nach vergessenen Tabs wieder weniger "funktionierend"

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neue Schuhe?
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nach vergessenen Tabs wieder weniger "funktionierend"

Beitragvon neue Schuhe? » Fr 9. Dez 2011, 14:41

Ich glaube, ich habe einen Blödsinn gemacht.

Vor einiger Zeit war ich bei einer ganzheitlichen Untersuchung einer traditionell-chinesischen Medizin, die Ärztin hat gesagt, meine Leber wäre "schwer" (funktioniert also nicht mehr ganz so einwandfrei). Als ich mich in einer Apotheke in Bezug auf Schüssler-Salze kurz beraten lassen habe, meinte die Apothekerin, für mich wäre eine best. Nummer gut (welche, weiß ich nicht mehr), weil meine Haut einen etwas gelblichen Unterton zeigt (das zeigt mir wieder, dass meine Leber etwas eingeschränkt ist). Meine Blutwerte sind nicht auffällig, natürlich nicht, denn die Grenze einer Auffälligkeit ist erst ab Blutwerten bei einer Einschränkung der Leber um 70 % (so weit ist es bei mir scheinbar noch nicht) festgesetzt worden. So lange wollt ich aber nicht warten, deshalb wollt ich beginnen, meinem Körper so wenig "Gifte" wie möglich anzutun. D.h. möglichst (oder so viel wie möglich) bio-Nahrung, Naturkosmetik und keine Medikamente.

Also hab ich meine Antidepressiva abgesetzt (zum psychosozialen Dienst geh ich schon lange nur mehr um mir die Medikamente verschreiben zu lassen, hab aber sonst nur einen Arzt als Ansprechpartner, der damit überfordert ist, wenn man ihm persönliches über sich erzählt. und damit bin ich überfordert, hab in meinem Elternhaus zur genüge erlebt, dass ich nicht ertragen wurde, muss mir das nicht weiterhin antun). Eine andere Ärztin ist dort wie eine schlechte Beamtin, hat mich behandelt, als wär ich schuld (woran auch immer). Vom PSD wechsel ich deshalb nicht zu einer niedergelassenen Ärztin oder einem niedergelassenen Arzt, weil die PSD-Sozialarbeiterin sehr gut und engagiert ist (ihre Unterstützung möchte ich nicht missen, wenn es um Durchsetzung von manchen Rechten geht wie bspw. den Anspruch auf eine Gemeindewohnung, die ich ohne ihr nie bekommen hätte).

Nun war ich also nicht mehr sonderlich motiviert, meine Antidepressiva zu nehmen, hab nicht mehr sonderlich Wert drauf gelegt und hab sie in der Folge öfter vergessen. Die Konsequenz hatte sich auch schon bald eingestellt: Ich bin wieder viel langsamer geworden, das Denken fiel mir schwerer, meine Mitschwingungsfähigkeit war auch sehr eingeschränkt und ich fühlte mich wie "total aus dem Kontext gerissen" (also auch das Gefühl, dass die Zeit still steht). Da hab ich die Notwendigkeit des weiteren Antidepressiva-Konsums eingesehen und hab sie wieder angefangen, regelmäßig zu nehmen. Jetzt hab ich aber folgendes bemerkt, dass sich mein "normales Niveau" noch nicht eingestellt hat (folgende Punkte):

Davor hab ich gemerkt, dass ich emotional nicht mehr so abhängig von meiner Mutter bzw. dass ich mich nicht mehr von einem Umsorgt-werden abhängig mach. Wenn ich jetzt an meine Mutter denk, steh ich ihr wieder ambivalent gegenüber deswegen weil ich mich wieder abhängig mach vom umsorgt-werden.
Ich hab auch nicht mehr versucht, Mitleid bei anderen zu heischen. Jetzt besteht wieder dieses Bedürfnis, das ich zwar versuche, im Zaum zu halten, aber nicht weiß, wie lang das noch gut geht.

Weiß wer, ob das ursprünglich erreichte psychostrukturelle Niveau wieder rasch erreicht werden kann, wenn der ursprüngliche Medikamentenspiegel im Blut wieder hergestellt ist?

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moni
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Re: nach vergessenen Tabs wieder weniger "funktionierend"

Beitragvon moni » Di 13. Dez 2011, 22:39

Hallo!

Wie lange nimmst du denn nun die ADs wieder regelmässig? Ein paar Wochen solltest du dir schon Zeit geben, um die Wirkung beurteilen zu können.
Es kann jedoch immer sein, dass bei ein und demselben AD nach einem Unterbruch und dann erneuter Einnahme sich nicht mehr die gleiche Wirkung einstellt wie davor. Leider weiss man nie zum vornherein, ob ein AD noch mal dieselbe Wirkung bei einem entfalten wird oder nicht.

LG moni
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Re: nach vergessenen Tabs wieder weniger "funktionierend"

Beitragvon neue Schuhe? » Mi 14. Dez 2011, 17:19

oh je, na ich hoffe schon, seit letzten Mittwoch nehm ich sie wieder regelmäßig.
Hab gemerkt, dass ich wieder mehr aus mir raus komm, aber so wie vorher ist's (noch) nicht. Ich spür mich nicht. Weiß nicht, ob das mit einer erneuten Zunahme der Depression (unabh. von den ADs) zusammenhängt oder weil die ADs nicht (mehr) die Wirkung von vorher entfalten. k.A. jedenfallsl danke für die Antwort!

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Re: nach vergessenen Tabs wieder weniger "funktionierend"

Beitragvon blacky667 » Mo 19. Dez 2011, 18:57

hallo miteinander,
da geb ich dir sehr recht moni.
hab des selber miterlebt und erleb ich heut immer noch die nachfolgen.
eigentlich ist es eine ganz gefährliche sache ,aber mann glaubt es erst wenns dann passiert ist.!!!
...war davor schon 4jahre auf lithium eingestellt,und alles lief recht gut ,ich fühlte mich stark und motiviert ,niemand konnte mich stoppen ,
mir gings schon so gut das ich mich entschlossen hatte
ein leben ohne medikamente "tablette brauch ich nicht mehr,und im endeffekt warens genau die,das lithium was mich so stabil hielt,
.auf jeden fall 2003 als ich mit meiner ausbildung fertig wahr .hab ich lithium abgesetzt ,alles immer unter beobachtung mit meinem immer noch arzt.
bin dann noch ein jahr übernommmen geworden,aber was kommte war eine ganz böse lithium depression!!!!!auf einmal gings mir ganz dreckig,da
war des vorher ein witz.hab dann mit meinem arzt einiges ausprobiert,kein erfolg.....bin dann auch zum ersten mal in eine psychatrie gekommen.
die sache war: egal was die mir gaben es wirkte nicht mehr.dann "diagnose depression therapieressistend",
hab dann 10ekt behandlungen bekommen.danach wieder rumprobiert ging net wirklich was!!ja gut wirst dann halt entlassen und dann mach mer halt.
das ging dann wieder drei jahre so,dann war ich wieder in der klapse.....ohne erfolg.ekt!!!wieder entlassen worden ,hab mich halt so über wasser gehalten,
bis ich das elontril300 bekam keine ahnung hat schon gwirkt aber irgendwie net richtig.inzwischen sind 8jahre vergangen und ich kämpfe immer noch.
das tolle war noch ,hinter jedem dieser rückfälle hing auch ein job dran,ist sehr unangenehm ,man kann sich des so vorstellen du fliegst hin,
dann stehst du langsam wieder auf und steigst stufe für stufe die leiter hoch und kurz bevor du ins ziel kommst fliegst wieder auf die fresse.
war jetzt über eine leih firma bei einer grossen firma,mit übernahme chancen ,und ich habs voll verbockt,ja klar:"du kannst nichts dafür du hast eine krankheit" und so blablabla"bin dann als ich mich krankgemeldet habe auch sofort gekündigt worden,bin seit dem 23.11.11 jetzt in intensiver behandlung ,hock jetzt hier und warte auf mein clomipramin bis die stimmungsauhellende wirkung kommt !!!!nehme das medi.schon heut ist der 19tag dazu noch lithium,lamotregen,elontril300,l-thyroxin100 und clomipramin150.also richtigen antrieb hab ich schon kann net mal mehr einschlafen.aber der andere effekt meldet sich net wirklich.hab jetzt wieder voll schiss das es net wirkt;aber wenn der erste effekt schon da ist dann hat es doch angeschlagen oder!!!!vlt.kann mir ja jemand weiter helfen,würd mich sehr freuen,danke

mfg
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Re: nach vergessenen Tabs wieder weniger "funktionierend"

Beitragvon neue Schuhe? » Di 20. Dez 2011, 13:02

Hallo!

Tut mir leid, wegen deiner langen Leidensgeschichte!

Hab selbst auch einen längeren Leidensweg beschritten, bevor ich meine Edronax bekommen hatte. Kein Antrieb 8 lange Jahre lang. War in Therapie, sicher, in analytischer, es ist zwar etwas weitergegangen, Sachen hatten sich verändert, aber meine Antriebslosigkeit war immer da, die ganze Zeit, war mein ständiger Begleiter. Ich hatte es schon so satt, hatte deshalb auch Suizid-Versuche hinter mir, auch fast in eine Berufseingliederungsmaßnahme eingegliedert worden (was eigentlich irrsinnig war von der ganzen Organisation, denn was für einen Sinn hat es, eine Person arbeiten schicken zu wollen, der sich grad mal dazu durchringen kann, sich Haferflocken und Milch beim Zielpunkt zu besorgen, um nicht zu verhungern). Da hatte ich es entgültig satt und hatte meinen letzten Suizid-Versuch. Die im KH haben mir dann auf Edronax eingestellt und mich nach Ybbs weiterempfohlen. War eine psychoanalytisch Orientierte Station mit 3 monatiger Aufenthaltszeit (und 4-6-monatiger Wartezeit), das hatte mir geholfen. Hatte nachher versucht, die Tabs abzusetzen, ist mir nicht gelungen, hatte gemerkt, dass ich keine Freude hab an Dingen, die ich mit Tabs hatte. Hab die Dinger wieder geschluckt, war wieder in Ybbs und es ging mir noch besser (mehr emot. Unabhängigkeit). Jetzt hab ich ein paar Mal vergessen bzw. war nicht motiviert gewesen, die Dinger weiterhin zu schlucken, war wie aus meinem Kontext gerissen, war total in mir drin gefangen, ich hatte kaum Draht zur Außenwelt. Ich glaube, heute und viell. die nächsten zwei Jahre sind und wären die denkbar ungünstigsten Zeiten, mich von den Dingern zu verabschieden. Ich nehme die Tabs wieder und es geht mir schon wieder viel besser, aber so emot. unabhängig und bin ich noch nicht wie vor dem Absetzen.

Ich hab nochmal vor, nach Ybbs zu gehen, das hilft mir sehr und ich setz schon drauf, dass ich eines Tages auch beginnen kann, ohne den Tabletten zu leben.

Ich hoffe, du findest auch einen Weg für dich, um mit den Medikamenten und dir selbst zurechtzukommen. Ich weiß jetzt nicht, was für eine Therapie du gemacht hast, aber Ybbs kann ich nur weiterempfehlen (wenn ich auch Kritikpunkte sehe bei denen, aber helfen tut's auf jeden Fall).

lieben Gruß
schöne Schuhe?

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moni
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Re: nach vergessenen Tabs wieder weniger "funktionierend"

Beitragvon moni » Mi 21. Dez 2011, 14:41

Hallo blacky667
nehme das medi.schon heut ist der 19tag dazu noch lithium,lamotregen,elontril300,l-thyroxin100 und clomipramin150
Das ist ein ziemlicher Cocktail, den du da zu dir nimmst ... vor allem mehrere ADs gleichzeitig - warum das? Wie kannst du dann noch wissen, wie das einzelne AD bei dir wirkt?
also richtigen antrieb hab ich schon kann net mal mehr einschlafen.aber der andere effekt meldet sich net wirklich.hab jetzt wieder voll schiss das es net wirkt;aber wenn der erste effekt schon da ist dann hat es doch angeschlagen oder!!!
Die antriebssteigernde Wirkung kommt meistens viel schneller als die stimmungsaufhellende. Darin liegt bei Neueinnahme eines ADs in suizidalen Phasen auch eine Gefahr. Leider gibt es aber keine Garantie, welche der beiden erwünschten Wirkungen eines ADs in welchem Mass einsetzen wird und ob überhaupt - es bleibt wirklich nichts anderes, als es auszuprobieren. Mit 19 Tagen Einnahme hast du ja schon weit durchgehalten :) - nochmals etwa 10 Tage, und es sollte für dich klarer sein, wie das Medi bei dir wirkt. Aber wie gesagt - der Cocktail macht eine Aussage für ein einzelnes Medi wohl etwas schwieriger.

Setzt du ausschliesslich auf medikamentöse Therapie, oder hast du auch anderweitige therapeutische Begleitung?

LG moni
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Re: nach vergessenen Tabs wieder weniger "funktionierend"

Beitragvon blacky667 » Mi 28. Dez 2011, 07:01

hallo neue schuhe,hallo moni

freut mich das da jemand ist mit dem ich über mein problem sprechen kann!!!danke euch
kann das normalerweise garnet ,die leute die ich kenne verstehen einfach die problematik bei der ganzen sache nicht.sind auch fast
keine psychos.
also meine geschichte fing an als ich 16 war.mein arzt und die in der klinik,diagnosdizirten das es bei mir von innen her kommt,
also endogen.hab die krankheit vererbt bekommen!in meiner familie väterlicher seite aus gibts mehrere fälle die das auch haben.
die medis.die ich nehme sind eigentlich so aufgeteilt:lithium und lamotrigen sind stabiliesirer also das ich net ins manische oder depressive falle,soll
halt so ne mitte machen.elontril wird grad langsam ausgeschlichen ,bin jetzt bei der hälfte=dopamin ,noradrenalin we.;clomipramin=serotonin,noradrenalin we.
dann l-thyrox wegen der unterfunktion der schilddrüsse ,im prinzip 1xstabiliesirer,1xAD.das problem bei mir war schon immer das wenn die depris kommen
die ziemlich heftig sind , und glaubt mir hab schon einiges testen müssen und wirkte ja nicht wirklich, deswegen auch die ganzen tabs.
hat sich in der zeit so entwickelt.meine krankheit bipolare störung kann man nur medikamentös behandeln ,natürlich auch gespräche wie jetzt und mit meinem doc.,bin ja schlieslich kein roboter :)
aber hauptsächlich mit medikation,da ich eine gehirnstoffwechsel störung habe.irgendwas ist in meim hirn ist nicht im gleichgewicht!!!das dann mit den medis ausgeglichen wird.werde bestimmt und ich glaaube auch sicher mein lebenlang die dinger schlucken müssen.habs ja probiert,und kämpf da heut noch damit weil ich lithium abgestzt hab!
die medis.wirken also !,sonst wäre ich glaub nicht mehr auf dem planeten .hab jetzt tag28 clomipramin hinter mir .merk heut morgen das sich irgendwas verändert hat,ich glaub die
dinger kommen langsam,bin da aber immer vorsichtig weil ich schon lange entäuscht werd.auf jeden fall dank euch für das interesse!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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Re: nach vergessenen Tabs wieder weniger "funktionierend"

Beitragvon Remedias » Mi 28. Dez 2011, 12:47

Hallo Blacky,
das mit der therapieresistenten Depression nach Absetzen von Lithium hat mir auch eine Therapeutin, mit der ich befreundet bin, von einem ihrer Patienten erzählt. das scheint öfters vorzukommen. Und war auch der Grund, warum ich Lithium nicht "ausprobiert" habe, wie mir von Ärzten vorgeschlagen wurde. Wie geht es dir jetzt?

liebe Grüße Remedias

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Re: nach vergessenen Tabs wieder weniger "funktionierend"

Beitragvon blacky667 » Fr 30. Dez 2011, 08:27

hallo remedias,
weiss grad selber nicht wie ich mich fühl oder wie es mir geht!hab heut mein 30tag,von dem AD hinter mir!
und merk net wirklich was !so leichte ansätze merk ich schon,das ist aber unterschiedlich ,mal abends oft!
und vor 2tagen wars auch schon morgens!vlt.dauerts bei mir so lang ,mein arzt hat mir erklärt das es bei jedem verschieden ist,weil
durch die einnahme erst mal über die leber und dann ins gehirn ,also bis der spiegel sich aufbaut.
bei lithium dauert es ein halbes jahr.das sind prozesse die seine zeit brauchen,also kann man nicht
genau sagen.hoff des ist bald vorbei ,wenn die leute da draussen wüssten was wir da durchmachen müssen,die haben doch keine ahnung.
glaub auch das sie dann ein bischen überlegen würden was sie denken und sagen!!!gab auch schon so leute die es einfach nicht ausgehalten
haben und selbstmord machten.weil ist echt extremer druck und hoffen und gedult!!! ,mach des jetzt zum 5oder 6mal mit und es ist jedesmal der gleiche film,das ist
wirklich unglaublich immer die gleichen symptome !und auch jedesmal eine neue herausforderung,ein richtiger kampf..


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