Mirtazapin/Citalopram

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astrogirl
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Mirtazapin/Citalopram

Beitragvon astrogirl » Mo 23. Apr 2012, 22:34

Hallo,
vor vier Jahren habe ich bereits in diesem Forum über meine Depressionen geschrieben. Nach einem guten Aufenthalt in einer Tagklinik für psychosomatische Beschwerden und einer Medikamentenumstellung auf Citalopram plus Seroquel ging es mir dann tatsächlich wieder besser. :D Einziges Problem: in den vier Jahren bin ich nicht von den 0,5mg Tavor runtergekommen bzw habe sie dann geteilt und eine Hälfte genommen.
Anfang dieses Jahres habe ich das Tavor dann weiterreduziert, fühlte mich eigentlich ganz gut, aber schon längere Zeit fühlte ich mich ein bißchen zu überdreht.
Dann hatte ich eine Grippe und plötzlich auch wieder Depressionen, die gleich so schlimm wurden, dass ich auf einer Krisenstation war.
Statt Seroquel kriege ich jetzt Mirtazapin, aber das eigentliche Problem ist auch noch das Tavor. Das ist jetzt wieder auf 1,5mg pro Tag hochdosiert worden, aber ich soll auf 1mg runter.
Wem hat denn das Mirtazapin geholfen? Und sollte ich nicht eher ein anderes SSRI probieren? Anscheinend läßt alle 4 Jahre die Wirkung der ADs bei mir nach.
Es waren vier wirklich gute Jahre, dafür bin ich sehr dankbar. Aber jetzt? Klar ist es auch eine Krise, für die viel Psychotherapie benötigt wird. Aber jetzt rein medikamentös denke ich, vielleicht sollte ich zum Fluoxetin wechseln. das mir mal geholfen hatte, dann aber nicht mehr. Irgendwelche Ideen?

romeozulu
Beiträge: 1
Registriert: Do 24. Apr 2014, 18:10

Re: Mirtazapin/Citalopram

Beitragvon romeozulu » Do 24. Apr 2014, 18:43

Hallo Astrogirl,

ich nehme seit 2011 wieder 15mg Cipralex morgens, in der Kombination mit 22,5 mg Mirtazapin abends zum schlafen. Chemisch handelt es sich bei dem Cipralex um das Eutomer des Arzneistoffs Citalopram. Ohne zu weit auszuschweifen, Cipralex ist der wirksame Bestandteil im Citalopram. 15mg Cipralex entsprechen 30mg Citalopram. Mit dem Mirtazapin habe ich, bis auf die signifikante Gewichtszunahme, gute Erfahrungen gemacht. Ich habe jahrelang Zopiclon zum Einschlafen nehmen müssen und konnte dieses nun erfolgreich durch Mirtazapin ersetzen. Es ist sehr gut wirksam und wenn man mal tatsächlich Probleme mit dem Einschlafen hat, belastet es einem nicht so sehr unter Mirtazapin. Mit dem Tavor solltest Du Dir nicht so große Sorgen machen, es ist ein hervorragendes Medikament um Krisen abzufangen. Leider gibt es bei diesem Medikament, wie bei allen Benzodiazepinen das Abhängigkeitspotential, in Deinem Fall möglicherweise eine "Niedrigdosisabhängigkeit". Man nimmt das Medikament in niedrigen, therapeutischen Dosen über einen langen Zeitraum, ohne die Dosis zu steigern, aber leider verliert es dann auch seine Wirksamkeit und man gewöhnt sich daran. Hat man dann eine Krise, muß man eben wieder ein bischen drauflegen damit es wirkt. Ich habe in den ganzen Jahren gelernt, dass man in einer Krise ausreichend dosieren sollte, um dann wenn es einem wieder besser geht es langsam auszuschleichen, es dann aber vollständig abzusetzen. Dann kann man es bei einer Krise wieder in ausreichender, therapeutischen Dosis, ohne Bedenken nehmen, weil man weiß. dass man es schonmal geschafft hat mit dem vollständigen Absetzen. Mir reicht es z.B. wenn ich weiß dass ich es für eine Notsituation habe und rühre es jahrelang nicht an.
Von Neuroleptika halte ich persönlich, wegen der möglichen erheblichen Nebenwirkungen überhaupt nichts. Aber das ist meine persönliche Meinung und da muß jeder mit seinem Arzt eine Nutzen/Risiko Bewertung vornehmen.

Gruß,
rz

p.s.: Upps...eben sehe ich gerade dass der Beitrag 2 Jahre alt ist. :oops:
Naja vielleicht ist die Antwort ja für den einen oder anderen relevant.


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