Wirkung der Medis setzt richtig ein

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rhapsodie
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Wirkung der Medis setzt richtig ein

Beitragvon rhapsodie » Do 9. Dez 2004, 08:14

Ich bekomme seit Juli den Serotoninwiederaufnamehemmer "Gladem". Antrieb und etwas mehr Ordnung im Chaos setzten unglaublich schnell ein. Durch ein Versehen wurde die Dosis jetzt von 75mg auf 100mg heraufgesetzt. Und fast von einem Tag auf den anderen hat sich mein Gefühlsleben gebessert. Ich kann wieder sowas wie Zufriedenheit empfinden. Das ist wirklich irre. Ein Gefühl das ich lange nicht mehr gehabt habe und es fühlt sich echt an ;-)
Ich finde es komisch festzustellen dass wirklich in der Chemie des Körpers etwas nicht in Ordnung war. Man kann das irgendwie nicht begreifen, dass Gefühle etwas mit Chemie zu tun haben. Mir ist da jetzt etwas klar geworden. Die Depression ist wirklich eine Krankheit, auch eine physische.

Grenzenlos
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Beitragvon Grenzenlos » Di 21. Dez 2004, 22:05

Liebe/Lieber Rhapsodie,

bitte entschuldigen Sie, dass ich erst jetzt etwas zu Ihrem Beitrag schreibe. Ich hoffe, dass Sie es noch lesen.

Das von Ihnen angesprochene Thema beschäftigt mich schon lange: "Ist die Chemie die Ursache für psychische Krankheiten?"

Ich habe vor 15 Jahren das letzte Mal Haldol genommen und danach auch ein Antidepressivum. Diese Medikamente haben auch bei mir gewirkt und ich würde jederzeit wieder Medikamente nehmen, wenn es nötig wäre.

Trotzdem glaube ich nicht, dass "die gestörte Chemie" (Störung der Neurotransmitter oder wie das noch alles heute so heißt) die Ursache für psychische Probleme ist. Ich glaube, dass das was da im Gehirn passiert an chemischen Reaktionen ein Ausdruck für das ist was ich fühle (oder ein Abbild dessen).

Die Ursachen für das, was ich fühle sind vielfältig. Vieles ist in meinen Beziehungen begründet. Welche Bedeutung ich den Reaktionen meiner Mitmenschen gebe. Wie ich mich anderen mitteile und wie ich die Mitteilungen anderer aufnehmen kann.

Für mich war es wichtig nach dem Absetzen der Medikamente eine Möglichkeit zu finden "Nachzureifen" wie Herr Engels das einmal in einem seiner Beiträge ausgedrückt hat. Ich habe diese Möglichkeit in einer analytisch orientierten Selbsterfahrungsgruppe gefunden. Sicher gibt es etliche Alternativen um sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.

Herzliche Grüße
Claudia


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