Seite 1 von 3

Typische Neuroleptika als Depotgabe zur Langzeitbehandlung

Verfasst: Mi 25. Mär 2015, 12:49
von nikami
Hallo zusammen,

Kann man heute noch, auf Hinblick von Spätfolgen, typische Neuroleptika bedenkenlos nehmen?

Ich nehme zu Zeit Risperidon als Depot 14 tägig und möchte wechseln auf Grund störender Nebenwirkungen wie geminderte Antrieb, Ideenlosigkeit, Gewichtszunahme etc.

Ich befürchte mein Psychiater könnte den Vorschlag machen, ein typisches Neuroleptikum auszuprobieren, z.B. Flupentixol.

Meine Vorbehalte gegen die "alten" Medikamente betreffen vor allem die Spätdyskinesien.

Hat wer Erfahrung mit alten Depotmedikamenten bzw. wie seht Ihr das?

Über Rückmeldung bin ich sehr dankbar.

Schöne Grüße

Niki

Re: Typische Neuroleptika als Depotgabe zur Langzeitbehandlung

Verfasst: Do 26. Mär 2015, 19:36
von Remedias
ich habe Erfahrungen mit Haloperidol.
Ich kann dazu sagen, es kommt darauf an. Heutzutage wird viiiel niedriger dosiert als früher ( ich hatte 6 mg Haldol, früher waren 30 mg üblich). Und wenn man es verträgt - und das merkst du sehr schnell - finde ich die Wirkung nicht schlecht: nicht sedierend und keine Gewichtszunahme.
Ich habe es besser vertragen als Atypika - nicht so matschig im Kopf.
Nach einem Jahr bekam ich allerdings eine Akathisie - dann wurde sofort ausgeschlichen.
Ich würde - falls der Psychiater denn das vorschlägt - erstmal auf einer Minidosis bestehen, mal sehen.

Mit freundlichen Grüßen Remedias

Re: Typische Neuroleptika als Depotgabe zur Langzeitbehandlung

Verfasst: Mi 1. Apr 2015, 16:58
von nikami
Die Dosis macht das Gift.

Haldol-Tropfen habe ich bereits als Notfall-Medikation. Vertrage ich ganz gut.

Hatte jetzt erst einen Termin beim Psychiater und habe wieder meine Risperidon Spritze bekommen.
In 14 Tagen probiere ich mit Absprache mit dem Doc, noch mal Aripiprazol aus, welches es mittlerweile aus als Depot gibt.
Wenn ich es oral vertrage bekomme ich die Spritzen dann 4 wöchig.

Wichtig ist mir arbeitsfähig zu bleiben und hinsichtlich der Nebenwirkungen geringere Einschränkungen wie unter Risperidon zu haben.

Re: Typische Neuroleptika als Depotgabe zur Langzeitbehandlung

Verfasst: Mi 15. Apr 2015, 12:11
von nikami
So, nach Absprache mit dem Arzt probiere ich noch mals Aripiprazol aus.

Dritter Tag mit morgendlicher oraler Einnahme von 15 mg Abilify.
Bis auf eine erhöhte Lichtempfindlichkeit keine weiteren Nebenwirkungen.
Die befürchtete Unruhe bleibt bisher aus.

Bei guter Verträglichkeit wird in 4 Wochen auf Abilify Depot gewechselt.

Abwarten und beobachten.

Re: Typische Neuroleptika als Depotgabe zur Langzeitbehandlung

Verfasst: Mi 15. Apr 2015, 18:47
von Remedias
Wünsche dir, dass du Abilify gut verträgst. Berichte mal drüber, würde mich interessieren.

Mit freundlichen Grüßen Remedias

Re: Typische Neuroleptika als Depotgabe zur Langzeitbehandlung

Verfasst: Mo 20. Apr 2015, 11:36
von nikami
Die erste Woche mit Aripiprazol ist schnell vergangen
und mir geht es gut.

Lichtempfindlichkeit hat sich gebessert.

Zwischenzeitlich war ich nach der Einahme sehr müde -
aber jetzt wirkt Aripiprazol bei mir sehr aktivierend.

Energie ohne Ende - endlich bekomme ich am Tag was geschaffen.
Viele Ideen, wieder kreativ und aktiv.

So kann es weitergehen.

In 3 Wochen kommt dann die Umstellung auf die Depotgabe 4 wöchig Abilify Maintena.

Ich werde Euch weiter berichten, wie es mir geht.

Re: Typische Neuroleptika als Depotgabe zur Langzeitbehandlung

Verfasst: Mo 20. Apr 2015, 17:21
von Remedias
Hallo Nikami,
wenn es dir mit den Tabletten schon so gut geht -
weshalb muss es bei dir umbedingt Depot sein?
warum möchtest du nicht bei den Tabletten bleiben?

Mit freundlichen Grüßen Remedias

Re: Typische Neuroleptika als Depotgabe zur Langzeitbehandlung

Verfasst: Mo 20. Apr 2015, 18:21
von nikami
weshalb muss es bei dir umbedingt Depot sein
Bei mir besteht immer leider die Gefahr das ich einfach absetze.
Mein Psychiater kennt mich jetzt seit 4 Jahren und empfiehlt mir lieber ein Depotmedikament.

Mich stört die Spritze nicht und da Abilify Maintena 4 wöchig gegeben wird
ist es eh besser als bisher, da bin ich alle 2 Wochen zum Spritzen.

Re: Typische Neuroleptika als Depotgabe zur Langzeitbehandlung

Verfasst: Fr 24. Apr 2015, 10:50
von fluuu
Das ist doch eine klare Haltung um für sich selbst zu sorgen,
die Depotspritze bevorzugen um der Schwäche des spontanen Absetzens nicht zu unterliegen.
Wer seine Schwächen kennt findet einen Weg um nicht an ihnen zu leiden.

Re: Typische Neuroleptika als Depotgabe zur Langzeitbehandlung

Verfasst: Mo 27. Apr 2015, 23:10
von nikami
Ich habe jetzt doch schon beim letzten Psychiater-Termin
Abilify Maintena als Depotspritze bekommen,
da ich Aripiprazol oral gut vertragen habe.

Am ersten Tag nach der Spritze war ich müde.
Die folgende zwei Tage starke Kopfschmerzen.
Jetzt fühle ich mich gut.
Voller Tatendrang und gute Ideen.

So kann es weitergehen.

Re: Typische Neuroleptika als Depotgabe zur Langzeitbehandlung

Verfasst: So 10. Mai 2015, 08:49
von nikami
Ich bin jetzt gute 2 Wochen mit Abilify Maintena eingestellt.

Die anfängliche Eupohrie und Energie hat sich gelegt
und die Stimmung ist wieder normal bzw. etwas gehoben.

Ideen und Tatendrang sind nicht mehr so manisch.

Die bleierne Müdigkeit unter Risperdal hat sich mit Abilify verschoben.
Bin zum Teil nachmittags Müde und am späten Abend
- wache aber nachts des öfteren auf, trotzdem ist der Schlaf erholsam.

Abilify ist auch kein Wundermittel, sondern ein NL wie andere auch.
Sind einfach starke Medikamente die gebraucht werden.

Aber ich bin wieder kreativ und das war die Umstellung schon wert.

Werde weiter berichten, wie es mir geht.

Re: Typische Neuroleptika als Depotgabe zur Langzeitbehandlung

Verfasst: Mi 13. Mai 2015, 11:25
von fluuu
Die Müdigkeit nach Erhalt der Depotspritze ist fast schon ein geflügeltes Wort so sehr verbreitet ist es.
Ich kann mir nicht erklären warum denn das Serum hat noch gar nicht gewirkt.
Vielleicht ist das Erhalten der Spritze, ein gewisser einschneidender Vorgang, so ermüdend für den Betroffenen,
allein das sich bewusst sein eine Injektion erhalten zu haben, das es den Organismus lähmt.
Müdigkeit ist für den Anfang auf jeden Fall besser als gleich manische Verhaltensweisen,
die Müdigkeit vergeht ja und ein normaler ausgeglichener Zustand tritt ein.
Könnte es sein, dass die Müdigkeit nach Erhalt der Depotspritze psychosomatisch bedingt ist
und nicht vom Wirkstoff kommt? Bin kein Mediziner und deshalb ist es nur eine Vermutung.
Fast jeder der diese Depotspritze bekommt klagt über Müdigkeit unmittelbar darauf hin.

Re: Typische Neuroleptika als Depotgabe zur Langzeitbehandlung

Verfasst: Di 19. Mai 2015, 11:50
von nikami
Nach der Depot-Gabe tritt die Müdigkeit innerhalb der nächsten Stunden ein.

Gestern habe ich wieder eine Spritze bekommen.
Müdigkeit dieses mal nach 2 Stunden. Nach einem kurzem Nickerchen war ich aber wieder fit.

Vielleicht ist die Müdigkeit psychosomatisch - kann sein.

Aber auf jeden Fall geht es mir persönlich jetzt mit Abilify besser als mit Risperdal.

Re: Typische Neuroleptika als Depotgabe zur Langzeitbehandlung

Verfasst: Fr 23. Okt 2015, 10:43
von nikami
Update:

Ich nehme jetzt seit ein paar Monaten
Abilify Maintena als Depot.

Anfangs ging es mir richtig gut,
aber je länger ich es gespritzt bekomme,
desto weniger stark antipsychotisch wirkt es bei mir.

Jetzt steht die Überlegung im Raum
wieder zurück auf Risperdal zu wechseln
oder
ein trizyklisches Neuroleptika auszuprobieren.

Risperdal wollte ich nicht mehr, Abilify ist zu schwach
da bleibt nur der Versuch zu Fluphenazin.

Habe aber gegenüber Fluphenazin große Vorbehalte,
auf Grund von evtl Spätdyskinesien.

Am kommenden Montag muss ich mich entscheiden.

Re: Typische Neuroleptika als Depotgabe zur Langzeitbehandlung

Verfasst: Fr 23. Okt 2015, 15:21
von Remedias
Nikami, warum muss es umbedingt eine Depotspritze sein?
( ich meine, unter Tabletten hast du einfach mehr Auswahl. Dass Abilify nicht genügend antipsychotisch wirkt, kann ich so bestätigen, ich habe es selbst mal eine zeitlang genommen. )

liebe Grüße Remedias