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Hier hinein gehören alle Fragen und Beiträge zum Thema Psychopharmaka, medikamentöse Therapie, Dosierung, Kombinationstherapie, Unverträglichkeiten, Wechselwirkungen etc.
hannah
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Beitragvon hannah » Mi 19. Jul 2006, 17:28

Und hast Du das Problem jetzt bewältigen können? Da glaube ich schon, dass die Ärzte das möglicherweise fälschlich unter "Psychose" eingeordnet haben könnten. Egal was das Problem war, sowas könnte man zumindest auch mit einer Therapie versuchen zu behandeln. Aggressionen abbauen ist ja prinzipiell gut, besser als in sich hineinzufressen. Nur gibt es da auch Strategien, wie man damit "gesünder" umgehen kann.

Du hast jedenfalls für Dich erkannt, dass es mit Medikamenten nicht zu lösen ist, auch wenn die Ärzte einen oft irgendwo einordnen. Ich hab selber gemerkt, dass man sich nur selber helfen kann und die Ärzte nur unterstützen können. Aber Behandlungsentscheidungen treffen und was einem hilft muss man dann selber herausfinden.

Diger_Diga
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Beitragvon Diger_Diga » Mi 19. Jul 2006, 17:33

da gebe ich dir schon recht... allerdings treffen in den meisten fällen doch leider die ärzte dann die entscheidungen.

naja es gab ja eine sache die alles getriggert hat und aus der ich nicht mehr rauskam.
das hat sich über 5 jahre hingezogen bis ich die medis genommen habe...
habe alles ausprobiert und nix hat geholfen.
es ist immer schlmmer geworden.
antideppressiva haben auch nix gebracht...
naja... im nachhinein bin ich trotzdem sauer wegen den folgen...

hannah
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Beitragvon hannah » Mi 19. Jul 2006, 19:11

Schlimm, dass gar nichts geholfen hat. Hast Du die Sache jetzt besser im Griff? Über 5 Jahre hinweg klingt schlimm. :sad:
Hast Du nur diese Diagnose der "Psychose" bekommen oder haben die auch Dein Problem versucht zu verstehen/behandelt?

Diger_Diga
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Beitragvon Diger_Diga » Mi 19. Jul 2006, 19:18

also mein problem hab ich eigentlich nur selber behandelt.
sie haben es tolleriert dass ich an dem problem arbeite (es war ein äußerliches problem) dass die als psychische problem einstuften. ich selber war der einzige der sich mit äußerlichen maßnahmen beschäftigt hat...

aber sie haben es mir (zum glück) nicht verboten was mich auch mega umgeworfen hätte...
unabhängig davon, ich habe einige diagnosen hinter mir von major deppression was meiner meinung nach völlig am ziel vorbei war und so bis hin zur psychose ähnlichen zwangssymptomen...naja ich hatte halt viel behandlung und schon seitdem ich 6 bin bin ich in psychotherapeutischer behandlung wegen zwängen aber das hat alles übertroffen - naja was auch immer es war es ist besser und ich hoffe dass es besser bleibt auch ohne medis...und bei dir?

hannah
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Beitragvon hannah » Mi 19. Jul 2006, 20:37

Wie, bei mir? Mir gehts ganz gut nur dass ich seit der letzten Psychose mit teilweise psychotischen Symptomen kämpfe, die mal stärker und mal besser sind.
Sollte ich noch einmal an einer akuten Psychose und Depression erkranken, dann wars das für mich.

Schon seitdem Du 6 bist. Das ist echt eine lange Zeit. Meinst Du mit "äußerliches Problem" etwas am Körper? Und wieso sollten sie Dir das verbieten? Wenn Du das nicht beantworten willst, musst Du es nicht!

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Beitragvon Diger_Diga » Mi 19. Jul 2006, 21:23

ja etwas am körper... naja... etwas was man sehr schlecht behandeln kann ABER was ich immer noch behandel weiterhin solange ich lebe was immer wieder auftaucht unabhängig davon kann ich aber psychisch besser damit leben. ich habe gelernt nicht mehr nur aufs äußere zu achten. sondern die welt mal anders zu sehen und bin auf die wissenschaft gestoßen. hätte mich gefreut wenn ich das schon früher gelernt hätte aber ich seh es optimistisch damit ich mir nicht allzuviele vorwürfe mache. vielleicht hätte ich es ohne neuroleptika nie geschafft obwohl ich wie bereits erwähnt trotzdem nix davon halte. aber es ist der einzige weg für mich damit fertig zu werden dass ich sie genommen habe. vielleicht lag es auch wirklich an den neuroleptika und der erfahrung die ich gemacht habe während der behandlung. erfahrung die ich immer machen wollte und wovon ich immer geträumt habe. die erfahrung war sehr viel wert aber ich habe eingesehen dass es nicht etwas ist was ein leben lang anhalten kann darf und soll... aber ich geh einfach postiv bzw versuche es postitiv zu sehen... noch eine erkrankung wie du erwähntes wie damals und ich glaube das wars dann auch... wirklich ich glaube dass obwohl meins nur psychotische symptome sind eine psychose unglaublich schlimm sein kann mental wie auch körperlich...deswegen glaub mir ich versteh dich

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Beitragvon hannah » Mi 19. Jul 2006, 21:50

Danke. Ich kann verstehen, dass körperliche Dinge einen verzweifeln lassen, wenn man das selber so sieht. Ich habe ein Mädchen in der Psychiatrie gesehen, sie hat ganz stark geschielt und hat unter anderem aufgrund dessen eine Psychose bekommen. Es sind in diesen Fällen oft andere Menschen, die dann solche Leute auslachen oder verspotten. Das ist das allerletzte.

Stimmt, die Erfahrung die man durch diese schlimmen Dinge macht, sind schon groß. Dass war für mich auch das einzig positive daran, dass ich wirklich sehr viel dabei gelernt habe und dadurch auch sehr gereift bin. (Obwohl ich dennoch viel zu lernen habe um mit dem Leben gut zurecht zukommen.)

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Beitragvon Diger_Diga » Mi 19. Jul 2006, 22:48

ja das seh ich auch so... wie gesagt bei mir war es auch so... wenn man wegen so eines problemes durchdreht... bei "normalen" menschen scheint das noch ein problem zu sein bei anderen artet das in unkontrolierbares durchdrehen aus... so wie auch bei mir hätte das mädchen gerne mal kennengelernt aber naja... wärs mal wert gewesen... ich stand damals auch vorm spiegel und wollte mir das gesicht zerkratzen als ich den spiegel zerschlagen hatte...
übrigens... mit den anderen hast du recht. es ist wirklich die oberflächliche gesellsschaft die auf z.b. parties solche dinge auslöst...sich davon zu lösen ist schwer aber der richtige weg

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Beitragvon hannah » Mi 19. Jul 2006, 22:53

:sad:
Das klingt sehr schlimm mit dem Spiegel. Kenne die Selbstzerstörung auch.
Ich denke schon, dass es Mädchen gibt, die das tollerieren können bzw. lernen können zu verstehen. Nur nicht aufgeben. :cool:

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Beitragvon Diger_Diga » Do 20. Jul 2006, 00:17

was lernen können zu verstehen? das problem?

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Beitragvon Diger_Diga » Do 20. Jul 2006, 00:36

ich muss mich nochmal offiziell bei dir entschuldigen. hab nochmal gelesen... also john nash hat scheinbar doch unfreiwillig EKT und neuroleptika verabreicht bekommen - immer wieder wurde er eingeliefert---von seiner frau und musste sie nehmen.
ABER ab 1970 hat er nie wieder medikamente genommen, weil er gemerkt hat (und da sind wir beim thema - ach wie komisch noch einer der es gemerkt hat) das sie ihn dumm machen (auf gut deutsch)
sie haben ihm seine fähigkeit genommen seine arbeiten durchzuführen(in der mathematik also)
er erleidete schwere rückfälle, ABER hat es geschafft (und das ist das was ich meinte) in 2 jahrzehnten kraft seiner gedanken die paranoide schizophrenie zu besiegen (jedenfalls größtenteils)

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Beitragvon Diger_Diga » Do 20. Jul 2006, 11:39

wer führt bitte flunitrazepam direkt in die vene ein und spült bezodiazepine mittels vodka runter?
meine güte... aber der spruch ist gut... hehe :)

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Beitragvon deepnight » Do 20. Jul 2006, 19:09

@Schneewittchen:

mein Bruder lebt seit fast 30 Jahren mit seiner sagen wir mal Besonderheit, ohne jemals eingewiesen worden zu sein oder zwangsmedikamentiert. Dabei ist er sicher nicht ein Musterbeispiel von Angepasstheit, aber er tut keinem was und daran, dass er fürchterlich leidet wird gegen seinen 'Willen niemand etwas ändern. Er bekommt eine Menge Hilfen finanziert, ohne daß ihm die Auflage gemacht wird, sich psychiatrisch behandeln zu lassen. Trotz aller alternativer Bemühungen ist sein Zustand nicht von selber wieder besser geworden. Er erträgt aber lieber ein Leben, das er als unvorstellbare Quälerei bezeichnet, als zu probieren, ob es mit psychiatrischen Mitteln besser gehen könnte, weil er Angst vor den Medikamenten hat. Diese Angst verdankt er den antipsychiatrischen Bemühungen, die er alle aufgesogen hat.

Gruß, Helene
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Beitragvon Diger_Diga » Do 20. Jul 2006, 20:05

kann ich nachvollziehen - ich mag mich jetzt wiedersprechen aber manche brauchen vielleicht mal die die erfahrung medikamente genommen zu haben um den starken willen zu bekommen es auch ohne zu schaffen... wenn man immer im hinterkopf hat da gibt es ja medis aber traut sich diese nicht zu nehmen glaubt man unterbewusst notfalls halber is ja da noch die "hilfe" (medizin) und ist nicht 100% dabei zu versuchen rauszukommen...man muss 10000% überzeugt sein dass es da keine hilfe gibt außer man selber dann hat man so einen starken willen entwickelt dass man es schaffen kann ohne...

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Beitragvon deepnight » Do 20. Jul 2006, 20:43

Hallo Diger_Diga,

mein Bruder hat seit fast 30 Jahren einen unglaublich starken Willen, es selbst zu schaffen, also am Willen kann es nicht liegen, daß es bis jetzt nicht geklappt hat. Der ist absolut davon überzeugt, daß Medikamente ihm nicht helfen, sondern noch mehr schaden würden. Sonst hätte er bei dem Leidensdruck, den er hat, längst mal was probiert.

Ich wollte eigentlich auch nur Schneewittchen sagen, daß man durchaus die Wahl hat, keine Medikamente zu nehmen. Allerdings verliert man sein Recht auf Krankheit, wenn man aufgrund der Krankheit andere schädigt. In so einem Fall schätzt es unsere Gesellschaft als humaner ein, zu versuchen, den Betroffenen durch Zwangsbehandlung symptomfrei und damit wieder sozial verträglich zu bekommen, als ihn wegzusperren bis er von selber wieder einen Realitätsbezug bekommt (oder auch nicht, dann bleibt er halt weggesperrt).

Die Leute, die psychotisch sind und dabei einfach nur mehr oder weniger leiden haben in Deutschland jedes Recht, so zu bleiben, wie sie sind. Sie dürfen ihre Familien zerstören, ihre Arbeit, Freunde, Wohnung verlieren und auch in der Obdachlosigkeit dahinleben. Hindert sie keiner dran.

Bleibt also nur noch, der Gesellschaft klar zu machen, daß nötigenfalls lebenslanges Wegsperren humaner ist, als Zwangsmedikation, oder?

Gruß, Helene
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