Guter Psychiater gesucht! Hilfe beim Absetzen von NL

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Feuerchen
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Re: Guter Psychiater gesucht! Hilfe beim Absetzen von NL

Beitragvon Feuerchen » Sa 23. Jul 2011, 23:52

Hallo Fellzunk,

Ich bin auch nicht aus dem Raum Köln, weshalb ich Dir leider auch keine Empfehlung aussprechen kann.

Ich kann aber Deine Einstellung und die Deiner Frau verstehen.... Ich selber habe einen guten Arzt gefunden, der sehr offen gegenüber einer kritischen Einstellung zu Neuroleptikas ist.

In dem Thread über Depressive Krise hab ich einen Link gefunden, den lordi reingestellt hat.

Vielleicht hilft dir diese Seite weiter, einen passenden Arzt/Therapeuten zu finden.

Ich kopier dir mal den Link rein. Vieleicht kannst Du ja damit was anfangen?:

http://www.jameda.de/

Liebe Grüße
Feuerchen

shadow
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Re: Guter Psychiater gesucht! Hilfe beim Absetzen von NL

Beitragvon shadow » So 24. Jul 2011, 10:17

@ Remedias

Stimmt, und weisse Raben gibts bekanntlich selten. Man sollte nicht unnütz Zeit mit der Suche nach ihnen verschwenden.


@ Fellzunk

Wozu braucht deine Frau überhaupt einen Arzt, der gnädigst damit einverstanden ist, wenn sie Neuroleptika absetzen will? Will sie sich nicht gleich vollends entmündigen lassen? Sie ist doch die Betroffene, die die Folgen so oder so ausbaden muss. Ob sie sich nun weitere Monate oder gar Jahre an Neuroleptika gewöhnt, sich diverse Schäden damit einhandelt und trotzdem irgendwann einen Rückfall bekommt. Oder ob sie zu schnell oder zu einem ungünstigen Zeitpunkt absetzt.
Dass man nicht abrupt absetzen soll, weiss sie ja.

Also nach der 10%-Regel. Erstmal 10% weniger und sehen, wie es sich auswirkt. Dann die nächsten 10%. Die 10%-Regel ist entstanden, weil es Betroffene gibt, denen es am Ende immer schwerer fällt, je geringer die Dosis wird. (Können auch 25% sein, wenn vorher nicht so viel genommen wurde) Ein Zeitraum von 2 Jahren ist da nicht vorgeschrieben. Können auch wenige Wochen sein. Bei einem Kleinkind im Haushalt wäre ich allerdings vorsichtiger. Muss jeder selbst sehen, wie es ihm geht, bevor er den nächsten Schritt macht. Ob sich Schlafstörungen, Nervosität oder sonstige Störungen einstellen. Und vor allem auch, ob Stress aus der Umwelt dazukommt.

Was spricht dagegen, dass sie sich das Zeugs weiterhin verschreiben lässt, nebenbei herunterdosiert und den Überschuss in Schubladendepots anlegt. Investition in Sachwerte ist angesagt. Auch Medikamente sind Sachwerte für diejenigen, die sie brauchen. Und mit einem Kind muss sie sowieso vorsorgen für Zeiten, wo sie es vielleicht mal wieder braucht, aber keiner mehr verschreibt, weil kein Geld mehr da ist, nachdem Deutschland vollends ausgeplündert ist. Die Rettungsintervalle werden schließlich immer kürzer.
http://www.cashkurs.com/Detailansicht.8 ... Uid]=10418 (kompletten Link eingeben. Wird beim Anklicken abgeschnitten) Oder meint wer, dass der Bondmarkt nachher Sonderkonditionen für deutsche Patienten einräumt oder Pharmafirmen noch irgendwohin liefern, wo kein Geld mehr zu verdienen ist. Oder Ärzte noch gratis arbeiten.

Und für die Schublade, für die Reisetasche etc. muss deine Frau ja auch noch was haben. Dort entfaltet es in mir bekannten Fällen seit Jahren ein gute psychologische Wirkung und ganz ohne Nebenwirkungen. Es hält ja schließlich ein paar Jahre und lässt sich bei Bedarf nach Verfallsdatum rotierend verbrauchen.

Mirjam
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Re: Guter Psychiater gesucht! Hilfe beim Absetzen von NL

Beitragvon Mirjam » So 24. Jul 2011, 15:24

600mg Seroquel in Form von Retard-Kapseln.
Hallo Fellzunk !

Bei Retard-Tabletten unbedingt beachten, dass man die nicht teilen (zerschneiden) darf !

Wie hat sie denn die Tabletten? Also zwei Tabletten a 300 mg ? Dann ist das so eine Sache mit dem Runterdosieren auf eigene Faust. Weil sie dann ja eigentlich nur auf die Hälfte gehen kann. Ich habe 300 mg so abgesetzt, dass ich statt jeden Tag, erstmal jeden zweiten Tage eine genommen habe. Wenn ich nach etwa fünf Tagen gemerkt hab, dass das gut geht, hab ich erst am dritten Tag eine genommen usw. Ich hab praktisch mit Zeitabständen abgesetzt. Und dann eben die letzte 300 mg Tablette. Dann wars mir aber eine Woche kotzübel. Übrigens habe ich das Absetzten schon zu einem früheren Zeitpunkt versucht, da ging es mir aber nicht gut dabei. Das heißt ich hab dann weitergemacht.



Hallo Shadow !

Das mit dem Tabletten-Bunkern find ich ein bisschen merkwürdig. Erstmal, soo lang haltbar sind die nun auch wieder nicht. Außerdem find ich das der Gemeinschaft, derjenigen, die in ihre Krankenkassen zahlen gegenüber nicht korrekt. Die Dinger sind zum Bunkern (und hinterher wahrscheinlich zum Wegschmeißen) ein bisschen teuer!!!! Dann: Mal nehmen, mal nicht nehmen, dann wieder nehmen.... ? Ist das nicht leicht provozierend für die Seele?
LG
Mirjam

shadow
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Re: Guter Psychiater gesucht! Hilfe beim Absetzen von NL

Beitragvon shadow » So 24. Jul 2011, 18:08

@ Mirjam

Dein Einwand mit den Retard-Tabletten ist berechtigt. Vielleicht ist ein Umstieg auf andere Tabletten möglich. Wieso sowas überhaupt erst verabreicht wird, möchte ich mal wissen. Vielleicht aus dem gleichen perfiden Grund, wie auch Depotspritzen verabreicht werden. Damit sich Betroffene leichter zu Dauerabnehmen machen lassen und nachher nicht mehr wissen, wie sie noch davon runterkommen sollen.
Die nächste und "beste" Medikamentengeneration ist bereits in der Entwicklung. Tabletten mit Kontrollcodes. Damit jeder, der es nicht will, von Stalkergemeinschaften aus sozialpsychiatrischen Diensten, Psychiatrieärzten und Richtern permanent kontrolliert werden kann, ob er auch ja "seine Medikamente" nimmt.
http://info.kopp-verlag.de/hintergruend ... codes.html

Von mal nehmen und mal nicht nehmen hatte ich nichts geschrieben, lediglich von runterdosieren. Außerdem kann keiner irgendwelche Prognosen stellen und wissen, ob sie nicht irgendwann mal einen Rückfall hat. Und das kann durchaus auch noch innerhalb des Verfallsdatums sein. Mal abgesehen davon, dass die nicht am gleichen Tag unwirksam werden.
Wieso Betroffene, die sich ein paar Schachteln zur psychologischen Beruhigung in der Schublade halten und sich nach und nach ganz aus der psychiatrischen Behandlung verabschieden, die Gemeinschaft der Beitragszahler mehr schädigen sollen, als diejenigen, die aus ihrer anerzogenen Expertengläubigkeit heraus permanent zum Arzt rennen, weiss ich nicht.
Und wenn einer die Tabletten am Ende wegschmeisst, weil sie zu alt geworden sind, was ist dann? Dann hat er die Beitragszahler trotzdem weniger geschädigt, als wenn sich er jahrelang zum Dauerkonsumenten macht, sich Schäden einhandelt, die extra behandlungbedürftig sind, wie z.B. Parkinson oder Diabetes. Und das alles nur um einem Rückfall vorzubeugen, von dem kein Mensch weiss, ob er in einem Jahr kommt, in fünf oder zehn Jahren oder auch sowieso nicht.

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Remedias
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Re: Guter Psychiater gesucht! Hilfe beim Absetzen von NL

Beitragvon Remedias » So 24. Jul 2011, 19:20

Hallo shadow,
der Kopp Verlag ist keine seriöse Quelle:
Außerdem, wenn der Arzt gegen Absetzen ist, kriegst du auch die normale Form statt der Retardform nicht verschreiben. Der Arzt fragt dann warum und wird merken, was man vorhat.

Hallo Miriam,
ich habe seit fünf Tagen Seroquel prolong 800 mgr auf 400 mgr reduziert. Ich musste auch um eine ganze Hälfte herunter, weil mir andere Größen nicht zur Verfügung stehen. Meine Ärztin ist nämlich auch gegen das Reduzieren.
Die ersten drei Tage war ich sehr nervös und hatte irgendwie eine Hochstimmung, als würde gleich was Besonderes passieren. Dann hat sich das gottseidank gegeben. Ich kann auch schlafen; merke fast keinen Unterschied.
Oder doch: Ich habe seit 5 Tagen keinen Hunger mehr. Ich kriege fast nix zum essen herunter. Da ich vorher 30 kg zugenommen hatte,
möchte mein Körper vielleicht sein Gewicht regeln.
Mit 400 mgr. Seroquel kann ich zunächst mal leben.

liebe Grüße Renmedias

lordi
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Re: Guter Psychiater gesucht! Hilfe beim Absetzen von NL

Beitragvon lordi » So 24. Jul 2011, 20:08

Hallo Remedias,
das ist ja super, dass du es bis hierhin geschafft hast. Weiter so!
Liebe Grüße
Lordi

shadow
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Re: Guter Psychiater gesucht! Hilfe beim Absetzen von NL

Beitragvon shadow » So 24. Jul 2011, 20:20

@ Remedias

Ist nicht neu, dass Quellen, die nicht das bringen, was in die Propaganda passt, als "unseriös" bezeichnet werden. Entweder Fakten stimmen oder sie stimmen nicht.
Pauschale Diffamierungen als "unseriös" oder was auch immer, sind billig und wenig überzeugend. Kennst du den Kopp-Verlag überhaupt? Weisst du welches Sortiment von Büchern die herausbringen und welche davon seriös sind und welche nicht?

Hier noch was zum Absetzen
http://www.psychiatrie-erfahrene-nrw.de/Wieman.html

lordi
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Re: Guter Psychiater gesucht! Hilfe beim Absetzen von NL

Beitragvon lordi » So 24. Jul 2011, 20:51

Hi shadow,
danke für den link, ich fand ihn sehr informativ.
Liebe Grüße
Lordi

shadow
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Re: Guter Psychiater gesucht! Hilfe beim Absetzen von NL

Beitragvon shadow » So 24. Jul 2011, 23:49

@ lordi

Gern geschehen. :) Ich möchte aber noch was dazusagen. In dem Link ist von Stufen von 1 bis 6 Wochen die Rede, bis man die nächste Stufe herunterdosiert. Bei Betroffenen, die noch keine Erfahrung mit sich und den Pillen haben, vielleicht noch dazu in einer Situation sind, in der sie kein Risiko eingehen können, wegen Kleinkindern, Haustieren, kranken Angehörigen oder einem Beruf, der keine erneuten Ausfälle erlaubt, wären eher 6 Wochen angebracht.
Entzugserscheinungen können auch nach 5 Wochen noch auftreten.

@ Remedias

Ich halte das für ziemlich mutig, wenn du gleich auf die Hälfte runtergehst. Zumal du auch schon längere Zeit daran gewöhnt bist, soweit ich das mitgekriegt habe. Es ist auch nicht so, dass dein Körper sein Gewicht regeln will. Der weiss gar nicht, welches Gewicht das richtige ist. Lediglich dein Gehirn ist dabei, mit Gegenreaktionen anzufangen und wie weit das geht, ist unberechenbar.
Vielleicht gehts ja gut, aber zur Nachahmung ist das nicht empfohlen. Wenn man einen Arzt hat, der einem nur die Wahl lässt, entweder auf gerademal 2 Stufen herunterzudosieren oder abhängig zu bleiben, sollte man doch besser einen anderen suchen. Sowas findet sich woanders auch noch.
Und hinterher auch mal negative Bewertungen für schlechte Ärzte im Internet bringen.

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Re: Guter Psychiater gesucht! Hilfe beim Absetzen von NL

Beitragvon Remedias » Mo 25. Jul 2011, 12:10

Hallo shadow,
ich habe schon einiges vom Kopp-Verlag gelesen; sie haben ziemlich viel Bücher von Verschwörungstheoretikern im Programm.
Manches auch arg übertrieben.
Ich weiß selber, dass ich zu schnell runtergegangen bin. Deshalb empfehle ich es auch niemandem zur Nachahmung. Erst in 4,5 Wochen werde ich wissen, ob es so geht oder zu schnell war. Im Krankenhaus wurde ich das letzte Mal wieder schnell aufdosiert.
Das mit dem Hunger und dem gewicht schreibe ich, weil es mir eigentlich immer so gegangen war, wenn ich NL abgesetzt habe.
Einmal habe ich sogar 30 kg in 3 Monaten abgenommen. Sogar der Psychiater machte mir Komplimente, obwohl er gegen das Absetzen war.
Damals ging der letzte Schritt, der auf 0 schief.
Diesmal möchte ich die Seroquel garnicht ganz los werden. Mit einer niedrigen Erhaltungsdosis kann ich leben.
Ich muss dazu sagen, ich habe durch NL 30 kg zugenommen; mich strengt alles an; mein Blutzucker ist grenzwertig und der Blutdruck auch.
Ich gelte durch den hohen BMI als fettleibig.

liebe Grüße Remedias

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Re: Guter Psychiater gesucht! Hilfe beim Absetzen von NL

Beitragvon Mirjam » Mo 25. Jul 2011, 18:11

http://www.antipsychiatrieverlag.de/ver ... setzen.htm

ein buch über das absetzen von psycho-medis.

fellzunk
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Re: Guter Psychiater gesucht! Hilfe beim Absetzen von NL

Beitragvon fellzunk » Mo 1. Aug 2011, 16:12

Hey Remedias,

danke für Deine Antwort, die leider meine Befürchtungen bestätigt.
Ich glaube ein Hauptproblem ist für die Psychiater tatsächlich ein Mangel an verlässlichen, unabhängigen Studien und natürlich die Tatsache, dass sie Verantwortung tragen, wenn es mit der Reduktion der Medikation nicht gut funktioniert. Ginge das schief, wären sie angreifbar. Eine "Überdosierung" nach Herstellerangaben lässt sich dagegen wunderbar vertreten, auch wenn die Folgen ähnlich katastrophal sein können.

Ich drück Dir die Daumen bei der weiteren Suche!

Liebe Grüße

fellzunk

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Re: Guter Psychiater gesucht! Hilfe beim Absetzen von NL

Beitragvon Feuerchen » Mo 1. Aug 2011, 18:48

Hallo Fellzunk,

Ich weiß nicht ob mein Beitrag untergegangen ist?...

Wäre nett, fellzunk, wenn du hören lassen könntest, ob der Link von Lordi, den ich dir in meinem vorigen Beitrag gesenden habe , Dir was bringt?...

Weiterhin viel Erfolg!

Liebe Grüße
Feuerchen

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Re: Guter Psychiater gesucht! Hilfe beim Absetzen von NL

Beitragvon Remedias » Mo 1. Aug 2011, 21:37

Hallo fellzunk, danke für die guten Wünsche :)

liebe Grüße Remedias


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