Dauer einer Therapie-"Stunde"

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Mirjam
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Dauer einer Therapie-"Stunde"

Beitragvon Mirjam » So 12. Jun 2011, 18:51

Hallo ! Bild

Eine Therapiestunde dauert (lt. i-net) 50 Minuten.

Ist es eigentlich mehr oder weniger normal, dass meine Therapiestunden immer nur 20 Minuten dauerten?

Ist es überhaupt möglich, eine Stunde mit 20 Minuten bei der Krankenkasse abzurechnen?

Lieben Gruß
mirjam :-k

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Remedias
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Re: Dauer einer Therapie-"Stunde"

Beitragvon Remedias » So 12. Jun 2011, 19:15

hallo Mirjam,
20 Minuten kenne ich nur als "psychiatrisches Gespräch" oder implizit " Psychotherapeutische Kurz-Therapie" , meist zur Überbrückung, wenn es zum Beispiel Wartezeit auf eine Therapie gibt. Du hast Recht, eine Therapiestunde dauert 50 Minuten. .

liebe Grüße Remedias

cake
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Re: Dauer einer Therapie-"Stunde"

Beitragvon cake » Mo 13. Jun 2011, 10:44

Ja, die Therapiestunde dauert 50-60 Minuten.
So wars bei mir. :wink:
Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. (Ludwig Erhard)

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felix
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Re: Dauer einer Therapie-"Stunde"

Beitragvon felix » Di 14. Jun 2011, 11:19

Frag doch einfach Deinen Therapeuten oder ruf Deine Krankenkasse an, was Sie Dir verordnet hat. Die müssen sich doch auskennen.

Mirjam
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Re: Dauer einer Therapie-"Stunde"

Beitragvon Mirjam » Mi 15. Jun 2011, 15:14

Tja. Jetzt ist ja keine Therapie mehr und ich hab es während der ganzen Zeit nicht geschafft, mal danach zu fragen. Jetzt, mit Abstand, würds mich aber trotzdem interessieren. Vielleicht ist das ein bissle Abwehrreaktion jetzt von mir, damit ich besser von der ehemaligen Therapie loskomm. Vielleicht red ich mir ein, dass er mich immer nur zwanzig Minuten ertragen hat und er froh ist, dass ich endlich nicht mehr komm. Wenn ich mir das so böse vorstell, dann geht das vielleicht besser. Trotzdem war'n es nur immer zwanzig Minuten. Schmoll... Wenn ich bei der Krankenkasse nachfrage, das wäre dann doch etwas hinterhältig, oder?
LG
Mirjam

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fluuu
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Re: Dauer einer Therapie-"Stunde"

Beitragvon fluuu » Do 16. Jun 2011, 10:39

Hallo,
es ist sagenhaft was die Phantasie bei therapeutischen Beziehungen negatives hervorbringen kann.
Wende meine Phantasie bei Begegnungen öfter für beglückende Gefühle ein.
Wenn der Therapeut nur ein Gespräch von 20 min anbietet wird das seine Gründe haben
und wenn man die wissen will fragt man einfach.
Der Therapeut fragt auch alles was er wissen will und meint was für die Entwicklung des Klienten
relevant ist, oder?
Wenn man jedoch den Therapeuten auf ein Podest stellt damit er von da oben lenken und führen kann,
dann ist es schwer etwas banales zu fragen, es könnte eine Abfuhr geben die schmerzlich ist.
Um bei sich bleiben zu können dem Therapeuten, dem Mann, alles negative an den Hals
phantasieren ist auf jeden Fall nicht so sportlich, sich selber stärken und ihn nicht brauchen ist sportlicher.
gruß fluuu

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felix
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Re: Dauer einer Therapie-"Stunde"

Beitragvon felix » Do 16. Jun 2011, 13:10

Es ist weder unsportlich noch hinterhältig bei der Krankenkasse nachzufragen, wie lange eine Therapiestunde sein muss und wie abzurechnen ist und ob das korrekt verlief. Du bist Dir unsicher, und die Krankenkasse dürfte vielleicht am kompetentesten sein, Dich dazu zu beraten. Dazu ist sie auch gesetzlich verpflichtet. Warum solltest Du die Ungewissheit mit Dir rumschleppen? Ohne das ich mich auskenne, klingen die Tatsachen schon komisch und die Tatsachen und nicht irgendein Gefühl, rechtfertigen Gewissheit zu fordern.
Er hätte Dich über die Dauer des Gespräches, auch hinsichtlich der Vergütung, wenn es unüblich ist, aufklären müssen.
Wahrscheinlich klärt sich die Sache dann im Wohlgefallen auf. Es verbleibt noch die mögliche aber unwahrscheinlichere Variante, das er einen Abrechnungsbetrug begangen hat. Soll bei Ärzten und wahrscheinlich auch bei Therapeuten schon mal vorkommen.
Wenn es so ist, dann bekommt er vielleicht mit der Krankenkasse Probleme, die er aber dann verdient hat. Es ist aber unreif, die Sache mit sich rum zu schleppen, besonders wenn sich eine Erklärung findet, das er z.b. nur halbe Stunden gemacht und auch berechnet hat, um mehr Patienten therapieren zu können.

Mirjam
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Re: Dauer einer Therapie-"Stunde"

Beitragvon Mirjam » Do 16. Jun 2011, 17:28

fluuu hat geschrieben: Wenn man jedoch den Therapeuten auf ein Podest stellt damit er von da oben lenken und führen kann, dann ist es schwer etwas banales zu fragen, es könnte eine Abfuhr geben die schmerzlich ist.
Um bei sich bleiben zu können dem Therapeuten, dem Mann, alles negative an den Hals
phantasieren ist auf jeden Fall nicht so sportlich, sich selber stärken und ihn nicht brauchen ist sportlicher.
hallo fluu !
von oben lenken und führen? das hab ich nie von ihm erwartet. ich glaub auch nicht, dass ich bei einer anfrage eine abfuhr bekommen hätte. negatives an den hals phantasiert, nur weil ich schreib "Vielleicht ist das ein bissle Abwehrreaktion jetzt von mir, damit ich besser von der ehemaligen Therapie loskomm. Vielleicht red ich mir ein, dass er mich immer nur zwanzig minuten ertragen hat und er froh ist, dass ich endlich nicht mehr komm."? Darüber würde er "vermutlich" nur schmunzeln.

hallo felix !
ja wohlgefallen, das ist gut. so werd ich das auch belassen. ich wollte dem thera in keinster weise etwas böses unterstellen. nein, das hat er nicht verdient. und ja, es ist meine schuld, wenn ich ihn das nie gefragt hab. was aber auch damit zu tun hat, dass mir die zeit für irgendwelche fachsimpeleien zu schade war. und, dass ich eben davon ausgehe, dass das seine richtigkeit hat und das hat es auch.

und nun, ich bereu, dass ich diese frage nach den zwanzig minuten hier überhaupt reingestellt habe. aber sowas soll vorkommen.
LG
Mirjam

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Feuerchen
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Re: Dauer einer Therapie-"Stunde"

Beitragvon Feuerchen » Do 16. Jun 2011, 19:34

Hallo Mirjam,

Bei mir war das so, daß die Therapeutin eine Kurzzeittherapie beantragt hat von 25 Wochenstunden.

Am Anfang hatte ich 50 Minuten die Stunde... Aber die Thera meinte, ob das evtl zu lange zu intensiv sei und fragte mich ob ich lieber statt dessen 20 Minuten machen möchte... Sie würde dann die Stundenzahl ausrechnen!

Also es gibt auch Stunden von 20 Minuten... Wichtig ist demnach nicht wie der Therapeut die Stunden aufteilt, sondern das Gesamtkontingent... Und das müßtest Du eigentlich von Deiner Kasse als Benachrichtigung bekommen haben, daß sie so und so viele Stunden genehmigen!

Laß Dir keine grauen Haare wachsen wegen der Kommentare...

Du weißt was Du an Deinem Therapeuten gehabt hast!!! Und DAS zählt!

Liebe Grüße
Feuerchen

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inka
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Re: Dauer einer Therapie-"Stunde"

Beitragvon inka » Do 16. Jun 2011, 19:58

hallo fluu,

super, so einfach ist das.
du musst ein sehr glücklicher mensch sein......

ich kann auch stark sein und trotzdem hin und wieder eine therapie brauchen,
um für mich unverständliches zu verstehen,
manchmal kann das nur ein thera, da wäre das private umfeld wohl überfordert
und inkompetent.

wie sportlich bist du?!

liebe mirjam,
ruf deinen ex thera doch einfach an und frag nochmal nach.
du kannst ja ruhig sagen, dass du dich nicht trautest und warum es nur 20 min waren.
verantwortung für deine gefühle übernehmen,
das fällt mir selbst auch manchmal schwer, gerade bei psychiatern oder psychol.,
aber ich gebe mir mittlerweile einen ruck,
schubs,
und frage nach.
und dann, ja, löst es sich in wohlgefallen auf, erleichterung....!!!!

ich wünsch dir einen funken mut und
bin gespannt, wie du das für dich klären kannst,
toi toi toi :wink:
lieben gruß,
inka :)

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Angelita
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Re: Dauer einer Therapie-"Stunde"

Beitragvon Angelita » Sa 18. Jun 2011, 03:38

Liebe Mirjam

Ich würd beim Therapeuten einfach nachfragen. Ob das bei ihm üblich sei 20 Min. Settings? Leider hättest dus verpasst, ihn direkt in der Sitzung zu fragen. Ob er dir das erklären kann, wie das bei der KK abgerechnet werde usw.

Vielleicht gelingt es dir auch, ihm zu sagen, wie gut dir die Zeit bei ihm getan hat (falls das so ist) u. dass dus bedauerst, dass du nicht mehr zu ihm kommen kannst....

Irgendwie so.....?! In Kliniken in der CH ist es z.B. usus, dass oft nur 20-30 MIn. Settings statt finden. Das ist manchmal zu kurz, wenn die Patientin Schwierigkeiten einen Anfang zu finden, Wortfindungsstörungen o. weil so vieles ansteht, sie nicht weiss wo beginnen.

Doch ist man an einem schwierigen Thema dran, kann es sein, dass der Patient nach 20 Min. total ausgelaugt u. fertig ist - u. so ev. froh ist, dass die Sitzung "nur" 20 Min. dauert.

Ich wünsch dir Mut, direkt beim Thera nachzufragen!
Gruss Angelita

“Man muss im Ganzen an jemanden glauben, um ihm im Einzelnen wahrhaft Zutrauen zu schenken.” H. v. Hofmannsthal

felix
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Re: Dauer einer Therapie-"Stunde"

Beitragvon felix » Mo 20. Jun 2011, 18:11

Ich denke aus den bloßen Tatsachen liegt schon der berechtigte Anfangsverdacht, dass der Therapeut betrügerisch abgerechnet hat. Die Therapiestunde dauert nur 20 Minuten, obwohl das doppelte üblich sind. Fakt 1. Der Therapeut bespricht (anders als bei Feuerchen) nicht mit dem Patienten, ob das übliche Setting nicht zu anstrengend ist und ob nicht die Hälfte sinnvoller wären. Fakt 2.

Anfangsverdacht heißt nur, die Sache ist aufzuklären, kann sich in Wohlgefallen auflösen, muss aber nicht.
Es ist immer irgendwie peinlich einen Verdacht gegen eine Person zu äußern, weil es unhöflich ist, jemand zu verdächtigen, wenn nix dran ist. Zudem wird er verärgert reagieren, wenn er sich ertappt fühlt.
Bliebe die Erkundigung bei der Krankenkasse. Wenn der Verdacht sich bestätigt, bekommt der Therapeut Schwierigkeiten,
das möchte Mirjam auch nicht. Kann verstehen, das sie der Sache nicht mehr nachgehen will. Ist anderseits auch blöd, wenn nix dran war, an der Sache, da bleibt der Verdacht.

Wenn einer Schuld an der Misere hat, dann ist das der Therapeut. Er hat wie die Therapeutin bei Feuerchen darüber zu reden, wenn er die Hälfte der Therapiezeit macht. Der Therapeut ist der Fachmann und kennt sich aus, der Patient muss und darf annehmen, das
alles wichtige mit ihm besprochen wird. Dazu gehört die Dauer einer Stunde dazu. Es ist also falsch, wenn Mirjam sich die Schuld gibt, nicht nachgefragt zu haben.

Ich finde es etwas unverschämt zu schreiben, das es Phantasie der Patientin wäre, dem Therapeuten was negatives zu wünschen etc.

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Angelita
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Re: Dauer einer Therapie-"Stunde"

Beitragvon Angelita » Mo 20. Jun 2011, 20:15

Mirjam hat geschrieben: und nun, ich bereu, dass ich diese frage nach den zwanzig minuten hier überhaupt reingestellt habe. aber sowas soll vorkommen.

Hallo Mirjam

Warum bereuen Sie die Frage gestellt zu haben? Sie ist doch wichtig u. auch richtig - viele können durch Ihre Frage viel lernen. Und scheinbar gibt es "die Regelung" der Setting-Länge nicht.

Ich finds auch gut, all Ihre Überlegungen, Befürchtungen, in Frage Stellungen sehr gut, denn es geht ja wirklich nicht nur um den Abrechnungsmodus (Thera/KK/Patientin). Da machen sich auch Gefühle bemerkbar usw. Loyalität, dem Thera nicht unrecht tun, Unsicherheit: darf ich überhaupt darüber reden, nachfragen bei der KK o. besser noch, direkt beim Thera? Wie kommt das bei ihm an? usw.

Nochmals; vielen Dank, dass Sie die Fragen gestellt haben (auch wenn nicht jede/r adäquat reagiert u. geschrieben hat - macht nichts, halten Sie sich an die hilfreichen Voten)!
Gruss Angelita

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