akutKlinik Aufenthalt --> Arbeitgeber

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Maus12377
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akutKlinik Aufenthalt --> Arbeitgeber

Beitragvon Maus12377 » Do 11. Jun 2015, 13:33

Hallo,
ich plane einen akutAufenthalt in einer Klinik. Mein Hausarzt schreibt die Einweisung und der Psychologe einen Bericht. Nun wollte ich mal Fragen:
- wie läuft das in Bezug auf den Arbeitgeber ab? Nachdem ich ja hoffentlich relativ kurzfristig in die Klinik komme,muss ich dem Chef diese geplante "Kur" ankündigen? Den Grund will ich nämlich auf gar keinen Fall nennen!!! Aber irgendwas muss ich ihm ja spätestens am AnreiseTag in die Klinik sagen (bin krank für ... Wochen???)
- schreibt dann der Hausarzt krank sobald ich den AnreiseTermin der Klinik habe? Oder wie läuft das ab?
- schreibt die Klinik für den Zeitraum krank?

Vielen Dank für eure Infos und evtl auch Erfahrungen

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Laura
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Re: akutKlinik Aufenthalt --> Arbeitgeber

Beitragvon Laura » Fr 12. Jun 2015, 11:01

Hallo Maus!

So ganz genau kann ich Dir das leider auch nicht beantworten. Am besten, Du rufst bei Deiner Krankenkasse an und fragst nach, für wie lange im Voraus ein Arzt eine Krankschreibung ausstellen kann. Es wäre tatsächlich am besten, einfach nur eine Krankschreibung von Deinem Hausarzt vorzulegen, damit nichts Psychiatrisches oder Psychomäßiges auf der Krankmeldung erkennbar ist. Manche Ärzte sagen, eine Krankmeldung sei immer nur für drei Tage im Voraus zulässig, aber ob das stimmt, weiß ich nicht und ich habe mich deswegen auch noch nie bei meiner eigenen Krankenkasse erkundigt.

LG

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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fluuu
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Re: akutKlinik Aufenthalt --> Arbeitgeber

Beitragvon fluuu » Fr 12. Jun 2015, 12:18

Hallo,
bei Deiner Frage stimmen einige Punkte nicht.
Den Aufenthalt auf einer Akutstation kann man nicht langfristig planen, er dient wie der Name sagt zur Behandlung einer akuten Störung.
Sobald man versucht diese Störung öffentlich zu verheimlichen unterwandert man jede Therapie siehe Torwart Robert Enke.
Die Akutpsychiatrie ist also keine Kur sondern eine Einrichtung der Psychiatrie für oft Leben rettende Maßnahmen.
Bei solchen Maßnahmen spielen so formelle Dinge wie Krankschreibung nur eine untergeordnete Rolle und lassen sich meist immer
im Nachhinein klären, natürlich nicht ohne mit offenen Karten zu spielen gegenüber Krankenkasse und Arbeitgeber.
Welche schrecklichen Folgen es haben kann wenn der Arbeitgeber nicht richtig informiert ist zeigt das Beispiel Co-Pilot Andreas Lubitz.
Also, wenn die Einweisung auf eine Akutstation erforderlich ist sollte der Umgang mit der Krankheit im Vordergrund stehen und
das bedeutet schonungsloser und grundehrlicher Umgang mit sich selbst ohne auf eventuelle materielle Vorteile zu schielen.
gruß fluuu

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Maus12377
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Re: akutKlinik Aufenthalt --> Arbeitgeber

Beitragvon Maus12377 » So 14. Jun 2015, 14:49

Hallo fluuu,
der Grund und Zweck eines Aufenthaltes auf einer Akutstation ist mir sehr bewusst, ich spreche nur bei meinem Arbeitgeber von einer "Kur" denn (leider) ist ein offener Umgang mit dem Thema in der Arbeitswelt nicht immer so einfach und leicht und oft auch mit schweren Folgen versehen. Leider sehen nicht alle Menschen ein psychisches Problem als normale Krankheit, sondern denken gleich an "Klapse", der "spinnt", ist nicht "belastbar", etc. und dies kann negative Folgen auf der Arbeit haben. Ist leider so. Deswegen muss der Grund des Aufenthaltes auf der Arbeit absolut geheim bleiben.

Und selbst ein AKUTaufenthalt muss geplant werden - denn auch wenn es AKUT heißt, haben die meisten Kliniken eine Wartezeit von mind. 6 Wochen!

Maus12377
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Re: akutKlinik Aufenthalt --> Arbeitgeber

Beitragvon Maus12377 » Do 18. Jun 2015, 11:36

Ich habe Bedenken wenn die Bestätigung der Klinik an die PersonalAbteilung geht,denn es steht definitiv "psychosomatische Klinik" drauf. (Hatte nochmal bei der Klinik nachgefragt). Hat da jemand Erfahrung wie man das evtl umgehen könnte oder wie man auf Fragen reagiert?

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fluuu
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Re: akutKlinik Aufenthalt --> Arbeitgeber

Beitragvon fluuu » Di 23. Jun 2015, 09:32

Wie gesagt, wer eine seelische Krise hat aber alles geheim halten will unterwandert den Heilungsprozess grundsätzlich.
Eine psychosomatische Klinik ist keine Akutpsychiatrie aber auch dort gilt schonungslose und grundehrliche Offenheit
denn jede Lüge und jede Verdrängung vor sich selbst verstärkt die Symptome im Gefühlshaushalt.
Wenn es negative Gefühle gibt gehören sie Ausgedrückt, das ist die einzige Chance um Linderung zu schaffen.
Klapse, spinnt oder schwächlich sind saloppe Begriffe für die psychische Krise aber sie sind Teil der Wahrheit.
Wer eine Krise hat ist beeinträchtigt und gesundheitlich angeschlagen, das muss deutlich werden,
wer das verleugnet hat keine Chance aus der Krise raus zu kommen, im Gegenteil, es verschlimmert sich.
Störungen im Gefühlshaushalt sind eine starke Beeinträchtigung der normalen Persönlichkeit und wer das
wegen beruflicher Karriere verleugnen will hat kaum eine Chance aus diesem Teufelskreis raus zu kommen.
gruß fluuu

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