Mirtazapin in der Schwangerschaft ???

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Dornröschen2013
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Mirtazapin in der Schwangerschaft ???

Beitragvon Dornröschen2013 » Mo 29. Dez 2014, 20:20

Hallo Ihr Lieben,
ich bin total verzweifelt! Hat jemand Erfahrung mit Mirtazapin in der Schwangerschaft???
Mein Freund und ich wir wünschen uns so sehr ein Baby! Meine Psychiaterin hat mir gesagt, ich müsse das Mirtazapin absetzen und stattdessen Sertralin einnehmen! Das Sertralin hab ich gut vertragen nur das Absetzen des Mirtazapin war der Horror!Konnte gar nicht mehr schlafen, litt unter Panikattacken und war nonstop am weinen und steckte in einer totalen Depression! Aber am schlimmsten war das rumgeheule und nichts mit sich anfangen zu können. Dieses Gefühl der Hilflosigkeit und die ständige Schlaflosigkeit!
Ja auf jeden Fall war ich dann kurz vor den Feiertagen beim Wochenend-Notarzt weil ich es nicht mehr ausgehalten hab und einfach nur noch sterben wollte! Der Arzt riet mir das Mirtazapin wieder zu nehmen um mich zu stabilisieren. Das Sertralin sollte ich wieder absetzen.
Es gäbe die Möglichkeit eine Medikamentenumstellung stationär in der klinik zu machen! Also musste ich mich erstmal von dem Baby-Gedanken verabschieden. Jetzt habe ich Angst, dass ich das nicht schaffe von dem Mirta weg zu kommen und nie ein baby zu bekommen! Habe schon 2 Versuche hinter mir das Mirta abzusetzen. Beide Versuche sind gescheitert. Kann man das Medikament nicht im äußersten Notfall trotzdem in der Schwangerschaft nehmen? Hat jemand Erfahrung? ??

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fluuu
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Re: Mirtazapin in der Schwangerschaft ???

Beitragvon fluuu » Di 30. Dez 2014, 11:34

Hallo,
habe als männlicher Zeitgenosse keine Erfahrung mit Schwangerschaft am eigenen Leib, wenn man mal davon absieht, dass es immer wieder Projekte gibt mit denen ich schwanger gehe
bis sie sich umsetzen oder eine Totgeburt werden. Ich Frage mich nur was aus dem Kind werden soll was da so gewünscht wird, selbst wenn das mit den Medikamenten geklärt ist und
die Mutter dann aber bei Schwierigkeiten oder Veränderungen in Tage langes Weinen verfällt? Abgesehen davon, dass sich bei einem Kind ständig etwas verändert und unvorhersehbare Sachen
passieren, das Kind währe seelisch beeinträchtigt bevor es sprechen kann. Lässt sich der Kinderwunsch im Interesse des Kindes nicht in etwas anderes umwandeln ohne, dass weitere
Menschen zu Schaden kommen? Ist die mütterliche altruistische Liebe nicht so groß, dass sie dem Kind zuliebe verzichtet? Sicher die positive therapeutische Wirkung eines Kindes ist groß,
allein die hormonelle Ausschüttung während der Schwangerschaft und die Verantwortung kann im seelischen Haushalt der Mutter Wunder bewirken aber ein kleines Kind als therapeutische
Maßnahme damit sich die Mutter ein wenig besser fühlt, ist das vertretbar?
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Remedias
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Re: Mirtazapin in der Schwangerschaft ???

Beitragvon Remedias » Di 30. Dez 2014, 16:05

Hallo Dornrösschen,
wenn die Medikamentenumstellung so schwierig ist, würde ich dir raten, in die Klinik zu gehen. Da bist du dann vielleicht 3 Wochen - länger geht das nicht, und so lange kannst du den Kinderwunsch hintenanstellen.
Kann man das Medikament nicht im äußersten Notfall trotzdem in der Schwangerschaft nehmen? Hat jemand Erfahrung? ??
Hier eine weiterführende Internetseite dazu:
https://www.embryotox.de/remergil.html Lass dich bei Embryotox beraten, die Beratung ist kostenlos.
Dann das Blatt ausdrucken und nochmals mit dem Psychiater durchsprechen.
Dein Doc hat natürlich Recht damit, dass Sertralin, Citalopram und eventuell Trizyklika die besseren Alternativen sind, aber ganz unmöglich ist es mit Mirtazapin wohl nicht.


liebe Grüße Remedias

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Re: Mirtazapin in der Schwangerschaft ???

Beitragvon Dornröschen2013 » Di 30. Dez 2014, 22:42

Vielen Dank Remedias für deine Antwort,
ja diese Seite habe ich schon entdeckt, daher fragte ich ja, weil da steht.... darf angewendet werden, wenn besser erprobte Antidepressiva nicht ausreichend wirken....
Dacht halt jmd kennt sich da genauer aus oder hat Erfahrung! Ich wollte nächste Woche mit der Uniklinik telefonieren wegen Klinik Platz... Die Klinik ist super!! Dann frag ich mal die Ärztin, was sie davon hält!

Tja und fluu, da fällt mir echt nix mehr zu ein! Ich betrachte diese Antwort und diese Einstellung als nicht richtig! Ja ich betrachte es schon als grenzüberschreitend und absolut anmaßend. Jemand, der mich oder mein Leben Null kennt hat auch nicht das Recht darüber zu urteilen!
Von daher gehts mir auch am.... vorbei... So ein blödes unreifes Geschwafel...
Ich werde eine gute Mami!

Wünsche einen guten Rutsch!!!

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Remedias
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Re: Mirtazapin in der Schwangerschaft ???

Beitragvon Remedias » Mi 31. Dez 2014, 00:13

Hallo Dornrösschen,

ich selbst habe ein Kind, aber das war lange, bevor ich krank wurde , so dass ich zu dem Zeitpunkt keinerlei Medikamente genommen habe.
Es gibt eben keine lebenslange Garantie für geistige und körperliche Gesundheit , alles kann einen jederzeit erwischen. Würde man immer nur darauf warten, dass alles perfekt ist, wäre die Menschheit wohl schon ausgestorben.
Wünsche dir eine gute Lösung für deine Medikation und ein hoffentlich erfolgreiches Babyjahr 2015 :)

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Re: Mirtazapin in der Schwangerschaft ???

Beitragvon Dornröschen2013 » Mi 31. Dez 2014, 10:24

Hallo Remedias,
bei deiner Antwort musst ich schon leicht schmunzeln.... :lol: ausgestorben... Recht haste, denn
es gibt nicht den perfekten Zeitpunkt für ein Kind...

Danke, wünsch dir und allen anderen auch ein schönes, besseres Jahr 2015!

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Re: Mirtazapin in der Schwangerschaft ???

Beitragvon fluuu » Mi 31. Dez 2014, 14:18

Es laufen nicht alle die Mutter werden wollen mit psychiatrischer Störung rum, nehmen Psychopharmake und haben dann noch Probleme damit in Ihrem Gefühlshaushalt.
Ich kennen Frauen die sind nicht psychisch krank und haben sich aus bestimmten Gründen gegen Kinderkriegen entschieden, vor so viel Courage der Natur ein
Schnippchen zu schlagen habe ich große Achtung und ziehe den Hut. Wir sterben nicht aus, im Gegenteil, die Weltbevölkerung nimmt weiterhin explosionsartig zu.
Ich habe einen Sohn aus einer Jugendsünde, habe um Ihn gekämpft, vergeblich, er ist inzwischen lange erwachsen und könnte eigene Kinder haben,
bilde mir da nichts drauf ein, im Gegenteil, es war ein Fehler unter diesen Umständen damals ein Kind zu zeugen. Ich empfehle Dir das Kind nicht.
gruß fluuu

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Re: Mirtazapin in der Schwangerschaft ???

Beitragvon Remedias » Do 1. Jan 2015, 15:53

Fluuu, es tut mir leid, dass du mit deiner Vaterschaft nicht glücklich wurdest. Für mich ist meine Tochter das Beste in meinem Leben,so unterschiedlich sind die Erfahrungen.


@Dornrösschen, was ich aus den Gesprächen mit anderen Müttern, die unter psychischen Erkrankungen leiden ( oder der Vater!), so mitgenommen habe, ist, dass es sehr wichtig ist, sich ein Netzwerk zu schaffen, das Bescheid weiß. Das können Verwandte, Freunde, Nachbarn oder bezahlte Kräfte sein. Aber wenn es Probleme gibt, hat man ein Netzwerk, auf das man zurückgreifen kann. Vorsicht mit den Jugendämtern, da kenne ich leider zwei Mütter, die schlechte Erfahrungen gemacht haben, aber vielleicht hast du Glück und gerätst an eine gute Sachbearbeiterin, dann kann das auch hilfreich sein. Sich nicht scheuen, Hilfe anzunehmen, das ist wichtig.
Oft kann sogar eine Psychose durch Entlastung /Stressabbau noch aufgehalten werden.

liebe Grüße Remedias

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Re: Mirtazapin in der Schwangerschaft ???

Beitragvon Dornröschen2013 » Fr 2. Jan 2015, 08:52

Ja ich weiß, dass ich Unterstützung brauche. Bin mir auch nicht zu schade oder zu stolz diesbezüglich Hilfe anzunehmen. Ich habe eine Betreuerin vom ambulant betreuten Wohnen. Sie unterstützt mich in vielen Angelegenheiten und um diese Art von Unterstützung habe ich mich auch selbst gekümmert, weil ich gemerkt habe, dass ich Hilfe brauche.
In dem letzten Jahr hab ich mich sehr verändert und bin verantwortungsbewusster geworden. Ich war stabil. Nur die Medikamentenumstellung hat mich wieder instabil gemacht.
Der Gedanke an ein Kind war das Größte für mich. Ich bin 30 Jahre, das ist genau die Zeit, in der es normal ist sich mit dem Thema auseinander zu setzen.
Nein, eine Psychose habe ich nicht. Ich habe Borderline.
Meine Therapeutin findet die Idee super. Und meine beste Freundin wohnt 5 Minuten weg und wird mich unterstützen. Sie ist selbst Mutter.

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Re: Mirtazapin in der Schwangerschaft ???

Beitragvon Remedias » Fr 2. Jan 2015, 15:45

Alles Gute :B-fly:

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Re: Mirtazapin in der Schwangerschaft ???

Beitragvon Dornröschen2013 » Sa 21. Feb 2015, 19:55

Hallo Ihr Lieben,
hallo Remedias,
also wollte nur eine kurze Rückmeldung geben.
Ich bin schon wieder aus der Klinik zurück. Ich war die letzten 2 Wochen in der Psychiatrie und kann folgendes berichten:
Mirtazapin darf in der Schwangerschaft eingenommen werden.
Nach Rücksprache mit einer Professorin, die genau auf solche Fälle spezialisiert ist (Psychopharmaka und psychische Störungen in der Schwangerschaft) hat bestätigt, dass der Wirkstoff Mirtazapin keine fruchtschädigenden Eigenschaften aufweist. Von daher ist es ein gutes Mittel während der Schwangerschaft und ich kann bei dem Wirkstoff bleiben.

Die haben es nur nochmal erhöht wieder auf die 30 mg.

Also alles gut...

hoffnungsvoll: "a new baby born in 2016" :wink:

LG Dornröschen

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Re: Mirtazapin in der Schwangerschaft ???

Beitragvon Remedias » Sa 21. Feb 2015, 20:08

Hi, Dornrösschen, das freut mich für dich, dass du dein Medi jetzt nicht wechseln musst.
Und alles Gute als zukünftige Mama, lass mal von dir hören, wie es dir geht.

liebe Grüße Remedias

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Re: Mirtazapin in der Schwangerschaft ???

Beitragvon Dornröschen2013 » Sa 21. Feb 2015, 20:14

Ja danke dir...
Naja noch bin ich ja nicht schwanger...
Ja werde ich machen...
Dir auch erstmal alles Gute

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Re: Mirtazapin in der Schwangerschaft ???

Beitragvon fluuu » Di 24. Feb 2015, 10:56

Du schreibst noch bist Du nicht schwanger, was möchtest Du denn tun um schwanger zu werden?
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Re: Mirtazapin in der Schwangerschaft ???

Beitragvon Remedias » Di 24. Feb 2015, 16:20

, was möchtest Du denn tun um schwanger zu werden?
:lol:


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