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Lupino
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Beitragvon Lupino » Mo 17. Mär 2014, 01:58

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fluuu
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Re: Serotoninmangel oder schizophren?

Beitragvon fluuu » Mo 17. Mär 2014, 10:22

Hallo,
habe die Geschichte gelesen, eine Reaktion dazu eventuell später...
gruß fluuu

kostenlose psychosoziale Online-Beratung
www.seelegut.de

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Laura
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Re: Serotoninmangel oder schizophren?

Beitragvon Laura » Mo 17. Mär 2014, 12:29

Hallo Lupino!

Vor Gericht geht es öfter um so genannte Affekthandlungen. Nicht jede Affekthandlung beruht aber auf Schizophrenie, denn letzteres hat etwas mit Wahnvorstellungen zu tun.

Du hast Deine Entscheidung getroffen, Deine Schwester nicht anzuzeigen, um es Dir nicht mit Eurer Mutter zu verscherzen. Für Dich ergibt sich daraus, dass Du Dich von nun an besser von Deiner Schwester fernhältst, um Dich vor ihr zu schützen und auch um Dich davor zu schützen, selber auf solch eine aggressive Schiene zu kommen. Ansonsten scheint da guter Rat teuer zu sein. Du könntest ihren Psychotherapeuten informieren, aber damit würdest Du Dir wahrscheinlich nur noch mehr Zorn von ihrer Seite aus zuziehen. Denn sie würde von selbst darauf kommen, dass Du ihn informiert hättest (da ja nur Du und Deine Mutter davon wissen und sich Eure Mutter erst recht heraushalten möchte).

Ach ja, und was "in ihr vorgeht". Na ja, da könnte man nun natürlich lange ein psychologisches Rätselraten veranstalten. Mir fällt aus der Ferne erstmal nur ein, als würden nun, da sie in einer schwierigen und unzufriedenen Lebensphase steckt, nochmal Dinge aus der Kindheit hochkochen, wie es so bei psychischen Erkrankungen häufiger vorkommt, also dass da auf einmal das große Wäschewaschen stattfindet und dieses Wäschewaschen durchaus auch seltsame Blüten treiben kann. Es kann doch sein, dass es für Deine Schwester nicht einfach war, sich als Elfjährige auf eine kleine Schwester umzustellen, wo sie vorher lange Zeit die "Prinzessin" der Familie gewesen war und die Mutter, wo sie sonst zur Stelle für sie gewesen wäre, auf einmal Dinge sagte wie "Nicht jetzt, Du siehst doch, dass ich Deiner Schwester gerade die Windeln wechseln muss", "Sei nicht so laut, Deine Schwester schläft" etc.

Nun ja, es gibt, was psychologische Mechanismen oder Modellvorstellungen angeht, so einiges, was einleuchtet. Aber damit stehen die negativen Gefühle immer noch im Raum. Und diese negativen Gefühle sind nicht allein mit "Analysieren" zu besänftigen. Da wird häufig eine Schuldfrage durchdekliniert und ausagiert oder eine Unschuld verteidigt oder auch resigniert aufgegeben. Deine Schwester fühlt sich halt jetzt mit ihren 55 zu kurz gekommen und erinnert sich vermutlich daran, dass sich sich als Kind auch schon so gefühlt hat. Die besseren Zeiten in ihrem Leben, auch zwischen ihr und Dir, sind nun in den Hintergrund getreten und nun kreist bei ihr alles um ihre wunden Punkte. Aufgerissene alte Narben sozusagen. Diese Vermutung aber ohne Gewähr. Deine eigene Spekulation, dass sich ihre Persönlichkeit aufgrund ihrer Anti-Depressiva verändert hat, könnte in geringem Maße auch zutreffen, also wenn sie ihre Tabletten nicht gut verträgt. Genauso gut könnte man aber auch über eine verheimlichte Alkoholerkrankung nachdenken, um die Sache so "unpersönlich" wie möglich zu halten. Vielleicht gibt ihr ihr Psychologe aber auch nur zu viel Aufwind, jetzt "endlich" mal die Klappe aufzumachen.

Du hast Grund, Deine Schwester auf Abstand zu halten und insofern kannst Du ihr höchstens um zehn Ecken helfen. Dies bedingt sich durch ihren gewalttätigen Akt. Aber wenn Du psychische Störungen aufgrund Deines Fernsehkonsums von vorneherein mit "Assifamilien" und "kann so rechtschaffenen Leuten wie uns doch nicht passieren" in Verbindung bringst, dann ist Dein bekundetes Interesse, eine psychische Störung, bzw. die Deiner Schwester verstehen zu wollen, vorläufig nur als halbherzig zu bewerten oder um es wohlwollender zu formulieren: Dann bist Du viel zu sehr in Vorurteilen gefangen, auch wenn Deine Schwester diese Vorurteile dummerweise bestätigt hat. Für einen psychisch Kranken ist solch eine ambivalente Haltung nämlich nicht etwas, das nunmal zum Leben dazugehört, sondern etwas, wo er am liebsten umso mehr Klarheit hätte (also in Bezug auf die Frage: "Woran bin ich denn nun mit der/mit dem? Mögen die mich wirklich oder tun die nur so, damit wenigstens die Fassade schön bleibt?"), gerade weil er eigene ambivalente Gefühle auch nur schwer aushält.

Viele Grüße

Laura

P. S.: Dieser Beitrag wurde von einer Schizophrenen erstellt. Wenn Du beim Lesen bereits das Gefühl hattest, das mein Text in die Tonne zu treten ist, dann weißt Du ja jetzt warum. Gewalttätig bin ich allerdings nicht, denn im Allgemeinen sind Leute, die Gewalttaten im Wahnzustand verüben, leicht zu schnappen und dann könnte ich jetzt nicht hier in meiner Tagesstätte am Computer sitzen, sondern säße in irgend einer Forensik.

P. P. S.:
In diesem Forum findet keine fachmännische Beratung statt. Hier tummeln sich hauptsächlich Leute, die psychische Probleme haben und ein paar wenige, die sich darüber hinaus auf "professioneller" Basis mit solchen Themen auseinandergesetzt haben.

P. P. S:
Auch ein Fachmann kann nicht in die Zukunft schauen und sagen: "Tun Sie A, dann erfolgt B". Bzw. kann er letzteres durchaus tun, aber nicht ersteres.
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

Lupino
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Re: Serotoninmangel oder schizophren?

Beitragvon Lupino » Mo 17. Mär 2014, 12:44

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Laura
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Re: Serotoninmangel oder schizophren?

Beitragvon Laura » Mo 17. Mär 2014, 15:25

Wir überlegen hin und her woran es liegen kann.
.
Das Spekulieren warum und wieso bringt mich nicht weiter.
Nee, aber da Du mit den Spekulationen schon im thread-Betreff angefangen hast und auch in Deinen Anfangsposting welche hineingesetzt hast, war ich so frei, Deine durch meine zu "ergänzen". Und ich finde meine Spekulation, dass da noch irgendwas in Deiner Schwester schwelt, was noch aus der Zeit rührt, als die neue kleine Schwester ihr die Show bei den Eltern stahl auch nicht abwegiger als Deine. Rivalitäten unter Geschwistern sind doch normal und werden vor allem in der Kindheit und Jugend ausgetragen. Aber auch eine Elfjährige kann ahnen, dass es kein Recht hat, sich zu beschweren oder offen zu rivalisieren, wenn das Schwesterchen doch ihr eigener Wunsch war. Sie hatte ja nicht ahnen können, dass sie da nicht nur jemanden zum Spielen bekommen würde, sondern auch jemanden, mit dem sie würde teilen müssen, so auch die elterliche Fürsorge. Da hat sie doch nie gewusst, wohin mit ihrem Frust, denn sie hatte sich das ja selber so eingebrockt.

Da kommt es in Deinem zweiten Posting aber immerhin deutlicher heraus, dass Du gar nicht so besorgt um Deine Schwester bist. Ist ja auch nicht verwunderlich oder verwerflich, nachdem sie Dich so attackiert hat. Aber solange Deine Schwester frei herumläuft, läuft die Sache doch darauf hinaus, dass sie irgendwie kuriert werden muss. Wenn ich Dich recht verstehe, dann suchst Du nach einer Lösung, bei der sowohl Deine Mutter weiterhin ruhig schlafen kann als auch dass Du Deine Sorge um potenzielle neue Opfer Deiner Schwester loswerden kannst. Das ist eine ziemliche Zwickmühle. Ich hoffe, dass wenn Du im rl einen Therapeuten aufsuchst, er Dir
um Deinetwillen etwas Beruhigendes sagen kann.

Für meinen Lesefehler, bei der ich das Alter Deiner Schwester falsch ausgerechnet hatte, bitte ich um Verzeihung.

Viele Grüße

Laura
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Re: Serotoninmangel oder schizophren?

Beitragvon Lupino » Mo 17. Mär 2014, 15:33

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Remedias
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Re: Serotoninmangel oder schizophren?

Beitragvon Remedias » Mo 17. Mär 2014, 15:36

Hallo lupino ,


Seltsam erscheint mir die Geschichte mit dem Seretoninmangel. Der seretoninspiegel wird normalerweise gar nicht bestimmt ( leider!) , meist wird eine Depression anhand der Symptome diagnostiziert und dann mit Antidepressiva behandelt. Depressionen sind nicht immer still und niedergeschlagen; manche Depressive werden aber auch aggressiv.
Bei Schizophrenie hätte sie Wahn und Halluzinationen, nur wegen Aggressivität ist keiner schizophren - wie kommst Du darauf, dass sie diese Krankheit hat?
Also fassen wir zusammen: Du hast vermutlich eine depressive Schwester, die unregelmäßig Antidepressiva nimmt. Auch Antidepressiva können übrigens , wie Laura schon sagte, die Persönlichkeit verändern, meist in Richtung Manie, einer überdrehter, oft aber auch aggressiver Stimmung.
Und dann gibt es die Möglichkeit, dass deine Schwester keine großartige Störung hat, sondern Dich einfach verabscheut und neidisch ist und sich zu kurz gekommen fühlt....
Aber selbst wenn es so wäre : So ein gewalttätiges Verhalten geht AUF KEINEN FALL. Sie darf sozusagen nicht damit durchkommen.
Ich verstehe natürlich, dass Du deine Mutter nicht belasten willst.
Ich würde der Schwester einen Brief schreiben: Sie hat die Wahl. Entweder begleitet sie Dich UND eine andere Begleitperson ( am besten jemanden Kräftigen!) zu einem Psychiater ODER du zeigst sie an.
Das muss sein. Sie MUSS lernen: SO ein Verhalten GEHT GAR NICHT, auch wenn es mir dreckig geht!
Sie ist erwachsen, ihr Verhalten MUSS Konsequenzen haben!
Aber ich bin ja nicht vorgewarnt, aber andere Menschen leider nicht. Ich mache mir da eher Sorgen um jemand anderes, der ihr blöd kommt und den sie dann (Gott bewahre) umbringt.
Deine Sorge ist berechtigt. Bei uns in der Nachbarschaft hat ein junger Mann ein Schulmädchen angegriffen. Hinterher kam raus, dass seine Mutter wohl schon längere Zeit vor ihm Angst hatte. Sie hat ihn nicht gestoppt, jetzt kam es zu einer Straftat und der Mann sitzt in der Forensik. So kann es gehen, wenn Angehörige aus falsch verstandener Rücksichtnahme still halten.

Mit freundlichen Grüßen Remedias

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Laura
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Re: Serotoninmangel oder schizophren?

Beitragvon Laura » Mo 17. Mär 2014, 15:48

Richtig, es geht darum, dass sie "gestoppt" werden muss und ich nichtvweiss wie man sowas anspricht... Vll muss man die Medikamente anpassen und ich glaube eher, dass es daran liegt.
VG

Ich glaube nicht, dass die Medikamente in diesem Fall das Zünglein an der Waage sind. Psychopharmaka haben normalerweise keinen "Killer-Mutations-Effekt", auch wenn sie einen mitunter durchaus aufputschen und aggressiv machen können.

Wenn Du die Praxis des Arztes, der sie medikamentös behandelt, ausfindig machen kannst (ich weiß ja nicht, ob Deine Schwester seinen Namen je erwähnt hat), könntest Du als Angehörige einen Termin mit ihm vereinbaren. "Wie" Du das ansprichst? Meinst Du damit, ob Du ihn oder jemand anderes nur halb in die Sache einweihst oder ganz?

Viele Grüße

Laura
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Re: Serotoninmangel oder schizophren?

Beitragvon cake » Mo 17. Mär 2014, 17:14

Nun ja, ich gehe nun nach dieser einmaligen Affekthandlung nicht davon aus, dass Deine Schwester nun eine Mörderschwester ist.

Oder sind in Ihrem Bekanntenkreis schon solche Gewalttaten durch Sie passiert?

zu ihr genervt: "Du hast echt nicht mehr alle Tassen im Schrank!"
Worauf Sie vermutlich die restlichen Tassen gleich zerdeppert hat.

Nun ich meine eine arge Verzweiflung und Bitterkeit bei Deiner Schwester zu spüren- nach solchen Sätzen wie oben geschrieben wird Ihr dann noch gesagt, dass man Sie im Grunde gar nicht ernst nimmt.

Das hilft freilich nicht, um Sie ernsthaft in die Mitte zu nehmen.

Was Laura schrieb kann ich nur unterstützen.

Halte Abstand-
Sie ist erwachsen und wird in der Therapie Zusammenhänge aus der Kindheit erkennen und aufarbeiten.
Und das wird Sie auch- zur Verarbeitung gehört auch noch etwas Geduld.

Ich wünsche Ihr alles Gute dabei.
Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. (Ludwig Erhard)

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Remedias
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Re: Serotoninmangel oder schizophren?

Beitragvon Remedias » Di 18. Mär 2014, 10:13

@Cake hat recht; euer Verhalten war nicht in Ordnung: deseskalierend geht anders!
Sie war schon auf Hundert, und Du und Deine Mutter hauen nochmal in die Kerbe rein - entweder SEHR unklug oder typisch für einen allgemein abwertenden kommunikationsstil?
Dennoch bleibe ich dabei, dass jemand nicht so ausrasten darf, dass der Andere ins Krankenhaus muss.

mit freundlichen Grüßen Remedias

cake
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Beitragvon cake » Mi 19. Mär 2014, 07:53

Upps- Alles gelöscht :shock: :shock: :shock:

Na ja :-k :-k
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