Voraussetzung für das Arbeiten in der Forensik..

Hier besteht die Möglichkeit zum fachlichen Austausch über Psychiatrierecht, Fragen der psychiatrischen Begutachtung etc
Reisende
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Beitragvon Reisende » Di 1. Apr 2008, 00:31

Hallo fluuu,

also ich hab mich schon wieder etwas beruhigt, seit ich diese (zugegebenermassen lamentierend klingende)Frage in den Raum gestellt habe. :wink:
Wenn Du Glück hast wirst Du in eine Talkshow eingeladen, das habe ich schon gesehen, das kommt öfter vor, sowas wollen die Leute sehen.
Bääääh, neeee bloß nicht !!! Eher sterb ich.. :evil:
Ich weiss schon warum ich tv-los lebe... :twisted:

Nein, echt. Das hab ich nicht gemeint. Ich bin echt nicht scharf drauf hier oder sonstwo jedermann alles zu erzählen nur um im Mittelpunkt zu stehen oder etwas Aufmerksamkeit und Anteilnahme zu erheischen.
Ich hab das vor 2Jahren bei einigen Freunden/Bekannten versucht (das Erzählen...), als alles so verdammt frisch war und ich Hilfe suchte. Es gibt nur sehr wenige mit denen ich jetzt noch Kontakt habe und die auch noch ab und ab mal nachfragen. Als ich damit nicht weiterkam, dachte ich such dir Leute denen es ähnlich geht (damals war noch nicht die Rede von Psychose/Schizophrenie bei meinem Mann) und ging in Foren in denen Leute sich austauschen die mit Strafvollzug zu tun haben. Gut, das half mir mich damit auseinanderzusetzen, dass mein Mann im Gefängnis sitzt und was das alles heisst und wie andere damit umgehen. Letztlich befriedigend war auch das nicht. Es bleibt immer eine individuelle Sache und nichts geht letztem Endes über einen persönlichen nicht-virtuellen Kontakt oder professionelle Hilfe und den eigenen Willen sich helfen zu lassen.

Seit nun die psychiatr. Erkrankung meines Mannes bekannt ist, erweiterte sich natürlich schlagartig mein Interessen-und Fragegebiet. Und so bin ich hier gelandet....

Und es hat mir schon einiges gebracht. Ohne dass ich viel von meinem 'Schicksal' preisgegeben habe. Grossartige Details, Namen o.ä. werde ich auch nie nennen, das muss nicht sein.

Und in der Selbsthilfegruppe Angehöriger psychisch kranker fühlte ich mich eben nicht wohl...diese Hürde die ich den anderen erstmal hinlege und auch selbst überwinden muss, dass mein Mann ein verurteilter Mörder ist, bevor man dazu kommt von seinen Problemen mit der neu hinzugekommenen Situation der Schizophrenie etc. zu sprechen (die dann wieder alle betreffen). Das mag ich nicht mehr.

Ach übrigens: meinen Mann hab ich nicht in der Forensik geheiratet, wir waren bereits vor seiner Flucht aus Deutschland und Inhaftierung 6 Jahre verheiratet. Das ist ein klitzekleiner Unterschied... :cool:

Danke für deine nähere Erklärung deines Begriffs der 'kriminellen Störung'.
Ja, wenn man den Gedanken vertiefen würde, wäre schon interessant, herauszufinden ab wann und warum manche Menschen in diesen extremen psychischen Situationen die Grenze die allgemein anerkannten Regeln menschlichen Zusammenlebens überschreiten.
Das fängt bei Betrug an, Eigentumsdelikten, Drogen, und der Verletzung menschlichen Lebens in Würde, Seele und Körper. Bis dahin dass man dazu kommt ein Gegenüber zu töten.

Die psychische Ausnahmesituation in der sich mein Mann offensichtlich befand vor der Tat, mag ich noch nachvollziehen, soviel mir davon bekannt ist. Den folgenden letzten Teil - darüber komm ich nicht ganz hinweg. Das ist eine Grenzüberschreitung, bei der mein Verständnis letztendlich aufhört und das anfängt wo ich sage: Ja, das gehört gesühnt. Seine Strafe ist gerechtfertigt. So hart die Konsequenzen auch für mich persönlich sind. Und soviel mir der Mensch an sich noch bedeutet.
Deshalb rühren wir beide im Moment noch nicht oft daran.
Nach meinem Verständnis haben auch die Insassen vom normalen Knast eine kriminelle Störung, denn die Ursachen sind meist psychischer Natur und bräuchten Psychotherapie als nur weggesperrt sein.
Ja, nur Psychotherapie bringt nur dann was wenn der Patient sie auch wirklich will, SICH wirklich verändern will, oder? So wie ich mitbekommen habe, gibt es Psychologen in den deutschen JVAs.
Beruhigend wirkt auf mich die Vorstellung, dass die Forensik eine kleine komplette abgeschlossene Welt ist in der für fast alles gesorgt wird und kann nur abwarten.
Ja, das empfinde ich auch so.

Ich bin froh dass er dort ist und nicht im Gefängnis. Ich hoffe nur dass er die Zeit dort nutzt.

Da ich den Bereich reine 'geschlossene Station' einer Psychiatrie nicht kenne, kann ich zu einem Unterschied zur Forensik natürlich auch nicht viel sagen, ausser dem Geschilderten.

viele Grüße,

Reisende

Reisende
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Beitragvon Reisende » Di 1. Apr 2008, 00:59

Hallo NoOne,

Bitte schön :)

Wie gesagt, es ist auszuhalten. Und manche Dinge gehn da unten, die wären hier in Deutschland nicht möglich. Ich glaube nicht dass wir in Deutschland nach einem 3/4Jahr Forensik und noch nicht rechtskräftigem Urteil tageweise Ausgang bekommen hätten und sogar eine ganze Nacht...Und ob mein Mann ein Handy bekommen hätte.
Darüber bin ich sehr froh. Das macht vieles erträglich. Liegt vielleicht auch daran, dass er sonst so gut wie keinen Besuch bekommt und ich soweit Anreise. Oder die Ärztin verspricht sich was von meinem Kontakt zu meinem Mann in punkto dass er offener wird und ich positiv auf ihn einwirke.

Danke für die Genesungswünsche.

Und dieser bösen Satz war wirklich überspitzt. Und ich denke mir dass Sie den in ähnlicher Form schon oft gehört haben...aber ähnlich schlaue Sätze/Fragen darf ich mir auch ab und zu anhören. Manche regen mich nur auf, manche regen mich noch zum Nachdenken an und ich beginne mich zu hinterfragen.

Also beleidigen oder Unterstellen wollte ich Ihnen wirklich nichts. :oops:

Mein Mann wurde zu 15Jahren wegen Mordes verurteilt. Ist aber noch nicht rechtskräftig. Der Staatsanwalt will anscheinend noch was dran basteln (nach oben..), ich weiss aber nichts genaues und hab auch nicht die Kraft, Energie und Möglichkeiten mich in eine Gegenrevision reinzuhängen. Auch wenn das paradox zu meinen Bemühungen und Anstrengungen der Kontaktaufnahme steht.

Eine Gutachterkommission könnte sich in nächster Zeit treffen, die Ärztin wartet auf die Anfrage des Staatsanwalts, vorher rührt sich nichts.


Ich hab mich darauf festgelegt, meine eigenen Schienen zu legen und zu fahren. Weichenbau eingeschlossen... :wink:
Mir liegt was an der Beziehung zu meinem Mann, und dass wir uns über uns selbst klar werden, zusammen und jeder für sich.
Und dass diese Tat und das alles drumherum nicht den letzten Rest Menschlichkeit und Wärme vernichtet hat.


viele Grüße,

Reisende

Maulbeere
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Beitragvon Maulbeere » Mi 2. Apr 2008, 20:57

Das mit der Forensikklinik ist schon sehr sehr paradox!

Einerseits gelten ja die Patienten dort, weil psychisch krank, als vermindert schuldfähig, andererseits werden dort die Menschen viel schlimmer behandetl als im gefängnis!

Im Gefängnis muß man eine festgelegte Zeit absitzen; in der Forensik unbestimmt lang. Im Gefängis gelten klare Regeln, was man mit dem Insassen tun darf und was nicth, in der Forensik ist alles erlaubt. In der Forensik darf zwangsmedikatiert werden, im Gefängnis nicht!

Eigentlich müßten ja, so sollte man meinen, Menschen die psychisch krank und vermindert schuldfähig sind eine leichtere Stafe erhalten, bekommen aber obwohl sie ja "nichts dafür können, weil krank", eine viel viel höhere Strafe!
Das ist sehr sehr paradox!

NoOne
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Beitragvon NoOne » Mi 2. Apr 2008, 21:14

Maulbeere hat geschrieben:Das mit der Forensikklinik ist schon sehr sehr paradox!

Einerseits gelten ja die Patienten dort, weil psychisch krank, als vermindert schuldfähig, andererseits werden dort die Menschen viel schlimmer behandetl als im gefängnis!

Im Gefängnis muß man eine festgelegte Zeit absitzen; in der Forensik unbestimmt lang. Im Gefängis gelten klare Regeln, was man mit dem Insassen tun darf und was nicth, in der Forensik ist alles erlaubt. In der Forensik darf zwangsmedikatiert werden, im Gefängnis nicht!

Eigentlich müßten ja, so sollte man meinen, Menschen die psychisch krank und vermindert schuldfähig sind eine leichtere Stafe erhalten, bekommen aber obwohl sie ja "nichts dafür können, weil krank", eine viel viel höhere Strafe!
Das ist sehr sehr paradox!
Hallo,

haben Sie Erfahrung in beiden Bereichen ? oder in einem ?

Ich nahm immer an, das in der Forensik auch eine Therapie zur geistigen Gesundung des Betroffenen durchgeführt wird. Nach Ihrer Ausführung hört es sich aber eher nicht so an. Ich persönlich denke das die Forensik für den einzelnen "besser" ist, da hier an der Ursache der kriminellen Handlung, also einer geistigen Abnormalität, gearbeitet wird. Ich denke das wird zwar auch in einem Vollzug, aber möglicherweise nicht in solch intensiver Form.

Aber da ich ja beide Bereiche nicht wirklich kenne weiß ich nicht ob oben gesagtes stimmt.

NoOne
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Beitragvon NoOne » Mi 2. Apr 2008, 21:21

Reisende hat geschrieben: Und dieser bösen Satz war wirklich überspitzt. Und ich denke mir dass Sie den in ähnlicher Form schon oft gehört haben...aber ähnlich schlaue Sätze/Fragen darf ich mir auch ab und zu anhören. Manche regen mich nur auf, manche regen mich noch zum Nachdenken an und ich beginne mich zu hinterfragen.

Also beleidigen oder Unterstellen wollte ich Ihnen wirklich nichts. :oops:
Ja, ich weiß. Ich nahm es Ihnen auch nicht böse, wollte aber wie gesagt, das auch nicht so stehen lassen. War mit halt "ein Dorn im Auge" ;-)

Reisende hat geschrieben: ...und hab auch nicht die Kraft, Energie und Möglichkeiten mich in eine Gegenrevision reinzuhängen. Auch wenn das paradox zu meinen Bemühungen und Anstrengungen der Kontaktaufnahme steht...
Hmm...nein, wieso ? Sie müssen doch nicht immer gegen alles rudern ? Sie sagten selbst das eine Strafe gerechtfertigt ist. Zudem ist es manchmal auch besser früh genug einen Gang runterzuschalten als später garnichts mehr zu können. Was wäre wenn Sie wie auch immer ein Strafmaß auf 13 Jahre drücken, aber anschließend nicht mehr dazu in der Lage sind Ihren Mann in den 13 Jahren zu unterstützen ?

Weniger ist manchmal mehr... Ich persönlich finde es ok von Ihnen.

Reisende
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Beitragvon Reisende » Do 3. Apr 2008, 08:03

Maulbeere hat geschrieben:Das mit der Forensikklinik ist schon sehr sehr paradox!

Einerseits gelten ja die Patienten dort, weil psychisch krank, als vermindert schuldfähig, andererseits werden dort die Menschen viel schlimmer behandetl als im gefängnis!

Im Gefängnis muß man eine festgelegte Zeit absitzen; in der Forensik unbestimmt lang.

Im Gefängis gelten klare Regeln, was man mit dem Insassen tun darf und was nicth, in der Forensik ist alles erlaubt.

In der Forensik darf zwangsmedikatiert werden, im Gefängnis nicht!

Eigentlich müßten ja, so sollte man meinen, Menschen die psychisch krank und vermindert schuldfähig sind eine leichtere Stafe erhalten, bekommen aber obwohl sie ja "nichts dafür können, weil krank", eine viel viel höhere Strafe!


Das ist sehr sehr paradox!
Erstmal: Im Gefängnis bzw. Forensik sitzt man nicht ohne Grund.

Dann: wie definierst du "schlimmer behandelt"?
Wenn man 'Zwangsmedikation' und 'unbestimmte Dauer des Freiheitsentzugs' für sich allein betrachtet, könnte man auf so einen Gedanken kommen.
Mein Mann sieht das (ab und zu) genauso. Er sieht aber auch nicht (ganz) ein warum er überhaupt im Gefängnis ist. Wäre er weiter unbehandelt im Gefängnis geblieben, wäre die Möglichkeit dass sich diese Unfähigkeit zur Reue und Realität-sehen manifestiert. Und dann?? Dann kommt er nach 15 Jahren raus und gerät wieder in eine ähnlich konfliktreiche Situation wie vor 2 Jahren und dann...? Und glaub nicht, dass im Knast alles zum Wohle des Inhaftierten läuft. Auch dort gibt es Einzelzellen, Isolationszimmer, Ärzte die Neuroleptika geben wenns einer zu doll treibt. Überall, wo Menschen Macht über andere haben, Menschen in einseitigen Abhängigkeitsverhältnissen sind, passiert Missbrauch und Ungerechtigkeit. Das ist aber nicht die Regel. Und kommt auch oft auf die Perspektive an.

Was mich bei meinem Mann 'wundert': Er lamentiert gegen seine verordneten Psychopharmaka, ist aber bereit für einen zusätzlichen Effekt ohne ärztliches Wissen zusätzliche Psychopharmaka einzuwerfen. Ohne Bedenken. Und sieht nicht ein, dass sein Gebrauch von psychoseauslösendem Marihuana ihn u.a. dorthin gebracht hat wo er jetzt ist. Ist das nicht paradox?? Er würde es wieder nehmen, und glaub nicht dass er im Gefängnis nicht an sowas (oder noch stärkeres) kommt. Psychopharmakaaustausch unter den Häftlingen war gang und gäbe in seinem Knast.

PARADOX ?


Die Fähigkeit über das eigene Fehlverhalten und die Konsequenzen seines Tuns zu reflektieren, sind bei 'gesunden' Menschen i.d.R. gegeben. Trotzdem machen viele immer wieder dieselben Fehler (mich eingeschlossen :oops: ) .

Aber es ist Wunschdenken, dass das bei Häftlingen allein durch Absitzen der Strafe passiert. Und dass es im Gefängnis diesselben Möglichkeiten wie in Forensik/Psychiatrie gibt.


Mit dem Begriff 'vermindert schuldfähig' setze ich mich momentan auch auseinander. Dazu aber zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

Das obige reicht mal zur Diskussion und zum Nachdenken.


viele Grüße,

eine Reisende

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Remedias
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Beitragvon Remedias » Do 3. Apr 2008, 18:33

Hallo @Reisende,
habe mich gerade durch den thread gelesen und deine Geschichte bewegt mich ziemlich. Ich finde dich sehr tapfer, und wünsche dir ganz viel Kraft
liebe Grüße
Remedias

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Grobser
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Beitragvon Grobser » Mi 23. Apr 2008, 18:35

Hallo NoOne,

möglicherweise ist das jetzt ja auch gar nicht mehr aktuell für dich; aber ich stolperte gerade darüber und mir fiel ein, dass hier mal danach gefragt wurde. Ggfs. hilfts ja auch Anderen, die deinen Thread finden.Es geht um die "Fachfortbildung Forensische Psychiatrie" in Niedersachsen, was in meinen Augen schon eine Voraussetzung für das Arbeiten in diesem Bereich darstellt:

Diese Fachfortbildung ist für pflegerisch tätige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Bereichen gedacht, in denen mit forensischen Patientinnen und Patienten gearbeitet wird.

Sie dauert berufsbegleitend ein Jahr, umfasst 280 Unterrichtsstunden und endet mit einem Abschlusskolloquium. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Zertifikat.

Der theoretische Unterricht wird in einer Blockwoche (5 Unterrichtstage) und an einzelnen Studientagen im Bildungszentrum Pflege, bzw. in den NLKH’s Hildesheim, Königslutter und Lüneburg durchgeführt.

Zu den Unterrichtsfächern/-inhalten gehören:
  • *Selbsterfahrungstraining 32 U.-Std.
    *Grundlagen psychiatrischer Pflege und Besonderheiten der forensischen Pflege 80 U.-Std.
    * Pflege – und Behandlungsplanung 32 U.-Std.
    * Rechtskundelehre 40 U.-Std.
    * Gesprächsführung 32 U.-Std.
    * Psychiatrische Krankheitslehre 12 U.-Std.
    * Kriminologie (Kriminalprognose) 12 U.-Std.
    * Exkursionen (z.B. JVA, Gerichtsverhandlung, forensische Einrichtungen) zur Vertiefung des "Blickes über den eigenen Tellerrand" 32 U.-Std.
    * Kolloquium 8 U.-Std.

Die Auseinandersetzung mit diesen Lerninhalten bedarf der wiederholten begleiteten Reflexion in einem längerfristigen Lernprozess . Dabei findet sowohl eine Abgleichung als auch eine enge Verknüpfung der theoretischen Unterrichtsinhalte mit den individuellen persönlichen Einstellungen und den in der Praxis gemachten Erfahrungen statt. Dieses wird u. a. erreicht durch:

  • * Das konsequente Nutzen von Praxisbeispielen
    * Die Durchführung von "Kollegialen Fallbesprechungen"
    * Das Führen von Praxisgesprächen auf den Stationen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer (durch Verantwortliche des Bildungszentrums Pflege)
    * Die selbständige konzeptionelle Planung, Leitung und Reflexion (inkl.Dokumentation) einer Gruppenarbeit /eines Projektes (wodurch auch ein Erfahrungszuwachs innerhalb dieses wesentlichen Elementes der Sozio- und Milieutherapie ermöglicht wird)

Zugangsvoraussetzungen:

  • * Pflege- oder Erzieherausbildung und
    * ein Jahr Berufstätigkeit in der Psychiatrie.

Gruß
Sanne
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Beitragvon NoOne » Sa 26. Apr 2008, 10:19

Hallo, doch, ist noch interessant für mich ! Vielen Dank für die Antwort ! Ich werde demnach erstmal versuchen Psychiatrieerfahrung zu sammeln und dann versuchen in die Forensik rein zukommen.
Schöne Grüße, NoOne

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Beitragvon NoOne » Sa 26. Apr 2008, 18:37

Jetzt gerade läuft auf WDR ein Reportage über die Forensik in Eickelborn

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Beitragvon fluuu » Mo 28. Apr 2008, 14:12

...über die Forensik in Kaufbeuren habe ich noch nichts Neues erfahren und auch nichts über den Bekannten der dort verweilt. Hoffe auf eine baldige Entlassung.

gruß fluuu
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Beitragvon Maj » Mi 4. Jun 2008, 01:20

Hallo NoOne,

kurz zur meiner Person: Ich bin Fachkrankenschwester für Psychiatrie und arbeite auch schon seit 15 Jahren in der Psychiatrie.

Um in der Forensik arbeiten zu können, brauchst du "eigentlich" keine bestimmten Vorraussetzungen. Das ist abhängig vom Träger.

Sinnvoll ist mehrjährige Psychiatrieerfahrung, am Besten auch die Fachweiterbildung für Psychiatrie. Manche Akademien bieten Sonderqualifizierungen an.
Viele Träger stellen keine "Frischexaminierten" ein, legen Wert auf ein bestimmtes Alter. Die, meiner Meinung nach, wichtigste Vorraussetzung: Lebenserfahrung!
Bedenke aber auch, dass du viele persönlichen Vorraussetzung mitbringen musst. Also muss z.B. auch dein Äusseres stimmen - falls du also sichtbare Tätowierungen, Pircings usw. hast, brauchst du dich bei den meisten Einrichtungen schon gar nicht mehr vorstellen. Auch solltest du ein geregeltes Privatleben haben, dein polizeiliches Führungszeugnis muss selbstverständlich blitzsauber sein...

Ich weiss nicht, ob du schon ein Praktikum machen konntest. Aber ich glaube, du hast von der Forensik eine falsche Vorstellung. Forensik und geschlossene akutpsychiatrische Station sind überhaupt nicht zu vergleichen.

Gruß
Maj

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Beitragvon NoOne » Do 5. Jun 2008, 07:57

Hallo,

ich konnte bisher kein Praktikum in der Forensik machen, ich dachte mir schon, das ich bereits über Psychiatrieerfahrung verfügen sollte. Da ich erst in Kürze meine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger abschließen werde, weiß ich auch noch nicht, ob ich in der Psychiatrie arbeiten werde. Sollte das alles so hinkommen wie ich mir das vorstelle, werde ich mir eine Forensische Station auf jeden Fall einmal angucken. Nur im Moment halte ich das aus zwei Gründen für unsinnig:
1. Ich muss für das Examen lernen..
2. Da ich ja eh erst Berufserfahrung sammeln müsste, sollte ich auch erst einen Schritt nach dem anderen tun, also erstmal zusehen, das ich überhaupt eine Arbeitsstelle in dieser Richtung finde.

Dankeschön. -.-

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monk
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Beitragvon monk » Mo 14. Jul 2008, 23:21

hallo...

ich war selber in der forensik inhaftiert...
deshalb frage ich mich, warum bloß magst du da arbeiten...

ich habe selten so viele unterstützer eines menschenverachteden systems erlebt, wie in der forensik(schuld oder unschuld stelle ich dahin)

wenn du in der forensik arbeitest, bis du handlanger von ärzten und richtern und hast keine möglichkeiten den "patienten" wirklich zu helfen.
auf der anderen seite ist das natürlich ein sicherer job...

jedenfalls habe ich bestimmt in den verschiedenen stationen, über 30 verschiedene pfleger kennengelernt und ich muss nicht unbedingt behaupten, dass ich einen davon besonders intelligent, sich für die patienten einsetzend, selbst und system kritisch, erkannt habe.

eher dummes volk, obrigkeitshörig und seilschftanhängig...

aber du musst selber entscheiden, was du arbeiten möchtest...
kannst ja kontakten, wenn du mehr erfahren möchtest(forensik alltag)

gruß, monk


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