Informationen über "elmendos"

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Austerlitz
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Informationen über "elmendos"

Beitragvon Austerlitz » Fr 11. Mär 2005, 14:17

Hallo,

kann jemand irgendwelche Angaben zu dem neuen Phasenprophylaktikum (?) bei bipolaren Psychosen mit Namen "Elmendos" machen?

Ist vielleicht auch bekannt ob dieses Medikament bei affektiven Störungen von Schizophrenien hilft?

Ich bin seit sehr langer Zeit an Schizophrenie erkrankt und habe eine Art "begleitende maisch - depressive Störung", die mal mehr oder weniger stark ausgeprägt ist. Mein Arzt hat nun als "Prophylaktikum" (bzw. zur affektiven Stabilisierung) dieses "elmendos" empfohlen.

Die Diagnose lautet nun mehr "polymorphe Paraphrenie", was sich aber auch erst in den letzten Jahren so ergeben hat.

Für Hilfe bedankt sich

Christian
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Beitragvon Austerlitz » Fr 11. Mär 2005, 17:36

Hallo Leonardo,

naja eine "bi-polare Psychose" ist eine manisch - depressive psychische Erkrankung.

Und unter "polymorpher Paraphrenie" versteht man (soweit ich weiß) eine in den gefühlsmäßigen Bereichen auftretendende und somit affektiv gestörte Unterart der Schizophrenie.

Wär vielleicht auch mal angebracht, dass diese Diagnose mal hier genauer definiert wird, denn so genau weiß ich das auch nicht, sorry!!

Naja vielleicht gibt es ja hier unter den Experten jemanden, der das näher erläutern kann

Viele Grüße

Christian

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Beitragvon Franz Engels » Fr 11. Mär 2005, 18:15

Hallo Christian G.

diese "Diagnose" müssen Sie wohl noch einmal bei Ihrem behandelnden Arzt erfragen. Ich habe keine Ahnung, was man darunter verstehen soll... :-k
Diagnosen sind "Arbeitshypothesen", sie sollen einen vernünftigen Zusammenhang in die erhobenen Befunde bringen und Anhaltspunkte für die richtige Behandlung geben. Ganz wichtig finde ich auch, dass Sie als Patient wissen, was Ihr Arzt sich bei der gewählten Diagnose denkt. Deshalb fragen Sie unbedingt nach!

Freundliche Grüße

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Beitragvon Austerlitz » Sa 12. Mär 2005, 12:59

Hallo Herr Engels,

bei meiner sehr aufwendigen und zeitraubenden recherche bin ich nun auf folgendes gestossen.

"Paraphrenie": affektvolle Psychose mit anfänglichem Beziehuingssyndrom, das in ein schweres Bild mit Größenideen, Erinnerungsfälschungen und Sinnestäuschungen übergeht , wobei aber ein adäquater und schwingungsfähiegr Affekt erhalten bleibt. Die Paraphrenie zählt heute zu den Schizophrenien und fällt als Diagnose fällt unter die Einteilung nach "K.Leonhardt".

"Polymorph": vielgestaltig

Ich hoffe man kann mir jetzt die Frage nach "elmendos" beantworten.

Viele Grüße

Christian

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Beitragvon Franz Engels » So 13. Mär 2005, 00:55

Hallo Christian G.

Danke für die Info. Ich hoffe, die Recherche war auch für Sie selber hilfreich.

Elmendos ist ein Medikament, das bisher ausschließlich in der Epilepsiebehandlung eingesetzt wurde, weil es die Krampfschwelle hebt. Der Wirkstoff heißt "Lamotrigin". Seit einiger Zeit ist diese Substanz auch für die Behandlung von starken Stimmungsschwankungen im Rahmen von bipolaren Störungen zugelassen und wiird dort mit Erfolg eingesetzt. Es ist unerheblich, ob es sich um alleinige manisch-depressive Phasen handelt oder um eine schizoaffektive Störung mit schizophrenen und bipolaren Symptomen. Wichtig ist, dass man die Substanz anfangs langsam aufdosiert, um die Verträglichkeit zu testen.

Freundliche Grüße

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Beitragvon Franz Engels » So 13. Mär 2005, 09:07

Vielleicht noch ein kurzer Nachtrag: Beide Begriffe ("polymorph" und "Paraphrenie") sind mir bekannt. Diese Zusammensetzung "polymorphe Paraphrenie" ist mir nicht als gängige Diagnose bekannt, habe sie auch nicht in der ICD-10 gefunden. Die Einteiolung der Psychosen nach Karl Leonhardt ist mir zwar ein grundsätzlich bekannt, von dorther kenne ich allerdings nur die Begriffe
"affektvolle Paraphrenie"
"systematische Paraphrenie" mit ihren diversen Unterformen
"kombiniert-systematische Paraphrenie"

Auch diese Gebilde finde ich persönlich vom Wort her unangenehm, wenngleich diese Beschreibungen und Einteilungsversuche gleichzeitig auch sehr spannend und in der heutigen Zeit sehr wertvoll sind. Den Begriff "polymorphe Paraphrenie" habe ich auch dort nicht gefunden. "Polymorph" heißt ja nur "vielgestaltig". Sind Sie sicher, dass Ihr Arzt sich auf die Einteilung nach Karl Leonhardt bezieht?

Wie gesagt, das Wichtigste ist nach meinem Dafürhalten, dass Sie wissen, was Ihr behandelnder Arzt mit der Diagnose meint und dass Sie Ihr Problem mit dieser Arbeitshypothese richtig beschrieben finden.

Freundliche Grüße

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