Gutachten z feststellung dErziehungsfähigkeit-Zwangsdiagnose

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sonni
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Gutachten z feststellung dErziehungsfähigkeit-Zwangsdiagnose

Beitragvon sonni » Di 21. Apr 2009, 18:38

hallo...

den brief habe ich bekommen:
I
Es soll Beweis erhoben werden über folgende Fragen:

1. Leidet die Antragsgegnerin an einer Borderline-Erkrankung oder an einem vergleichbaren Krankheitsbild?

2. Ist sie krankheitsbedingt nicht dazu in der Lage, sich selbst und das Kind ausreichend zu versorgen?

3. Ist krankheitsbedingt ihre Erziehungsfähigkeit relevant beeinträchtigt oder gar ausgeschlossen?

durch Einholung eines Sachverständigengutachtens.
ich muss also in 1-2 wochen zum psychiater.
das gutachten wird erstellt aufgrund eines sorgerechtssteites in dem ein paar nette lügen über mich verbreitet wurden...

nun meine frage: wie kann ich verhindern dass ich zwangsdiagnostiziert werde? was kann ich alles verweigern? gibt es bei einem psychiatrischen gutachten auch eine körperliche untersuchung? womit muss ich rechnen? wie läuft das alles ab?

tut mir leid der beitrag ist etwas uninformativ, aber ich bin grad etwas in panik, beantworte gerne alle weiteren fragen...

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Laura
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Beitragvon Laura » Di 21. Apr 2009, 19:42

Hallo sonni!

Wer hat das Gutachten denn angeordnet? Hast Du einen guten Rechtsanwalt? Und vor allem: Hast Du Leute auf Deiner Seite, die Deine Erziehungsfaehigkeit, die hier in Frage gestellt wird, bezeugen koennen?

Deine Frage geht weit eher in den juristischen Bereich als in den Bereich von psychischen Erkrankungen. Eine psychische Erkrankung wird anhand von bestimmten Symptomen - meist Verhaltensweisen - festgestellt, so wie es auch fuer Borderline bestimmte Symptome gibt. Koerperliche Untersuchungen sind bei psychiatrischen Diagnosen eher zweitrangig, mit Ersteren werden eigentlich nur organische Ursachen ausgeschlossen oder festgestellt oder auch nach einer Suchterkrankung geschaut.

Bist Du m oder w?

Viele Gruesse

Laura
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deepnight
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Beitragvon deepnight » Di 21. Apr 2009, 22:47

Hallo sonni,

wenn du dich selbst und dein Kind versorgen kannst und dein Kind adäquat erziehen kannst, wird das sicher erkennbar sein. Daß ein Arzt dies prüft heißt ja noch nicht, daß er es für dich negativ beantwortet.

Ein Tipp: wenn du mit einer Sache Probleme hast, beispielsweise regelmäßige Mahlzeiten, dann leuge das Problem nicht, sondern räume es ganz offen ein, aber sage, wie du dieses Problem zum Wohle des Kindes löst. Bei dem Beispiel Mahlzeiten könnte es etwa sein, daß eine Freundin das Kind mitversorgt.

Du musst nicht als Übermutter (ich geh mal davon aus, daß du w bist) dastehen. Aber du solltest die Schwachstellen erkennen, selbst benennen und Lösungen dafür suchen. Du kannst ohne weiteres sagen, an dieser oder jener Stlle brauche ich Hilfe. Und dann, wie und wo du diese Hilfe organisieren willst.

Auch das Jugendamt kann ein guter Verbündeter sein und viele Hilfen organisieren. Schwierig wird diese Institution nur, wenn Leute keine Hilfen annehmen wollen, aber offensichtlich nicht zurecht kommen und das Kindeswohl dann gefährdet ist.

Krank sein heißt nicht, daß man seine Kinder nicht versorgen kann. Wenn du eine psychische Krankheit hast, ist es geschickter, sie zu benennen, und aufzuzeigen, welche Unterstützung du hast oder organisierst, um die realen Mängel für das Kind auszugleichen.

Gruß, Helene
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Triangel
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Beitragvon Triangel » Mi 22. Apr 2009, 19:35

Wie sieht es bei Euch zu Hause aus? Wie ist es mit Schulbesuch, 3 Mahlzeiten (Fast Food ist erlaubt), Wäsche, Platz für Hausarbeiten und Spiele/Freizeit, Sauberkeit (Messie-Syndrom), Bindung? Wie oft bist Du im Krankenhaus und wer springt ein?

lg Tri

sonni
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Beitragvon sonni » Mi 22. Apr 2009, 23:30

hallo. erstmal danke für die antworten. dann werd ich die fragen mal beantworten.


@laura

- das gutachten wurde hier vom familiengericht angeordnet, nachdem meine eltern (mit denen ich seit jahren kämpfe weil sie mir das leben schwermachen nachdem ich von zu hause abgehauen bin auf grund von.. einer bes** kindheit halt.) den antrag gestellt haben, mir das sorgerecht zu entziehen und es ihnen zuzusprechen..

- ja ich habe eine sehr gute anwältin, zum glück

- naja meine nachbarn kennen mich u meine tochter recht gut, außerdem mein lebenspartner, ich hab ne "mentorin" von nem ehrenamtlichen projekt die ab u zu vorbeikommt und nicht zuletzt - eine familienhilfe vom jugendamt, und ALLE sind der meinung ich schaff das prima mit meiner kleinen.

- ich bin w und 19, hab meine tochter mit 17 bekommen, sie wird im sommer 2.

- wegen der körperlichen untersuchung habe ich angst, weil ich mich selbst verletze. das weiß niemand bzw das jugendamt weiß´dass ich es früher mal gemacht habe u die denken ich hab aufgehört, das stimmt aber nicht.

-suchterkrankung? ich habe früher viel alk getrunken, weil ich auf der straße gelebt habe nachdem ich von zu hause abgehauen war, aber seit die kleine da ist ist das anders. und organische ursachen, meine hausärztin meinte ich habe eisenmangel, seitdem nehme ich ferro sanol, aber sie meinte das reicht nicht gegen die depression.

@ deepnight

ja ich weiß dass ich mich nicht als perfekt darstellen sollte.
ich weiß aber nicht was ich sagen darf und was nicht.
soll ich zugeben dass ich ne essstörung habe? das svv? die schlafstörungen, die heulattacken, die antriebslosigkeit? die suizidgedanken? was davon "darf" man als verantwortungsvolle mutter haben, was nicht?
ich kenne eig. genug mütter die trotz psychischer probs u auch dementsprechender diagnosen (ich bin noch gar nicht diagnostiziert, suche aber schon lange nach einem therapieplatz...) ihre kinder behalten durften.aber ich habe trotzdem angst.

unterstützung durchs JA hab ich ja schon, und auch angenommen., ich hab erst in norddeutschland gewohnt nach der trennung vom vater meiner tochter, als meine eltern das erfahren haben haben sie das JA angerufen u erzählt ich wäre drogensüchtig (was NICHT stimmt!!), daraufhin wurde mir sozusagen "auf verdacht" eine familienhilfe verpasst, 2 leute mit je 4 std die woche, die eig. gemerkt haben dass ich gut klarkomme.
dann wollte ich nach nrw umziehen und das wurde mir nur genehmigt mit der auflage weiterhin eine familienhilfe in anspruch zu nehmen, jetzt habe ich 7 std die woche mit einer betreuerin, die aber eig. auch keinen sinn in der betreuung sieht weil ich gut klar komme (das hat sie auch fürs gericht bestätigt) u das wird auch im sommer auslaufen. das gerichtsverfahren wird sich aber noch länger hinziehen.

@triangel :
bei uns zu hause sieht es gut aus, also nix mit messie u so, bei (auch unangekündigten) hausbesuchen vom JA war alles klar, schule is noch kein thema da die kleine erst 2 wird, sie kommt ab august in die kita,
mahlzeiten sind selbstverständlich auch, frühstück für die kleine, dann mittag u abendessen zusammen mit mir u meinem partner, wir gehen einmal die woche in eine spielgruppe u oft auf den spielplatz, haben kontakt zu kindern aus der nachbarschaft und bindung? ich liebe die kleine über alles (was von meinen eltern als "borderline-typische angstbindung" bezeichnet wird -.-)
ich bin eig. nie im krankenhaus.




ja. wenn ich mri das so durchlese denk ich ich muss mir eig. keine sorgen machen,das sagt meine anwältin u meine familienhelferin auch, aber ich habe trotzdem panik.
vorallem weil ich weiß dass meine eltern nie ruhe geben werden. und mich in dem antrag als komplett krank dargestellt haben.,u sogar in frage stellen dass ich mich selbst versorgen kann (geschweige denn mein kind)

lg sonni

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Laura
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Beitragvon Laura » Do 23. Apr 2009, 19:55

Hallo sonni!

Ich denke auch, dass die Sache gut fuer Dich aussieht. Wenn sogar die Familienhelfer auf Deiner Seite sind!

Aber eine Frage haette ich noch: Haettest Du den Mut Deine Eltern vor Gericht gegenzubelasten? Denn wenn es Deine Eltern geschafft haben, Dir Dein Leben so schwer zu machen, wuerden sie es wahrscheinlich auch bei ihrer Enkeltochter tun. Das waere doch ein gutes Argument gegen sie, um Dir Dein Kind wegzunehmen.

Und noch eine zweite Frage: Woher kennen Deine Eltern den Begriff "borderlinetypische Angstbindung"? Ich weiss nicht, ob es den Begriff ueberhaupt offiziell so gibt, aber Deine Eltern scheinen auf dem Gebiet der psychischen Erkrankungen nicht ganz unbewandert zu sein.

Viele Gruesse und viel Glueck!

Laura
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Beitragvon sonni » Do 23. Apr 2009, 19:58

hallo laura - danke dir.

ich hab schon oft die wahrheit über meine kindheit ertzählt. damals schon bei familienrichtern, dem jugendamt, der polizei. es hat nie was geholfen.
ich würde es aber wieder tun.
hoffe nur ich muss ihnen vor gericht nicht begegnen, das würde extrem eskalieren.

liegt wohl auch daran dass mein vater (ironie des schicksals...) sozialpädagoge ist, und man ihm nat. mehr glaubte als der missratenen tochter die von zuhause abhaut...
daher kennen die wohl auch solche begriffe.

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moni
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Beitragvon moni » Do 23. Apr 2009, 22:31

Hallo sonni
soll ich zugeben dass ich ne essstörung habe? das svv? die schlafstörungen, die heulattacken, die antriebslosigkeit? die suizidgedanken? was davon "darf" man als verantwortungsvolle mutter haben, was nicht?
Besonders letztere Frage stelle ich mir auch immer wieder. Aber ich denke, es geht eigentlich nicht so sehr darum, was eine Mutter haben "darf" - denn daran kann sie ja sowieso nichts ändern. Man hat sich nicht ausgesucht, was man "hat". Vielmehr geht es, wie auch Helene schon gesagt hat, dann darum, wie man damit umgeht. Verantwortung heisst dann eben, sich die richtige Hilfe und Unterstützung suchen und holen, wo nötig. Ehrlich vor allem mit sich selber sein.

Gegenüber Behörden und Gutachtern bedeutet in meinen Augen Ehrlichkeit vor allem: nichts Unwahres sagen - aber man muss deswegen auch nicht alles sagen ... Ich würde ehrlich und wahrheitsgemäss antworten, wenn du auf etwas angesprochen wirst, jedoch nicht von dir aus Dinge auf den Tisch legen, über die du mit Behörden und Gutachtern nicht sprechen möchtest. Also z.B. dafür sorgen, dass man Narben nicht sieht, wenn du dich dazu nicht erklären möchtest.

Suizidgedanken sind hingegen ein sehr ernstes Thema - schon allein deswegen solltest du dir so schnell wie möglich fachliche Unterstsützung holen, die jedoch mit der Begutachtung nichts zu tun hat, damit du dort wirklich ganz offen sein kannst. Was hast du bisher unternommen, um einen Therapieplatz zu kriegen, und wie ist diesbezüglich der momentane Stand der Dinge, auch betreffend Überbrückungsmöglichkeiten in der Wartezeit? Mit der Familienhilfe wirst du ja wohl kaum über solche Dinge sprechen können - und mit der Mentorin?

Liebe Grüsse

moni
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Hermann Hesse


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