Pädagogische Aktivitäten für Menschen mit psychischen Erkrankungen

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Marion 1896
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Pädagogische Aktivitäten für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Beitragvon Marion 1896 » Di 9. Feb 2016, 18:07

Hallöchen, ich bin im letzten Ausbildungsjahr zur Erzieherin und arbeite zur Zeit in einer stationären Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Ich muss für die Prüfung ein mehrtägiges Projekt planen. Ich hatte viele Ideen für Projekte, z.B. Sportangebote, Spiele herstellen usw. Allerdings ist meine Anleiterin eher pessimistisch gegenüber den Angeboten eingestellt, da unsere Bewohner sich zwar zahlreich anmelden, um an Angeboten teilzunehmen, aber nicht erscheinen....Als Teilnehmer soll/ kann ich Bewohnerinnen mitnehmen, die u.a. an Borderline und paran. Schizophrenie erkrankt sind.
Jetzt meine Frage. Hat jemand vielleicht eine Idee für so ein pädagogisches Angebot? Oder weiß wo ich solche finde (links und co)? Und an Menschen mit diesen Erkrankungen: worüber würdet ihr euch freuen? Was würdet ihr gerne machen, wenn ihr in einer stationären Einrichtung seid? Ich freue mich über jede Antwort, und schick schon mal ein Danke vorweg

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fluuu
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Re: Pädagogische Aktivitäten für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Beitragvon fluuu » Fr 12. Feb 2016, 13:42

Hallo,
sehr einfallsreich, eine angehende Erzieherin die versucht ihre geistige Arbeit auf das Forum abzuwälzen.
Warum nicht, man kann es probieren, es gibt viele solcher Foren, überall gepostet wird schon einer Plaudern.
Ich würde sagen, wenn Dir am Ende der Ausbildung nichts adäquates einfällt lass die soziale Arbeit sausen und werde Kauffrau.
Ansonsten ist es bekannt, dass psychisch Betroffene in Einrichtungen ein Angebot freudig annehmen aber wenn es so weit ist
und das Ganze Konsequenzen hat fühlen sie sich gerade nicht so gut. Das ist besonders bei so Angeboten wie Kindergartenspiele
der Fall, bei einem anspruchsvollen Angebot kommen zwar nicht die Massen zur Anmeldung aber diejenigen die sich anmelden
sind die etwas Bewussteren und die erscheinen dann auch zum Termin.
Es ist bekannt, dass besonders intellektuelle Menschen unter psychischen Störungen leiden können, warum nicht mal einen
Versuch unternehmen und sie genau an dem Punkt ansprechen mit einer Textarbeit, einem Filmprojekt oder einer anderen
Kreativität wie z.B. Malen, das ist begehrt bei Menschen mit Störungen in den Gefühlsstrukturen.
gruß fluuu

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Su Wang
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Re: Pädagogische Aktivitäten für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Beitragvon Su Wang » Sa 13. Feb 2016, 10:43

Hallo,
sehr einfallsreich, eine angehende Erzieherin die versucht ihre geistige Arbeit auf das Forum abzuwälzen.
Warum nicht, man kann es probieren, es gibt viele solcher Foren, überall gepostet wird schon einer Plaudern.
Ich würde sagen, wenn Dir am Ende der Ausbildung nichts adäquates einfällt lass die soziale Arbeit sausen und werde Kauffrau.
Hatte es da vielleicht gerade am Mondstand gelegen, daß Du ohne solche Einleitungen nicht auskommen konntest, fluuu ?

Die zweite Neuuserin, was ich heute lese, die Du derartig anfährst.

Ohne von mir hier da jetzt mal "weg-zitierten" Teil wäre Dein Beitrag doch mindestens hilfreich.
Magst' nicht mal versuchen, das allein schon als dem Anliegen vollauf genügend zu sehen dann ... ?

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Laura
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Re: Pädagogische Aktivitäten für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Beitragvon Laura » Sa 13. Feb 2016, 11:38

Hallo Marion!

Ich persönlich mag am liebsten Koch- und Backgruppen, weil ich auch privat und alleine viel koche und backe. Ich fühle mich aber nicht in jeder Koch- oder Backgruppe wohl, sowie ich eigentlich all dieser "inhaltsbezogenen" Gruppen immer müder werde, aber wenn es was zu Futtern gibt, sind relativ viele Leute motiviert, zu erscheinen, sogar zum Mithelfen zu erscheinen. Fragt sich nur, wer hinterher die Spülmaschine einräumt und die Töpfe spült.

Weil ich im letzten Jahr zuhause ein paar Mal Fladenbrote gebacken habe und dies als sehr befriedigend empfunden habe (so ursprünglich, so eine Beruhigung, dass man mit ein bisschen Mehl und Salz im Haus, fließendem Leitungswasser und 9 Cent für einen frischen Hefewürfel (um nur die Grundzutaten zu nennen) prima eventuelle Notzeiten überstehen könnte, solange der Backofen noch funktioniert), könnte ich mir den "pädagogischen Effekt" auch gut für eine Gruppenaktivität vorstellen. Allerdings nur, wenn da genügend Leute drunter sind, die Übung mit der Zubereitung von Hefeteig haben.

Gymnastikgruppen mag ich nur, wenn dabei der sofortige Wohlfühlfaktor im Vordergrund steht, anstatt dass ich hart rangenommen werde, um irgendwann später auch ja tagtäglich Bäume ausreißen zu können.

Spielegruppen mag ich am ehesten in Form von Rätsel- und Quizspielen. Bei uns in der Tagesstätte kam mal ein Quizspiel bezogen auf bekannte (also verfilmte) Musicals allseits gut an. Da wurden auch Leute munter, die sonst sehr in sich gekehrt wirkten.

Außerdem mag ich Gruppen, in denen Dekorationen (meist aus Papier) für die Gruppenräume gebastelt werden, ob mit oder ohne besonderen Anlass. Aber solche Gruppen werden normalerweise von Ergotherapeuten geleitet. Aber ich schätze mal, das Basteln und zum Basteln Anleiten ebenfalls Bestandteil Deiner Ausbildung zur Erzieherin sind.

Viele Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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fluuu
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Re: Pädagogische Aktivitäten für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Beitragvon fluuu » Fr 19. Feb 2016, 13:35

Warum ich so schnippisch bin bei vielen Erstpostings liegt daran, dass wir hier in einem Psychiatrie-Forum sind
und nicht in einem Befriedigungssalon, dass sind die mit der roten Lampe, hier geht es darum die eigenen Kräfte zu mobilisieren
um zu einer Lösung zu kommen, nur diejenigen die bewusstlos in die Intensivstation eingeliefert werden brauchen es in
dem Moment nicht aber kaum machen sie die Augen auf müssen sie selbst den Stoffwechsel und die seelischen Empfindungen steuern.
Wer also fragt, könnt Ihr mal für mich leben, ich kann oder will gerade nicht, ist im Forum falsch, er gehört in die Intensivbehandlung.
Jeder der selbstständig überleben will versucht so selbstständig wie möglich für sein Leben zu sorgen und wer das trotz aller Versuche nicht schafft bekommt Hilfe aber erst dann. Ein Rettungswagen rückt auch erst aus wenn ein Notruf eingegangen ist und nicht wenn
jemandem die Nase läuft und er hat kein Taschentuch. Also ist sich selber helfen immer die oberste Maxime und erst wenn das
nicht geht kommt die Hilfe von außen, nur so kann man mit der Psyche umgehen um sie zur Gesundheit zu bewegen sonst
gibt es bald nur noch chronische Fälle. Mitleid ist Gift für eine Psyche die sich entwickeln möchte, Empathie (Mitgefühl) und
Achtsamkeit ist wichtig aber das bedeutet nicht selber als Helfer mit seinen Gefühlen zerfließen und sich dann selbst hilflos
fühlen und abhängig von außen werden. Jemand der versucht für sich zu sorgen bekommt das Mitgefühl auch aber
jemand der den Helfer benutzen möchte aus Bequemlichkeit nicht. Ob das Forum voll oder leer ist spielt dabei kaum eine Rolle,
im Psychiatriegespräch gilt schonungsloser und grundehrlicher Umgang, das ist die einzige Chance das Leid zu lindern.
Ich brauche das Forum für mein Wohlbefinden nicht und das Forum braucht mich nicht, sehe da kein Problem.
gruß fluuu

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Remedias
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Re: Pädagogische Aktivitäten für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Beitragvon Remedias » Fr 19. Feb 2016, 18:41

Die Userin Marion leidet aber nicht und ist nicht psychisch krank, sie startet lediglich eine Umfrage unter Betroffenen, was ihnen denn so gefallen könnte als Aktivität. Laura hat schon vieles genannt.
ich selbst mochte noch: Impro- Theater

liebe Grüße Remedias

Lisa M
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Re: Pädagogische Aktivitäten für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Beitragvon Lisa M » Sa 23. Jul 2016, 17:29

Hallo Marion
Ich bin selber Betroffene gleichzeitig auch in meinem letzten Semester zum Bachelor Soziale Arbeit. Es sind schon mehrere Vorschläge gefallen. Es ist jedoch so, dass die Teilnahme an jedem Angebot von der Tagesform der Angesprochenen abhängt. Es gibt Tage an denen ich einfach nicht kann. Da nützt das beste Angebot nichts. Damit musst du Leben. Standart Angebote sind gut als Auswahlmöglichkeiten. Ansonsten die Menschen fragen, die direkt damit zu tun haben. Es gibt da ja noch so etwas wie Selbstbestimmung und Aushandeln.
Lg


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