Leben in der Forensik

Hier besteht die Möglichkeit zum fachlichen Austausch über Psychiatrierecht, Fragen der psychiatrischen Begutachtung etc
Julia_info
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Leben in der Forensik

Beitragvon Julia_info » Fr 23. Jul 2010, 15:00

Hallo

Ich bin erst neu hier und suche einige Informatioen über die Forensik.
Also.Dabei geht es mir um folgendes. Ich habe mal imTV einen Bericht über die Forensik gesehen, der mich nachdenklich und Neugierig zugleich gemacht hat.

Es ging dabei um eine Reportage über das Leben in der Forensik. Ich war dann ziemlich erschüttert über die, ich sage mal ziemlich kleinlichen Vorschriften und sogenannten Sicherheitsmaßnahmen die es da gibt. Nichts dürfen die dort alleine machen immer unter Bewachung und dann überall nur Gitter Mauern und hohe Zäune striele Gänge mit "Zimmertüren" wie im Gefängnis. Eng zusammen gepfercht ohne die Möglichkleit von Privatsphäre.
Man muss sich da doch eher wie in einem Hochsicherheitsknast vorkommen und läuft unter solchen Bedingungen doch eher Gefahr ganz durchzudrehen.

Wie soll man in so einem Umfeld eine Terapie machen? Ich denke diese Terapien sind für dir Betroffenen schon hart genug Und dann noch in so einem feindlich empfunden Umfeld?
Ich Glaube nicht das das förderlich für die Patienten ist.
Dazu kommt noch die Information das es aus Geldmangel mit der Terapie an manchen Orten nicht so genau genommen wird. Ja wie sollen die Leute dort ihre Probleme in den Griff bekommen?

Ich habe mich auf Grund dieses ersten gesehenen Berichtes dann mal im Internet schlau gemacht und fand dann auch einige Berichte und Erklärungen die mich zusätzlich nachdenklich gemacht haben.

Am meisten macht mich der Umstand nachdenklich das sich unser Staat erlaubt Leute nach ihrer Haftzeit weiterhin einzusperren.
Nagut wenn jemand wirklich supergefährlich ist dann ist das ja auch richtig.Aber es muss wirklich sehr stichhaltig und gut bewertet sein,finde ich.

Dann las und sah ich aber weitere Berichte wo bestätigt wurde das die Gutachten über die Patienten immer kleinlicher zum Teil sogar falsch ausgelegt werden, zum Teil nur aus Angst, man könnte evtl doch den Falschen raus lassen.
Und das genau darf nicht sein wenn man so wichtige Entscheidungen über das Leben von Menschen treffen muss.
(zB. wenn dort einer mal aus Frust einen Streit anfängt, was draußen auch jedem passiern kann, dann heist es gleich er wäre immernoch hoch aggressiv ...und schon kann es alles an Lockerungen vergessen ,geschweige denn eine Entlassung ...und das wegen einer harmlosen Streiterei vor Monaten...das nenne ich kleinlich und schon fast unmenschlich)

Die Gutachter haben Angst vor dem Druck einer aufgescheuchten Presse und bwerten nun fast Alle als gefährlich und nicht entlassugswürdig. Einige Patienten die alles versucht haben um terapiert zu werden damit sie endlich da raus kommen, sind dabei schon völlig mutlos geworden weil sie bei jeder Begutachtiung doch wieder den Stempel der Gefährlichkleit aufgedrückt bekommen.
Dazu gehören auch Patienten die bei externen Studien von andern Gutachtern als nicht mehr gefährlich eingestuft wurden .Aber das zählt ja nicht wenn der Chef der betr. Anstalt dann die Akte öffent die die oben benannte harmlose Streiterei als Zeichen von hohem Aggresionspotential beteichnet.

Es gibt wie schon erwähnt, auch auch Studien von unabhängiegen Gutachtern die belegen das man einen nicht unerheblichen Teil der Patienten als höchst wahrscheilich ungefährlich entlassen könnte aber man sie aus Angst vor der Presse und der aufgescheuchten Öffentlichkeit lieber einfach eingesperrt lässt.
Ich finde das diesen Patienten gegeüber als äußerst ungerecht. Für sie ist es eine lebenswichtige Entscheidung und dann kommt ein Gutachter redet mit Dir 10 Minuten schaut in deine Akte und sagt NEIN und der Betreffende darf sein weiters Leben obwohl gar nicht nötig weiterhin in einem kleinen Zimmer ( Zelle )hinter hohen ;Mauern und entmündigt verbringen ohne die Chance zu sehen das man dort jemals nochmal raus kommt.Es soll dort Leute geben die man schon vor x Jahren hätte entlassen können und die auch unbeding dort raus wollen aber eben nicht dürfen. Das muss doch ein fürchterliches Gefühl für die Betroffen sein finde ich.

Ich würde mich freuen wenn es Forumsmitglieder gibt die sich da ein wenig auskennen und dazu äußern ob ich mit meiner Beschreibung eher richtig oder doch eher falsch lige.

LG
Julia

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Feuerchen
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Re: Leben in der Forensik

Beitragvon Feuerchen » Fr 23. Jul 2010, 20:34

Hallo Julia_info,

Ich finde man muß das schon kritisch betrachten...Wenn man in der Forensik landet, hat man eine Straftat begangen für die Gefängnis zu erwarten gewesen wäre, aber durch eine psychische Erkrankung kommt es dann zum Einzug in die Forensik.

Ich glaube schon dass die Einweisung dort hin auch seine Berechtigung hat. Und wahrscheinlich wird bei Unklarheit lieber einmal mehr ein Patient in der Forensik belassen, um eben andere Menschen nicht zu gefährden.
Man muß halt immer auch an den Opferschutz denken!
Menschen, die schon einmal eine Straftat begangen haben und dann, wie du beschreibst, in Agressionen verfallen, traut man halt viel eher eine mangelnde Impulskontrolle zu.

Ich finde es im Gesamten gesehen das nicht einfach das zu bewerten. Aber kann verstehen, dass man nich unnötig jemanden in Gefahr bringen will, und liebe auf Nummer "Sicher" geht.

Liebe Grüße
Feuerchen

Julia_info
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Re: Leben in der Forensik

Beitragvon Julia_info » Sa 24. Jul 2010, 02:31

Hallo Feuerchen

Danke erstmal für Deinen Beitrag

Ich versuche das auch kritisch zu betrachten und weis natürlich auch um die Taten der dortigen Patienten und da einige da auch wirklich hingehören. Auch weis ich das für die Opfer viel zu wenig getan wird .

Ich finde aber trotzdem nicht fair Menschen die zum Beispiel Kleptomanen sind nach ihrer Haft als gefährlich für die Gesellschaft einzustufen und sie auf unbestimmte Zeit weg zu sperren. Solche Beispiele gibt es nicht nur im Einzelfall sondern es scheint eine Tendenz zu sein
Noch so ein Beispiel Der 71 Järigen Mann mit Arthrose im Rollstul. :!: Muss weiter drin bleiben weil gefährlich. Da frage ich mich wo heute die Grenze zwichen gefährlich und ungefährlich liegt.
Nein ich glaube hier stimmt etwas nicht mit unserem Sicherheirsverständniss in unserer Gesellschaft.
Da stimmt die Verhälnismaßigkeit nicht mehr wenn schon Kleinkrimminelle noch nach ihrer Haftfzeit für Jahre in der Sicherunsverwahrung bleiben müssen.

Was ich in den Berichten gesehen habe ist das Leben dort nur minimal anders als im Gefängnis und im Gefängnis weis man aber wenigstens wann der Tag X kommt und man raus ist.
Wie gesagt Ich rede hier nur von den nicht wenigen bedenklichen Fällen denen von externen Gutachten bei Studien eine realttive Ungefährlichkeit bescheingt wurde.

Ich vermute hier eher das Politiker hier populistisch nach immer mehr Sicherheit schreien und versuchen die Gesetzte immer weiter zu verschärfen.(was schon Jahre lang geschieht) weil es erstens keine Lobby für Forensikpatienten gibt und zweitens man sich sicher sein kann, beim einfachem Volk damit gut anzukommen. Denn wer will nicht das der brutale Kinderschänder (Mit diesem Beispiel wird ja immer oberflächlich argumentiert) in sicherer Umgebung keine Straftaten mehr begehen kann.

Also wie gesagt es gibt wirklich Gegenstudien dazu, denen ich glauben schenke. In einer Studie wurden 14 Patienten einer Forensik begutachtet. Gefährlich im Sinne der weiteren Sicheungsverwahrung waren wirklich nur 5. Bei den andern 9 bestand keine akut zu befürchtende Gefahr für die Gesellschft.

Also grob gerechnet 9 Patienten die schon in Freiheit sein könnten und das teilweise seid Jahren :!:

Also ich bin wirlkich dagegen das nun schon Kleinkrimminelle für zig Jahre wegesperrt. werden. Die Sicherugsverwahrung ist für Psychich kranke Straftäter geschaffen die freigelassen in der Gesellschaft wirklich eine Gefahr für Leib und Leben sind und nicht für Diebe oder Bankräuber.
Ich finde man sollte wirklich jeden Eiztelfall genau für sich betrachten und das Sicherheitsdenken nicht maßlos übertreiben denn 100%ige Sicherheit kann es nicht geben.

Man muss immer bedenken wie man es dann bewerten würde wenn es den eigenen Vater Mutter oder Bruder betreffen würde.

LG
Julia

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Angelita
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Re: Leben in der Forensik

Beitragvon Angelita » Sa 24. Jul 2010, 14:47

Guten Tag Julia

Darf ich Sie fragen, von welchem Land sprechen Sie? Was waren das für Filme (Berichte)? Von wem wurden die in Auftrag gegeben u. in welchen forenischen Abteilungen wurde gedreht?

Jedes Land hat andere Massnahmen u. vorallem ein anderes Verständnis von Strafe, Sühne u. Wiedereingliederung.
Gruss Angelita

“Man muss im Ganzen an jemanden glauben, um ihm im Einzelnen wahrhaft Zutrauen zu schenken.” H. v. Hofmannsthal

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Re: Leben in der Forensik

Beitragvon Julia_info » Sa 24. Jul 2010, 23:14

Hallo Angelita

Oh das kann ich gar nicht mehr so genau sagen .Die von mir angesprochen Berichte findet man aber alle bei Your Tube wenn man unter Forensik oder Maßregelvollzug googlet.Da habe ich auch das Meiste gefunden.

Welches Bundesland kann ich leider auch nicht sagen. Aber ich denke das die Verordnungen sich nicht allzusehr unterscheiden werden. Jedenfalls waren das alle seriöse TV Berichterstattungen. "Monitor", "Panorama" usw....

Kannst Du denn mit Infos oder Erfahrungen zu diesem Thema dienen?

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Lydia
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Re: Leben in der Forensik

Beitragvon Lydia » So 25. Jul 2010, 00:38

Hallo Julia_Info,
Es gibt wie schon erwähnt, auch auch Studien von unabhängiegen Gutachtern die belegen das man einen nicht unerheblichen Teil der Patienten als höchst wahrscheilich ungefährlich entlassen könnte
mich würden die genauen Quellen deiner Aussagen auch interessieren. Insbesondere, weil du ja von seriösen Studien sprichst, die ja dann auch irgendwo zu finden sein müssten. Bei Youtube habe ich diesbezüglich jedenfalls nur die u. g. Beiträge gefunden. Als seriöse Studie würde ich solche Dokuserien allerdings nicht bezeichnen.
Also ich bin wirlkich dagegen das nun schon Kleinkrimminelle für zig Jahre wegesperrt. werden.
Kleinkriminelle, wie du es so verharmlost darstellst, landen sicherlich nicht in der Forensik. Ich habe mal gelesen, dass ca. die Hälfte der Patienten forensischer Kliniken aus Vergewaltigern und Kindesmissbrauchern bestehen. Ein weiterer Großteil besteht aus gefährlichen Gewaltverbrechern. Keiner von ihnen ist Erst- bzw. Einmaltäter. Das bestätigt auch die mehrteilige Reportage über "Das Leben in der forensischen Psychiatrie", die ich auf deinen Tipp hin, mal auf Youtube zu suchen, gefunden habe.
RTL "Punkt 12" würde ich im Normalfall nicht zu den seriösesten Quellen zählen, aber die Schilderungen dort über das Leben in der Forensik kommen immerhin von den Ärzten, Wärtern/Pflegern und von den Patienten selbst. Hier sind die Links zu der Dokumentationsreihe:

http://www.youtube.com/watch?v=S-1b0Fqz ... re=related
http://www.youtube.com/watch?v=_tp_07hV ... re=related
http://www.youtube.com/watch?v=-yiOWBD3 ... re=related

Dass gefährliche psych. erkrankte Straftäter, die aufgrund der Schwere und der Häufigkeit ihrer Taten nach regelmäßiger Begutachtung im Zweifel zum Schutze der Öffentlichkeit in der Klinik bleiben, finde ich übrigens grundsätzlich richtig. Deine These, dass immer mehr Kleinkriminelle in der Forensik landen und dort zig Jahre bleiben, kann ich momentan nicht nachvollziehen, vielleicht findest du dazu ja noch die Quellen, die das belegen.

Gruß
Lydia
Lebe jeden Tag als wäre es ein neuer Tag!
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Re: Leben in der Forensik

Beitragvon Julia_info » So 25. Jul 2010, 20:05

Hallo Lydia und die anderen Interessierten

Leider habe ich bei meine eigene Recherchen keine Quellenangaben gesamelt.Ich habe mir aber mal die Mühe gemacht aus dem Gedächnis nochmal nachzuforschen.
Einiges welches meine Meinung unterstützt, habe ich auch wieder gefunden. Manch Anderes aber leider noch nicht.
Aber da bleibe ich dran und und werde sicher noch das Eine oder Andere nachreichen können.

Auf eine Textpassage Deines Posts möchte ich aber nochmal erklärend mit meiner persönlichuen Meinung ,Stellung beziehen.
Es ist diese hier :

....."Kleinkriminelle, wie du es so verharmlost"....

Dazu (verharmlosen) stehe ich auch wenn es um jahrzehnte lange Sicherungverwahrung geht.
Das ist für mich völlig unverhältnismäßig. Es ist nach jetziger Gesetzeslage möglich einen kleinkrimminellen sogar bis zum Lebensende wegzusperren :shock:

Wenn auch etwas überrieben gesehen, stünde bei solche angewandten Maßstäben wie heutzutage Praktiziert, mit Sicherheit der ein oder andere Politiker unseres Staates in Gefahr auch in Sichrungsverwahrung genommen zu werden. :wink:

Nur nochmal das hier keiner etwas in den falschen Hals bekommt Ich bin nicht gegen Sichrerugnsverwahrung, sondern gegen ein Rasenmäherprinzip welches aus Gründen die ich in meinen Posts weiter oben geschrieben habe, Leute für zig Jahre hinter Gitter bringt die da eigentlich gar nicht hingehören.

Hier fürs Erste meine Links dazu.

http://www.tagesschau.de/inland/sicheru ... rung2.html

http://www.youtube.com/watch?v=sPIIXbPKNUU

http://www.jura.uni-tuebingen.de/profes ... verwahrung

http://www.strafverteidigervereinigunge ... Jugend.htm


Ich hatte noch mehr dazu gefunden .Muss ich aber erst wieder finden .

LG
Julia

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Mozkita
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Re: Leben in der Forensik

Beitragvon Mozkita » Mi 22. Sep 2010, 18:45

Hey Julia,

ich habe damals in meinem Aufenthalt in der geschlossenen KiJu einen Jungen kennengelernt, den ich sehr sehr gerne hatte. Er war wegen aggressivem Verhalten, Drogenkonsum und SVV da. Wir haben uns sehr gut verstanden und haben auch, nachdem ich aus der Klinik war, noch ein wenig Kontakt gehalten.
Er war ein sehr instabiler Kerl, einen Tag hatte er sich in einen Jungen verliebt, den nächsten Tag hasste er Schwule und schnitt sich eine Glatze und während eines seiner Freigänge wurde er auf eine Antifa-Demo festgenommen. Das alles in weniger als 3 Wochen.
Das Ende vom Lied war, dass er aus der Klinik geschmissen wurde, wegen "untherapierbar".

Der Kontakt ging irgendwie verloren.
Ca. 1 Jahr später fand ich durch ein Gespräch mit einer Arbeitskollegin heraus, dass dieser Junge ihr Sohn ist. Und dass er in der Forensik ist.
Er soll, nach seinem Rausschmiss aus der KiJu in eine betreute Wohngruppe gekommen sein, eine Ausbildung angefangen haben und alles schien gut. Bis er anfing Drogen zu nehmen, seine Medikamente wegwarf und die Kontrolle verlor. In seinem Wahn vergewaltigte er eine Betreuerin.

Mittlerweile, 5 Jahre später, ist er aus der Forensik raus. Ich hab wenig Kontakt zu ihm gehalten, obwohl ich es gerne getan hätte. Ich hab seine Aussagen einfach nicht ertragen können ("Die hat es doch verdient" ; "Wenn ich hier rauskomme zieh ich in den Stadtpark und nehm Drogen" etc.) Einsicht null.
Wir alle haben sehr mitgelitten, wenn er wieder mal Rückfällig wurde und Stimmen hörte. Keiner wusste, wie lange er dort bleiben würde.
Aber er hatte sich irgendwie dort eingelebt. Essen umsonst, Sportstudio umsonst, keine Wäsche zu waschen. Nach ca 3 Jahren hatte ich den Eindruck, er "brauchte" die Forensik. Vielleicht aus Angst, vor der Welt "da draußen", die sich so schnell verändert hat und von der er wusste, dass er es schwer haben würde, sich einzugliedern.
Er lebt jetzt in einer betreuten WG, die nur von Männern betreut wird mit strengen Auflagen.

Ich weiß nicht, ich habe oft den Eindruck gehabt, dass er es genossen hat, als "gefählich" und "untherapierbar" und somit als "besonders" zu gelten.
Ansonsten habe ich keine Erfahrung mit der Forensik, ich kann auch nur von diesem Einzelfall sprechen und will nicht pauschalisieren.

Ich erinnere mich gern an die Gespräche, die ich mit ihm auf der KiJu hatte und würde mir wünschen, dass er irgendwann zu sich zurückfindet. Bis auf seine verschroebenen Ansichten war er ein netter Kerl. Ich glaube, er hat einfach viel falsch gemacht und mit der richtigen Therapie und, wenn die Frühwarnsymptome seine Psychose erntgenommen worden wären, hätte da einiges anders laufen können.

Vielleicht sehe ich das auch nur so, weil wir quasi "Leidensgenossen" auf der KiJu waren und ich es mir für ihn anders gewünscht hätte.

Sein Opfer wird noch viel zu kämpfen und zu leiden haben. Ich habe ähnliches erlebt. Vor allem jetzt, wo er auf freiem Fuß ist.
Ich kann nur für das Mädchen hoffen, dass sie eines Tages wieder auf die Beine kommt. Ich wünsche es ihr von ganzem Herzen.
Jede Kunst ist zu Anfang Oberfläche und Symbol. Wer unter die Oberfläche geht, tut dies auf eigene Gefahr. Wer das Symbol deutet, tut dies auf eigene Gefahr.
(Oscar Wilde)

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Remedias
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Re: Leben in der Forensik

Beitragvon Remedias » So 24. Okt 2010, 17:45

Hi, ich kenne aber Leute, die waren wegen weniger in der Forensik. Ein Bekannter von mir hatte die Fenster einer Niederlassung einer großen Supermarktkette eingeschlagen und Grafiti gesprüht, weil er früher da mal beschäftigt war und er in der psychose Wut auf sie verspürte. Der Richter schickte ihn für 4 Monate in die Forensik. Also kein Vergewaltiger und Mörder!
Ihm ging es ja auch ziemlich gut dort, wurde medikamentös neu eingestellt und ist jetzt wieder draußen.
liebe Grüße Remedias


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