Absetzen von Leponex + Tegretal

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phammelrath
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Absetzen von Leponex + Tegretal

Beitragvon phammelrath » Mi 7. Mär 2012, 12:42

Liebes Forum,

ich bin neu hier und bin froh, dieses Forum gefunden zu haben. Lese täglich Eure Beiträge. Schade nur, dass Herr Engels nicht in Deutschland lebt.

Hier mein Anliegen :

ich bekomme seit 15 Jahren 400 mg Tegretal (angeblich gegen Depressionen) und 100 mg Leponex (gegen Manie, die ich noch nie hatte ... wäre froh, wenn).

Da ich seit 15 Monaten wieder starke Depressionen habe, hat mein Arzt beide Medikamente gleichzeitig um 50 % reduziert, da sie ja nicht mehr wirken würden.

Danach ging es mir grottenschlecht mit den Entzugs-Erscheinungen.

Da ich aber erst nach 6 Wochen den nächsten Termin beim Arzt hatte, habe ich sie eigenmächtig wieder hochdosiert. Er hat mich dermaßen fertig gemacht, dass ich heulend rauslief.

Jetzt habe ich erst Ende April einen Termin bei einer neuen Neurologin bekommen.

Meine Frage : hat jemand Erfahrung mit dem Ausschleichen eines dieser Medikamente gemacht ?

Über Eure Meinung bzw. Erfahrungsberichte würde ich mich sehr freuen.

Liebe Grüße
Petra

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Remedias
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Re: Absetzen von Leponex + Tegretal

Beitragvon Remedias » Mi 7. Mär 2012, 15:10

Hallo petra,

ich kenne Leponex nicht selber, dafür aber andere Atypika, über Tegretal kann ich nichts schreiben. :
e, hat mein Arzt beide Medikamente gleichzeitig um 50 % reduziert, da sie ja nicht mehr wirken würden.
Mit Verlaub - dein Arzt ist ein Idiot.
Neuroleptika müssen langsam ausgeschlichen werden. Ganz vorsichtige sprechen von alle 6 Wochen 10%. das erfinde ich jetzt nicht so, wenn du Interesse hast, verlinke ich dir die entsprechenden Anleitungen.
Ein Schritt um die Hälfte ist viel zu groß - das kann voll nach hinten losgehen.
Welche Absetzsymptome hattest du?
Du kannst froh sein, dass es nicht in einer Absetzpsychose geendet hat ( ja, auch das gibt es).
Sorry, aber über solche Ärzte könnte ich mich aufregen......
habe ich sie eigenmächtig wieder hochdosiert.
Das war vernünftig von dir. Wenn der Schritt zu groß ist, muss man hochdosieren und in kleineren schritten absetzen.
Er hat mich dermaßen fertig gemacht, dass ich heulend rauslief.
mein Urteil von vorhin täuscht nicht. :roll:
Jetzt habe ich erst Ende April einen Termin bei einer neuen Neurologin bekommen.
Ja, gut. Zu diesem Typen würde ich auch nicht mehr gehen. Welche Größen Leponex hast du im haus? Es gibt auch 25 mg.
Die kann man gut zum ausschleichen benutzen.
Also : Anfang 100 mg
nach 4 Wochen : 75 mg
nach -4 Wochen 50 mg
und so weiter.

Kommt dir etwas komisch vor oder du merkst, du hälst es nicht aus, kehrst du zur nächsthöheren Dosis zurück.
Zu schaffen macht vielen Patienten der Sprung auf 0.
Aber da hast du ja schon die neue ärztin, die dich beraten kann.

liebe grüße remedias

phammelrath
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Re: Absetzen von Leponex + Tegretal

Beitragvon phammelrath » Do 8. Mär 2012, 11:21

Hallo Remedis,

vielen Dank für Deine (die Einzige bis jetzt) Antwort und dass Du Dir die Zeit dafür genommen hast. Ich weiß das wirklich sehr zu schätzen.

Du bestätigst auch meine Recherche im Internet, dass man die Medikamente langsam ausschleichen soll. Gerade nach 15 Jahren Einnahme. Nur konnte ich nichts über Leponex und Tegretal finden. Daher ist Dein Rat Gold für mich wert und bekräftigt mich in meiner Entscheidung (s.u.).

Du fragst nach den Ausschleich-symtomen : 24 Stunden Übelkeit, Kein Hungergefühl, flüssiger Durchfall, nur 3 - 4 Stunden Schlaf, schwitzige Hände und Füße.

Das hab ich 2 1/2 Monate durchgemacht.

Die Schlaftabletten, die der Arzt mir verschrieben hat (4 verschiedene in Folge) haben auch nichts genutzt.

Darum habe ich (eigenmächtig) wieder auf 100 mg Leponex (statt 50 wie der Arzt es gemacht hat) hochdosiert.

Das gleiche habe ich mit Tegretal gemacht (wieder auf 400 mg statt auf 200 wie der Arzt es wollte). Inzwischen bin ich seit 1 Woche (eigenmächtig) bei 300 mg.

Seit 1 Monat habe ich dann (eigenmächtig) Leponex von 100 mg auf 75 mg reduziert und kann wenigstens wieder schlafen. Am 08.03. (also nach 1 Monat) werde ich dann versuchen, auf 50 mg runterzugehen. Wenns zu heftig wird, muß ich leider wieder zurück auf die 75 mg.

Ich wußte gar nicht, dass es Leponex auch in 25 mg-Größen gibt. Danke für den Hinweis.

Gerne würde ich den von Dir erwähnten Link bekommen.

Als ich damals aus der Klinik entlassen wurde (Depressionen/Selbstmordversuch 1996) sagte man mir, ich müsse beide Medikamente nur noch ca. 1 Jahr nehmen. Auch würden die Medikamente NICHT abhängig machen.

Mein Arzt wollte aber, dass ich sie weiter nehme. Da ich aber nie eine Manie hatte, wollte ich zumindest Leponex ausschleichen. Er wollte das aber nicht.

Dann habe ich nach 15 Jahren letztes Jahr den Arzt gewechselt und bin seit November zu einem älteren Prof. Dr. Dr. gewechselt. Ich dachte, der hätte mehr Erfahrung. Was daraus geworden ist, hast Du ja gelesen.

Jetzt erhoffe ich mir von der neuen Ärztin eine Besserung (Termin 04.04.12). Drück mir mal die Daumen.

Zumal die Diagnose "Manie" nicht stimmt und unter ganz obskuren Umständen zustande gekommen ist.

Nochmals ein großes Dankeschön für die Frei-Zeit die Du Dir genommen hast, um mir weiterzuhelfen.

Liebe Grüße
Petra

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fluuu
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Re: Absetzen von Leponex + Tegretal

Beitragvon fluuu » Do 8. Mär 2012, 11:57

Hallo,
so schnell würde ich den nicht Anwesenden, in dem Fall den Arzt, nicht als Schuldigen verdammen
nur auf Grund einer Aussage.
Das Patienten-Arzt-Verhältnis im Umgang mit Medikamenten ist eine spezielle zwischenmenschliche
Form und es geht um das Wohl des Patienten nicht des Arztes, das heißt der Patient beeinflusst
mit seinem Verhalten die Reaktion des Arztes denn für ihn ändert sich kaum etwas so oder so.
Der Patient will mit Hilfe des Arztes eine Verbesserung seiner Situation und dafür verschreibt der
Arzt ein Medikament. Würde der Patient andere Formen der Hilfe suchen würde er zu einem
Therapeuten, Heilpraktiker oder Sozialarbeiter gehen, ein Arzt verschreibt medizinische Methoden.

15 Jahre mit Medikamenten stabil sein ist eine tolle Sache und ein Erfolg.
Wenn die Diagnose manisch/depressive (bipolare) Störung heißt wird es dafür Gründe geben die
sich nur durch eine Ausführliche Anamnese vor Ort bestätigen oder widerlegen lassen.
Tegretal und Leponex sind mir als prophylaktisches Paar bei bipolarer Störung nicht bekannt
da die meisten guten Erfahrungen mit dem Körper eigenen Stoff Lithium gemacht werden mittels
einer Lithiumtherapie.
Unabhängig von der Art des Stoffes steigt und fällt die Wirkung durch das geschickte Aushandeln
mit dem Arzt. Nur mit demjenigen der das Mittel verschreibt ist jeglicher Umgang zu besprechen,
jeder Versuch hinter dem Rücken etwas zu Klären führt im direkten Umgang zu Konflikten.

Wenn Du nach 15 Jahren wieder depressiv geworden bisst tut eine Umstellung der Medikamente gut
aber vor allem sind die Lebensumstände zu betrachten die sich mit Sicherheit auch geändert haben.

Die vorwurfsvolle Aussage zum Arzt die Medikamente wirken nicht mehr führen zum Absetzen, ist doch klar,
warum etwas verschreiben was nichts bringt, besser ist es für ein Umstellen zu Verhandeln wenn sich
im Leben Dinge ändern.

Nachdem ich das geschrieben habe habe ich Deine Antwort gelesen phammelrath und bin der Ansicht,
es hat wenig Sinn, Du machst eh irgendetwas was für Dich toll ist ohne Kommunikation zu brauchen.
gruß fluuu

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Re: Absetzen von Leponex + Tegretal

Beitragvon phammelrath » Do 8. Mär 2012, 13:39

Hallo Fluuu,

Mensch, ich bin echt beeindruckt über Deine lange Antwort und die Zeit, die Du dafür geopfert hast.

Mit dem was Du schreibst, Zusammenarbeit Arzt und Patient, hast Du natürlich Recht.

Ich möchte nicht den Eindruck vermitteln, dass ich eh irgendetwas mache, was für mich toll ist ohne Kommunikation zu brauchen. Das stimmt so nicht. Ich mache mir ehrlich viel Gedanken über die Postings hier und kann auch Fehler einsehen bzw. mir eingestehen.

Ich bin grad nur so verzweifelt, dass ich mich an jeden Strohhalm klammere, um Besserung zu erreichen. Und so versuche ich (als Internet-Neuling / 55 Jahre) mich zu informieren, ob das, was mein Arzt oder ich tue, richtig oder falsch ist.

Dass der Arzt die Medikamente, die nicht mehr wirken, absetzt finde ich ja auch richtig. Aber doch nicht von heute auf morgen direkt auf 50 %. Und dass nach 15 Jahren. Ich hab richtig Panik bekommen, was ich vorher nicht kannte.

Die Depressionen, die ich seit 15 Monate haben, blockieren mich derart, dass ich wirklich zu gar nichts mehr in der Lage bin. Ich verlasse die Wohnung nur noch, um Arzttermine wahrzunehmen und möchte einfach nur Wege finden, aus diesem Tief wieder herauszukommen.

Über Lithium habe ich auch schon nachgedacht und werde das Anfang April mit meiner neuen Ärztin besprechen.

Und ja, die Lebensumstände haben sich geändert. Bis vor ein paar Jahren habe ich 7 Jahre auf einer einsamen Insel (ohne Strom/Telefon/Kfz etc.) in der Sonne am Meer gelebt und hatte keine Depressionen. Erst als ich wieder zurückkam, haben sie wieder angefangen.

Meine große Hoffnung ist der Arzttermin Anfang April bei der neuen Ärztin. Werde dann wieder berichten, falls es Dich interessiert und Du die Hoffnung auf Einsicht noch nicht ganz aufgegeben hast bei mir ;-)

Liebe Grüße
P.

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Remedias
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Re: Absetzen von Leponex + Tegretal

Beitragvon Remedias » Do 8. Mär 2012, 14:15

Hallo petra,

wenn du das Medikament schon 15 Jahre nimmst, mußt du es um so vorsichtiger ausschleichen. Das kann unter Umständen Jahre gehen.

ich verlinke dir mal diese Seite vom KNS; die Userin Doris hat darauf Seiten von Anleitungen zum Absetzen von NL gegeben:
http://www.kompetenznetz-schizophrenie. ... topic=6293

Mit den Ausschleichsymptomen hattest du noch Glück im Unglück. Es hat wohl vorallendingen deinen Körper betroffen.
Hätte aber auch sehr unangenehm auf die Psyche gehen können.
Ich bleibe aber bei der Ansicht, dein Arzt hätte es besser wissen müssen.
ich diskutiere weder seine Diagnose noch seine Behandlung ,
sondern eben seine art, ein hochwirksames Medikament abzusetzen, das eine Patientin schon 15 jahre lang nimmt.
Als ich damals aus der Klinik entlassen wurde (Depressionen/Selbstmordversuch 1996) sagte man mir, ich müsse beide Medikamente nur noch ca. 1 Jahr nehmen. Auch würden die Medikamente NICHT abhängig machen.

Mein Arzt wollte aber, dass ich sie weiter nehme. Da ich aber nie eine Manie hatte, wollte ich zumindest Leponex ausschleichen. Er wollte das aber nicht.
Die Dauer der Neuroleptikaeinnahme richtet sich nach der Anzahl der Krankheitsepisoden. Nach der Ersterkrankung sind das normalerweise 1-2 Jahre, nach der 2. 5 jahre und dann eben abhängig von der Rückfallgefahr.
Wieviel Krankheitsepisoden hattest du, dass du 15 Jahre lang neuroleptika nehmen mußtest?

Du schreibst, du hattest nie eine Manie. Warst du vielleicht hypoman? Auch das gehört ja zum krankheitsbild "bipolar".
Ich lese irgendwie heraus, dass du mit deiner Diagnose nicht einverstanden bist.
warum nicht?
Zumal die Diagnose "Manie" nicht stimmt und unter ganz obskuren Umständen zustande gekommen ist.
Ja, das meinte ich.
Nachdem ich das geschrieben habe habe ich Deine Antwort gelesen phammelrath und bin der Ansicht,
es hat wenig Sinn, Du machst eh irgendetwas was für Dich toll ist ohne Kommunikation zu brauchen.
Hallo Fluuu,
das sehe ich anders. Der "Pferdefuß" ist doch wohl, dass die Patientin ihre Diagnose als falsch empfindet. Trotzdem 15 Jahre lang compliant zu sein, ist doch eine Leistung; ich hätte schon viel früher wieder ausgeschlichen.

liebe grüße Remedias

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Re: Absetzen von Leponex + Tegretal

Beitragvon phammelrath » Do 8. Mär 2012, 17:08

Hallo Remedias,

erst mal eine blöde Frage, die ich bei den FAQ's nicht gefunden habe. Wie schafft Du es, meinen ursprünglichen Text einzufügen und darunter Deine Antwort zu schreiben ?

Ja, ich bin inzwischen auch der Meinung, dass ich nach 15 Jahren Medikamenten-Einnahme vorsichtig damit umgehen muss. Deswegen war ich ja so entsetzt, dass der Arzt direkt runter auf 50 % BEIDER Medis wollte.

Danke Dir für den Link. Werde mich da mal reinlesen.

Ich hatte die Depressionen nur 1 x und das in 1996 (mein Lebenspartner lag morgens tot neben mir im Bett). Erst jetzt, Januar 2011 sind sie wiedergekommen nachdem ich aus dem Ausland (wo ich lange in der Sonne gelebt hatte) wiederkam.

Also die Diagnose "Depression" akzeptiere ich voll und ganz. Habe auch eine 2-jährige Verhaltenstherapie hinter mir. Hat aber nicht wirklich geholfen. Psychotherapie wollte keiner mit mir machen, da die wohl die Manie (die ich nie hatte) verstärken würde.

Warum ich mit der Diagnose "Manie" nicht einverstanden bin :

Als ich mich 1996 nach vielen Monaten in der Psychatrie von der Depression erholt hatte, nahm ich dort auf Station an einer Studie teil. Dadurch hatte ich viel Kontakt zum Stationsarzt, der gerade frisch promoviert war.

Damals wußte ich noch nicht, dass es "Mißbrauch Schutzbefohlener" ist, wenn der eine Beziehung mit mir anfängt. Also hab ich mich drauf eingelassen. Bis ich durch einen dummen Zufall erfuhr, dass er parallel ein Verhältnis mit einer anderen Patientin hatte.

Gerade hatte ich mich vom Tod meines Lebenspartners erholt und dann diese Enttäuschung.

Ich habe mich tierisch aufgeregt und erzählte meiner Therapeutin auf Station davon. Und natürlich glaubte mir keiner.

Von da ab kam dann die Diagnose "Manie" in meine Akten und Leponex auch.

Da ich Beweise und Zeugen (von draußen) hatte, half mir der Oberarzt. Der wurde daraufhin aber versetzt und am Ende hatte ich nicht die Kraft, den Stationsarzt zu belangen.

Tja, so wurde ich als "manisch" abgestempelt. Ich will kein Mitleid. War ja meine eigene Schuld, dass ich mich mit dem Stationsarzt eingelassen habe. Und heute kämpfe ich mit dem Ausschleichen. Werde morgen mal den Link von Dir besuchen.

Ich danke Dir ganz herzlich fürs Zuhören und die Gedanken, die Du Dir zu meinem Thema machst. Es tut unendlich gut zu wissen, dass ich mit meinem Problem nicht alleine bin, sondern dass es Menschen gibt, Dir mir dazu schreiben und Mut machen.

Liebe Grüße
P.

phammelrath
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Re: Absetzen von Leponex + Tegretal

Beitragvon phammelrath » Do 8. Mär 2012, 17:20

Hallo Fluuu,

habe gerade erst bei Dir entdeckt, dass Du :

- Aufnahme an der Kunstakademie
- Heilpraktiker für Psychotherapie (in Ausbildung)
- Neurolinguistisches Programmieren (NLP) Master-Trainer

machst. Alle Achtung. Respekt !!

LG
P.

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Remedias
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Re: Absetzen von Leponex + Tegretal

Beitragvon Remedias » Do 8. Mär 2012, 18:23

Hallo, liebe Petra,
erst mal eine blöde Frage, die ich bei den FAQ's nicht gefunden habe. Wie schafft Du es, meinen ursprünglichen Text einzufügen und darunter Deine Antwort zu schreiben ?
Wenn du antwortest, markierst du den text, den du zitieren willst, mit der Maus, und drückst dann oben rechts auf "zitieren".
Dann erscheint der ausgewählte text in deiner Antwort.

Erstmal danke für deine Offenheit. Hätte es auch verstanden, wenn du deine Geschichte nicht erzählen hättest wollen.
Ich hatte die Depressionen nur 1 x und das in 1996 (mein Lebenspartner lag morgens tot neben mir im Bett).
Das war bestimmt ein Schock für dich und deine Depression eine reaktive Erkrankung.
Als ich mich 1996 nach vielen Monaten in der Psychatrie von der Depression erholt hatte, nahm ich dort auf Station an einer Studie teil. Dadurch hatte ich viel Kontakt zum Stationsarzt, der gerade frisch promoviert war.

Damals wußte ich noch nicht, dass es "Mißbrauch Schutzbefohlener" ist, wenn der eine Beziehung mit mir anfängt. Also hab ich mich drauf eingelassen. Bis ich durch einen dummen Zufall erfuhr, dass er parallel ein Verhältnis mit einer anderen Patientin hatte.

Gerade hatte ich mich vom Tod meines Lebenspartners erholt und dann diese Enttäuschung.

Ich habe mich tierisch aufgeregt und erzählte meiner Therapeutin auf Station davon. Und natürlich glaubte mir keiner.
Leponex ist ein Medikament gegen Psychosen. Das heißt schon, das dir keiner geglaubt hat, sondern es als Manie abgetan haben.
Trotzdem erscheint mir eine Medikation von 15 Jahren sehr viel. Nach einer einzigen Episode.

Bei dem Stationsarzt handelt es sich auf alle Fälle um emotionalen Missbrauch. Du warst in einer Ausnahmesituation.
Schade, dass er nie belangt wurde.

liebe Grüße Remedias

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Re: Absetzen von Leponex + Tegretal

Beitragvon phammelrath » Fr 9. Mär 2012, 10:47

Hallo Remedias,

tja, der Arzt ist Vergangenheit und arbeitet übrigens immer noch in der Klinik.

Ich möchte jetzt nach vorne schauen und endlich meine Medis und die Depression in den Griff bekommen.

Ansonsten verliere ich auch noch meinen Lebenspartner, der völlig überfordert mit mir ist. Nicht zuletzt, weil ich durch die Medis keine Libido (also keinen Sex) mehr habe. :-( Meinst Du, dass sich das nach dem Ausschleichen wieder bessert ?

Mit anderen Worten : ich bleibe jetzt bei meiner reduzierten Medikamentation (75 mg Leponex + 300 mg Tegretal) bis ich Anfang April den Termin bei der NEUEN Neuroligin habe und suche mir hier und im Angstforum Rat, wie ich am besten mit meiner Depression umgehen kann.

Sobald sich was Neues tut, melde ich mich wieder bei Dir.

Liebe Grüße
Petra

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Re: Absetzen von Leponex + Tegretal

Beitragvon Remedias » Fr 9. Mär 2012, 15:12

Hallo, Petra
Ansonsten verliere ich auch noch meinen Lebenspartner, der völlig überfordert mit mir ist. Nicht zuletzt, weil ich durch die Medis keine Libido (also keinen Sex) mehr habe. :-( Meinst Du, dass sich das nach dem Ausschleichen wieder bessert ?
Das ist eine sehr typische Nebenwirkung von Neuroleptika.(Und von manchen Antidepressiva auch).
das dürfte sich aber schon mit der Reduktion verbessern und ist eben kein bleibender Schaden.

Ich hatte unter hoher Dosierung auch keinen Zyklus mehr, das hat sich durch die Reduktion auch wieder normalisiert
(und die libido wird ja hormonell gesteuert.)

Ich wünsche dir auf jeden fall, dass du mit der neuen Ärztin mehr Glück hast als mit den alten!

Lass mal wissen, wie das erste Gespräch verlief.

liebe grüße remedias

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Re: Absetzen von Leponex + Tegretal

Beitragvon phammelrath » Fr 9. Mär 2012, 17:15

Liebe Remedias,

danke für die Info. Das gibt mir zumindest Hoffnung. Und meinem Lebenspartner natürlich auch. Er hält schon seit 5 Jahren zu mir und hatte schon alle Hoffnung (wie ich auch) aufgegeben. Hatte schon gedacht, ich wäre die letzten 5 Jahre frigide geworden.

Dass ich (55) schon seit 15 Jahren keine Regel mehr habe fand ich eigentlich prima. Mein Frauenarzt konnte sich allerdings nicht erklären, warum ich mit 40 schon in den Wechseljahren sein soll. Jetzt weiß ich, dass es zumindest die Möglichkeit gibt, dass die Medis daran schuld sein können. Sehr beruhigend zu wissen.

Wish you a nice weekend.

Liebe Grüße
phammelrath

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Re: Absetzen von Leponex + Tegretal

Beitragvon Remedias » Fr 9. Mär 2012, 18:06

Liebe Petra,

das keine Regel kommt, dürfte aber auch einem "normalen" Frauenarzt bekannt sein.
Also meine Frauenärztin wußte das.
durch die Unterdrückung von Dopamin steigt der Prolaktinspiegel an.
( Meiner war beispielsweise um das 18fache erhöht).
Das Prolaktin verhindert die Regel. Wenn man Pech hat, schießt auch Milch ein.
Spätestens dann sollte man das Neuroleptikum absetzen oder reduzieren. Prolaktin fördert das Wachstum bestimmter Tumore.

heißt das, dass man dir in 15 Jahren nie einen Prolaktin- Spiegel abgenommen hat?
Das ist das erste, was man tut, wenn durch Neuroleptika die mens ausbleibt.

liebe grüße remedias

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Re: Absetzen von Leponex + Tegretal

Beitragvon phammelrath » Sa 10. Mär 2012, 16:09

Hallo Remedias,

tja, so ist das mit den Ärzten.

Frauenärzte kennen sich auch nicht immer unbedingt in anderen Fachgebieten aus. Bei der Menge von Patienten, die sie täglich behandeln, sind sie vielleicht auch überfordert.

UND : Ärzte sind auch nur Menschen und können Fehler machen.

NUR : soviele Fehler, wie meine Neurologen bei mir schon gemacht haben, sind mir bei anderen Ärzten in meinem ganzen Laben (55 J.) nicht vorgekommen.

Da freu ich mich schon, dass ich eine gute Hausärztin gefunden habe, die den Menschen ganzheitlich sieht, ständig auf Fortbildungen geht und als Zusatzausbildung auch noch Psychotherapeutin gelernt hat. Es gibt also auch gute Ärzte.

Liebe Grüße
Petra

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Re: Absetzen von Leponex + Tegretal

Beitragvon fluuu » Di 13. Mär 2012, 13:02

Wenn man Leiden im Leben zu kurieren hat wofür Ärzte notwendig sind
ist es sinnvoll, wenn man den zu dem man Vertrauen hat als Guten empfindet.
Wenn es nicht so ist kann auch die tollste Methode nicht heilsam sein.
Eine Testmöglichkeit ist die Vorstellung der Arzt würde einem die Hand auflegen,
hätte das eine positive Wirkung? Wenn nicht unbedingt den Arzt wechseln.
gruß fluuu

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