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gruppentherapie immer sinnvoll?

Verfasst: Mo 11. Jul 2016, 06:59
von mamschgerl
...meiner meinung nach wird der gruppentherapie zu viel raum und zu hoher stellenwert beigemessen.
sinn und zweck der gruppentherapie soll laut der befürworter der von den patienten empfundene schutz, die sicherheit und geborgenheit, das austauschen unter menschen sein, die ähnliches erlebt haben, so fühlte sich der einzelne eben nicht alleine.
für mich der reinste horror; fakt ist, was mir auch von seiten der ärzte bestätigt wurde, daß eine gruppenvisite an erster stelle zeitersparnis bedeutet: so muß man nicht mit jedem ein einzelgespräch führen und kann seine schlüsse gleich gesammelt aus der gruppe ziehen.
für mich bedeutet die gruppe ein offenlegen von emotionen vor mir fremden personen, die ich in keinster weise an meinem seelenleben beteiligen möchte, ebensowenig steht mir der sinn danach, fremden problemen zu lauschen, denn das alles bedeutet für mich, intimes gezwungerermaßen auszutauschen, leid zu teilen, was bei mir doppelte belastung hervorruft anstatt erleichterung, weil es anderen auch so schlecht geht wie mir. was bitte, soll daran erleichternd sein, wenn ich sehen muss, daß es so vielen anderen genauso mies geht?
es fällt mir ohnehin sehr schwer, mein innerstes nach außen zu kehren, nur um dadaurch eventuell besserung der symptome meiner komplexen ptbs zu erfahren, es widerstrebt mir zutiefst, daß das bei den einzelgespächen schon voraussetzung ist, aber menschen, mit denen ich ansonsten nichts zu tun haben will, die mir menschlich total fremd sind und auch bleiben, mein vertrauen schenken zu müssen, weil es die gruppentherapie nun mal so vorgibt, ist für mich nicht nachvollziehbar.
aber anscheinend wird eine methode so lange angewandt, bis endlich jemand anderer daherkommt und dagegen wettert oder was anderes, neues propagiert.
diese schulkinder / klassenzimmer athmosphäre in den gruppen erinnert mich erschreckend an den film mit jack nicholson " einer flog übers kuckucksnest".
ich fühlte mich stark in seiner rolle, da alle teilnehmer ebenso weltfremd und kritiklos ohne hinterfragen alles mitmachten, was der therapeut vorgab.
ich fühle mich aufgrund meiner krankheit ohnehin schon im falschen film, doch sowas gibt mir den rest...