Wechselwirkungen SAROTEN und Cannabis

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Franz Engels
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Beitragvon Franz Engels » Fr 20. Jun 2003, 01:14

Hallo Christian,

Es wird nicht abgestritten, dass Cannabis Wirkungen hat, die auch therapeutisch genutzt werden können. Es gibt sicher eine Reihe von Menschen, die sich mit Cannabis erfolgreich selber medizieren. Zu den verschiedenen postulierten Wirkungen von Cannabis und THC mag folgender Link hilfreich sein: http://www.acmed.org/german/patients-use.htm

Meine persönliche Einschätzung zu Cannabis als Heilmittel möchte ich Ihnen aber nicht vorenthalten:
Unabhängig von den geschilderten wissenschaftlichen Bemühungen, Cannabis auch für die gezielte Therapie diverser Erkrankungen zu nutzen, die ich für sehr sinnvoll und interessant halte, ist das Kiffen zu "therapeutischen Zwecken" mit einer Reihe schwer kalkulierbarer Risiken verbunden, weshalb ich zu einer Selbstmedikation, wie Sie sie betreiben, eigentlich nicht raten kann. Dabei geht es weniger um eine mögliche unerwünschte Wechselwirkung mit Saroten. Darüber habe ich keine Angaben finden können. Es geht v.a. darum, dass der Wirkmechanismus des Cannabis resp. des THC nach wie vor nicht wirklich bekannt ist, dass die Wirkung von Cannabis von Person zu Person und von Situation zu Situation sehr unterschiedlich ist und dass Cannabis in ungünstigen Fällen Psychosen hervorrufen bzw. auslösen kann. Im Zusammenhang mit langjährigem Cannabiskonsum habe ich im übrigen bei vielen Patienten eine Wesensänderung mit Abnahme des Antriebs und der Interessen feststellen können, wobei natürlich nicht gesichert ist, dass dies wirklich die Folge des Cannabiskonsums ist. Immerhin beschreiben die meisten Patienten, die Cannabis verwenden, dass sie es wegen der "Scheibe" und wegen der "Entspannung" tun, die diese Droge erzeugt. Es greifen oft Menschen zu dieser Droge, die Kontaktängste haben und die selbstunsicher sind. Leider habe ich noch nie erlebt, dass jemand, weil er Cannabis konsumiert, wirklich selbstsicherer und kontaktfreudiger geworden ist! Dagegen kenne ich einige, die nach längerdauerndem Konsum noch ängstlicher als vorher geworden sind und sich immer mehr aus dem normalen Alltag und in ihre "Kiffergruppe" zurückgezogen haben.

Ich meine, Sie sollten ganz offen mit Ihrem Arzt darüber sprechen, dass das Saroten, zumindest in der aktuellen Dosierung, nicht die gewünschte Wirkung hat. Mit 17 Jahren sind Sie zwar noch nicht volljährig, der Arzt hat aber trotzdem eine Schweigepflicht gegenüber Ihren Eltern, wenn Sie dies ausdrücklich einfordern. Bevor Sie sich selber der recht groben, pflanzlichen Wirkung von Cannabis aussetzen, sollten Sie die Behandlungsmöglichkeiten der modernen Psychiatrie und Psychopharmakotherapie wirklich ausgeschöpft haben. Das Cannabis läuft Ihnen ja nicht weg, falls wirklich nichts Anderes hilft. Aber denken Sie daran, dass alle gegen Ängsten und Depressionen eingesetzten Antidepressiva besser zu steuern und unbedenklicher in den Nebenwirkungen sind, weshalb Sie ihnen den Vorzug geben sollten!

Liebe Grüsse und viel Glück
Franz Engels (Webmaster)

Aron
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Beitragvon Aron » So 26. Jun 2005, 15:51

Dem "Handbuch Psychopharmaka" ist zu entnehmen, dass die Kombination von Trizyklischen Antidepressiva und Cannabis zu kardialen Nebenwirkungen und Komplikationen führen kann.

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Kratz
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Beitragvon Kratz » Mo 27. Jun 2005, 20:53

Grüß Dich Aron,

da ich langjähriger THC Konsument bin und auch mal über eine Zeit Saroten bekommen habe liege ich wohl am nächsten dran.
Ich habe damals nichts vom Saroten gemerkt, denke da lag anderes drüber.

Trotzdem halte ich es nicht für richtig die Dinge zu mischen und sich selbst zu therapieren. Das setzt langjährige Erfahrung voraus.
Auch die beschriebenen Probleme - sind nicht von der Hand zu weisen, und schleichen sich gerne unbemerkt ein.

Ich denke auch Du solltest offen mit deinem Arzt reden, letztlich kann er Dir ja auch sonst nicht helfen.

Sicherlich beschwingt Cannabis und gibt das Gefühl der Besserung - aber der Schein trügt. Wichtig wäre das Du lernst deine Situation zu beherrchen ohne saroten und ohne Shit.

Gruß
Detlev

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Eberhard
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Registriert: Di 22. Feb 2011, 13:15

Re: Wechselwirkungen SAROTEN und Cannabis

Beitragvon Eberhard » Mi 23. Feb 2011, 05:23

Cannabis andidepressants negativ interagieren mit Trizyklika. Cannabis produziert nur als Nebeneffekt der Tachykardie. Trizyklische das gleiche tun. Kombiniert mit einem additiven Effekt, einen stärkeren Anstieg der Herzfrequenz.


marihuana samen
Eberhard Schlotter


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