Atypische Neuroleptika: Unterschiedliche Wirkung in der Off-

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Mirjam
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Atypische Neuroleptika: Unterschiedliche Wirkung in der Off-

Beitragvon Mirjam » Di 4. Okt 2011, 20:31

aerzteblatt.de Donnerstag, 29. September 2011
Medizin Atypische Neuroleptika: Unterschiedliche Wirkung in der Off-Label Anwendung

Santa Monica – Atypische Neuroleptika werden zunehmend außerhalb der zugelassenen Indikationen eingesetzt. Nach einer Untersuchung der RAND Corporation im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2011; 306: 1359-1369) ist die Off-Label-Anwendung nicht immer evidenzbasiert.

In den USA werden neun atypische Neuroleptika angeboten. Die Indikationen sind Schizophrenie, bipolare Störungen und unter bestimmten Bedingungen auch Depressionen. Wirkung und Sicherheit sind hier durch klinische Studien dokumentiert. Das ist bei der Off-Label-Anwendung nicht der Fall. Auf sie entfällt ein steigender Anteil der Verordnungen, die sich in den USA innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt haben.

Im Auftrag der Agency for Healthcare Research and Quality, die in den USA evidenzbasierte Empfehlungen herausgibt, hat Alicia Ruelaz Maher von der RAND-Corporation, einem unabhängigen Think Tank aus Santa Monica/Kalifornien, die Studienlage zusammengefasst. Ihre Übersicht und Meta-Analyse basieren auf 162 klinische Studien und 231 Beobachtungsstudien.

zum Thema

* Abstract der Studie
* Pressemitteilung von JAMA
* Pressemitteilung der RAND Corporation

Sie zeigen, dass Wirkung und Nebenwirkungen der Wirkstoffe sich bei den einzelnen Indikationen stark unterscheiden können. Bei der Behandlung von Verhaltensstörungen von Demenzpatienten erzielen laut Maher Aripiprazol, Planzapin und Risperidon eine schwache, aber signifikante Wirkung. Die Studien verwendeten dabei in der Regel die Hälfte der Dosis, die zur Behandlung von Schizophrenie oder bipolarer Störung erforderlich sind.

Bei generalisierten Angststörungen wurde mit Quetiapin in drei größeren Studien eine mäßige Wirkung erzielt: Die Chancen auf ein günstiges Ergebnis nach 8 Wochen stieg den Berechnungen Mahers zufolge gegenüber Placebo um 28 Prozent.

Bei Zwangsstörungen lagen die Ansprechraten unter Risperidon dagegen 4-fach höher als unter Placebo. Bei der post-traumatischen Belastungsstörung würden ebenfalls mit Risperidon Erfolge erzielt, schreibt die Autorin. Sie verweist darauf, dass die Medikamente in den Studien meist bei Patienten eingesetzt wurden, die auf die Standardtherapien nicht angesprochen hatten.

Atypische Neuroleptika sind aber nicht frei von Nebenwirkungen. Dazu gehört ein leichter, aber signifikanter Anstieg der Sterberate bei älteren Demenzpatienten: Maher errechnet eine Number Needed to Harm (NNH) von 87.

Für Risperidon sei auch ein Anstieg der Schlaganfallrate dokumentiert (NNR 53). Extrapyramidale Symptome würden bei älteren Patienten ebenfalls häufiger beobachtet (NNH 10 für Olanzapin und 20 für Risperidon). Eine weitere mögliche Komplikation bei älteren Menschen seien Harnwegsinfektionen (NNH 16 bis 36).

Bei jüngeren Patienten kommt es laut Maher häufiger zur Gewichtszunahme (vor allem bei Olanzapin), Abgeschlagenheit, Sedation, zur Akathisie (bei Aripiprazol) oder zu extrapyramidalen Symptomen. Wegen dieser Nebenwirkungen sollten atypische Neuroleptika außerhalb der Zulassungsgrenzen zurückhaltend eingesetzt werden, rät Maher, zumal sie nicht immer wirksam sind. Unbewiesen sei ihr Einsatz bei Patienten mit Drogenproblemen und bei Essstörungen. © rme/aerzteblatt.de

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Remedias
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Re: Atypische Neuroleptika: Unterschiedliche Wirkung in der Off-

Beitragvon Remedias » Mi 14. Dez 2011, 19:06

Bei Zwangsstörungen lagen die Ansprechraten unter Risperidon dagegen 4-fach höher als unter Placebo. Bei der post-traumatischen Belastungsstörung würden ebenfalls mit Risperidon Erfolge erzielt, schreibt die Autorin. Sie verweist darauf, dass die Medikamente in den Studien meist bei Patienten eingesetzt wurden, die auf die Standardtherapien nicht angesprochen hatten.
Schon interessant; ich habe von Risperidon Ängste und Zwänge BEKOMMEN:(

liebe Grüße Remedias


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