Sertendril ? Gibt es das überhaupt?

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seelera
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Sertendril ? Gibt es das überhaupt?

Beitragvon seelera » Fr 12. Okt 2012, 10:33

Hallo,
Grüßt Euch,
bei uns gibt es nur das Übliche zu berichten. :sad:

Nachdem mein Sohn mit Diagnose paranoide Schizophrenie
Solian, Zyprexa, Seroquel und Abilify nicht verträgt -
hat er jetzt angeblich "Sertendril"
- ich habe überall gesucht, ich finde nur Sertralin und Saroten... :-k
Ich wüsste mal ganz gerne, weshalb er fast täglich EKG machen muss... und was die anderen "netten" Nebenwirkungen sind :sad:
Hat einer von Euch schon davon gehört und weiss, wo man dazu Infos findet ?

Danke schön.
Liebe Grüße, seelera
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cake
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Re: Sertendril ? Gibt es das überhaupt?

Beitragvon cake » Sa 13. Okt 2012, 04:03

Leider kann ich Dir da grad nicht helfen- Sorry.
Das Forum scheint ausgestorben.
Aber es gibt noch andere- Dein letzter Beirag war wohl Januar.

Nun solange musst hier hoffentlich nicht auf Antwort warten.
Ansonsten- hätte ich nen LINK. :wink:
Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. (Ludwig Erhard)

http://angstfrei.plusbb.org/forum.php
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seelera
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Re: Sertendril ? Gibt es das überhaupt?

Beitragvon seelera » Sa 13. Okt 2012, 10:22

Danke, cake, das ist nett von Dir. :B-fly:
Es ist Herbst und da werden die Foren allgemein schwergängig,
weil alle Menschen ihre Befindlichkeiten neu einrichten.

:oops: Ja, ich kam mit jemandem überkreuz und hatte keine Lust,
Auslöser eines Schubs zu sein.
Dann mache ich lieber Schritte nach hinten.
Ich wünsche Dir ein gutes zufriedenes Wochenende.
Liebe Grüße !
Liebe Grüße, seelera
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cake
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Re: Sertendril ? Gibt es das überhaupt?

Beitragvon cake » Sa 13. Okt 2012, 13:32

Oh Danke-
Das wünsche ich Dir auch.

Genieß die Herbstsonne :D
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Re: Sertendril ? Gibt es das überhaupt?

Beitragvon seelera » Sa 13. Okt 2012, 18:37

:idea: Nur mal am Rande erwähnt...
Es heisst Sertindol, wurde 1988 wegen erhöhter Kardiotoxizität vom Markt genommen und 2005 wieder auf den Markt zurückgeworfen - als Medikament der 2. Wahl.
Na denn "Prosit" :cry: :sad: :sad:
:(

*ironisch bin* :Wer schizophren sein will, muss ansonsten kerngesund sein...
Liebe Grüße, seelera
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Re: Sertendril ? Gibt es das überhaupt?

Beitragvon Remedias » Sa 13. Okt 2012, 20:30

Hallo seelera,

ich kann dir schon was dazu erzählen.


http://www.medknowledge.de/neu/med/jahr ... tindol.htm

Serdolect hat wohl besonders herzschädigendes Potential und da sollte immer begleitend ein EEG gemacht werden. Ich habe es noch nie vorgeschlagen bekommen und verstehe nicht so ganz, welche Vorteile es gegenüber anderer NL hat.

http://www.arznei-telegramm.de/html/200 ... 72_01.html

die raten sogar ganz ab.

Warum soll dein Sohn es kriegen????


liebe Grüße Remedias

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Re: Sertindol gibt es immer noch !

Beitragvon seelera » So 14. Okt 2012, 00:12

Hallo, Remedias,
Ich weiss, es ist ein Medikament "2. Wahl" - zum einen ist er bei Medi Nr.6 - vielleicht war das das Argument:
http://psychiatrietogo.wordpress.com/20 ... sertindol/

:-" "Alles ist viiiel besser geworden seit sie das Medi vom Markt genommen haben..." :-k #-o
Interessant ist doch, das auf den Betroffenenseiten dies Medi nicht mal erwähnt wird... :roll:

Hab die halbe Nacht im Netz gestöbert -wer suchet ,der findet irgendwann mal - das hat sich leider gelohnt: Auszug:

"Ärzte, die Sertindol verordnen, sollten die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen vollständig einhalten.
EKG-Kontrolle:
– EKG-Kontrollen sind vor und während der Behandlung mit Sertindol erforderlich.
– Sertindol ist kontraindiziert, wenn bei Behandlungsbeginn bei männlichen Patienten ein QTc-Intervall von >450 msek
und bei weiblichen Patienten von >470 msek beobachtet wird.
– EKG-Kontrollen sollten zu Behandlungsbeginn, darauf nach Erreichen des Steady State nach etwa 3 Wochen oder Erreichen einer Dosis von 16 mg und wieder nach einer Behandlungsdauer von3 Monaten durchgeführt werden.
Während der Erhaltungstherapie ist alledrei Monate ein EKG erforderlich.
– Während der Erhaltungstherapie sindvor und nach jeder Dosiserhöhung EKG-Aufzeichnungen vorzunehmen.
– Ein EKG wird nach jeder zusätzlichen Gabe oder Erhöhung der Dosis einerBegleitmedikation, die zu einer Erhö-
hung der Sertindol-Konzentration führenkönnte, empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
– Wird während der Behandlung mit Sertindol ein QTc-Intervall von mehr als500 msek gemessen, sollte die Behandlung mit Sertindol abgebrochen werden.
– Werden bei den Patienten Symptome wie Palpitationen, Krämpfe oder Synkope edit:Herzklopfen,Krämpfe oder Kollapse mit Bewusstlosigkeit beobachtet, die ein Zeichen für das
Auftreten von Arrhythmien edit:Herzschrittstörungen sein könnten,sollte der verschreibende Arzt umgehend eine Untersuchung einschließlich
eines EKGs einleiten.
– Das EKG wird idealerweise morgens abgeleitet und für die Berechnung des QTc-Intervalls sind die Bazett- edit:(Formel von 1920) oder die
Fridericia-Formel edit:Diese Formeln wurden um 1920 (Bazett, Fridericia) bzw. 1937 (Hegglin)herum entwickelt und weisen einige Schwächen auf. Dennoch sind sie nach wie vor in Gebrauch, da es bislang (2007) nicht gelungen ist, einen breiten Konsensus für eine andere Methodik herzustellen. zu bevorzugen.
"

Oh, Lord, das Medi wird mit 4 mg angesetzt, nach 4-5 tagen gibt es 8 mg, dann 12 bis hoch zu 24 mg -wobei die Firma meint, mit 20 könne man durchaus aufhören. Für unter 18 jährige ist es nicht geeignet,
wie gut ,das mein Kind 18 ½ ist, dann kann ja nichts schlimmes passieren....*ausgesprochen beruhigtbin*
-----------------------------------------------Original-Werbumm--------------------------------------------------------------------------------
„Beharrlichkeit führt oft zum Ziel. Lundbeck liefert mit Serdolect® den imponierenden Beweis: Zahlreiche Rückschläge, doch immer drangeblieben. Weitergeforscht,weiterinvestiert – und letzten Endes ein überzeugendes, atypisches Neuroleptikumentwickelt, das in der Produktpalette eines ZNS-Spezialisten unverzichtbar ist.“


Und jetzt wird mir Angst und Bange.
Liebe Grüße, seelera
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Re: Sertendril ? Gibt es das überhaupt?

Beitragvon Remedias » So 14. Okt 2012, 13:07

Liebe seelera,

ich habe auch schon 6 NL durchprobiert; und hatte teilweise unschöne nebenwirkungen. Im moment soll ich auf das älteste eingestellt werden - haldol. manchmal sind typische NL noch besser.

Welche hat dein Sohn ausprobiert?

ich finde, er muss damit leben, da ist keine Mühe zu viel, das richtige zu finden.

ich hatte Abilify, Solian, Zyprexa, Seroquel, Risperdal, Invega und jetzt Haldol.
mit Zeldox und Leponex habe ich noch keine Erfahrung.

liebe Grüße Remedias

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Re: Sertendril ? Gibt es das überhaupt?

Beitragvon seelera » So 14. Okt 2012, 21:00

Guten Abend,
Remedias,

:-k Er hatte Olanzapin -das war Zyprexa, Solian, Seroquel , Risperdal - kann das sein? - auf alle hat er mit üblen Schlundkrämpfen reagiert -
Abilify war das letzte, das ging einige Zeit erstaunlich gut , nur dass er es mit einen Schlafmittel komnbinieren musste.
Und in dem Moment wo ich dachte, "okay, ich mag es nicht gern, aber er kommt gut damit zu recht, wenn er damit klarkommt..." - begannen die Ängste langsam und stetig wiederzukommen und die optischen Hallus, dann die Stimmen wieder.
Mittlerweile kann ich ihm schon ansehen, dass es nicht gut geht, lange bevor andere es mitbekommen, das sind kleine Zeichen, die man registrieren kann.

:idea: :arrow: Wir haben heute beschlossen, eine Vorsorgevollmacht zu machen, die kann auch relativ formlos sein, hier kann man sich schlau machen darüber:
http://de.wikipedia.org/wiki/Vorsorgevollmacht
da hat es auch zwei Links zu Seiten, wo man das Formular downloaden und dann ausdrucken kann,
  • ~das bindet mich in diese Medikamentensuche wieder ein
    ~sie können ihn nicht ohne weiteres plattlabern in einem schwachen Moment,
    ~zum anderen ist die Klinik unglaublich fix, einem Patienten einen beliebigen Betreuer aufs Auge zu drücken, mit dem "die Chemie nicht stimmt",
das haben wir dann erstmal vom Tisch -weil wir das sofort ausgefüllt haben.
Und können in Ruhe eine geeignete und gut motivierte Person finden bis dahin...

Ich wünsche einen angenehmen Abend !
Zuletzt geändert von seelera am Mi 17. Okt 2012, 16:06, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße, seelera
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Re: Sertendril ? Gibt es das überhaupt?

Beitragvon Remedias » Mo 15. Okt 2012, 13:47

Hallo Seelera,

wenn alle NL nichts taugen, bekommen die Patienten oft leponex oder haldol. Dein sohn scheint anfällig zu sein für EPS. das einzige, was wirklich keine EPS machen kann , ist Clozapin ( Leponex). Zwar müssen da anfangs auch wöchentlich blutuntersuchungen gemacht werden, aber es geht nicht aufs Herz.

Eine Vorsorgevollmacht habe ich auch. das hat mir damals die Richterin empfohlen, die mir die klinik auf den Hals gehetzt hat; sie sah aber keine Veranlassung, mich unter Betreuung zu stellen; nur weil ich medikamentenkritisch bin, das genügt nicht. Also hat die richterin zu mir gehalten und mir geholfen.

liebe Grüße Remedias

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Re: Sertendril ? Gibt es das überhaupt?

Beitragvon seelera » Mo 15. Okt 2012, 14:55

ja, Remedias,
so sehe ich das auch =D>
Aber da muss es mehr noch geben als Haldol und Leponex.
Ich hoffe ja sehr, dass sie den Gluten/Zölikietest machen, denn ich habe Hoffnung, das der Auslöser der ganzen Sache eine nahrungsunverträglichkeit ist. Die Kost, die er in den acht Wochen vor dem ersten Schub bekommen hat, war voll mit Glutamat :idea:
Was ist bitte EPS?
Gruß,
Liebe Grüße, seelera
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Re: Sertendril ? Gibt es das überhaupt?

Beitragvon Remedias » Mo 15. Okt 2012, 15:08

Hallo Seelera,

Extrapyramidale Störungen, also Frühdyskinesien wie Krämpfe oder auch Spätdyskinesien .

das einzige NL, das das garantiert nicht macht, ist leponex.
Allerdings macht Leponex wieder ziemlich dick :(

Wieso hat dein Sohn soviel Glutamat gegessen? War er beim Chinesen?
Und hat dein Sohn eine Glutenunverträglichkeit?


liebe grüße Remedias

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Re: Sertendril ? Gibt es das überhaupt?

Beitragvon seelera » Mo 15. Okt 2012, 15:39

Ah, Remedias.
Ja, EPS hat er.
Innerhalb einiger Stunden hat er diese Nebenwirkung entdeckt, davon muss ihm keiner erzählen. :sad:
Ich habe in meiner Küche Glutamat immer weitestgehend vermieden, aber bei seinem Vater wird das viel benutzt - viele Fertigprodukte.

Und auf Gluten lasse ich ihn jetzt testen, das ist mittlerweile als möglicher Auslöser von Psychosen anerkannt und ich habe von einigen betroffenen Schizophrenen mitbekommen, die eine Linderung durch glutenfreie Ernährung erzielt haben.
Und er hat ein krasses Symptom, dass zumindest auf Glutenunverträglichkeit hinzielt.
Wir werden sehen.
Liebe Grüße, seelera
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Re: Sertendril ? Gibt es das überhaupt?

Beitragvon Remedias » Mo 15. Okt 2012, 17:53

Hallo Seelera,
natürlich würde es mich freuen, wenn ihr was rausbekommen könnt, was ihm hilft.

liebe Grüße Remi

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Re: Sertendril ? Gibt es das überhaupt?

Beitragvon seelera » Mo 15. Okt 2012, 18:58

Hy,Remedias.
Ich wümsche mir das auch und wenn wir irgendwie an Neuroleptica vorbeischrammen könnten ,wäre das toll.
So, den ersten Kollaps nach vier Tagen mit 4 mg Sertindol hat er hinter sich :sad:
Das Medikament ist abgesetzt.

Wie die Wiederzulassung möglich war, ist mir ein Rätsel. Nehmt Euch alle in Acht.
Liebe Grüße, seelera
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