Es gibt Tage...

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mamschgerl
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Re: Es gibt Tage...

Beitragvon mamschgerl » Mi 6. Jul 2016, 05:34

schade...
ich schreibe seit samstag beiträge, aber ich kann nur threads von einem mitglied, der täglich
( manchmal mehrfach ) seine meinungen kundtut, lesen. da scheinen die besichtigungen der verantwortlichen zu funktionieren. ich habe den eindruck, es schreibt niemand mehr in diesem forum?
wie auch immer, ich versuche es jetzt zum letzten mal, dann habe ich keine lust mehr, denn ich fühle mich etwas veräppelt.
vielleicht gelingt es ja wieder irgendwem, zeitnah die threads zu lesen und freizugeben, aber das hier, heute ist mittwoch!!! langweilt.

mamschgerl

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Re: Es gibt Tage...

Beitragvon mamschgerl » Mi 6. Jul 2016, 23:48

...also wirklich, jetzt fange ich auch noch an, an mir zu zweifeln.
es ist schon erstaunlich, wie sehr mich diese bemerkung aus der fassung gebracht hat, daß ich anscheinend zur meiner nun in der klinik diagnostizierten komplexen ptbs auch noch borderline symptome aufweisen soll.
nicht genug damit, daß ich bei meinem zweiten aufenthalt hier von einer abteilung in die nächste wandere, sondern es wird mir auch noch mitgeteilt, daß die klinik nicht auf splche fälle spezialisiert und dementsprechend kein passendes behandlungskonzept vorhanden sei.
na prima, das hat sich ja echt gelohnt. 18 monate habe ich auf diesen platz gewartet, nur um nach drei wochen festzustellen, daß weder der oberarzt noch ich selbst mit der in der klinik üblichen behandlungsmethode mit meinem problem umzugehen verstehen.
ich habe natürlich gegooglet. mir war schon länger klar, daß meine ptbs eher eine komplexe ist, da alle kriterien und noch mehr erfüllt werden.
leider musste ich feststellen, daß borderline symptome vorhanden sind, aber nach meinung diverser fachärzte genauso gut ebenso zu einer komplexen ptbs gehören.
also wieder einmal verwirrung pur, nix genaues weiß man nicht.
auch ist es sehr beruhigend, wie einig sich doch diese fachleute darin sind, was helfen könnte oder bzw. ob überhaupt und wenn, ob diese methoden nicht letztlich doch auch wieder eine erneute traumata hervorrufen könnten.
und wenn ich dann als sogenannter laie alles hinterfragen möchte und aufgrund meiner erkenntnisse über mich und meiner möglichkeiten manche methoden als ungeeignet ablehnen muss, werde ich abgespeist mit bemerkungen, daß ich wohl noch nicht für eine behandlung bereit sei...
es ist schlicht und ergreifend eine frechheit, daß bei dieser uneinigkeit bezüglich krankheitsbildern, behandlungsmöglichkeiten und vielem mehr der patient entmündigt und zu einem versuchskaninchen degradiert wird, der alles über sich ergehen lassen muss, nur damit am ende festgestellt werden kann, daß man wohl therapieresistent sei, denn schließlich müsse ja irgendeine behandlung anschlagen.
das krankheitsbild der komplexen ptbs schließt eine heilung oder eine deutliche besserung, wenn sie erst nach jahrzehnten eigenem dagegenkämpfens ausbricht, eigentlich aus.
ich fühle mich nicht besser, sondern dissoziiere immer öfter, heule öfter, bin total depressiv und desillusioniert.
naja, das ist für mich nichts neues, bis auf die tatsache, daß ich bis vor drei jahren diese emotionalen stimmungsschwankungen noch unter kontrolle bringen konnte, doch es ist ein trugschluss zu glauben, daß einem das ewig gelingen könnte.
ich bin mal gespannt, was im ärztlichen abschlussbericht stehen wird...
zudem musste ich heute den antrag auf weiterzahlung der eu rente ausfüllen, der ärztliche befund meiner therapeutin fehlt noch.
da ich keinen alkohol mehr trinke und keine drogen mehr nehme und das antidepressivum auch nicht wirklich hilft, fühle ich mich der welt nicht mehr gewachsen, der alltag haut mich einfach um.
sch...., ich hätte nie gedacht, daß ich mal nicht mehr kann und es macht mich zusätzlich fertig.
aber, wenn ich ehrlich bin, habe ich nie mit dem erlebten umgehen können, sonst hätte ich nicht jahrzehntelang betäubung mit allen mitteln gesucht.
all das wissen, das ich mir angeeignet habe, macht es mir doch nicht möglich, nüchtern damit umzugehen oder die folgeerscheinungen als eben das, was sie sind, abzutun.
und so richtig lachen kann ich darüber auch nicht mehr, wenn ich mir so zuschaue, wie ich immer verwirrter umher stolpere auf der suche nach lösungen.
tja, schau'n mer mal, was ich heute nacht so zusammenträume im üblichen 2 std. takt.

gute nacht

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Laura
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Re: Es gibt Tage...

Beitragvon Laura » Sa 9. Jul 2016, 18:03

Hallo mamschgerl!

Du hast ganz vernünftig die Konsequenzen gezogen, indem Du diesen Klinikaufenthalt abgebrochen hast. Bei mangelnder Sympathie oder auch mangelnder Kompetenz von therapeutischer Seite kann eine klinische Psychotherapie allerhöchstens ein "Benimmkursus" sein.

Du hast da einer Eskalation den Riegel vorgeschoben. Das ist doch ganz im Sinne der sozialen Kompetenzen, auch wenn der Oberarzt weiterhin seiner Rechthaberei frönen kann.

LG

Laura
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Re: Es gibt Tage...

Beitragvon mamschgerl » So 10. Jul 2016, 18:48

hallo laura,
das tut gut. dankeschön.
l.g.mamschgerl

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Re: Es gibt Tage...

Beitragvon mamschgerl » Di 12. Jul 2016, 07:34

...gestern hatte ich meinen ersten termin bei meiner therapeutin nach dem abbruch in der klinik.
ich bin einigermaßen beruhigt wieder aus der stunde raus, hat sie mir doch recht gegeben, was die beurteilung des verhaltens der ärzte angeht.
naja, beruhigt hat mich das insofern, daß ich nicht an meiner reaktion zweifeln muß, denn ärzte haben nun mal eine gewisse macht, der man sich nicht entziehen kann.
ich hatte schon öfters probleme mit meiner umwelt bezüglich meiner entscheidungen, die ich für mein leben getroffen habe und das gefühl, alleine gegen die welt zu stehen, da niemand da ist, der einen versteht bzw. die handlungen nachvollziehen kann.
selbstzweifel aufgrund gegenwehr und gegenstimmen, die aber in der regel von menschen stammen, die eben unfähig sind, sich selbst aus gewissen situationen zu befreien oder das system zu hinterfragen, bin ich gewohnt, aber ich kenne auch das ergebnis für mein seelenheil, wenn ich trotzdem meinen weg weiter gehe.
in gewissem sinn habe ich mich durch den abbruch selbst behauptet und mich selbst gerettet.
selbstbestimmung ist für mich alles; habe ich das gefühl, die kontrolle über mein leben anderen menschen in die hände geben zu müssen, bin ich verloren.
ja, ich habe es geschafft, ich habe mich zur wehr gesetzt gegen fremdbestimmung und habe mich meinen selbstzweifeln zum trotz nicht einlullen lassen.
wie wichtig das war, wurde mir durch meine panikattacke bei meiner therapeutin klar, als ich über diese drei wochen in der klinik gesprochen habe.
ich habe mich gefühlt, als sei ich einer tödlichen gefahr gerade noch entkommen, ich habe gezittert, unkontrolliert geweint, ich war laut, habe geflucht wie ein rohrspatz, bis ich mich endlich auf die beruhigungsversuche meiner therapeutin einlassen konnte.
anscheinend fühlte ich mich in der klinik einer athmosphäre ausgesetzt, die meine kindheit und jugend mitbestimmt hat.
na prima, so was wünscht man sich, oder?
kein wunder, daß ich so reagiert habe, aber in meiner panik hatte ich das nicht überissen und die ärzte haben den ernst der lage genausowenig erkannt.
ich bin wirklich müde, mich ständig erklären zu müssen und sogar bei ärzten, die sich eigentlich auskennen müssten, auf unverständnis zu stoßen.
es ist einfach, zu sagen, daß es voll dem krankheitsbild entspricht, wenn sich der patient von aller welt verlassen und völlig unverstanden fühlt.
was aber, wenn es so ist?
was aber, wenn ich mit der schilderung meines zustandes, der schon so ist, seit ich denken kann, auf ärzte stosse, die frei weg behaupten, daß es so nicht sein kann?
was aber, wenn ärzte aufgrund ihres studiums, ihrer erfahrung mit anderen patienten einfach behaupten, daß ich selbst gar nicht in der lage sein kann, meinen eigenen zustand zu beurteilen, nur weil ich nicht studiert habe?
ist es nicht logisch, daß ich aufgrund dieser arroganten haltung meiner selbsteinschätzung und -beobachtung gegenüber als konsequenz dazu zwangsläufig zu diesem fazit kommen muss, daß ich mich solchen "spezialisten" nicht ausliefern möchte?
ich bin doch nicht da, um das ego mancher menschen zu pflegen, die sich selbstgerecht über die intelligenz der patienten stellen?

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Laura
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Re: Es gibt Tage...

Beitragvon Laura » Di 12. Jul 2016, 13:37

Hallo mamschgerl!

An dem, was einem an zusätzlichen Problemen "beschert" wird, wenn man schlechten Behandlern nicht ausweichen kann und diese einen schon renitent oder sonst was finden, wenn man nicht wenigstens den bewundernden Augenaufschlag gleich bei der ersten Begegnung hinkriegt, darüber habe ich mich jahrelang dumm und dämlich gegrübelt, geärgert und mich darüber ausgelassen, wo ich nur konnte. So ganz bin ich immer noch nicht drüber hinweg. Ich wurde infolge einer Verkettung von "dumm gelaufen" und "abermals dumm gelaufen" erst ab meinem über zehnten Aufenthalt in der Psychiatrie so kritisch.

Tja, da könnte in mir auch immer ein endloser Vortrag bei rauskommen, um dat Janze zu analysieren. Aber ALDI und die anderen Diskonter-Supermärkte müssen sich auch keine Sorgen um die Kundschaft machen, auch nicht, um Mitarbeiter zu rekrutieren, egal ob die Geschäftsleitung sich als unfehlbar deklariert oder nicht.

LG

Laura
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Re: Es gibt Tage...

Beitragvon mamschgerl » Do 14. Jul 2016, 05:11

hallo laura,
ich finde deine vergleiche immer wieder gut. so müsste eigentlich auch jeder therapeut verstehen müssen, um was es geht.
gestern war ich bei der psychologin, die für meine medikamentation zuständig ist. da wäre dieser vergleich angebracht gewesen, denn ich habe feststellen müssen, daß sie sich lieber auf seiten des oberarztes der klinik stellt als verstehen zu wollen, was dieser aufenthalt bei mir angerichtet hat ( obwohl ich jetzt bezweifeln muss, ob sie den vergleich verstanden hätte )
ich dachte bisher, daß ich einiges glück mit den therapeuten hatte, aber so langsam, je mehr meiner ängste wieder die oberhand bekommen, erkenne ich auch, daß ich gerade bei diesen leuten etwas kritischer hätte sein sollen.
da schlimme daran, ich bin dieser psychologin ausgeliefert, denn sie muss einen befund zu meinem antrag auf weiterzahlung der eu-rente beifügen.
nachdem sie mir gestern zu verstehen gab, daß sie mein verhalten absolut nicht billigt und mir schlichtweg nicht glauben wollte, musste ich mich fragen, welche auswirkungen das auf den befund haben könnte.
wenn sie von mir, abgesehen von dieser geschichte, ein normales verhalten und normale reaktionen erwartet, muss sie mich konsequenterweise als gesund und arbeitsfähig einstufen.
denn würde sie mein verhalten folgerichtig als reaktion auf für mich unerträgliche situationen als folge des traumas einstufen, hätte sie nicht so reagieren dürfen, sondern erkannt, was sache war.
das gibt mir zu denken. ich zweifle schon wieder die kompetenz einer ärztin an und zweifle dadurch schon wieder an mir selbst.
sind meine empfindungen wieder einmal überzogen, bin ich zu empfindlich, zu misstrauisch, sehe ich gespenster?
ich stehe da mit meinen emotionen, die ich nicht in den griff bekommen kann und diese frau macht mich deswegen fertig?
vielleicht hatte aie ja einen schlechten tag, vielleicht muss ich verständnis für sie aufbringen, kann ja sein, daß sie lediglich urlaubsreif ist und ich sollte nachsichtiger sein...
nein! genau das ist es, weswegen ich immer wieder scheitere, ich bringe für alle und jeden immer verständnis auf und gebe mir letztendlich für alles die schuld. nur diesmal sind das fachleute, die diesen wesenszug von mir gnadenlos ausnützen und ich denke, ich suche mir jemanden, der mir nicht das gefühl gibt, ein kleines, ungehöriges kind zu sein, das mal wieder böse war.
therapeuten, psychologen, psychiater, alles menschen, nichts weiter, genauso fehlbar wie andere, keine halbgötter in weiß, auch wenn sie es gerne wären. und erkannt und entdeckt reagieren alle gleich empfindlich und werden böse.
kindergarten eben.

l.g. mamschgerl


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