unvorbereiteter Therapieabbruch durch Thera, Lügen

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Moorfrosch
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unvorbereiteter Therapieabbruch durch Thera, Lügen

Beitragvon Moorfrosch » Do 25. Mai 2017, 15:17

Hallo, würd gern mal wissen, ob jemand eine hilfreiche Idee hat für mich, komm über was nicht hinweg:

meine Psychotherapeutin, Frau Dr. Rabenvogel (Name geändert), hatte mir ursprünglich gesagt, ich solle nicht solche Verlustangst haben, könne nach dem Ende der kassenfinanzierten Therapie ja auch noch als Selbstzahlerin weiter zu ihr kommen, falls ich das wolle, könne ja putzen gehen dann, um mir das leisten zu können. Später behauptete sie dann, das selbst zu zahlen sei heutzutage gar nicht mehr so einfach (obwohl sie das auf ihren Profilen bei therapie.de usw. selbst angibt, Kasse, privat und Selbstzahler), und da sei "no way" für mich, nach dem Ende weiter zu ihr zu kommen.
Ich war bodenlos traurig darüber- sie war von Anfang an völlig „magnetisch“ für mich und sozusagen einziger Halt und Trost für mich in meinem Trauermoor. Sagte dann zu Beginn einer der folgenden Stunden, ich könne nicht leben- sie antwortete, ich könne mich ja umbringen, da gebe es viele Möglichkeiten, der Mensch sei sehr leicht tötbar- ausserdem solle ich mir solche destruktiven Sachen selber sagen, da bräuchte ich sie nicht dazu, das sei manipulativ und aggressiv von mir, ihr sowas zu sagen (hatte den größten Teil meines Lebens über eine starke Todessehnsucht, Suizid kommt für mich aber nach einiger Steiner- und Nahtoderfahrungslektüre und auch allein schon wegen meiner 3 Kinder als Lösung nicht in Frage,was sie eigentlich auch wusste).

Auf Anraten meiner Psychiaterin ging ich wg. Depressionen in eine Tagklinik. Dort war ich drei Monate und fragte dann Frau Dr. Rabenvogel per Mail nach einem neuen Termin. Sie antwortete am 19.5.´16 u.a., sie sei bereit dazu, die Therapie fortzusetzen und zuversichtlich, dass meine emotionale Schmerzsituation sich gemeinsam bessern liesse.
Als ich aber am Tag meiner Entlassung aus der TK zu ihr kam, um den Arztbrief abzugeben und einen Termin mit ihr zu vereinbaren (hätte selbst nicht geklingelt, aber eine andere Patientin klingelte grad bei ihr und ich kam dann mit), grüßte sie mich nicht, sondern fuhr mich bloß an, sie habe für mich keine Zeit, "die Mails gelten", und liess mich so stehen. In ihrer Mail hatte sie aber gar nichts davon geschrieben, dass ich die Terminvereinbarung telefonisch abzuwickeln hätt oder so, und mich selbst liess sie regelmäßig deutlich länger warten, als man für eine Terminvereinbarung braucht, wenn ich genau zur vereinbarten Zeit bei ihr erschien (die am Anfang fehlende Zeit hängte sie auch nicht "hinten dran", was mich quälte, ich schaffte es aber nicht, das anzusprechen, dachte auch „Hauptsache, dass sie überhaupt noch mit mir spricht...“).

Während des dann telefonisch vereinbarten Termins sagte sie, ich hätte noch "ein paar Wochen" (es wären noch 13 Stunden, also noch ein halbes Jahr, gewesen, wenn ich weiterhin wie gewohnt alle zwei Wochen gekommen wär) bei ihr und dann werde sie sich dafür einsetzen, dass ich zu einem psychiatrischen Therapeuten käm, wie es auch der Gutachter wolle. Das tat sie aber auch nicht, sondern während der folgenden Stunde war sie dann bloß noch garstig zu mir und hackte während der ganzen Stunde auf mich ein: ich solle mich nicht so wälzen in meinem Schmerz, bei mir könne man ja leider intellektuell nicht anbauen, ich wolle Sympathie und emotionale Reaktionen von ihr, und weil ich das nicht bekäm, würde ich manipulativ- deshalb hätte ich auch keine Freunde, die zögen sich nämlich zurück von manipulativen Personen (weiss bis heute nicht, was ich getan haben soll- war seit meiner Jugend, genauer seit einem plötzlichen Umzug wg. Privatinsolvenz in meinem 12. Lebensjahr, der mir ggü. nur mit Lügen begründet wurde und durch den ich unvorbereitet meine beste Freundin verlor- war also seitdem ein zurückgezogener Bücherwurm und hatte nach der Schulzeit gar keine Freunde mehr) etc., und zum Schluss gab sie mir keinen weiteren Termin mehr. Hatte ihr noch gesagt, dass ich mein Lithium abgesetzt hätte, woraufhin sie aber bloß desinteressiert sagte, das solle ich dann mit meiner Psychiaterin besprechen.
Bat sie per Mail noch um einen Folgetermin, erhielt aber keine Antwort mehr. Das war am 23.6.´16- wurde dann am 10.7. wg. einer Manie in die Psychiatrie eingeliefert. Während ich dort war, richtete mein Mann mir aus, sie habe ihm telefonisch mitgeteilt, meine Therapie bei ihr sei damit beendet.
Als ich rausgekommen war aus der Psychiatrie, rief ich sie an und fragte sie, warum sie meine Therapie so unvorbereitet und plötzlich abgebrochen habe. Sie schnauzte mich an, sie habe mir in der Mail, die sie mir zur Tagklinik schrieb, mitgeteilt, die Medikamenteneinnahme sei ihre Therapievoraussetzung, und weitere Worte hätten sich also erübrigt.Damit beendete sie das Gespräch.

In der Mail, die sie mir schrieb als Antwort auf meine Terminanfrage wurde aber eine Therapievoraussetzung Medikamenteneinnahme mit keinem Wort erwähnt, auch ansonsten hatte sie mir das nie mitgeteilt- wär auch ansonsten gar nicht erst versucht gewesen, das Lithium abzusetzen, da mir die Therapie bei ihr ja furchtbar wichtig war- die Einlieferung in die Psychiatrie wär mir dann erspart geblieben.

Bat sie dann noch ein paar Mal per Mail und auf AB gesprochen um zumindest ein aufrichtiges Abschlussgespräch, erhielt aber keine Antwort darauf.

Erst als ich kurzzeitig einen neuen Therapeuten hatte, teilte sie diesem mit, das mit dem Therapieende sei mit mir alles schon besprochen. In einem Brief an ihn, den er mir vorlesen sollte, schrieb sie dann ca., sie sei mir weiterhin "gewogen", und es sei nicht so, dass sie die Therapie nicht fortsetzen wolle, sondern wegen meiner psychiatrischen Diagnose könne sie das nicht mehr.

Tatsächlich war ich 2012 zu ihr gekommen mit der durch meine Hausärztin gestellten Diagnose Dysthymie, sie selbst sagte dann nach einiger Zeit, sie halte das eher für eine mittelstarke Depression, später kam "Verdacht auf Borderline". Im März 2015 wurde mir dann während meines ersten Psychiatrieaufenthalts (Manie) die Diagnose "bipolare Störung" gestellt. Frau Dr. Rabenvogel hatte aber danach auch noch weiter gesprochen mit mir, noch eine Verlängerung beantragt und weitere 30 von 50 beantragten Stunden bewilligt bekommen für mich- diese Diagnose war also schon längst bekannt und hatte sich auch nicht mehr geändert.

Wie diese Diagnose dann einen plötzlichen Abbruch im Juni ´16, und das nach der "zuversichtlichen" Mail vom Mai ´16, begründen soll, ist für mich völlig unverständlich.
Das schrieb ich auch alles ungefähr so zur Ärztekammer und bat sie darum, mir dabei zu helfen, dass ich von Frau Dr. Rabenvogel die Patientenaktenkopie erhielte, anhand derer ich evtl. zumindest einigermaßen nachvollziehen könnt, wie sich das alles entwickelt hatte für sie. Auch würde ich Frau Dr. R. auf den Knien meiner Seele darum bitten, weiter zu sprechen mit mir, falls es tatsächlich nicht so sei, dass sie das nicht mehr wolle (wogegen allerdings stark ihr Verhalten mir gegenüber spreche, das ich mir nur als ausagierten Hass o.ä. erklären könne).

Nach monatelanger Wartezeit erhielt ich dann ein Schreiben, in dem zu lesen ist: "Es kann nicht zulasten der Ärztin gehen, wenn deren beantragtes Stundenkontingent letztendlich nicht vollständig befürwortet worden ist. Dennoch bedauert es Frau Dr. R., sollten Sie sich hierdurch gekränkt oder verletzt gefühlt haben" usw.- als sei es mir darum gegangen (es war mir klar, dass für eine tfP die über 100 kassenfinanzierten Stunden, die ich hatte, auch ungefähr das Maximum waren). Frau Dr. R. hatte ja die bereits genehmigte Therapie unvorbereitet und nach kurz zuvor versandter zuversichtlicher Mail plötzlich abgebrochen, mir hätten da weitere bewilligte Stunden kaum was genutzt, nachdem sie schon die 13 noch genehmigten zusammen mit der blöden Patientin von sich sich trat ohne ein Wort.

Also, die Ärztekammer ging auf nichts von dem von mir Vorgebrachten ein, nicht auf meine Bitte um Hilfe bei der Erlangung einer Patientenaktenkopie (Frau Dr. R. hatte auf meine Einschreiben nicht reagiert, und einen Rechtsanwalt zu bezahlen für eine Klage o.ä., dafür hab ich nicht genug Geld, was sie sich sicher bereits gedacht hatte), nicht auf meine Schilderung von Frau Dr. Rabenvogels Verhalten mir gegenüber, das kaum therapeutisch zu nennen ist, nicht auf die Lügen- ich schrieb Ihnen das auch. Allerdings könnt ich mir denken, dass ich von deren Antwortschreiben, auf das ich nun wieder monatelang zu warten hab, kaum was anderes zu erwarten hab als von dem ersten.

Das alles bedeutet eine Katastrophe für mich, mit der ich nicht klarkomm (hab auch jetzt, nahezu ein Jahr nach dem Abbruch, immer noch keinen geeigneten Therapeuten gefunden, was auch schwer ist, da kaum einer gleich nach den probatorischen Sitzungen einen Antrag an den Gutachter verfassen möchte, was bei mir nötig wär, und da ich selbst noch dazu weiterhin am liebsten zurückkäm zu Frau Dr. Rabenvogel- zumindest bräucht ich aber eigentlich noch ein paar ehrliche Worte von ihr).

Falls jemandem hierzu irgend etwas Hilfreiches einfällt, ich wär über Rückmeldungen sehr dankbar...
Zuletzt geändert von Moorfrosch am Fr 26. Mai 2017, 20:56, insgesamt 1-mal geändert.
Herzliche Grüße,
Moorfrosch

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Re: unvorbereiteter Therapieabbruch durch Thera, Lügen

Beitragvon mamschgerl » Do 25. Mai 2017, 18:18

Hallo moorfrosch,
wenn die Äußerungen der Therapeutin bzgl. der Möglichkeit, künftige Stunden selbst zu zahlen, tatsächlich so waren, wie du sie wiedergegeben hast, kann ich eigentlich darüber nur den Kopf schütteln.
Insgesamt betrachtet muss ich aber sagen, daß mangels genauerer Kenntnisse über tatsächliche Vorgänge eine Meinungsäußerung etwas schwierig wird.
Wenn ich deinen Text lese, drängt sich mir natürlich sofort eine Abwehrhaltung gegenüber der Therapeutin auf, andererseits habe ich aber auch das Gefühl, daß du zu eng mit ihr verbunden warst.
Nun könnte man sagen, daß das normal in einer Arzt-Patienten Konstellation in der Psychotherapie ist, aber vielleicht wurde es dieser Ärztin tatsächlich zu viel und sie konnte die nötige Distanz nicht mehr wahren, sie fühlte sich eventuell zu sehr von dir eingenommen.
Um einen Ausweg zu finden, der für dich weniger schmerzvoll hätte sein können, war es wohl schon zu spät.
Therapeuten sind auch nur Menschen, die sich, wenn Ihnen ein Fehler unterläuft, genauso wie jeder andere über sich selbst ärgern und das dummerweise an den Personen auslassen, die letztlich -in ihren Augen- dieses Dilemma ausgelöst haben. Das ist wenig hilfreich und von Therapeuten erwartet man, daß sie diesen Konflikt besser zu lösen wüssten, aber da erwartet man einfach zu viel.
Wenn alle deine Schilderungen so stimmen, dann denke ich, daß es kein klärendes Gespräch mehr geben wird und es am besten ist, sich mental von ihr zu lösen.
Aus meiner Sicht räumst du dieser Person einen viel zu hohen Stellenwert ein, sie war deine Therapeutin, zu deren Job es gehört, dir zuzuhören, mit dir zusammen Wege zu erarbeiten, die dein Leben etwas lebenswerter werden lassen, aber sie war nicht deine Freundin.
Du hast ihr vieles anvertraut, eben so, als wäre sie ein wichtiger Mensch, der nun in deinem Leben einen festen Platz einnimmt, aber das entspricht eben nicht der Realität. Jede Therapie geht irgendwann zu Ende, in deinem Fall wurde sie beendet und du fühlst dich belogen und betrogen, vielleicht verlassen?
Es tut mir leid, ich möchte hier keine Partei ergreifen, ich kann deinen Schmerz verstehen, aber ich kann irgendwie auch das Verhalten der Therapeutin nachvollziehen, auch wenn es nicht die feine englische Art war, wie sie die Therapie beendet hat.
Bleib dran bei deiner Suche nach einem neuen Therapieplatz und versuche beim nächsten Mal, eher sachlich an die Sache ranzugehen, also auch von deiner Seite aus Distanz zu wahren, denn sonst könnte sich dieses Spiel wiederholen.
Alles Gute auf deinem weiteren Weg.
L.G. mamschgerl

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Re: unvorbereiteter Therapieabbruch durch Thera, Lügen

Beitragvon Moorfrosch » Do 25. Mai 2017, 19:19

Hallo mamschgerl,

danke für deine Antwort. Es kommt mir nicht so vor, als habe sie sich "nicht zu helfen gewusst", sondern als habe sie mir das alles bewusst so schlimm wie möglich machen wollen, um ihren Hass auszuagieren. Warum sollte es sonst nicht möglich gewesen sein, mir zur Tagklinik statt der "zuversichtlichen" Mail zu schreiben, sie wolle die Therapie nicht mehr fortführen aus dem und dem Grund, sie biete mir an, noch zu zwei Stunden lang zu ihr zu kommen, dann könne ich sie das fragen, was ich dazu noch zu fragen hätte, und mich verabschieden. Dann wär sie immerhin ehrlich auf mich zugekommen und hätte mich als Menschen geachtet, statt mich so zu behandeln, als sei ich ein Stück Matsch oder sonst ein Tier oder Ding, das man einfach plötzlich fallen- und alleinlassen kann ohne weiteres, und sagt das dann dem Herrchen oder Besitzer.

Hatte sie mehrmals darum gebeten, ehrlich mit mir zu sein und mir das zu sagen, falls sie eigentlich nicht mehr sprechen wolle mit mir, hatte sie auch vor ca. 2-3 J. mal gefragt, ob sie mich eigentlich hasse. Damals verneinte sie das und meinte, das hätte sie mir ansonsten auch schon von selbst gesagt, wenn sie mich hasse und nicht mehr mit mir sprechen wolle. Und ich glaub eigentlich schon, eine Psychotherapeutin sollte, notfalls mit Unterstützung ihres Supervisors, zumindest dazu in der Lage sein, das auch zu kommununizieren, wenn sie die Therapie einer Patientin abbrechen möchte, statt auf sie einzuhacken und am Ende einer Stunde, von der die Pat. dann im Nachhinein weiss, dass das ihre letzte war, keinen weiteren Termin zu vergeben etc.

Vor der Therapie bei ihr war ich so versunken in meiner Traurigkeit- das war dann währenddessen phasenweise deutlich besser. Jetzt bin ich wieder versunken in meinem Moor- natürlich wär es wünschenswert, wenn meine Gedanken nicht weiterhin kreisten um sie und um das, was sie sagte und tat, wenn ich das hinter mir lassen und aus dem Trauermoor herauskommen könnt. Dazu bin ich allerdings nicht in der Lage- das schaff ich, falls ich das schaff, bloß mit Hilfe eines Therapeuten. Allerdings glaub ich kaum mit Hilfe eines Therapeuten, der mir nichts bedeutet- hatte schon zwei Therapeuten, die mir nichts bedeuteten und die mir nicht wichtig waren (vor der Therapie bei ihr für ca. 1 J. einen Kunsttherapeuten und danach für ungefähr 15 Std. einen Analytiker), und das hat überhaupt nichts gebracht.
Naja, aber jetzt muss ich halt schauen, was kommt...
Herzliche Grüße,
Moorfrosch

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Re: unvorbereiteter Therapieabbruch durch Thera, Lügen

Beitragvon mamschgerl » Do 25. Mai 2017, 19:55

Hallo moorfrosch,
im großen und ganzen meinen wir hinsichtlich des seltsamen Verhaltens dir gegenüber schon das gleiche.
Vielleicht dachte sie, sie schaffe das schon, persönliche Gefühle da rauszuhalten, in diesem Falle eben ihre Aversionen, die du ja auch gespürt hast, sonst hättest du sie ja nicht daraufhin angesprochen.
Weißt du, es gibt da sehr viele Spekulationsmöglichkeiten und wahrscheinlich wirst du nie wirklich erfahren, was dahinter steckte.
Es wäre sehr schade, wenn du dich in solchen aussichtslosen Gedankengängen verlieren würdest.
Aber hast du dich schon mal gefragt, wieso du so lange bei ihr warst, obwohl du meintest, sie würde dich hassen?
Na ja, wie gesagt, reichlich Raum für Spekulationen...
Ich drück dir die Daumen, daß du wieder einen Therapeuten findest und die Chemie dann eine bessere sein wird.
L.G. mamschgerl

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Re: unvorbereiteter Therapieabbruch durch Thera, Lügen

Beitragvon fluuu » Fr 2. Jun 2017, 17:36

So ist das wenn innere Störungen vorliegen, der Umgang mit dem Therapeuten kann noch mehr Probleme machen als ein Verlust
denn ein guter Therapeut geht auf die verursachenden negativen Gefühle ein und beschwichtigt nicht nur. Das ist für Menschen die
eine lange seelische Leidensgeschichte hinter sich haben aber davon nichts wissen wollen oder es nicht wahrhaben können sehr bedrohlich.
Deshalb ist keine Therapie machen und irgendwie weiterwursteln die einzige Option. Die Betroffenen die in der Therapie etwas lernen
können und ihren Alltag gut bewältigen tauchen in der Öffentlichkeit kaum auf, sie genießen ihr neues Leben und sind zufrieden.
gruß fluuu

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Re: unvorbereiteter Therapieabbruch durch Thera, Lügen

Beitragvon mamschgerl » So 4. Jun 2017, 08:27

...und wieder liegt die Schuld bei dem Patienten, der sich unkooperativ zeigte und der Therapeut hat also richtig gehandelt.
Patienten, deren Therapie erfolgreich verläuft, weil sie allen Vorgaben bedingungslos und hingebungsvoll und unter Aufgabe der eigenen Persönlichkeit mit allen Ängsten und Emotionen ( ob real oder eingebildet ) folgen, also handzahm die Führung abgegeben, sind die einzigen, denen eine adäquate Behandlung zusteht.
Alle anderen müssen sich ohne Therapie durchs Leben wursteln, da ja niemand erwarten kann, daß sich ein Therapeut mit solch schwierigen Fällen beschäftigt.
Widerworte, Skepsis oder Infragestellung sind unerwünscht sowie alle Symptome der jeweiligen psychischen Störungen, allein dem Therapeuten sei "menschliches" Verhalten gestattet, wenn er sich darob überfordert fühlt.
Da muss ich mich fragen, wozu überhaupt Therapien ansetzen? Etwa nur dann, wenn man z.B. NLP anwenden und den Patienten dementsprechend bearbeiten kann? Und wenn er nicht spurt, ist er sowieso therapieresistent und muss sich also alleine durchs Leben wursteln?
So schaut also deine Idealvorstellung aus, wen wundert's?
mamschgerl

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Re: unvorbereiteter Therapieabbruch durch Thera, Lügen

Beitragvon Moorfrosch » So 4. Jun 2017, 13:14

fluuu, deine Aussage, "keine Therapie machen und irgendwie weiterwursteln" sei "die einzige Option" für "Menschen, die eine lange seelische Leidensgeschichte hinter sich haben aber davon nichts wissen wollen oder es nicht wahrhaben können" als Erwiderung auf meine Schilderung find ich auch etwas sonderbar, da es sich z.B. bei mir gar nicht so verhält, dass ich davon nichts "wissen wollte" oder es nicht "wahrhaben könnte". Es war mir vielmehr schon lang klar, dass was deutlich nicht in Ordnung war mit mir seelisch, dass ich aus meiner andauernden Traurigkeit allein nicht herauskommen konnt etc.- deshalb hatte ich ja die Therapie bei Frau Dr. R. überhaupt angefangen, nach langem Nachdenken und "irgendwie allein Weiterwursteln", weil ich an einem Punkt angekommen war, dass ich dachte, "das schaff ich allein so kaum noch".

Verstehe auch nicht, inwiefern sich deine Antwort auf meinen Text bezieht, was du mir mitteilen willst? Frau Dr. R. habe mich gut behandelt, indem sie meine negativen Gefühle "nicht nur beschwichtigte", und an mir sei es nun, mein "neues Leben" zu geniessen und zufrieden zu sein? Also, das würd mich schon wundern, wenn dieser unvorbereitete, wortlose Abbruch, wenn die Lügen auf Nachfrage und all das- wenn das eine therapeutischen Richtlinien entsprechende Art der Therapieabschlussgestaltung gewesen wär. Bat sie auch einmal per bestätigter Mail, zweimal per Einschreiben mit Rückschein um eine vollständige Patientenaktenkopie (am 13.1., am 2.2. und am 6.2.17), auf welche Patienten gegen Kostenerstattung ja auch ein Recht haben (und die ich brauche, um zumindest auf diese Weise evtl. etwas nachvollziehen zu können, wie sich das alles für sie entwickelte bis zu diesem Abbruch hin)- darauf reagierte sie allerdings ebenso wenig wie auf meine Bitten, mir das alles zumindest einigermaßen nachvollziehbar zu machen. Durch ihr monatelanges Schweigen in der Aktensache ist sie jetzt, wie ich durch die Beschwerdestelle "Kompass" erfuhr, in Verzug geraten, so dass ich den Anwalt, den sie mir vermittelten, nicht selber zahlen muss, sondern das müssen ihre Versicherungen (bzw. sie selbst, aber sie ist Ärztin und alle Ärzte haben ja entsprechende Versicherungen).

Dorthin, mein "neues Leben" (warum sollte das eigentlich "neu" sein, das ist weiterhin mein altes, mit all seinen alten Problemen...) zu "geniessen", kann ich sicher nicht allein kommen, sondern, falls überhaupt, dann mit Hilfe einer Therapeutin/eines Therapeuten.

Wahrscheinlich ist das auch so, dass mir in solch einem Forum kaum zu helfen ist. In einem anderen Forum ( https://www.psychotherapiepraxis.at/pt- ... 20&t=39161 ) schrieb ich das auch hin, und es begann was, was sich für mich mehr und mehr so anfühlte, als machten sie daraus eine Art Hetzjagd, eine Meute Bluthunde und selbstgefälliger Jäger gegen Moorfrosch. Unterstellungen, Belehrungen, Vorhaltungen, falsche Voraussetzungen- alles, was man "braucht" als trauervoller Moorfrosch, um sein Leben "zu geniessen"... naja, das brach ich dann ab, Gott sei Dank, damit geht es mir auch was besser. Hier ist es allerdings auch nicht so, dass ich mich richtig verstanden fühlte.

Wenn ich von mamschgerl u.a. les "Um einen Ausweg zu finden, der für dich weniger schmerzvoll hätte sein können, war es wohl schon zu spät." und "von Therapeuten erwartet man, daß sie diesen Konflikt besser zu lösen wüssten, aber da erwartet man einfach zu viel", dann weiss ich auch nicht. Um einen anderen Menschen anständig zu behandeln, dafür ist es nie "zu spät", glaub ich (ab wann war es "zu spät" deiner Meinung nach?), und ich denk auch, Therapeuten werden durch die Krankenkassen der Patienten dafür bezahlt, dass sie therapeutisch auf diese einwirken, und dass das Ausagieren von Hass o.ä. kaum zu dem gehört, was honorierungswürdig wär, oder was man zu akzeptieren hätt. Das glaub ich nicht, dass man "nicht mehr erwarten kann", als dass eine Psychotherapeutin ihre Aversionen ausagiert an einem. Ich denke, dass es mit Sicherheit möglich sein sollte für eine Thera, das zu besprechen mit ihrem Supervisor, falls Hass oder was vorhanden sein sollt gegenüber einer Patientin, und falls das nicht auflösbar wär, das dann der betroffenen Patientin auch offen mitzuteilen, man wolle aus den und den Gründen dann und dann die Therapie vorzeitig beenden. Geh auch davon aus, dass es den meisten Therapeuten sehr wohl möglich ist, einen Therapieabbruch vorzubereiten und ihre Gründe dafür den Patienten mitzuteilen, und dass man das auch erwarten und verlangen kann als Patient, dass man nicht plötzlich unvorbereitet ins Leere getreten wird.
Herzliche Grüße,
Moorfrosch

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Re: unvorbereiteter Therapieabbruch durch Thera, Lügen

Beitragvon mamschgerl » So 4. Jun 2017, 14:48

Hallo moorfrosch,
ich spreche mich nicht für diese Therapeutin aus, ganz im Gegenteil.
Meine Bemerkung zielt darauf ab, daß man zuviel erwartet, wenn man hofft, daß Therapeuten über den menschlichen Unzulänglichkeiten und Schwächen stehen würden.
Daß es zu spät war, diesen Abbruch schmerzloser zu gestalten, meint eben auch genau das. Der Zeitpunkt, zu dem diese Therapeutin hätte eingestehen müssen, daß sie mit der Therapie überfordert war und es, vor allem für dich, gut zu Ende hätte bringen können und einen anderen Psychiater hätte empfehlen müssen, war überschritten.
Sie muss vor sich selbst ihre Schwächen eingestehen, und das können, wie du sicher selbst auch weißt, nur die wenigsten. Hier hätte sie sich zudem auch noch vor dir rechtfertigen müssen, was natürlich völlig undenkbar ist.
Ich versuche lediglich, einige Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, warum es so schief gelaufen sein könnte, aber vor allem versuche ich, dich damit ein wenig zu unterstützen.
Der höfliche Umgang miteinander, da gebe ich dir völlig recht, ist Voraussetzung in jeder Beziehung, sei es die zum Nachbarn und noch mehr zwischen Patient und Therapeut.
Ich meinte auch, daß du wahrscheinlich nie Antworten bekommen wirst, eben weil diese Therapeutin sich allen Fragen entzieht. Therapeuten sind keine Maschinen, keine Halbgötter in weiß, auch sie können sich menschlich völlig daneben benehmen oder eben schlicht und ergreifend ungeeignet für diesen Job sein.
Auch hier bin ich auf deiner Seite, ein Therapeut muß sich mit seinen Problemen in Bezug auf seine Patienten auseinandersetzen und, sollte es erforderlich sein, die Therapie ordentlich, höflich und korrekt beenden und für einen adäquaten Ersatz sorgen.
Es tut mir leid, wenn ich mich mißverständlich ausgedrückt haben sollte, aber ich bin nicht gegen dich.
In diesem Sinne
mamschgerl

Moorfrosch
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Re: unvorbereiteter Therapieabbruch durch Thera, Lügen

Beitragvon Moorfrosch » So 4. Jun 2017, 16:12

Danke, mamschgerl, das ist lieb, dass du nicht gegen mich bist.

" Zu spät" wär es zwar auch jetzt noch nicht dafür, das zu tun, was sie schon vor dem Abbruch hätte tun sollen, d.h. offen auf mich zuzukommen und ehrlich mit mir über ihre Abbruchsgründe und über die Gründe für ihr garstiges Verhalten und die Lügen mir ggü. zu sprechen in einem Abschlussgespräch. Aber natürlich kann ich mir das schon vorstellen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem solchen Gespräch noch kommt, nicht so groß ist. Wobei meine Psychiaterin mir im Dez. 16 sogar mal sagte, Fr. Dr. R. habe sie angerufen und gefragt, "wie sie das machen solle" mit einem Abschlussgespräch für mich o.ä.- blöder- und ärgerlicherweise, und obwohl das gar nicht das erste Mal war, dass die beiden meinetwegen mit einander telefonierten, antwortete meine Psychiaterin aber, dazu könne sie erst was sagen, wenn sie eine Schweigepflichtsentbindung habe von mir. Die gab ich natürlich, von einem Abschlussgespräch war aber dann nicht mehr die Rede- Frau Dr. R. hatte auch nicht nochmal angerufen. Was sie dazu von meiner Psychiaterin eigtl. noch hätte hören wollen, das weiss ich auch nicht- sie wusste es längst von mir, dass ich ihre "wahren Gründe" hören wollte, wie es sich dorthin entwickelt hatte für sie, dass sie das so plötzlich abbrach, und hätte es sich auch selbst denken können, dass sowas wohl gut wär, als Mensch offen auf mich zuzukommen und mich als menschliches Gegenüber anzusprechen, mir eine ehrliche Begründung zu geben, statt mich zu behandeln, als sei ich irgendein missratenes Wegwerfding, das man wortlos in einen Abfallkorb schmeisst, wo es hingehört.

Naja, schaumama, zumindest eine Aktenkopie kann mir der Anwalt, den sie mir bei "Kompass" vermittelten, vielleicht erringen (wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass sie behaupten wird, ich sei zu gestört o.ä., als dass sie mir eine zukommen lassen könnt), und nächste Woche Di. und Mi. hab ich jeweils eine probatorische Sitzung.
Herzliche Grüße,
Moorfrosch

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Re: unvorbereiteter Therapieabbruch durch Thera, Lügen

Beitragvon mamschgerl » So 4. Jun 2017, 16:57

Hallo moorfrosch,
ich denke mal, daß sie nicht soweit gehen wird, dir aus den Gründen, die du anführst, die Akteneinsicht zu verwehren, d.h., ich hoffe es mal nicht. Vielleicht kannst du dir die Akte gemeinsam mit deiner Psychiaterin durchsehen, damit du gleich jemanden zur Hand hast, falls dir ihre Notizen zu sehr an die Nieren gehen und du jemanden zum reden brauchst, schließlich weiß sie ja von dem Dilemma.
Auf jeden Fall drücke ich dir die Daumen für nächste Woche und daß es dir bessere Erfahrungen bringt als bisher.
L.G.
mamschgerl


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