schizophrenie und antidepressiva ????

Hier hinein gehören alle Fragen und Beiträge zum Thema Psychopharmaka, medikamentöse Therapie, Dosierung, Kombinationstherapie, Unverträglichkeiten, Wechselwirkungen etc.
Maddy
Beiträge: 3
Registriert: Fr 12. Dez 2003, 17:59

Etwas spät...

Beitragvon Maddy » Fr 12. Dez 2003, 22:26

Hallo Anonym!

Ich hoffe, dass mein Posting hier für Dich keinen Sinn macht, weil ihr schon längst 100 Schritte weitergekommen seid...Ich habe eine ähnliche Problematik + kann daher zum Thema selbst nicht viel Hilfreiches beitragen - ich möchte hier nur anmerken, dass man bei "psychotischen + depressiven Zuständen" aufpassen muss, welches Antidepressiva eingesetzt wird. Die meisten Antidepressiva KÖNNEN psychotische Zustände verstärken/auslösen. Ich sollte damals auf Stangy wechseln, weil das bei diesem Mittel NICHT zu den Nebenwirkungen gehört. Aber -wie gesagt- ich hoffe, dass ihr mittlerweile eh "auf dem Weg" seid. Ich wünsche Deiner Freundin + Dir viel Erfolg, Glück + Kraft wünsche + hoffe, dass ihr mittlerweile einen Weg gefunden habt die Problematik nach + nach aufzulösen!

LG + alles Gute
Maddy[/i]

Achim
Beiträge: 6
Registriert: Di 1. Jul 2003, 21:05

Antwort an Anonymus

Beitragvon Achim » So 21. Dez 2003, 16:43

Sei der du bist,

Lieber Anonymus,

ich bewundere Dein Engagement um Deine erkrankte Freundin. Ich bin nicht nur überzeugt, dass sowohl Psychose als auch Depression vorliegen können, ich habe es,wenn auch in zeitlicher Abfolge erlebt.

Eine Einschätzung der psychotischen Symptomatik hat mich jedoch befremdet. Es war die Einschätzung, die Halluzinationen seien Teil der ursprünglichen Persönlichkeit(ich hoffe ich verstehe dich nicht falsch). Die schrecklichen Gedanken, die sich im Geiste breit machen, gehörten zur Person so wie sein Schatten. Ja die Gedanken werden sogar als das Verdrängte angesehen, was jetzt wohl wieder zur Oberfläche käme.
Ich glaube, hier werden Symptome einer Krankheit als wichtiger Teil der Persönlichkeit aufgewertet. An der Schizophrenie erkranken Menschen mit unterschiedlichsten Persönlichkeiten, mit unterschiedlichster Geschichte. Ich habe einige kennengelernt. Diese psychotischen Menschen weisen nun aber alle ganz ähnliche Symptome wie Beziehungsgedanken(alles hängt miteinander zusammen) und Gesundheits- , teilweise sogar Existenzängste auf. Ich glaube nicht, dass all diese Menschen dieselbe Persönlichkeitsstruktur, dieselben Verdrängungsmechanismen haben. Erfreulicherweise bricht die Psychose zumeist erst ab der Pubertät aus. Die meisten psychotischen Menschen wissen also aus jahrzehntelanger eigener Erfahrung, wer sie sind, wer sie sein könnten. Und wenn sie wieder gesund sind, dann sind sie sich und ihrer Persönlichkeit wieder so nahe wie vor der Krankheitsphase.

Also lass uns die Ketten um die Seele sprengen und sie nicht mit Papierblumen schmücken :) (Leider geht das kaum ohne/zum Glück geht es mit Neuroleptika.)

Wie kannst du helfen? Vielleicht hilft eine Wette. Du sagst deiner Freundin: "Angenommen du nimmst moderne Neuroleptika. Wirken Sie nicht, hast Du vielleicht leichte Nebenwirkungen. Wirken Sie aber doch, hast Du wieder einen klaren Geist." Das wichtigste aber ist in der Akutphase jemand, der geduldig und verständnisvoll zuhört. Was nicht bedeutet, dass man allem zustimmt.

Alles Gute für dich und deine Freundin
Achim


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