Zwangseinweisung eines Stalkers/Kinderschänders möglich?

Hier besteht die Möglichkeit zum fachlichen Austausch über Psychiatrierecht, Fragen der psychiatrischen Begutachtung etc
Alexandra
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Zwangseinweisung eines Stalkers/Kinderschänders möglich?

Beitragvon Alexandra » Fr 30. Apr 2004, 22:32

Hallo Ihr
Ich habe folgendes Problem.
Ich bin seit 10 Monaten das Opfer von einem Stalker.
Trotz Anzeigen und einstweiliger Verfügung bekomme ich keine Ruhe vor ihm.
Was relativ harmlos anfing mit Blumen schicken, hat jetzt grausame Ausmaße angenommen.
Nachdem der Mann merkte das ich nichts von ihm will ist er damals dazu üüber gegangen, mich zu beobachten, per Telefon und brieflich zu bedrohen. Die Anzeigen und die Verfügung konnten ihn nicht abhalten und mittlerweile habe ich schon in kürzester Zeit 4 kaputte Autoreifen, und Drohungen mir wird was passieren.
Das schlimmste aber ist, er droht meine 12 jährige Tochter abzufangen und zu missbrauchen.
Dieser Mann hat schon mehrfach über Jahre wegen sex. missbrauch von Kindern gesessen. Und nu droht er öffentlich vor fremden Zeugen er packt mein Kind an weil ich ja nicht wollte.
Ich bin nicht sein einziges Opfer. Er wohnt 16 km entfernt von hier. Dort belästigt er ebenfalls eine Frau und ihre Töcher massiv. Auch diese Frau hat bereits Anzeige erstattet und ne einstweilige Verfügung gegen ihn.
Heute hatte ich wieder Termin bei meinem Anwalt. Der riet mir zum Ordnungsamt der Gemeinde zu gehen wo der Täter wohnt und zu beantragen das der Mann in doie Psychatrie eingewiesen wird. Am besten gemeinsam mit der anderen Frau und wenns geht noch mit der Frau vom weissen Ring die mich mittlerweile in der Angelegenheit betreut.
Ist sowas möglich?

Haben wir ne Chance das er dort untergebracht wird und so schnell nicht mehr rauskommt?
Wie sieht es aus wenn demnächst die Gerichtsverhandlung gegen den Mann ist. Auch der Richter müsste doch merken das der Mann absolut psychopatisch ist.?
Ich habe die ganzen Drohbriefe die ich mittlerweile bekam mal nem Psychiater gezeigt. Der meinte der mAnn ist krank und gehört in Behandlung.
Und er meinte das ich in großer Gefahr sei, genau wie meine Tochter. Um sein Ziel zu erreichen oder um seine Wut zu zeigen weil wir ke9ine Beziehung zu ihm eingehen, wäre er wohl zu allem fähig. Zumal er öffentlich vor fremden Zeugen droht das Kind anzufassen obwohl er für soetwas schon Jahre gesessen hat.
Bin ziemlich verzweifelt und durch den Terror mittlerweile selber krank und arbeitsunfähig. Das muss doch irgendwann mal ein Ende haben.
Gruß Alexandra

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Franz Engels
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Beitragvon Franz Engels » So 2. Mai 2004, 18:37

Hallo Alexandra,

leider kenne ich mich mit den rechtlichen Möglichkeiten in solchen Fällen nicht aus, erst recht nicht in Deutschland. Allerdings habe ich bereits mehrfach gelesen, daß es recht schwierig ist, gegen solche zunächst blossen Drohungen rechtlich und v.a. mit Zwangsmaßnahmen vorzugehen. Vermutlich muß wie häufig erst einmal etwas Schlimmes passieren, damit die Polizei und die Behörde eine Handhabe hat. Ein Psychiater oder ein anderer Arzt vor Ort kann zwar bei dringendem Verdacht auf Fremdgefährdung (dazu muß er persönlich einen Vorfall erlebt und sich selber ein Bild von dem Betreffenden gemacht haben) eine Einweisung gegen den Willen vornehmen, diese wird aber kaum einer richterlichen Anhörung standhalten, wenn der Betreffende sich gut unter Kontrolle hat. Er wird also dann vermutlich bald wieder frei sein, und der Terror wird weiter gehen. Falls Sie beweisen könnten, daß der Stalker Ihre Reifen zerschnitten hat, gäbe es vielleicht von dort aus einen Ansatzpunkt, wenn die polizeiliche Untersuchung zum Vorschein bringt, daß der Mann psychisch krank, behandlungsbedürftig und eventuell gefährlich ist.

Auf jeden Fall rate ich Ihnen genau wie der Kollege, den Sie konsultierten, vorsichtig zu sein und jeden Fall von Bedrohung zur Anzeige zu bringen. Steter Tropfen höhlt dann vielleicht den Stein und die Polizei kann sich auf diese Weise ein zusätzliches eigenes Urteil bilden, das später dann einmal wichtig sein kann.
Und seien Sie wachsam bezüglich Einschätzung der Gefahr. Machen Sie jede der Attacken des Stalkers öffentlich, erzählen Sie darüber Ihren Freunden und Bekannten, Nachbarn etc.. Wenn der Druck zunimmt und die Sie keine Hilfe von der Polizei erhalten, wechseln Sie den Wohnort. Das haben Prominente auch schon machen müssen, um endlich Ruhe zu haben vor den Peinigern. Sie sollten hier nichts aufs Spiel setzen!

Ich hätte Ihnen gerne mit konkreteren rechtlichen Tips geholfen, dafür fehlt mir aber die Kenntnis. Deshalb bin ich umso gespannter auf andere Beiträge. Vielleicht berichten Sie von Zeit zu Zeit, wie es Ihnen ergangen ist. Sie haben sicher dann bald Tips für andere Besucher...

Freundliche Grüsse

Franz Engels (Webmaster)
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attilla
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Vielleicht findest Du hier Hilfe

Beitragvon attilla » Di 10. Jan 2006, 12:27

Hat mich sehr berührt, dein Beitrag, habe im Netz folgende Seite gefunden : http://www.stalkingforum.de vielleicht findes Du dort Hilfe.
Hoffentlich wird er verurteilt, im Knast warten viele auf solchen Abschaum um ihm das Leben zu versauen....
Liebe Grüsse, Attilla
Das Sterben ist ästhetisch bunt


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