Schaden durch ISTDP?, Intensive psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo

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mamschgerl
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Re: Schaden durch ISTDP?, Intensive psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo

Beitragvon mamschgerl » So 7. Okt 2018, 01:54

Sowieso muß man hier nicht darauf rumreiten, was genau man erlebt hat...ich denke, hier haben alle etwas grundlegend Übles mitgemacht und daraus resultierend geht's uns heute so, wie es uns eben geht...und wenn dann jemand existiert, der einen wegen "Pillepalle" nicht abschätzig behandelt, ist das fast schon entschädigend für all die anderen. Ich will weiter daran arbeiten, meinen Humor nicht zu verlieren, auch, um über mich selbst lachen zu können. Das hilft mir oft, meine Elefanten-Phasen zu überstehen bzw es nicht zum ausgewachsenen Mammut-Bullen werden zu lassen :mrgreen:

irgendsojemand
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Re: Schaden durch ISTDP?, Intensive psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo

Beitragvon irgendsojemand » Mo 5. Nov 2018, 12:44

Ich will weiter daran arbeiten, meinen Humor nicht zu verlieren, auch, um über mich selbst lachen zu können. Das hilft mir oft, meine Elefanten-Phasen zu überstehen bzw es nicht zum ausgewachsenen Mammut-Bullen werden zu lassen :mrgreen:
Mach das mamschgerl! Das finde ich auch ganz wichtig. Dass man über sich selbst auch mal lachen kann.

...ich habe jetzt auch einen Minischritt in Richtung neuer Therapie gemacht. Noch nichts zugesagt und werde wohl, einfach um einen Vergleich zu haben, auch noch andere anschauen. Aber - es ist schon echt krass, wie anders die Therapeutin ist- im Gegensatz zum istdp-Therapeuten. Ich finde sie eigentlich ganz nett. Sie meinte auch, sie würde auf keinen Fall so arbeiten, wie ich es bisher gewohnt war.
Meine Antwort war dann nur "zum Glück!".

mamschgerl
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Re: Schaden durch ISTDP?, Intensive psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo

Beitragvon mamschgerl » Mo 5. Nov 2018, 16:18

Hallo...
Deine Antwort ist nur allzu verständlich nach deinen Erfahrungen, die du gemacht hast. Hoffentlich findest du die richtige Therapeutin, die dir auch von Nutzen sein kann. Nach meiner Begegnung mit dem psychiatrischen Gutachter sah ich mich wieder erstmal bestätigt in meiner Entscheidung, seinerzeit meine Therapie zu beenden. Irgendwie habe ich durch die vielen Ärzte, Therapeuten, Psychiater, Co-Therapeuten etc eine Aversion entwickelt und nach diesen Jahren des ständigen Umgangs mit ihnen einfach die Nase voll, oder besser gesagt, das Hirn voll... :shock:
Es hat sich so viel an negativen Erfahrungen angesammelt, daß das bißchen positive, das ich daraus ziehen konnte ( was aber nicht den Behandlungsmethoden zu verdanken ist ), nicht rechtfertigen könnte, wieder mit einer Therapie zu beginnen.
Mich macht der Kontakt mit Therapeuten und Ärzten einfach noch kränker und unglücklicher, als ich es eh schon bin und das will ich mir nicht wieder antun.
Aber ich wünsche dir wirklich, daß dir das etwas bringt, jeder ist schließlich anders gestrickt und dem einen hilft's, dem anderen eben nicht.
L.G. mamschgerl

irgendsojemand
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Re: Schaden durch ISTDP?, Intensive psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo

Beitragvon irgendsojemand » Mo 5. Nov 2018, 16:44

Ich kann dich so gut verstehen, dass du, wie du so schön sagst, das Hirn voll davon hast und genug hast.

Ich weiß ja auch noch nicht wirklich, wo das bei mir hinläuft. Vielleicht steuere ich gerade auch schon wieder auf etwas zu , das mir im Endeffekt schadet. Aber ich glaube nicht, dass es den bereits enstandenen Schaden noch übertrumpfen kann.
Was passieren könnte, ist, dass ich noch mutloser werde, wie ich eh schon bin, noch frustrierter.

Vielleicht muss man sich echt immer wieder sagen, dass es nicht unbedingt die eigene Schuld ist oder das eigene Unvermögen, wenn eine Therapie nichts bringt. Aber manche Therapeuten wollen einem das ja regelrecht eintrichtern. Wenn nicht gerade heraus dann eben durch die Blume oder mit Widersprüchlichkeiten oder durch Aussagen wie dass man ja einfach viel zu krank wäre

Was mir heute bei der Therapeutin leider wieder klar geworden ist, ist die Macht, die Therapeuten haben. Früher wurde mir z.B vorgeworfen, ich würde mit einer passiven Erwartungshaltung kommen. Ich würde es eher so nennen, dass ich darauf vertraut habe, dass ich Anleitungen bekomme, was ich wie machen kann, damit es mir besser geht. Dass ich Erklärungen bekomme.
In der letzten Therapie hieß es dann eigentlich genau dass Gegenteil, nämlich , ich würde alles selbst bestimmen wollen, wie die Therapie zu laufen hätte, ich würde dem Therapeuten nicht die Führung überlassen. Er wäre ja schließlich der Bootsführer und würde den Weg vorgeben.
So passt eben dem einen das eine nicht und dem anderen das andere nicht. Ich für meinen Teil werde es so handhaben, dass ich vom Therapeuten einen Plan erwarte, den er für hilfreich erachtet. Aber ich werde dabei mitreden. Und wenn ich etwas auf längere Sicht für völlig unbrauchbar halte, dann wird das so auch nicht weiter stattfinden. Hätte ich viel früher so klar sagen sollen.
Kann halt viel Zeit drauf gehen, in der man sich auf ungewissen Sachen einlässt, um dann festzustellen, dass sie vielleicht doch nicht für einen selbst taugen. Ohne das Risiko gehts wohl nicht.
Und was sich wie in einer Therapie abspielt, wer da welche Anteile zum scheitern mit rein bringt, das wird in den meisten Fällen wohl einfach hinter der Tür des Behandlungszimmers liegen bleiben. Das bleibt für mich persönlich auch einer der bittersten Anteile daran.

mamschgerl
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Re: Schaden durch ISTDP?, Intensive psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo

Beitragvon mamschgerl » Di 6. Nov 2018, 07:41

...das erinnert mich an meine Vorsätze für meinen zweiten Klinikaufenthalt. Beim ersten hatte ich bereits ziemlich schnell an keiner Gruppentherapie/-sitzung mehr teilnehmen müssen, weil sich das auf mich kontraproduktiv auswirkte. Das und meine Einstellung generell wollte ich ändern und beim zweiten Mal alles mitnehmen und mich wirklich anstrengen, aber ich habe ja bereits davon erzählt.
Eben weil Ärzte und Therapeuten auch nur Menschen sind, haben sie ihre eigenen, oftmals sehr subjektiven Vorstellungen davon, wie einem Problem beizukommen ist und übersehen dabei leider gerne den Menschen, den sie da vor sich haben und nach ihrem Ermessen behandeln wollen.
Wenn wir schon ständig mit Versagensängsten, Fehlbarkeit, Selbstzweifeln und Schuldgefühlen etc etc zu kämpfen haben, wie sehr muß es erst einen Psychiater frustrieren, wenn er erkennen muß, daß seine Behandlungsmethode nicht fruchtet?
Die Schuld daran, daß die eigene Therapie versagt, kann ein Arzt vor sich, den Kollegen oder gar dem Patienten noch weniger eingestehen als ein normaler Mensch in normalem Umfeld, denn zuviel hängt davon ab.
Ich hatte auch nicht diese Verantwortung, bei mir ging es um Personalführung und Kundenkontakt, aber nicht um Menschen, deren Psyche und seelische Stabilität wieder in richtige Bahnen gelenkt werden musste.
Meine Fehler führten nicht dazu, daß ein Mensch noch mehr Schaden davontragen musste, umso mehr erwarte ich gerade von solchen Personen, daß sie ihre Subjektivität und persönliches Erfolgsstreben ganz weit hintenan stellen und professionell und objektiv mit dem jeweiligen Patienten arbeiten.
Ich denke, als Betroffene/r hat man jedes Recht dazu, das vorauszusetzen und darauf vertrauen zu können, weil einem in der eigenen Notlage nichts anderes übrig bleibt.
Und diese Widersprüchlichkeiten sind mir nur allzugut in Erinnerung. Nach den Erklärungen und Diagnosen war meine erste Frage auch, wie ich das wieder in den Griff bekommen könne, aber Anleitungen zum Glücklichsein gibt's nun mal nicht, auch kein Handbuch mit dem Universalschlüssel...setzt man Ratschläge zur Stärkung des Selbstbewußtseins in die Tat um, hält der Therapeut natürlich immer den Daumen drauf, denn das neu erwachte könnte sich ja gegen sie richten...oder wie bei mir: meine Zuwiderhandlungen wurden als borderline-typisch impulsiv und kontraproduktiv-antikooperativ ausgelegt und gegen mich verwendet.
Selbstbestimmung wird natürlich angestrebt, aber doch bitte nicht beim Umgang mit den Therapeuten, hallo?
Dieser Dauerfrust und diese Dauerniedergeschlagenheit scheint ( sorry für das Wortspiel ) natürlich auf Dauer unerträglich, aber ganz ehrlich...vielleicht hätte ein zeitnahes Dagegenwirken in der frühen Kindheit etwas helfen können, aber ich denke, der Zug ist abgefahren und so lebe ich schon so lange mit dieser Leere, daß sie eigentlich zu mir gehört. Ich werde nie so fühlen und empfinden können, wie die Therapeuten es gerne sehen würden und am Ende bleibt immer nur Verständnislosigkeit oder eben der Vorwurf, man arbeite nicht mit...die Frage, wie man damit leben soll, kann oder will, konnte mir zumindest niemand beantworten, das kann man, denke ich, auch nur alleine herausfinden.
Klingt alles ganz schön schwermütig, ist es auch, aber es ist nichts Neues. Man muß mit so vielem leben lernen, da kommt's darauf auch nicht mehr an...
L.G. mamschgerl

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Laura
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Re: Schaden durch ISTDP?, Intensive psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo

Beitragvon Laura » Fr 9. Nov 2018, 12:13

Ja, mit der Psychohilfe kann man sich zusätzliche Probleme einhandeln, wenn diese auf schlechte Art und Weise geleistet wird. Man bräuchte eigentlich sozusagen eine Therapie von der Therapie. Aber wenn diese dann auch noch schlecht geleistet werden würde...auweia, ich muss meine Fantasie bremsen, bevor sie wieder Kapriolen schlägt.
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.


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