sich hier auch Leute vom Fach tummeln.

Bitte versteht mich nicht falsch, ich finde es sehr gut, dass es auch Möglichkeiten für Betroffene und Angehörige gibt und unterstütze das auch.

Ich habe jedoch schon einiges an Foren probiert (z.B. auch Uni-Protokolle), um Leute zu treffen, die gutes Fachwissen und vielleicht auch Berufserfahrungen haben, um mit ihnen in den Austausch zu kommen und davon zu profitieren. Leider war für mich nichts passendes dabei.

Vielleicht hat jemand einen hilfreichen Tip für mich? Ich wäre sehr dankbar.

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Angelita
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Beitragvon Angelita » Fr 11. Sep 2009, 10:23

Hallo lustitia

So viel ich weiss, benötigt man Gutachten für Krankenkassen, Invalidenbehörden, Gerichte usw.

All die Institutionen wollen eine Prognose haben, sie wollen wissen,
  • - wie war der Werdegang
    - wie war die Kindheit (bei Ihren Klienten)
    - wie verhielt sich das Kind/der Jugendliche in den Therapien/Institutionen
    - sprach es (das Kind) an auf die Therapien/Massnahmen
    - Dauer u. Art der Therapien
    - Prognose: was kann man für die Zukunft erwarten?
    - wie wird sich das Kind entwickeln
    - welche Unterstützung wird es noch brauchen?
Mit dem Gutachten gehen auch zukünftige Kosten einher. Man will nebst den Massnahmen auch wissen, was dies alles noch kosten wird. Diese Überlegungen machen sich vorallem die Krankenkassen u. Versicherungen, aber auch der Staat will das wissen. Mit dem Gutachten versucht man dies alles abzuschätzen.

Versicherungsnehmer u. der Staat stützen sich auf diese Gutachten. Wenn was schief läuft, berufen sich diese Stellen auf das Gutachten u. den Gutachter.

Also, im Gutachten geht es vorallem um die Prognose, die Zukunftsaussichten. Natürlich können auch ander Dinge wichtig sein, da kommt es drauf an, wer das Gutachten anfordert.

Nun, meine Frage wäre an Sie, an wen geht das Gutachten?
Gruss Angelita

“Man muss im Ganzen an jemanden glauben, um ihm im Einzelnen wahrhaft Zutrauen zu schenken.” H. v. Hofmannsthal


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