Meine Diagnosen

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FallingDown
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Meine Diagnosen

Beitragvon FallingDown » Do 20. Nov 2008, 21:03

Guten Abend/Tag alle zusammen!

Ich renne nun seit einer Weile mit einer Vielzahl an Diagnosen herum, deren Erklärungen ich zwar im Netz gelesen, aber nicht wirklich verstanden habe.
Natürlich kenne ich die Symptome, die ich ja auch habe, aber ich weiß dennoch nicht recht damit umzugehen. Und vorallem wie ich es 'hinter mir lassen' kann.
Vielleicht weiß ja hier jemand Rat?

F 32.2 - Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
F 41.1 - Generalisierte Angststörung
F 43.1 - Posttraumatische Belastungsstörung
F 43.28 - Anpassungsstörung - mit Angst
Vorwiegende Störung des Sozialverhaltens
F 44.6 - Dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen
F 60 - Emotional instabile Persönlichkeitsstörung - Typ noch unklar

Das sind die offiziellen Diagnosen.
Vorallem frage ich mich, wie ich mit diesen nervigen und für mich beängstigenden Dissoziationen umgehen soll.

Wäre froh um jede Hilfe.
[i]Because I'm falling down, with people standing round,
but before I hit the ground, is there time
I could find someone out there to help me...?[/i]
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Beitragvon FallingDown » Di 25. Nov 2008, 10:05

Da die Dissoziationen derzeit immer heftiger werden, würds mich freuen, wenn mir jemand was dazu sagen könnte. :(
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Beitragvon Xcat » Di 25. Nov 2008, 15:23

hallo,

dafür müsstest du erstmal etwas darüber schreiben, denn dissoziationen können verschieden sein.

ich habe z.b. fast ständig dissoziative zustände, die so aussehen dass mir alles unwirklich vorkommt (nicht immer aber oft), und mein körper oder körperteile nicht spüre oder nicht wahrnehme.

wie ist es denn bei dir? und wie geht es dir dabei?

lg tom
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Beitragvon FallingDown » Mi 26. Nov 2008, 08:31

Also die Dissoziationen sorgen für komplette Aussetzer. Ich krieg nichts mit, handle aber. Habe z.B. kürzlich eine Packung Zigaretten in diesem Aussetze rgekauft, dabei rauche ich nicht und habe auch nie geraucht.
Auch habe ich mir die Haare geschnitten, was ich zwar an sich immer mache - Friseur zu teuer - aber nicht SO.

Ich kriege also nicht mit was ich tue und die Aussetzer sind unterschiedlich lang.
Bin ganztags allein, so daß ich leider nichts an Erfahrungen von anderen sagen kann.
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Beitragvon Xcat » Mi 26. Nov 2008, 10:28

sowas habe ich auch manchmal, stundenweise. z.b. dass ein tag vorbei gegangen ist, und ich nicht weiss was ich gemacht habe, oder eher sachen vorfinde die ich gemacht habe und nicht mehr weiss wie und wann.

es können banale sachen sein, z.b. etwas schreiben, die wohnung umdekorieren usw.

man hat auch schon von mir gesagt dass ich manchmal sehr abwesend bin und auch nicht reagiere wenn man mich anspricht aber trotzdem normal sachen erledige als wäre ich voll da.
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Re: Meine Diagnosen

Beitragvon Xcat » Mi 26. Nov 2008, 10:40

FallingDown hat geschrieben:Vorallem frage ich mich, wie ich mit diesen nervigen und für mich beängstigenden Dissoziationen umgehen soll.
du solltest trotz aller angst vertrauensvoll mit den dissos umgehen, denn auch wenn die erinnerungen anders funktionieren wie im normalen wachzustand bist das immer noch du während den dissos. du kannst auf dein wissen zurückgreifen.

ich schätze mal dass ausgerechnet deine angst vor den dissos, die dissos verstärkt, vielleicht sogar aufruft. dissos werden ja oft durch starken stress ausgelöst. das muss aber kein unmittelbarer stress sein, sondern kann eine schlimme erinnerung sein.

bei mir kündigen sich dissoziative zustände meistens an indem sie nicht ganz plötzlich, sondern erstmal langsam eintreten. und wenn ich mich dann auf etwas konzentriere was mich stark beansprucht, kann ich es manchmal überwinden.

wie ist es eigentlich bei dir? ein muster wann und wie die dissos starten? vielleicht eine strategie um sie zu umgehen?
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Beitragvon FallingDown » Mi 26. Nov 2008, 16:14

Hi!

Danke für deine Antworten.
Ich hatte eine Zeit da kündigte sich das an. Leichtes Nebelsehen, Schwindel usw.
Aber mittlerweile ist das urplötzlich. Manchmal scheine ich schon in einer Disso aufzuwachen, denn ich kann mich dann nicht entsinnen aufgestanden zu sein.

Das erste Mal, daß ich gewiss sagen kann daß es so etwas war, war im Jahr 2000. Als ich angeblich während dem Schulunterricht plötzlich aufgestanden und gegangen bin.

Ich hab keine Kontrolle, auch Ablenkung hilft nicht mehr. So Sachen wie Ammoniak riechen - wie in der Klinik angeboten - hilft ja nicht, da ich während der Disso keine Kontrolle habe und so nicht drauf zurückgreifen kann.

Es ängstigt mich, denn ich verliere Zeit und weiß nicht warum.
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Beitragvon Xcat » Do 27. Nov 2008, 11:06

FallingDown hat geschrieben:Ich hab keine Kontrolle, auch Ablenkung hilft nicht mehr. So Sachen wie Ammoniak riechen - wie in der Klinik angeboten - hilft ja nicht, da ich während der Disso keine Kontrolle habe und so nicht drauf zurückgreifen kann.
gegen solche art der dissoziationen hilft auch kein ammoniak, aber ich denke nicht dass diese dissos wie aus heiterem himmel losgehen. es müssen auslöser da sein. die können auch unbewusst sein, z.b. situationen die schlimme erinnerungen aufrufen.

an deiner stelle würde ich buch über diese dissos führen, wann und wie sie eingetreten sind, an was kann ich mich noch davor erinnern, wie lange haben sie vermutlich gedauert, was habe ich offensichtlich in der zeit gemacht (oder eben nicht gemacht), usw...

damit kannst du vielleicht ein muster finden, und wieder die kontrolle über dich bekommen, auch wenn es am anfang eine mühsame arbeit ist.

wenn deine dissos urplöztlich und willkürlich eintreten, müssen auch dissos eintreten wenn du nicht alleine bist, oder? dann hast du jemand der dich dabei beobachtet und diese notizen machen kann. das kann im nachhinein auch ganz schön interessant sein.

lg tom
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Beitragvon Xcat » Do 27. Nov 2008, 11:23

FallingDown hat geschrieben:Es ängstigt mich, denn ich verliere Zeit und weiß nicht warum.
ich kann verstehen, und habe erlebt wie beängstigend es ist. nur musst du dir auch im klaren sein, dass dissos eigentlich ein "normalen" vorgang ist. jeder hat dissos, z.b. wenn er reist und plötzlich schon angekommen ist, und keine erinnerung hat was in der zeit passiert ist. wenn man dann andere fragt, sagen sie dass man sich unterhalten hatte usw.

beim fahren "dissoziiert" man z.b., man denkt an alles mögliche und fährt "automatisch". es ist so dass unser gehirn eine zweite instanz aufgebaut hat die sich mit unterhaltung oder gedanken beschäftigt, wärend die andere das auto lenkt, eher unbewusst.

das ist anscheinend wirklich so, denn wenn diese instanz eine gefahr, oder etwas ungewöhnliches sieht, alarmiert sie die zweite instanz die sich dann urplötzlich zurückbildet. dann ist man wieder voll da, um im straßenverkehr die richtige entscheidung zu treffen.

diese "normale dissos" treten aber oft in den gleichen situationen auf, wo das hauptbewusstsein nicht so stark beansprucht wird und automatisch weiter funktionieren kann. oft kann man diese "träumereien" auch bewusst beeinflussen und sich auf die situation konzentrieren.
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Beitragvon Xcat » Do 27. Nov 2008, 11:26

FallingDown hat geschrieben:Es ängstigt mich, denn ich verliere Zeit und weiß nicht warum.
bei unser einen ist es aber anders. die dissos treten anscheinend urplötzlich und willkürlich auf, und man hat kein einfluss darauf. wenn man dann drin ist, kann man sich nicht bewusst sagen "ich will jetzt nicht, sondern zurück in mein hauptbewusstsein".

du solltest aber deswegen davor nicht angst haben, weil dein bewusstsein dann immer noch da ist, nur halt in dem moment ist die zweite instanz präsenter. außerdem ist es nicht unbedingt verlorene zeit, denn du verarbeitest ja irgendwie etwas dabei.

ich verfalle auch oft in stundenlangen träumereien oder grübeleien, ohne mich dagegen wehren zu können. danach könnte ich auch sagen: mist, jetzt ist schon wieder der ganzen tag an mir vorbei gerast und ich habe nur meine zeit verloren. das wäre aber falsch, denn die träumereien haben auch ihren sinn.

suche mal nach dem sinn, und lasse dich vertrauensvoll auf deine "zweite instanz" ein.

lg tom
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Beitragvon FallingDown » Do 27. Nov 2008, 12:15

Hey Tom,

danke für die ausführliche Antwort.
Ich habe mit meiner Therapeutin über die Aussetzer gesprochen. Da ich mal die Diagnose Borderline hatte, vermutet sie sowas.
Die Diagnose war aber falsch, denn sie wurde von heute auf morgen gestellt in der Tagesklinik, alle anderen Ärzte aber verneinten dies. Das wäre unpassend bei mir.

Meine Thera wollte jedenfalls, daß ich mal notiere was mir zu den Dissos einfällt, vergangenes usw. Und wie sie verlaufen, damit sie es einem Kollegen zeigen kann, der auf Borderline spezialisiert ist. Aber nach allem was ich weiß, passen diese Art Dissos doch nicht zu BL?!
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Beitragvon Xcat » Do 27. Nov 2008, 13:04

FallingDown hat geschrieben:Die Diagnose war aber falsch, denn sie wurde von heute auf morgen gestellt in der Tagesklinik, alle anderen Ärzte aber verneinten dies. Das wäre unpassend bei mir.
hi,

mir ist in der tagesklinik genau das gleiche passiert: unter anderem diagnose borderline. das war aber falsch wie sich herausstellte und alle andere ärzte haben es geprüft und verworfen, bis die fehldiagnose endgültig aus mein diagnosenkatalog gestrichen wurde.

während dem letzte klinikaufenthalt hat man mir wiederum eine andere diagnose aufgeklebt, die auch nicht stimmt. meine ärztin kann daran nicht glauben. nun nehme ich mir eine expertin die in den nächsten tagen ein gutachten erstellen soll um diese diagnose auch zu streichen.

oft gehen kliniken oder ärzte diagnostisch vor, und vergessen dann differentialdiagnostisch vorzugehen. leider!

lg tom
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Beitragvon Xcat » Do 27. Nov 2008, 13:12

FallingDown hat geschrieben:Meine Thera wollte jedenfalls, daß ich mal notiere was mir zu den Dissos einfällt, vergangenes usw. Und wie sie verlaufen, damit sie es einem Kollegen zeigen kann, der auf Borderline spezialisiert ist.
dann mach das mal, aber nicht wegen borderline, sondern wegen dir selbst. um vielleicht etwas licht in deine aussetzer zu bringen. wie oben schon erwähnt, könntest du buch führen. das wird am anfang lästig sein, aber kann dir den weg zeigen wie du aus diese dissos wieder rauskommst.

die dissos bei borderline sind oft zeitlich sehr ausgeprägt (man ist fast ständig mehr oder weniger dissoziiert, was auch bei mir der fall ist), aber dafür verliert man nicht die kontrolle (man fühlt seinen körper nicht mehr, oder die umgebung wirkt fremd), bleibt aber voll da.

außer bei den svv die man meist in einen trance-artigen zustand durchführt, wo man nicht ganz sich selbst ist. aber ich schätze dass hier das thema nicht borderline sondern dissoziationen ist.

führe mal buch, das wird bestimmt interessant für dich und für deine therapeutin.

lg tom
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Beitragvon FallingDown » Mi 3. Dez 2008, 11:16

Hi,

ich hab dauernd verschwitzt zu notieren wann und wie die Aussetzer waren. Aber meine Thera hat bereits meinen "Bericht" über früher und die letzten Aussetzer an die ich mich erinnern kann.
Am Freitag ist der nächste Termin, mal sehen was dabei raus kommt. Etwas Schiss hab ich ja. Warum auch immer.
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Beitragvon Xcat » Mi 3. Dez 2008, 11:55

FallingDown hat geschrieben:ich hab dauernd verschwitzt zu notieren wann und wie die Aussetzer waren.
hallo,

das ist der klassische fall wenn man etwas in diese richtung anfangen soll. dann "vergisst" man es immer wieder gerne.

und jetzt hast du schiss vor freitag? was soll denn da schlimmes passieren. :wink:

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