Psychipharmaka Dosierung? Leponex und Seroquel

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long4helps
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Psychipharmaka Dosierung? Leponex und Seroquel

Beitragvon long4helps » Mo 8. Sep 2014, 17:57

Hallo,
ich habe eine Frage bezüglich meiner Medikamente und der richtige Dosierung dieser.

Ich bin schon seit 2011 mit der Diagnose Schiziophrenie konfrontiert worden, was ich damals nicht richtig glauben konnte, es ging mir zu dieser Zeit sehr schlecht, ich dachte Merdikamente könnten mir nicht helfen, das weiss ich bis heute nicht so richtig.
Ich hatte das Gefühl mein Gehirn zu spüren, und war früher auch überzeugt davon. Nun weiss ich über die Ärzte, dass dies eine Zönästhesie ist, die behandelt werden muss.
Ich fing mit 15 mg Abilify an, habe dann auf Zeldox gewechselt und wurde wegen Angstörungen auf Seroquel umgestellt, anfang 400 mg dann iwann 650. Diese Dosierung liess meine Ängste verschwinden, die vor allendingen beim Sport (Tischtennis) nämlich sogenannte Beobachtungsängste sehr stark waren, so dass ich mich immer Zuhause ins Bett legen musste.
Jetzt habe ich 400 mg Seroquel prolong. 50 mg hatte ich als Bedarf, die ich immer bei Sport nehmen sollte, wegen den Ängsten.
Zusätzlich nehme ich 425 mg Leponex. Hat auch gut geklappt, nur bin ich aber manchmal schlecht drauf und hippelig, was aber auch von der Krankheit kommen kann. Nun wollen meine Ärzte die dosis veringern und ich weiss nicht was ich davon halten soll. Ich habe Angst, dass die Psychose dann wieder kommt, zumal sie auch nicht ganz abgeklungen ist.
Ich habe schon die Erfahrungen mehrer Rückfällt gemacht, wo ich dann nicht mehr still sitzen konnte und die ganze Zeit rumlaufen musste, das will ich auf keinen fall nochmal haben. Ich befinde mich zurzeit in einer medizinischen Reha. Ich würde mich über ein paar Meinungen von euch freuen. Mit Bedarf (+50 mg seroquel) bin ich angstfrei, ich versuche es aber momentan ohne und habe manchmal Ängste (beim Sport)

PS.: Ich habe schon einmal Beiträge geschrieben, unter dem namen long4help (ohne s)

Lg Long4helpy :n00b:

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fluuu
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Re: Psychipharmaka Dosierung? Leponex und Seroquel

Beitragvon fluuu » Di 9. Sep 2014, 10:28

Da solche direkten Fragen über die Wirkung von Medikamenten mit einem Arzt (Psychiater) ausgehandelt werden sollte
halte ich mich mit einer Antwort zurück. Sie würde die philosophische Betrachtung von Psychopharmaka allgemein betreffen.
Besonders Schizophrenie und Neuroleptika sind ein groß diskutiertes Thema in der Psycholandschaft.
Gerade wenn man in einer Maßnahme steckt wie eine Reha, sollte man dort die Dinge klären und ansprechen.
Schutz vor Psychose bieten auch die kleinsten Dosen von NL im Stoffwechsel des Gehirns aber wichtig ist wie bei Allem
die eigene Einstellung, will ich gesund werden oder will ich ein Behinderter bleiben unter dem Schutz der Fürsorge.
Aber vielleicht findet sich hier noch jemand der mit diesen Medikamenten Erfahrungen hat.
Leistungssport Tischtennis mit dem Kampf um Sieg und der Beste sein wollen auf der einen Seite und der schweren
Erkrankung Schizophrenie wo es um seelisches Gleichgewicht geht auf der anderen Seite passen nur schwer zusammen.
gruß fluuu

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Remedias
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Re: Psychipharmaka Dosierung? Leponex und Seroquel

Beitragvon Remedias » Di 9. Sep 2014, 15:26

Hi,

das sind alles ziemlich gängige Dosierungen - aber-

400 mg Sero prolong plus 425 mg Leponex gleichzeitig - habe ich das richtig verstanden?
In dem Fall bewundere ich dich, dass du überhaupt noch an Sport denken kannst bzw einen ausübst. Ich wäre da so was von abgeschossen....
in anderen Worten: Ich halte diese Kombitherapie für ziemlich heftig. Frag deinen Arzt, ob nicht EIN Neuroleptikum ausreichen würde. Dann hast du weniger Nebenwirkungen.

Seit 2014 ist man im Rahmen der Neuroleptika- Debatte vorsichtiger als noch vor 10 Jahren.

5.
Die American Psychiatric Association schränkt Ihre Empfehlungen zur Verordnung verschie-dener Substanzen (Polypharmazie)deutlich ein: die Kombination von zwei oder mehr Neu-roleptika sollte erst nach drei gescheiterten Behandlungsversuchen mit nur einem Neuro-leptikum erfolgen. Hierzu sollte auch wenn möglich ein Versuch mit Clozapin ( Anmerkung von mir, das ist Leponex) gehören (APA2013).

aus http://www.dgsp-ev.de/fileadmin/dgsp/pd ... Teil_I.pdf

Was mir auch aufgefallen ist, ist dieses hier:
Ich habe schon die Erfahrungen mehrer Rückfällt gemacht, wo ich dann nicht mehr still sitzen konnte und die ganze Zeit rumlaufen musste, das will ich auf keinen fall nochmal haben
Das nennt man Sitzunruhe oder Akathisie.
Eine Akathisie ist aber kein Symptom, sondern eine Nebenwirkung von Neuroleptika.
Ich habe deswegen beispielsweise Haldol absetzen müssen.
Hier kannst du nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Akathisie

Welche Art der medizinischen Reha machst du? Gibt es dort Neurologen oder Psychiater? ( andere Ärzte kennen oft die Medikamentenwirkungen bzw. Nebenwirkungen nicht)

Würde ich dort alles besprechen.

Mit freundlichen Grüßen Remedias

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Re: Psychipharmaka Dosierung? Leponex und Seroquel

Beitragvon long4helps » Do 11. Sep 2014, 12:46

Ich habe eine wohnung in einer rpk maßnahme( rehabilitation psychisch kranker). Seroquel wird zurzeit ausgeschlichen. Jeweils 50 mg pro woche, kann man das nicht schneller absetzen? Sonst gehts mir nicht so gut, kann kaum lesen und bin unruhig. Ja es gibt hier psychiater, mit denen man die medis bespricht. Eine andere ärztin hat gesagt man kann gleich um 200 mg seroquel reduzieren, dann gehts mir auch besser, aber die rehaärztin meint das ist zu schnell. Ich will nicht gegen ärztlichrn rat mehr reduzieren.

Lg long4helps

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Remedias
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Re: Psychipharmaka Dosierung? Leponex und Seroquel

Beitragvon Remedias » Fr 12. Sep 2014, 12:36

Jeweils 50 mg pro woche, kann man das nicht schneller absetzen? Sonst gehts mir nicht so gut, kann kaum lesen und bin unruhig. Ja es gibt hier psychiater, mit denen man die medis bespricht. Eine andere ärztin hat gesagt man kann gleich um 200 mg seroquel reduzieren, dann gehts mir auch besser, aber die rehaärztin meint das ist zu schnell. Ich will nicht gegen ärztlichrn rat mehr reduzieren.

Lg long4helps
Aus meiner Sicht hat die erste Psychiaterin Recht: Je langsamer NL ausgeschlichen werden, desto besser ist die Chance, das das Absetzen erfolgreich verläuft. Wenn man zu schnell rausgeht, riskiert man üble Absetzsymptome : Schwindel, Übelkeit, Krämpfe, Panikattacken ja gar Absetzpsychosen ( Reboundpsychosen) und das willst du bestimmt nicht!

Mit freundlichen Grüßen Remedias


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