gesund abnehmen trotz neuroleptika

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Alanis 74
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gesund abnehmen trotz neuroleptika

Beitragvon Alanis 74 » Fr 2. Feb 2018, 10:03

Hallo , ich wollte hier was reinschreiben Gewichtsproblematik durch Neuroleptika, die ja sicher vielen bekannt sein dürfte .
Ich nehme im Moment Zeldox, Lamotrigin und Seroquel retard und habe 8 Kilo Übergewicht. Ich hatte seit Beginn meiner Erkrankung (Psychose) immer wieder große Gewichtsschwankungen, mal hab ich abgenommen, dann wieder zu. Ich war 3 x bei den weight watchers dabei und hab da auch viel abgenommen, jedoch nach Ende auch wieder alles zugenommen.
Ich war noch nie sehr schlank, auch nicht vor meiner Erkrankung, aber ich hatte halt immer eine normale Figur und war auch zufrieden damit !

Jetzt würde ich gerne diese 8 Kilo wieder runterbringen und bin etwas ratlos, wie das ohne Diät gehen soll. Das Seroquel macht mich müde und antriebslos. Ich versuche schon mich gesund zu ernähren, esse auch jeden Tag Obst und Gemüse, bei mir sind es vor allem die Süßigkeiten und Schokolade die dick machen, das weiss ich auch.
Ich mache auch Sport (Yoga, Spaziergehen, Radl fahren)

Was habt ihr für einen Tipp ? Habt ihr schon mal trotz der müde machenden Neuroleptika abnehmen können und das Gewicht auch halten ?

Liebe Grüße, Alanis

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Laura
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Re: gesund abnehmen trotz neuroleptika

Beitragvon Laura » Fr 2. Feb 2018, 14:11

Hallo Alanis!

Ich war auch vor meiner Medikamenteneinnahme sowas dazwischen, also weder richtig schlank noch richtig übergewichtig. Dann jahrelang unter den Medikamenten so richtig dick sein müssen und wenn ich mal nach meiner alten (und tückischen!) Methode des Kalorienzählens (mit Hilfe von Kalorientabellen) tüchtig abgenommen hatte, hatte ich das auch schnell wieder drauf.

Also, dann kam aber mal ein Moment, als lange Zeit 95 kg mein konstantes Gewicht waren (bei 1,69 m oder 1,70 m Körpergröße), in dem ich einfach "nur mal abnehmen" wollte, ohne mir - wie bei vorherigen allzu sklavischen Aktionen - mir ein Zielgewicht und einen bestimmten Zeitraum zu setzen, innerhalb dessen ich es zu meiner Zufriedenheit schaffen wollte. Ich achtete nur verstärkt darauf, den Sättigungspunkt zu spüren und ab diesem Moment die Mahlzeit zu beenden. Auch achtete ich darauf, nicht einfach nur aus Langeweile was zu naschen. Und dann kam irgendwann noch ein finanzieller Knick. Ich konnte es mir nicht mehr leisten, mir mal da schnell 'ne Cola-Flasche zu besorgen oder da mal schnell ein Teilchen beim Bäcker zu kaufen und musste auch beim Einkaufen im Supermarkt mit Scheuklappen an den Schokoladen- und Chipsregalen vorbei. Das hat schon ziemlich viel gebracht zum Abnehmen. Kein Geld mehr für sowas gehabt, nur einige Vorräte zuhause, um Desserts oder Snacks selber zubereiten zu können. Unterm Strich ergeben sich daraus dann Kaloriensünden, die insgesamt vitaminhaltiger und weniger chemiehaltig sind und sich somit besser vom Körper verbrennen lassen. Z. B. schnippele ich häufig einen kleinen Obstsalat, verfeinere ihn u. a. mit Naturjoghurt, Schokoraspeln und Aromazutaten und schon habe ich eine nette, gesunde Zwischenmahlzeit anstatt mal schnell den kleinen Hunger und gleichzeitigen Süßhunger mit ein paar Schokoriegeln o. ä. befriedigen zu wollen. Und was vom Obstsalat übrig bleibt, hebe ich mir in einem verschließbaren Behälter im Kühlschrank für den nächsten Tag auf. In Form von Obstsalat kann ich Obst auch eh besser genießen als einfach nur in Obst reinzubeißen und mühsam am Kern vorbeizubeißen.

Und dann ließen mit der Zeit sogar all die früheren Gelüste nach, auch dann wenn ich mir sie mit zum Monatswechsel hätte leisten können. Also, wenn ich mir denn jetzt mal theoretisch eine Cola leisten kann, habe ich oftmals dennoch keine Lust mehr auf sie und kaufe mir dann auch keine, eher gönne ich mir dann eine Bio-Limonade oder meinetwegen eine Sprite oder auch frisch gepressten Orangensaft, selber zubereitet (aus Sparsamkeitsgründen). Nur Sprudel oder kühlgestellte Haustees zum Durstlöschen zu trinken, wäre mir auf Dauer zu armselig, aber mir selber eine O-Saft-Schorle (meist aus billigem fertigen O-Saft oder -Nektar) als Kompromisslösung zu mischen, klappt wunderbar. Also weder so langweilig wie Sprudel pur noch so kalorienhaltig wie Cola, Limo oder Saft pur.

Wenn ich Dir jetzt verrate, wie lange ich gebraucht habe, um über über 20 Kilo abzunehmen, würde Dich das möglicherweise abschrecken und Dich denken lassen, dass Du es dann auf diese Art und Weise auch gleich bleiben lassen kannst. Allerdings gab es bei mir ja auch mehr abzunehmen als bei Dir. Ich habe - ein paar Schwankungen inbegriffen- eben über viele Jahre hinweg konstant abgenommen ohne wieder auf mein altes Gewicht zu kommen. Und es ist möglich, dass man nach dieser selbstschonenden Methode innerhalb eines Jahres acht Kilo - also so, wie Du es für Dich gerne hättest - runterkriegt, auch wenn sich ein ganzes Jahr erstmal elendlich lange anhört.

Es gibt ein tolles Buch zu dieser nur-bei-echtem-Hunger-essen-Methode, das da heißt "Das Anti-Diätbuch" von Susie Orbach (im Original "Fat ist a feminist issue"), und das eher noch als dass es die Leserinnen mit Ratschlägen erschlägt, beleuchtet, wie man sich so als übergewichtige oder einfach pummelige Frau in den verschiedensten Siuationen fühlt. Der zündende Gedanke, zwischen Gelüsten und echtem Hunger zu unterscheiden, hat bei allerding mit jahrelanger Verspätung eingeschlagen, damals glaubte ich immer noch an die Wirksamkeit von "systematischen" Abnehmaktionen.

Aber auch wenn ich ziemlich lange gebraucht habe, um von 95 kg auf plusminus 70 kg zu kommen, so tut es mir jetzt, da ich es geschafft habe, natürlich überhaupt nicht leid , noch hatte ich je das Gefühl, irgend etwas in diesem Zeitraum verpasst zu haben. Im ersten Jahr dieses Abnehmens habe ich immerhin sechs Kilo abgenommen und nicht wieder draufgekriegt. Als dann Jahre später aus rein finanziellen Gründen fertige Zwischenmahlzeiten und viele Colas wegfielen, nahm ich in jenem Jahr immerhin auch sieben Kilo ab.

Übrigens habe ich nicht auf Sport oder mehr Bewegung gesetzt, um besser abnehmen zu können.

Im Moment muss ich aber irgendwie schon verstärkt auf die Bremse treten, weil mein Gewicht seit der Vorweihnachstzeit wieder nach oben geht. Ich muss Verführungen, wenn mir Süßes angeboten wird, es mir also geschenkt wird, den Riegel vorschieben und ablehnen, bzw. auch darum bitten, dass es mir erst gar nicht erst angeboten wird. Also das gute Mittelmaß zwischen "immer öfter" und "nie" wiederfinden.

Liebe Grüße

Laura
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Alanis 74
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Re: gesund abnehmen trotz neuroleptika

Beitragvon Alanis 74 » Mo 19. Mär 2018, 19:44

Hallo Laura,

bitte entschuldige, dass ich Dir erst jetzt antworte !

Das hört sich gut an, was Du schreibst, über einen längeren Zeitraum abzunehmen. Vielleicht sollte ich das auch so machen :)

Ich bin 172 cm groß und wiege im Moment knapp 80 kg. Seit Weihnachten habe ich 2 kg abgenommen, aber in den letzten Wochen tut sich nichts mehr. Wobei ich mich manchmal auch frage, ob ich Wassereinlagerungen habe.

Ich esse seit Jahren morgens einen selbstgemachten Obstsalat, ich schneide mir verschiedene Obstsorten klein und gebe etwas Naturjoghurt dazu. Ich esse auch kaum Butter und Wurst. Ansonsten versuche ich Vollkornprodukte zu essen. Und es ist halt schon - wie ich schon geschrieben habe - einfach die Schokolade und auch Kekse. Ich versuche das gerade zu minimieren und durch Gemüse zu ersetzen.

Ich denke, dass ich über den Tag einfach zuviel esse. Oft auch, wenn mir langweilig ist, oder ich frustriert bin.

Ich würde mich freuen, wenn ich auf 74 kg runterkommen könnte, dann hätte ich auch wieder einen normalen BMI .

Wieviele Jahre hast Du denn gebraucht, um soviel abzunehmen, ich finde das echt super, dass Du das so durchgehalten hast, über einen langen Zeitraum. Respekt !

Liebe Grüße, Alanis

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Re: gesund abnehmen trotz neuroleptika

Beitragvon mamschgerl » Do 22. Mär 2018, 20:45

Hallo Uta,
sorry, aber deine Art, dich auszudrücken und zu schreiben ( sei es die Satzbildung oder der Gebrauch bestimmter Wörter ), auch hinsichtlich der sogenannten Bereitschaft zur Konfliktlösung, erinnern mich sehr stark an jemanden, der hier eigentlich gesperrt wurde.
Mag sein, daß ich mich jetzt getäuscht habe, aber die Ähnlichkeit ist einfach zu frappierend.
Wie und warum jemand abnimmt, ist so verschieden wie der Mensch selbst. Der eine braucht einen sogenannten Schalter im Kopf, der andere braucht viel Sport und eiserne Disziplin, der andere eine komplette Ernährungsumstellung etc etc. Es hat schon seine Gründe, warum eine Super-Diät bei der Freundin, die sie wärmstens empfiehlt, bei einem selbst überhaupt nicht wirkt. Jeder ist eben anders gestrickt und jeder hat seinen eigenen Rhythmus.
Schön für dich, daß du nach langer Zeit deinen Weg zur Gewichtsabnahme gefunden hast, doch Menschen, die appetitanregende und teilweise sedierende Medikamente aufgrund psychischer Störungen einnehmen, können in der Regel keine selbstständige und selbstbewusste Geisteshaltung annehmen, das ist ein Widerspruch in sich.
Unter diesen psychisch und physisch beeinflussenden Voraussetzungen abzunehmen, ist weitaus schwieriger, als es unter normalen Umständen schon ist. Hier den versteckten Vorwurf, Bequemlichkeit und fehlenden Willen, die Komfortzone verlassen zu wollen, anzubringen, finde ich als nicht korrekt.
Wie gesagt, schön, daß du deinen Weg gefunden hast, andere ( auch ich ) werden ihren finden.
Grüße
mamschgerl

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Re: gesund abnehmen trotz neuroleptika

Beitragvon mamschgerl » Do 22. Mär 2018, 21:01

Hallo Alanis,
ich bin 175 cm groß, schon lange keine 20 mehr und habe soviel Übergewicht, daß ich fast locker die Hälfte dessen abnehmen könnte und dann immer noch nicht als dürr zu bezeichnen wäre.
Ich denke, bei mir spielt das Alter, die Unlust, fehlende Einsicht und ganz einfach die "ist mir egal" Einstellung eine große Rolle. Dabei weiß ich genau, daß bei mir der Verzicht auf Süßigkeiten, dafür aber mehr Wasser trinken und etwas Bewegung schon reichen würden ( zwar langsam, aber dafür sicher ), an Gewicht zu verlieren.
Wenn sich dann dieser Effekt einstellt und ich es schaffe, nicht darüber nachzudenken, geht es weiter mit der Abnahme, aber leider ist es ja bei Erfolg nicht so leicht, sich nicht darüber zu freuen und zu hoffen, daher ist jedes Stagnieren oder gar Zunehmen so entmutigend, daß ich es wieder sein lasse.
Ich denke, das Abnehmen nicht zum Hauptthema werden zu lassen, ist wichtig, da sonst der Druck, unter den man sich selbst setzt, einfach zu groß wird.
Es ist normal, daß der Körper sich erstmal wieder umstellen/einstellen muß, wenn sich gewisse Dinge nicht mehr einfinden. Diese Umstellung führt auch dazu, daß man ( manchmal bis zu 3 Wochen ) nicht mehr abnimmt, auch wenn man weiterhin nichts Süßes nascht, aber das muß man erstmal überstehen können.
Am Ende ist es immer wieder die Konsequenz, mit der man rangeht, ich sage immer, ich bin konsequent inkonsequent :mrgreen:

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Re: gesund abnehmen trotz neuroleptika

Beitragvon Laura » Fr 23. Mär 2018, 14:58

Hallo Alanis!

Ich fing 2004 "einfach so" an, auf meinen Sättigungspunkt zu achten und hatte im ersten Jahr erstmal fünf oder sechs Kilo runter. In zehn Jahren hatte ich plusminus (also sämtliche Schwankungen inbegriffen) hatte ich etwa 25 Kilo runter. Mehr geht wohl nicht bei mir. Jedenfalls nicht so einfach. Ich war schon mal bei 68 kg angelangt, nun bin ich konstant bei 72 kg und würde wenigstens gerne auf die 70-Marke zurückkommen. Bei 70 - 72 bin ich nun seit vier Jahren und eigentlich ganz zufrieden damit. Nur manchmal muss ich dennoch ein wenig gegensteuern, wenn ich doch wieder Gelüste bekomme.

Beim Typus "guter Futterverwerter" (aus zehn Kalorien im Essen mach zwanzig) in Verbindung mit Psychopharmaka, setzt sich halt alles schneller auf die Rippen und geht dafür nur langsamer wieder runter. Bin jetzt 49 und so ziemlich "aus dem Rennen". Macht aber nix, für mein Alter gehöre ich dafür immerhin zu den etwas Schlankeren, mein BMI ist medizinisch gesehen einfach traumhaft, auch wenn ich immer noch hier und da meine Speckpölsterchen habe.

LG

Laura
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Re: gesund abnehmen trotz neuroleptika

Beitragvon Laura » Fr 23. Mär 2018, 15:06

Hallo Uta!

Mein
Uta hat geschrieben:Der Stoffwechsel mit Fettverbrennung wird wieder normal wenn die Lebensgefühle normal sind.
Was "normale Lebensgefühle" angeht, so werden mir diese allenfalls im Jenseits beschieden sein. Im Diesseits muss ich mit meinen Malaisen irgendwie weiter vor mich hinkrebsen, das Beste draus machen und auch Klugschiss bis hin zu Anfeindungen seitens meiner Mitmenschen hinnehmen. Vielleicht hast Du ja aus dem Blickwinkel geschrieben, dass wenn Dir etwas gelingt, was Du Dir nicht ohne Weiteres zugetraut hättest, dann könnten das andere ja genauso gut bewältigen. Nett, aber das Dingens mit den "normalen Lebensgefühlen" ist noch mal ein ganz anderes Thema. Ich besitze diese nunmal nicht (und wie normal sich andere vorkommen, weiß ich auch nicht, angeblich findet sich kaum jemand selber normal, ob im guten oder im schlechten Sinne), habe aber dennoch ganz gut abgenommen und muss auch für andere "normale" Dinge des Lebens dreimal so viel Energie aufwenden wie "normale Menschen". Bei mir hat das Abnehmen halt einen Zeitraum beansprucht, der mich in meiner Zeit als Twen nur zum Heulen hätte bringen können.

Viele Grüße

Laura
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Re: gesund abnehmen trotz neuroleptika

Beitragvon Alanis 74 » Fr 23. Mär 2018, 19:01

Hallo Laura,

das finde ich echt super, wie Du das gemacht hast !
Ich bin gerade dabei meinen Schokoladenkonsum zu minimieren und versuche stattdessen Paprika oder anderes Gemüse zu essen.
Mein Traum wären halt im Moment 74 kg, damit ich wieder einen normalen BMI habe.

@Uta: Wie man mit einer psychischen Erkrankung normale Lebensgefühle haben soll, ist mir schleierhaft :-k
Kann sein, dass das dem einen oder anderen begrenzt gelingt, aber wenn man Psychopharmaka nehmen muss und jeden Tag mit seiner Erkrankung kämpfen muss, glaub ich nicht, dass man wieder genauso wird, wie man vor Ausbruch der Erkrankung war. Ist jedenfalls meine Erfahrung O:)

Trotzdem führe ich im Moment ein einigermaßen zufriedenstellendes Leben, wenn man das so für jemand mit einer psychischen Störung sagen kann.

Danke , Mamschgerl auch für Deinen Beitrag.

Einen schönen Tag wünscht Alanis :)

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Re: gesund abnehmen trotz neuroleptika

Beitragvon Laura » Sa 24. Mär 2018, 20:04

Hallo Alanis!

Sind es bestimmte, wiederkehrende Situationen, in denen Du von Gelüsten auf Schokolade überfallen wirst? Oder vielleicht nimmst Du ja ein Medikament, dass Süßhunger macht. Bei Remergil und Neurocil z. B., was ich früher eine Zeitlang nehmen musste, hatte ich jeden Tag Lust auf eine Extra-Portion Süßes und nahm dadurch noch extra zu.

LG
Laura
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Re: gesund abnehmen trotz neuroleptika

Beitragvon mamschgerl » So 25. Mär 2018, 06:51

...diese Erfahrung hatte ich mit Citalopram, Venlafaxin und vor allem mit Mirtazapin. Da ich eh schon zu den Frustfressern gehöre, war das natürlich "tödlich". Der Wechsel zu Bupripion hat da auch nicht mehr helfen können, obwohl dieses Medikament gerne auch off label als Appetitzügler verwendet wird.
Jetzt, so gänzlich ohne Medikamente, vermute ich zwar, daß sich mein Körper wieder so langsam regeneriert, aber das Abnehmen ist nicht mehr so einfach wie vor 30 Jahren. Zudem bin ich auch nicht mehr so unterwegs wie damals ( möchte ich auch nicht mehr sein ), also müsste ich im Vergleich dazu heute mindestens 7 x in der Woche täglich mehrere Stunden trainieren, um annähernd an damals ranzukommen und das schaffe ich auf keinen Fall.
Und ganz ehrlich, abgesehen von den unkontrollierbaren Freßattacken, möchte ich nicht auf Süßes verzichten. :mrgreen:
Bei mir purzeln die Kilos am einfachsten bei positivem Streß, aber den kann ich nicht künstlich erzeugen :sad:
Aber ich muß wirklich bewundern, wie Laura und remedias es geschafft haben, an Gewicht zu verlieren und ihr jetziges zu halten.
L.G. mamschgerl

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Re: gesund abnehmen trotz neuroleptika

Beitragvon Alanis 74 » So 25. Mär 2018, 10:57

Ja, find ich auch total super, dass Laura und Remedias soviel abgenommen haben und ihr Gewicht halten, das ist klasse !

@Laura: ich glaube, dass das bei mir das Seroquel ist, dass ich oft so Heißhungerattacken habe. Ich nehme es seit 5 Jahren und habe in der Zeit auch stetig zugenommen ! Vorher hatte ich nur das Zeldox und Lamotrigin, da hab ich immer zwischen 65 und 70 kg gewogen, wobei ich damals auch sehr viel Sport gemacht habe.

Das Seroquel macht mich eben müde, ich schlafe jede Nacht 10 - 11 Stunden. Auf der anderen Seite, bin ich mit dieser Medikation gut eingestellt, seit 4 Jahren psychosefrei und fast keine Stimmungsschwankungen mehr.

Als ich nur das Zeldox und das Lamotrigin genommen habe, bin ich oft schon um 5 Uhr morgen aufgestanden und bin manchmal in der Früh auch schon joggen gegangen, habe damals auch an mehreren 10 km - Läufen mitgemacht.

Gestern habe ich mit meinem Bruder eine sehr schöne Wanderung gemacht, wir sind fast 10 km gegangen, das hat mir gut getan.

Heute früh habe ich mich auf die Waage gestellt, jetzt hab ich 78,3 kg, an Weihnachten waren es noch 81,9 kg. Also schon ein kleiner Fortschritt.

Ich habe gestern bei der Wanderung nur Vollkornsemmeln gegessen und abends hab mich mir einen großen Gemüseteller mit Paprika, Gurke und Tomaten gemacht.

Wünsche euch allen einen schönen Sonntag!

Alanis

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Re: gesund abnehmen trotz neuroleptika

Beitragvon Alanis 74 » So 25. Mär 2018, 11:02

@Mamschgerl: das find ich ja auch toll, dass Du keine Medikamente nimmst. Gehts Dir damit gut ? Vielleicht verlierst Du ja jetzt automatisch Gewicht, weil sich evtl. der Stoffwechsel wieder regeneriert.

LG Alanis

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Re: gesund abnehmen trotz neuroleptika

Beitragvon mamschgerl » So 25. Mär 2018, 15:44

Hallo Alanis,
es geht mir, ehrlich gesagt, nicht besser, aber anders...meine Vorgeschichte und mein darauf basierender Horror vor allem, was meine Psyche beeinflusst, ist so groß, daß ich lieber bei vollem Bewusstsein alle Symptome und Panikattacken und Depressionen ertrage. Mit den Medikamenten waren alle Symptome genauso heftig, aber eben anders, weil ich selbst ebenfalls irgendwie vollkommen daneben stand. Jetzt kann ich wenigstens unterscheiden, ob ich gerade unter dem Einfluß der Störungen stehe und muß mich nicht fragen, was davon durch die Medis hervorgerufen wurde. Oh je, ich konnte auch schon mal besser erklären... :oops:
Seroquel habe ich einmal eingenommen aufgrund meiner chronischen Schlafstörungen ( zusätzlich zu Venlafaxin mit maximaler Dosis ) und ich wäre fast noch verrückter geworden, als ich es eh schon bin. Ich befand mich stundenlang in einem Zustand, in dem mir bewusst war, daß ich mich in einem Wach-Traum befinde und konnte mich nicht daraus befreien. Ich war bewegungsunfähig, hilflos, ausgeliefert und das hat eine solche Panik in mir hervorgerufen, daß ich kurz vorm Durchdrehen war, ich möchte so etwas nie wieder erleben müssen.
Dieser Vorfall hat wohl auch den Entschluss verstärkt, nichts mehr einzunehmen.
L.G. mamschgerl

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Re: gesund abnehmen trotz neuroleptika

Beitragvon Laura » Mo 26. Mär 2018, 15:59

Hi Alanis!

Ah ja, Seroquel ist echt heftig, es sei denn, man kommt sonst gar nicht zum Einschlafen. Ich hab mir das mal verschreiben lassen, in der Hoffnung, meine Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten damit in den Griff zu bekommen. Nach ein oder zweimal der Einnahme zog ich aber meine gelegentlichen Einschlafschwierigkeiten vor. Wenn ich morgens aus dem Seroquel-Schlaf erwache, wird mir so subtil schwindelig und ich brauche elendlich lange, um überhaupt aus dem Bett zu kommen. Dass es dann auch für den Rest des Tages platt macht und Dich somit zu müde macht, um weiter Sport zu treiben, so wie früher, wundert mich nicht.

Hi mamschgerl!

Mirtazapin ist Remergil unter einem anderen Handelsnamen. Jaaaaa, was kann man darunter nicht Prass auf Süßes kriegen. Da hab ich in einem halben Jahr zehn Kilo zugenommen!
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Re: gesund abnehmen trotz neuroleptika

Beitragvon mamschgerl » Mo 26. Mär 2018, 16:19

Hallo Laura,
...eben, das Zeug sollte man nur nehmen, wenn man nicht gerade adipositasgeschädigt ist...aber wie gesagt, die Nebenwirkungen liegen ja nicht nur im Heißhunger sondern auch, wie du schon beschrieben hast, daß es ewig lange dauert, bis man von dem Trip runter kommt. Mir waren nachher auch meine schon gewohnten Ein- und Durchschlafprobleme lieber als all das.
War mir nicht bekannt, daß Mirtazapin auch unter dem Namen läuft, aber Seroquel gibt's ja auch unter anderem Namen, wie sowieso jedes andere Medikament. Vielleicht gibt es in Wahrheit nur zwei oder drei verschiedene, die aber ständig ihren Namen wechseln, damit sie immer als das neueste und bisher beste Mittel vertrieben und verschrieben werden können? :shock:
L.G. mamschgerl


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