Antidepressiva die nicht "Impotent" machen?

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Mokka
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Antidepressiva die nicht "Impotent" machen?

Beitragvon Mokka » Do 27. Mär 2014, 19:54

Hallo Leute

Ich würde gerne wissen, ob es auch Antidepressiva gibt, wo nicht der Verlust der Libido als Nebenwirkung besteht.. Gibt es so welche überhaupt? Sie sollten aber in der Wirkung gegen Depressionen und Zwangsstörungen, im Vergleich zu denen wo die Gefahr besteht eine sexuelle Dysfunktion herbei zu rufen, nicht wirklich nachstehen.

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Laura
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Re: Antidepressiva die nicht "Impotent" machen?

Beitragvon Laura » Do 27. Mär 2014, 20:49

Hallo Mokka!

Es gibt Anti-Depressiva mit dämpfender Wirkung und solche mit anregender Wirkung. Ich vermute mal, dass unter zweiterer Kategorie eher diejenigen zu finden sind, die die Libido nicht so beeinträchtigen. Allerdings hat die Einnahme eines Psychopharmakons immer etwas von Lotto-Spielen. Wie man es selber verträgt, ungeachtet irgendwelcher "allgemeinen Produktinformationen", da macht nur Versuch kluch.

Viele Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

Mokka
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Re: Antidepressiva die nicht "Impotent" machen?

Beitragvon Mokka » Do 27. Mär 2014, 21:04

Hallo Mokka!

Es gibt Anti-Depressiva mit dämpfender Wirkung und solche mit anregender Wirkung. Ich vermute mal, dass unter zweiterer Kategorie eher diejenigen zu finden sind, die die Libido nicht so beeinträchtigen. Allerdings hat die Einnahme eines Psychopharmakons immer etwas von Lotto-Spielen. Wie man es selber verträgt, ungeachtet irgendwelcher "allgemeinen Produktinformationen", da macht nur Versuch kluch.

Viele Grüße

Laura
Hi Laura, danke für deine Antwort!

Kannst du mir vielleicht eine Empfehlung aussprechen? kennst du Antidepressiva die eher anregend wirken?

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Laura
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Re: Antidepressiva die nicht "Impotent" machen?

Beitragvon Laura » Do 27. Mär 2014, 21:12

Hallo Mokka!

Besprich das mal lieber mit einem Facharzt, denn es gibt bei anregenden Anti-Depressiva auch die Bedenken, dass sie Suizidabsichten befördern können.

Viele Grüße

Laura
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Re: Antidepressiva die nicht "Impotent" machen?

Beitragvon Mokka » Do 27. Mär 2014, 21:25

Oh das hört sich ja leider schrecklich an..

Können diese dämpfenden AD, denn auch nachhaltige Schäden verursachen, oder verschwinden die Nebenwirkungen, nach einer Zeit komplett wenn man jene nicht mehr einnimmt? und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, das eine sexuelle Dysfunktion herbeigerufen wird, während einer Einnahmephase? und ist diese so stark ausgeprägt, das man als 25 Jähriger nicht mehr mit seiner Freundin Geschlechtsverkehr haben könnte?

Ich weiß, das sind viele Fragen aufeinmal, tut mir leid.

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Laura
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Re: Antidepressiva die nicht "Impotent" machen?

Beitragvon Laura » Do 27. Mär 2014, 21:35

Hallo Mokka!

Ich glaube, so schnell "versaut" man sich sein Hirn oder seinen Körper nicht durch AD-Einnahme und bei ADs sind viele Ärzte aufgeschlossen dafür, dass man sie nach einem gewissen Zeitraum auch wieder absetzt. Das Absetzen kann aber in Einzelfällen Schwierigkeiten machen! Ich selber habe ein bestimmtes AD nie länger als ein Jahr nehmen müssen, aber bei mir waren ADs ja auch nur eine Begleitmedikation zu den Anti-Psychotika.

Übrigens kam ich mit dem AD Remergil gut zurecht, dem eine dämpfende Wirkung zugeschrieben wird, bei mir aber komischerweise anregend wirkte. Aber ich nahm damit innerhalb von einem halben Jahr zehn Kilo zu und von anderen Leuten, die Remergil bekommen haben, weiß ich auch, dass sie auf einmal ein unbändiges Verlangen nach Süßspeisen hatten. Eine rasche Gewichtszunahme ist eine der am häufigsten beklagten Nebenwirkungen von Psychopharmaka.

LG

Laura
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fluuu
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Re: Antidepressiva die nicht "Impotent" machen?

Beitragvon fluuu » Fr 28. Mär 2014, 11:39

Es ist nicht der Wirkstoff von Antidepressiva der zu einer verstärkten Suizidneigung führen kann,
sondern das Herausholen aus dem Stimmungstief der Depression durch AD führt zu einer
spontanen verstärkten Aktivität mit noch gedämpfter Stimmung, dieser Moment, diese Situation
kann zu einer Handlung führen das Leben beenden zu wollen weil die Aktivität dazu da ist.
Schwer depressive Menschen, damit sind nicht welche die sich schlecht fühlen gemeint,
sondern die apathisch da liegen und Löcher in die Luft starren, sie sind auf Grund ihrer Passivität
meist nicht zum Suizid in der Lage.
Wenn dann die stimmungsaufhellende Wirkung des AD greift sind die eventuellen
Suizidgedanken verschwunden.
Nur wenn bei schweren Depressionen (völlige Apathie) Antidepressiva verabreicht werden
taucht dieser Moment von Aktivität auf der zu Suizidgedanken oder Handlungen führen kann.

Der Begriff Depression ist ja weit gespannt, heute kommt es vor, dass ein Mensch nicht immer
und ständig Happy oder gut drauf ist und daraufhin zum Arzt geht und Antidepressiva verlangt.
Da ist die Gefahr von Suizidgedanken oder Handlungen so gut wie ausgeschlossen.
gruß fluuu

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Remedias
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Re: Antidepressiva die nicht "Impotent" machen?

Beitragvon Remedias » Fr 28. Mär 2014, 16:23

Hallo Mokka,

das musst Du ausprobieren. Nicht jedes Antidepressivum hat diesen Effekt bei jedem Menschen. Diese Nebenwirkung würdest Du aber schnell merken; dann kann dein Arzt mit Dir zusammen das Medikament wieder ausschleichen und was Neues ausprobieren. Am Anfang ist es ohnehin eine Herumprobierei, bis man das richtige Antidepressivum hat - eben weil es so viele gibt und weil sie bei jedem unterschiedlich wirken.
Daher wü+rde dir ein Medikamentenname von meiner Seite nichts bringen - bei Dir kann es ganz anders sein!
über bleibende Nebenwirkungen brauchst Du Dir keine Sorgen machen, Antidepressiva verursachen keine
bleibende Impotenz.

Mit freundlichen Grüßen Remedias


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