Zyprexa und Abilify

Hier hinein gehören alle Fragen und Beiträge zum Thema Psychopharmaka, medikamentöse Therapie, Dosierung, Kombinationstherapie, Unverträglichkeiten, Wechselwirkungen etc.
hannah
Beiträge: 538
Registriert: Sa 31. Jul 2004, 12:33

Zyprexa und Abilify

Beitragvon hannah » Di 24. Aug 2004, 11:29

Ich bin aus Österreich und habe eine Frage an einen Psychiater. Ich würde gerne das Abilify nehmen, es ist aber noch nicht zugelassen und meine Ärztin kennt sich damit noch nicht aus.

Jetzt meine Frage: Kann ich das Abilify neben dem Zyprexa langsam einschleichen oder ist das nicht gut? Also gibt es Wechselwirkungen usw.? Was gibt es noch zu beachten?

Wäre super wenn mir das ein Fachmann beantworten könnte.

SuMu
Beiträge: 549
Registriert: Sa 14. Feb 2004, 11:11
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Beitragvon SuMu » Di 24. Aug 2004, 18:22

hallo,

wenn es doch noch nicht zugelassen ist, dann wirst du doch legal da nicht dran kommen?

sorry, kann dir nicht weiterhelfen, aber hab einen link gefunden:
http://www.psynfo.de/oops/modules/news/ ... item_id=75
viele Grüße
SuMu / http://psychomuell.de - http://blogzicke.de - http://su-mu.de/

hannah
Beiträge: 538
Registriert: Sa 31. Jul 2004, 12:33

Beitragvon hannah » Di 24. Aug 2004, 19:47

Den Artikel kenn ich und ich kann legal an die Tabletten rankommen über die Chefarztpflicht.

Kann mir vielleicht trotzdem noch ein Fachmann auf meine Fragen antworten? Wäre sehr nett, da sich meine Ärztin eben noch nicht auskennt und sie mich gebeten hat, selber nachzuforschen ob ich das Medi neben Zyprexa einnehmen kann.

kayo
Beiträge: 212
Registriert: Di 27. Jul 2004, 22:08
Wohnort: Frankfurt am Main

Zulassung

Beitragvon kayo » Do 26. Aug 2004, 08:38

hi hannah,

ich dachte Abilify wäre EU-weit zugelassen ??? Österreich ist doch in der EU, oder bin ich jetzt völlig durcheinander ???

Bei mir wird ab Oktober Abilify ausprobiert. Dabei wird das Ciatyl zunächst beibehalten. ich habe schon von mehreren psychiatern gehört, daß das alte Medikament nicht einfach abgesetzt wird.

Gruß Kay
Das Bedürfnis nach Glauben ist der grösste Hemmschuh der Wahrhaftigkeit

(Friedrich Nietzsche)

Benutzeravatar
Franz Engels
Site Admin
Beiträge: 899
Registriert: Mi 12. Jun 2002, 20:18
Wohnort: CH-3011 Bern
Kontaktdaten:

Beitragvon Franz Engels » Do 26. Aug 2004, 10:18

Hallo hannah,

ich würde Ihnen gerne aus eigener Erfahrung berichten, aber das Präparat wird gerade erst hier in der Schweiz mit viel Enthusiasmus eingeführt und beworben - so wie bisher eigentlich alle neuen Medikamente... Die Argumente sind: neues Wirkprinzip durch eine Art intelligente Modulation der Dopaminrezeptoren (da bin ich natürlich sehr gespannt, wie das funktioniert in der Praxis und was daraus für Rückschlüsse auf die Theorie der Schizophrenie gezogen werden...) bei fehlender Gewichtszunahme.
Es wird sicher erst mal eine Zeit brauchen (viele Monate) bis man irgendetwas Zuverlässigeres aus der Praxis vermelden kann. Das war mit dem Risperdal-Depot auch nicht anders, und selbst bei diesem Präparat sind die Meldungen noch zu widersprüchlich und die Erfahrungen einzelner Psychiater zu gering, um seriöse Aussagen machen zu können.

Ich bitte Sie deshalb um Verständnis für meine Zurückhaltung. Vielleicht soviel: ich kann nicht erkennen, warum man einen Versuch mit Abilify nicht unternehmen sollte, wenn man mit anderen Präparaten bislang nicht zufrieden ist. Einen Wechsel, nur um etwas Neues auszuprobieren, würde ich dagegen nicht empfehlen!

Vielleicht können Sie und kayo ja hier in diesem Thread über Ihre eigenen Erfahrungen berichten. Das sind meist die wertvollsten Rückmeldungen für andere Betroffene und die verordnenden Ärzte!

Freundliche Grüsse

Franz Engels (Webmaster)
Das Gegenteil ist nur die Rückseite derselben Medaille.

Benutzeravatar
deepnight
Beiträge: 998
Registriert: Di 2. Dez 2003, 17:27
Wohnort: 71272 Renningen
Kontaktdaten:

Beitragvon deepnight » Di 21. Sep 2004, 08:46

Meine Erfahrungen mit Abilify:

zusätzlich mit anderen Faktoren kam ich in eine Schlaflosigkeit, die mich in die Klinik führte. In der Klinik brach dann eine Psychose aus. Jedoch schirmte mich das Abilify so gut von Außenreizen ab, daß ich eine Art innerer Führung zu mir selbst hin erlebte. Die geistigen Möglichkeiten sind mir geblieben, aber ich kann mühelos umschalten auf Alltägliches. Zum Schlafen nehme ich noch Truxal dazu. Sollte bei Abilify Schlaflosigkeit und evtl. auch eine Psychose auftreten, so ist die Ergänzung mit Truxal sehr gut.

Abilify hat mir meine Libido wiedergegeben, was wie man sich denken kann meinen Ehemann besonders freut:-)). Ich nehme ab, was bei meinem medikamentenverursachten Übergewicht aus gesundheitlichen Gründen wichtig ist. Die hohe Insulinresistenz ist durchbrochen. Ich bin sehr glücklich, daß man mir in der Klinik nicht sofort das Abilify wieder weggenommen hat, sondern diesem Medikament eine Chance gegeben hat.

Angezeigt ist Abilify meiner Meinung nach bei hohem Übergewicht,evtl. mit Diabetes, und wenn jemand künstlerisch tätig ist und seine geistigen Fähigkeiten durch die alte Neuroleptikatherapie verlorengingen. Auch bei jedem, der sehr an sich gearbeitet hat und einfach nur noch auf der Stelle tritt. Da kann Abilify die Person neu öffnen.

Grüßle, Helene

Benutzeravatar
Franz Engels
Site Admin
Beiträge: 899
Registriert: Mi 12. Jun 2002, 20:18
Wohnort: CH-3011 Bern
Kontaktdaten:

Beitragvon Franz Engels » Mi 22. Sep 2004, 10:22

Hallo Helene,

vielen Dank für die Schilderung Ihrer Erfahrungen mit Abilify. Der Einsatz von Medikamenten ist vermutlich das umstrittendste Thema in der Psychiatrie und gibt immer wieder Anlaß zu sehr kontroversen Diskussionen. Deshalb sind ERfahrungsberichte von Betroffenen hier besonders wichtig. Auch um den "Verordnern", also denen, die nicht über Erfahrungen "am eigenen Leibe" verfügen, einen verlässlicheren Erfahrungsschatz mit auf den Weg zu geben, als pharmakologische Studien, die ja immer auch im Dienste des Marketing stehen, dazu imstande sind.

Freundliche Grüsse

Franz Engels (Webmaster)
Das Gegenteil ist nur die Rückseite derselben Medaille.

Benutzeravatar
deepnight
Beiträge: 998
Registriert: Di 2. Dez 2003, 17:27
Wohnort: 71272 Renningen
Kontaktdaten:

Beitragvon deepnight » Sa 2. Okt 2004, 16:58

Ich möchte noch was nachtragen:
Bei meinem Sohn, der als therapieresistent gilt, hat Abilify eine deutliche Verbesserung gebracht. Er kombiniert mit Leponex. Es ist also auch eine wirkliche Hoffnung für die Chroniker.

Bei mir hat sich die Kombination mit Planum zur Nacht als sehr problematisch erwiesen. Es kam zu Störungen wie den ganzen Tag lang pelziges Gefühl mit Kribbeln in der Haut. Seit ich das Planum weglasse, ists ok. Die Wirkung von Benzodiazepinen scheint verstärkt zu werden, ist aber vielleicht nur ein Eindruck. Wenn schon unbedingt ein solches, würde ich eher Lorazepam nehmen oder Zopiclon.
Jetzt und Hier

Benutzeravatar
Gretchen Sackmeier
Beiträge: 1
Registriert: Sa 11. Dez 2004, 11:17

Beitragvon Gretchen Sackmeier » So 12. Dez 2004, 14:48

Hallo,
ich bin neu hier und möchte mich auch beteiligen. Seit zwei Wochen nehme ich Abilify zusätzlich zu Zyprexa und leide unter Übelkeit und Schwindel. Deshalb bin ich momentan krank geschrieben. Hat jemand auch diese Erfahrung gemacht und weiß wie lange das andauert/ was man dagegen tun kann? Mein Arzt hat mir "MCP" für den Magen gegeben, aber das verursacht Bewegungsstörungen, deshalb will ich es nicht nehmen.
Schöne Grüße
Gretchen Sackmeier

Manuel
Beiträge: 13
Registriert: Mo 29. Mär 2004, 14:28
Wohnort: bei Mannheim

Beitragvon Manuel » Sa 30. Apr 2005, 13:44

Hallöchen.

Ich spiele seit 2 Tagen auch bei den Abilify Versuchskaninchen mit.

Würde mich über mehr andere Erfahrungen freuen.

Also ich war jetzt 6 Wochen komplett ohne Medis. Aber durch Konfliktsituationen und immernoch vorhandene leichte Minus-Symptomatik habe ich mich entschlossen ebenfalls mal Abilify zu testen. Soll ja auch aktivierend wirken.

Nunja ich kann im Moment noch recht wenig sagen. Nach der ersten 15mg Pille bekam ich Kreislaufprobleme nach ca. 30 Min. Ging aber dann wieder weg. Danach und heute auch wieder nach der Einnahme hat sich ein kleiner Rauschzustand eingestellt der gut 2 Std. anhält. Ähnlich sehr leichter MDMA Wirkung würde ich es einschätzen. Naja nicht unbedingt negativ. Wird sich die nächsten Wochen wohl zeigen wie sich alles entwickelt. Muss sich vermutlich erst der Spiegel aufbauen und einpendeln.
Ich werde weiter berichten.

MfG

Manuel

Judith
Beiträge: 2
Registriert: So 1. Mai 2005, 21:01

Beitragvon Judith » So 1. Mai 2005, 21:54

Hallo,
ich hab über einen zeitraum von 3 Monaten ebenfalls Abilify eingenommen, anfangs bekam ich 10-15mg ich litt jedoch unter ganz schlimmen Schlafstörungen und war sehr unruhig und angespannt und litt außerdem unter starken Ängsten.
Es ging dann soweit, dass ich letztendlich überhaupt nicht mehr schlafen konnte und ging dann freiwillig in eine Klinik.Dort bat ich darum evtl. doch trotz allem bei abilify zu bleiben, da ich mir sehr viel von dem neuen Neuroleptikum versprach.
Zunächst wurde die Dosis dann auf 30mg erhöht und mein Zustand besserte sich merkwürdigerweise in der ersten Zeit, obwohl ja die empfohlene Höchsdosis ja 15mg betrug.
Nach drei Wochen Klinikaufenthalt wurde ich dann mehr oder weniger stabil wieder nachhause entlassen.
Ich konnte zwar mittleweile gut schlafen aber die Ängste waren dann als ich versucht habe wieder zu arbeiten, plötzlich nicht mehr zum Aushalten und desweitern entstanden auch plötzlich wieder ganz stark paranoide Gedanken und ich befürchtete wieder zu erkranken.Ich hatte plötzlich mit abilify das Gefühl überhaupt keinen "Schutz" zu haben und ging dann erneut in die Klinik und wurde dann auf Seroquel umgestellt.
Ich versprach mir auch anfangs sehr viel von abilify in Bezug auf Besserung der kognitiven Fähigkeiten, da ich u.a. auch bei anderen NL sehr oft unter Konzentrationsstörungen litt.
Mein Arzt hat bei eingien Patienten sehr gute Erfolge damit aber mir ist es halt einfach nich bekommen.
Soviel von mir zum Thema abilify
LG Judith

hannah
Beiträge: 538
Registriert: Sa 31. Jul 2004, 12:33

Abilify

Beitragvon hannah » So 5. Jun 2005, 16:35

Ich habe nun drei mal versucht das Abilify einzunehmen.

Unter gleichzeitiger Einnahme mit Zyprexa hatte ich keine Probleme, außer dass ich sehr schlecht gesehen habe. Ich habe es dann aber abgesetzt, weil die Krankenkasse nicht zahlen wollte.

Jetzt würde sie zahlen und ich vertrags nicht mehr. Bin deswegen sehr verzweifelt, da ich mir sehr viel von dem Medikament erwarte.

Ich habe nach zwei Tagen Einnahme eine dermaßen schlimme Übelkeit bekommen, die wie eine Gastritis war. Wollte ich was essen, musste ich mich derart zwingen, weil es mir so gegraust hatte. Dann wurde mir Agopton verschrieben, bei dem Medi kann man aber Halluzinationen drauf kriegen und darauf hatte ich keine Lust. ;)

Deswegen habe ich Abilify wieder abgesetzt. Nach zwei Tagen war der Spuk vorbei und ich konnte auch wieder was essen. Dadurch, dass ich nichts gegessen hatte, bin ich aber depressiv geworden und nach Absetzen des Abilify hatte ich leicht psychotische Symptome, die so bis zu drei Wochen lang andauerten.

Wem geht es ähnlich und wer hat Erfahrungen mit Übelkeit und Abilify und was habt ihr dagegen getan?


Zurück zu „Psychopharmaka und Psychopharmakotherapie“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast