Erfahrungsbericht Burn Out Angststörung Depression

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xwell
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Re: Erfahrungsbericht Burn Out Angststörung Depression

Beitragvon xwell » Fr 19. Jan 2018, 17:38

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Remedias
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Re: Erfahrungsbericht Burn Out Angststörung Depression

Beitragvon Remedias » Fr 19. Jan 2018, 17:40

Hallo xwell,

was ich noch ergänzen möchte: Meiner Schwägerin ist so etwas ähnliches passiert wie mir. Aber sie ist kein Burnout-Persönlichkeitstyp.
Sie hat sich an die Gewerkschaft gewandt, hat voller Emphörung ein Fass aufgemacht - und wurde an eine andere Stelle versetzt.
Sie wusste, sie kann was und hat sich nicht unter Druck setzen lassen.

Die Gewerkschaft hat sie sehr unterstützt.

Mir fiel auf_ Wieso suchen wir uns nie Unterstützung?

liebe Grüße Remi

xwell
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Re: Erfahrungsbericht Burn Out Angststörung Depression

Beitragvon xwell » Fr 19. Jan 2018, 17:47

Hallo Remi,
Mir fiel auf_ Wieso suchen wir uns nie Unterstützung?
Bei mir war es so, dass ich mir Hilfe geholt habe.
Zusammen mit dem Intergrationsfachdienst und der Firma, habe ich eine Stabsstelle bekommen. Hier arbeite ich alleine an Projekten und habe sehr lange Zeiten zwischen den Berichten.
Zudem habe ich einen gewissen Anteil an home office.
Das hat mir sehr geholfen
xwell
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Remedias
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Re: Erfahrungsbericht Burn Out Angststörung Depression

Beitragvon Remedias » Fr 19. Jan 2018, 18:30

Hallo Remi,
Mir fiel auf_ Wieso suchen wir uns nie Unterstützung?
Bei mir war es so, dass ich mir Hilfe geholt habe.
Zusammen mit dem Intergrationsfachdienst und der Firma, habe ich eine Stabsstelle bekommen. Hier arbeite ich alleine an Projekten und habe sehr lange Zeiten zwischen den Berichten.
Zudem habe ich einen gewissen Anteil an home office.
Das hat mir sehr geholfen
xwell
Das war sehr gut . Ich kam auf so was nicht. Aber auch sonst keiner. Die Hilfen müssen eventuell bekannter werden. Wie hattest du die Idee, mit dem Integrationsfachdienst zu reden?

Ich schämte mich so, ich wollte nicht zurück.

liebe Grüße Remedias

xwell
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Re: Erfahrungsbericht Burn Out Angststörung Depression

Beitragvon xwell » Fr 19. Jan 2018, 19:44

Ich bin Schwerbehindert.
Als ich vor hatte mehr alleine zu arbeiten habe ich das mit der Personalabteilung andiskutiert. Dort hat man dann gemeint dass der Schwerbehindertenvertreter , der sehr engagiert ist und beleidigt wenn er nicht gefragt wird, hinzu kommen muss. Der wiederum meinte dass bei siowas der Integrationsfachdienst kompetent ist und riet mir mich von diesem untersützen zu lassen. Ich habe zugestimmt. Letzlich blieb es bei dem was ich vor hatte aber ein gutes Gefühl war es schon, so unterstüzt zu werden, gerade als dann die junge dynamische Geschäftleitung hinzu kam.

xwell
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mamschgerl
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Re: Erfahrungsbericht Burn Out Angststörung Depression

Beitragvon mamschgerl » Fr 19. Jan 2018, 20:41

@xwell
Jemanden, der dem Betrieb zugeordnet auf die Anliegen der Angestellten eingeht, klingt für mich wie ein schönes Märchen...ich habe in meinem Leben nur während meiner Ausbildung einen Betriebsrat kennengelernt, das war damals aber noch etwas Besonderes...alle Firmen und Betriebe danach waren einfach zu klein, als daß man einen solchen Rat oder Vertrauenspersonen hätte um Hilfe bitten können.
Auch mein letzter Job sah so aus, daß intern 10 Mitarbeiter ( inkl. dem Chefehepärchen ) im Büro gearbeitet haben und die externen Mitarbeiter nicht zum Mitarbeiterstab gezählt haben.
Sicher gab es den Arbeitsschutz, doch wenn keine adäquate Vertretung für den eigenen Job vorhanden ist, kann man nicht auf max. 10 Std. Arbeit je Tag pochen oder dann Pause machen, wenn Kunden oder Mitarbeiter einen brauchen.
Unterstützung braucht jeder, der im Arbeitsleben viel und lange eingespannt und von dem höchste Konzentration und Einsatzbereitschaft gefordert wird.
Wenn in kleinen Betrieben aber von der Chefseite eher noch mehr Druck erfolgt und offene Aberkennung gebrachter Leistungen, wenn gezielt und gewollt eine ungute Atmosphäre der Angst um die Anstellung und zwischen den Kollegen forciert wird, ist es genau so, wie ich sagte, man wacht auf und hat schon den Angstschweiß auf der Stirn, die ersten und letzten Gedanken des Tages kreisen um den Job, etwas anderes findet keinen Raum mehr.
Ich finde es super, daß du solche Unterstützung hast, für mich käme eine Wiedereingliederung in der alten Firma nicht in Frage. Man hat es mir angeboten, doch leider bin ich seit meinem Nervenzusammenbruch nicht mehr in der Lage, überhaupt etwas gewissenhaft und konzentriert durchzuführen. Kundenkontakt oder Telefonaquise mit plötzlichen Heulattacken versehen, das kommt bestimmt gut an...das waren zumindest die Vorschläge meiner Exchefs, auch homeoffice wurde mir angeboten, doch ich muß sagen, daß mir ein ganzes Gebirge vom Herzen fiel, als meine Anstellung dort offiziell beendet war. Ich wusste bis dahin gar nicht, unter welcher Belastung ich stand, weil ich es nicht wissen wollte. Doch das Unterbewusstsein lässt sich nicht beeinflussen oder verdrängen, irgendwann nimmt es sich sein Recht.
Wie gesagt, im Nachhinein bin ich froh, daß ich, auch wenn ich dauerhaft berentet bin, noch einigermaßen glimpflich davongekommen bin. Hätte ich noch ein paar Jährchen länger das alles mit mir machen lassen, bestünde mein lädiertes Nervenkostüm wohl wirklich nur noch aus löchrigen Fetzen, die man nicht mehr flicken kann.
L.G. mamschgerl

xwell
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Re: Erfahrungsbericht Burn Out Angststörung Depression

Beitragvon xwell » Fr 19. Jan 2018, 20:58

Hallo mamschgerl,
Ja das entgegenkommen der Firma war schon gut. Ichmusste zwar zum Betriebsarzt und dort Psy Atteste vorlegen was sehr unangenehm war aber ja, das war ok.
Viel tiefer aber war, dass diese Firma meine „Unfallstelle“ war (ist). Zudem habe ich dann sehr unschöne zwischenmenschliche Erlebnisse gehabt, etwa wie Remedias schrieb.
Ich war mir oft unsicher ob man mich duldet oder ob man mich gerne weiter beschäftigt, weil ich nicht ideenlos bin. Die letzten 15 Jahre waren oft Kampf. Lange zeit wusste ich manchmal nicht wie ich es von 11-13 Uhr schaffen soll. Alle Geräusche und vor allem Menschen waren mir zu viel. Ich habe mich in die dunkelsten Ecken dann für 20 Minuten zurückgezogen, Hauptsache alleine. Mein Thera meinte ich soll unbedingt aufhören damit. Ich würde mich damit erniedrigen. Deshalb habe ich dann nach 8 Jahren diese Initiative gestartet.
Ich habe oft hin und her überlegt ob ich die Firma wechseln soll. Aber ich rechnete immer damit, dass es nochmal zurückkommen kann. Und es kam. Und dann ist es in einer neuen Firma schlecht. Und ich bin der Hauptverdiener.
Oft habe ich auch über EM Rente nachgedacht. War schonmal mit 50 auf dem Rentenamt. Da man aber meist eine Reha braucht ist das unmöglich für mich.
Jeden Tag so viele Termine und so viele Menschen, ich glaube das würde mich umhauen.
Wie war das bei dir mit EM Rente?

Dann hätte ich sehr gerne Altersteilzeit gemacht. Aber die Firma bietet das nicht an.
Also es war ein langer Kampf aber vielleicht tut sich was demnächst. Mal sehen.

xwell
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mamschgerl
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Re: Erfahrungsbericht Burn Out Angststörung Depression

Beitragvon mamschgerl » Sa 20. Jan 2018, 06:25

Hallo xwell,
nach dem, was ich so von anderen über den Ablauf gehört habe, hatte ich wohl Glück, meine EU Rente wurde ziemlich schnell bewilligt. Zuerst war Arbeitsunfähigkeit und ich wurde 1 1/2 Jahre krankgeschrieben, solange zahlte meine KK Krankengeld, was aber auch schon einen ziemlichen finanziellen Einschnitt bedeutete.
Nachdem klar war, daß ich dauerhaft arbeitsunfähig sein würde, wurde von der Rentenversicherung, bei der ich einige Monate vor Ablauf der Krankengeldzahlung einen Antrag einreichte, ein psychiatrisches Gutachten erstellt. Wie gesagt, meine Rente wurde direkt für erstmal 2 Jahre bewilligt, danach wurde sie unbefristet erteilt.
Hätte ich all die Jahre nicht einigermaßen gut verdient, müßte ich Unterstützung beantragen, so aber beziehe ich noch Witwenrente und liege nach Abzug der jetzigen Fixkosten etwas über dem Existenzminimum.
Meinen Verpflichtungen konnte ich allerdings nicht mehr nachkommen und musste Privatinsolvenz beantragen, das ist aber Ende 2020 vorbei.
Ich kann deine Bedenken über einen Arbeitsplatzwechsel sehr gut nachvollziehen. Aber wie du schon schreibst, es ist ein ewiger Kampf, zum einen überhaupt weiterzuarbeiten und zum anderen, ständig im Zweifel zu sein, aus welchen Gründen man den Job noch hat. Als Hauptverdiener hat man nicht so viele Optionen, das ist eine zusätzliche Belastung, ich habe sie am Ende, auch aufgrund mangelnder Unterstützung meines Expartners, nicht mehr stemmen können. Wenigstens privat habe ich mich durch Trennung und Bezug einer Sozialwohnung retten können, doch beruflich werde ich wohl nie mehr so einsatzfähig und belastbar sein.
Als ich meinen Zusammenbruch Ende 2013 hatte, fand ich freitags im psychiatrischen Notdienst eine Psychotherapeutin, die mir gleich für Montag den ersten Termin gab und so sofort mit der Therapie beginnen konnte. Begleitend dazu war ich monatlich ein mal bei einer Psychiaterin, die für die Medikation zuständig war.
Mitte 2014 war ich zum ersten Mal in einer psychosomatischen Klinik, dieser Aufenthalt war ganz gut, vor allem die Gespräche mit dem Oberarzt, der ebenfalls unter Burnout leidet, waren sehr wichtig, denn ein Austausch mit einer Person vom Fach, der selbst betroffen ist, hat schon eine ganz eigene Qualität, ich fühlte mich an- und ernstgenommen, man verstand, von was ich sprach und erkannte aber auch, was alles zu diesem Burnout führte, es ist eben nicht "nur" die Arbeitsplatzsituation, da staut sich vieles andere an, was letztlich zum Zusammenbruch führt.
Aber ich schweife schon wieder ab, also, die Rentenbewilligung kam schnell, eine Reha wurde vom Gutachter bereits zu Anfang als aussichtslos ausgeschlossen. Ich halte kein persönliches Gespräch durch, ohne daß die Tränen fließen, ich gerate ziemlich in Panik, wenn ich lange unter Menschen sein muß, versuche aber, irgendwie durch "Humor ist, wenn man trotzdem lacht" alle unguten Situationen zu überspielen, aber das taugt eben nur zeitweise, im Arbeitsleben hätte ich keine Chance.
Die Medikamente habe ich Dezember 2016 abgesetzt und werde auch nie wieder welche nehmen.
Wie remedias schon geschrieben hat, vielleicht war es auch gut so, daß du keine ADs nehmen darfst. Mir haben sie vollends den Durchblick genommen, ich habe über 50 Kilo zugenommen und jeden Widerstand oder Versuch, die Lage für mich zu ändern, aufgegeben. Ich glaube sogar, daß mich die Medis dem Tode näher brachten als dem Leben.
Ich werde im April 53 Jahre alt, es dauert also noch eine gute Zeit, bis ich in die Regelaltersrente komme. Mein Burnout hat wirklich zum völligen Zusammenbruch aller Überlebensstrategien geführt, aber neue zu finden gelingt mir nicht, was aber wieder mit meiner Einstellung zum Leben überhaupt zusammenhängt.
Gestern ging's mir so gut, heute bin ich wieder ganz unten und dieser Zustand ist der eigentliche und länger anhaltende.
L.G. mamschgerl

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Re: Erfahrungsbericht Burn Out Angststörung Depression

Beitragvon mamschgerl » Sa 20. Jan 2018, 09:00

...nur ein kleines Beispiel: draußen vor meinem Küchenfenster steht ein großer Baum, völlig kahl, es schneit, es weht ein frostiger Wind, im Baum sitzt ein Eichhörnchen, das sich immer wieder einen etwas geschützteren Platz sucht, aber der Wind findet es immer wieder und sein Fell ist schon fast weiß von all den Schneeflocken.
Sowas treibt mir Tränen in die Augen, denn ich fühle mit ihm, steht das alles doch sinnbildlich dafür, wie man sich selbst oft fühlt...doch helfen kann ich nicht.

xwell
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Re: Erfahrungsbericht Burn Out Angststörung Depression

Beitragvon xwell » Sa 20. Jan 2018, 12:58

Hallo mamschgerl,
vielen Dank für deine tiefen Zeilen.
Es ist schön dass dich die EM Rente retten konnte.
Bzgl. unter Menschen sein und mitgefühl haben wir ähnlichkeiten.
Immer weider wird dieser Zusammenhang zwischen Deprie und dem genannt.
Dazu und zu deinen neg Medi Erfahrungen fällt mir ein Film,. Denn stelle ich hier

ein

xwell
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Re: Erfahrungsbericht Burn Out Angststörung Depression

Beitragvon Remedias » Sa 20. Jan 2018, 15:17

Hallo xwell und mamschgerl,

[
Hallo xwell,
nach dem, was ich so von anderen über den Ablauf gehört habe, hatte ich wohl Glück, meine EU Rente wurde ziemlich schnell bewilligt. Zuerst war Arbeitsunfähigkeit und ich wurde 1 1/2 Jahre krankgeschrieben, solange zahlte meine KK Krankengeld, was aber auch schon einen ziemlichen finanziellen Einschnitt bedeutete.
Nachdem klar war, daß ich dauerhaft arbeitsunfähig sein würde, wurde von der Rentenversicherung, bei der ich einige Monate vor Ablauf der Krankengeldzahlung einen Antrag einreichte, ein psychiatrisches Gutachten erstellt. Wie gesagt, meine Rente wurde direkt für erstmal 2 Jahre bewilligt, danach wurde sie unbefristet erteilt.
Das war bei mir exakt genauso .
Eine von mir beantragte Reha wurde freilich abgelehnt: Kein Wert, zu krank.
Daraufhin fühlte ich mich richtig mies , ich war ja noch recht jung. Mittlerweile ist es okay für mich.
Aber einen angepassten Arbeitsplatz - ich bin auch schwerbehindert - den hätte ich auch gerne gehabt. Nur ich bin Hauptschullehrerin , das ist einfach nicht möglich .

liebe Grüße Remedias

mamschgerl
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Re: Erfahrungsbericht Burn Out Angststörung Depression

Beitragvon mamschgerl » Sa 20. Jan 2018, 16:19

@remedias
Wenn man überlegt, wieviele Menschen arbeiten wollen, aber nicht können, ist es schon traurig. Eine angepasste Stellung zu finden, in der man aktiv seinen Unterhalt selbst verdienen und wirklich auch davon leben kann, ist in einer solchen Situation fast unmöglich, je nachdem eben, welchen Beruf man hat oder was man noch zu leisten fähig ist.
Mir nützt es auch nichts, daß ich zu meiner EU Rente € 450,- dazuverdienen könnte, weil Dissoziationen, Panikattacken, Desorientierung etc etc selbst die einfachste Beschäftigung verhindert. Vielleicht könnte ich Kugelschreiber zusammenbauen oder Prospekte falten, doch unterm Strich landen die Mehreinnahmen bei der Insolvenzverwalterin und meine Witwenrente würde dementsprechend ebenso niedriger berechnet.
Ich hatte einmal in meinem Leben diese Situation, daß jeder Mehrverdienst irgendwo anders zum Abzug kam und es dauerte Jahre, bis ich endlich tatsächlich durch Vollzeitbeschäftigung mehr im Monat hatte. Nochmal schaffe ich diesen Kraftakt nicht, bei mir stellen sich schon die Haare zu Berge, wenn ich nur an Vorstellungsgespräche oder erneute Versuche meinerseits, meine Eignung unter Beweis zu stellen, denke.
Ja, es stimmt, am Anfang war ich aufgrund meiner Prognose völlig fertig. Auf mich, die es immer geschafft hat, wieder aufzustehen und sich zurückzukämpfen, wirkte das niederschmetternd, ich konnte und wollte das auch lange nicht wahrhaben, daß ich nicht mehr in der Lage sein sollte, im Berufsleben zu stehen, ich fühlte mich als Versagerin, schwach, kraftlos, ausgemergelt und vor allem, ich war unglaublich wütend auf mich selbst.
Und hier muß ich nochmal sagen, jemand, der das nicht selbst erlebt hat, wird das nicht verstehen können.
L.G. mamschgerl


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