Außenbeziehung des Mannes und die Folgen

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Flora
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Außenbeziehung des Mannes und die Folgen

Beitragvon Flora » Sa 22. Nov 2014, 22:55

Hallo Zusammen,
vor über 8 Jahren erkrankte ich psychisch (Depressionen, Psychosen) und nahm seitdem die unterschiedlichsten Neuroleptika und Antidepressiva in relativ hohen Dosierungen ein. Die Wahnvorstellungen und Verschwörungstheorien verschwanden, was blieb war eine gewisse Reizoffenheit, Wahrnehmungsstörungen und eine extreme Antriebslosigkeit. Ich vernachlässigte den Haushalt, meinen Mann und meine Kinder wurden auffällig, weil ich nicht mehr funktionierte. Wohnortwechsel waren auch nur kurzfristig belebend. Arbeitsversuche scheiterten an meiner mangelnden Konzentrationsfähigkeit, jeder Arbeitstag war ein gewaltige Hürde. Ich habe jetzt noch Bügelwäsche von vor 1 1/2 Jahren stehen. Die Kleidung passt uns zum Teil schon gar nicht mehr. Das Sexualleben war auf ein Minimum eingeschlafen. Ich lag nach dem Frühstück auf dem Sofa, nach dem Kochen und vor dem Zubettgehen. Ich hatte keine Lust auszugehen, Treffen mit Freunden wurden zwar vereinbart, aber im letzten Moment abgesagt. Mein Mann sagte zu all dem nichts. Wir lebten nebeneinander her. Seit einem Jahr arbeite ich nun auf 450 Euro-Basis im Verkauf. Das geht relativ gut, auch habe ich es im letzten halben Jahr hinbekommen, regelmäßig Essen zu kochen... Meine Mutter starb vor 7 Monaten. Ich habe den Schmerz beiseite geschoben.
Dann eröffnete mir mein Mann, die Liebe meines Lebens, dass er seit drei Monaten ein sexuelles Verhältnis mit einer gemeinsamen Bekannten hat, dass er mich schon seit Jahren nicht mehr liebe und bei dieser Frau ein Kribbeln im Bauch verspüre... Irgendwie hatte ich es ja erwartet, dass es irgendwann so kommen musste. Ich fühlte mich zwar unglaublich sicher (ich weiß, dass das naiv ist), aber wenn ich ehrlich bin, habe ich schon gemerkt, dass er unglücklich war. Er sagte, dass es ihn mürbe machen würde, ohne Sex zu leben. Ich hatte ja auch wirklich überhaupt keine Lust, weil ich durch die Neuroleptika keine Körperwahrnehmung, keine Libido und schon gar keine Höhepunkte hatte. Wenn ich mich dazu bereit erklärte, war ich ungeduldig und unromantisch. Ich blieb also nach der Offenbarung relativ gelassen, stellte Fragen, weinte mal kurz, stellte wieder Fragen. Die folgende Nacht habe ich durchgeweint. Es war mir so unglaublich peinlich, am liebsten hätte ich mich aus diesem Leben gestohlen ... Ich beschloss, meine Medis wegzulassen. Von heute auf morgen, ohne Ausschleichen!!! Nahm dann nach drei Tagen aber doch Kontakt mit der Arztpraxis meines Psychiaters auf, um mit ihm mal zu sprechen. Aber wie immer, wenn ich ihn brauche, macht er Urlaub und so bekam ich erst nach zwei Wochen einen Termin. In der Zwischenzeit haben mein Mann und ich sehr viel geredet, da ins Detail zu gehen, würde den Rahmen hier sprengen. Wir haben festgestellt, dass auch mir vieles in unserer Ehe fehlte und wir beide an uns arbeiten müssen, wenn wir uns noch eine gemeinsame Chance geben wollen. Körperlich spürte ich einen Dauerschwindel, fühlte mich aber gleichzeitig unternehmungslustiger, die Körperwahrnehmung stellte sich auch wieder ein und ich hatte sogar das Verlangen mit meinem Mann zu schlafen. Seitdem sind wir im dauernden Auf und Ab, auch bedingt durch meine Stimmungsschwankungen. Eigentlich ist jetzt alles gut, ich habe die Außenbeziehung meines Mannes, wie auch den Tod meiner Mutter auf Eis gelegt. Ich bin ziemlich reizoffen, dauernervös, fühle mich angegafft, habe aber auch Tage, an denen ich durch die Straßen gehe und die Sonne sehe und spüre und mich sonderbar getragen fühle und gut fühle. Mein Psychiater traut dem Braten nicht. Besonders übel ist es, wenn ich mehrere Nächte nacheinander nicht schlafe, dann werde ich aggressiv und zickig. Ich weiß noch nicht wie alles ausgeht. Aber ich bin schon sehr überrascht, wie gut es mir ohne Medis geht. Aber bitte nicht nachmachen.
Danke für euer offenes Ohr.
Liebe Grüße

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Remedias
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Re: Außenbeziehung des Mannes und die Folgen

Beitragvon Remedias » Mo 24. Nov 2014, 18:51

Hi, Flora,

was du schreibst, kenne ich nur zu gut.
Viele Leute sagen ja, wenn man Psychosen hat, soll man es gut sein lassen und dankbar dafür sein, dass es solche Medikamente gibt - aber sie bringen das soziale Gefüge auch außerhalb der Erkrankung ganz schön surcheinander. Meistens sind es heikle Themen, die man sich nicht traut, beim Psychiater anzusprechen und wenn man es mal wagt, kommt oft eine herzlose Reaktion a la " Ja, wollen Sie denn lieber krank sein?"
Desweiteren habe ich den Eindruck, spezifisch weibliche Probleme sind bei Psychiatern " Frauengedöns". Als ich - noch eine junge Frau - meinem Psychiater sagte, dass es mich belastet, weil ich keine Regel mehr habe und das meine Verhütung auch unsicher macht -
bekam ich zu hören: "Vielleicht sind das die Wechseljahre!"
Ich war entgeistert, fühlte mich nicht ernst genommen - und floh wieder ins Schweigen.
Also:
-
Neuroleptika führen zu sexuellen Störungen. Sie setzen ja die Reizleitung der Nerven hinunter - und eben auch...hm... da unten.
frau fühlt nichts mehr.
( bei männern kommt es oft zu Impotenz, was natürlich leichter nachweisbar ist als Anorgasmie bei der Frau)
Neuroleptika führen öfters zu großen Gewichtszunahmen. Frau ist frustriert, schämt sich und möchte sich nicht mehr nackt zeigen -
nicht einmal dem Liebsten gegenüber
- Neuroleptika machen tierisch müde. Frau sitzt am liebsten auf dem Sofa und möchte in Ruhe gelassen werden, wenn sie nicht gerade ohnehin pennt.
- Neuroleptika machen zumindest in hohen Dosierungen ausdruckslos. Auch wenn man das innerlich nicht so wahrnimmt, verliert man Äußerlich an Lebendigkeit. Man wirkt phlegmatisch. ( Das wurde mir ärztlicherseits auch bestätigt, dass es so ist)

Das heißt, der Ehemann sieht sich - obwohl die Psychose eigentlich überstanden ist - einer trägen, lustlosen,gehemmten, müden und frigiden Zombie- Ehefrau gegenüber. ( die vor der Medikamenteneinnahme NICHT so war!)
Das DAS nicht gerade super für die Partnerschaft....äh, ich untertreibe, also
dass DAS EINE RIESENBELASTUNG FÜR EINE BEZIEHUNG ist ,
ist doch klar
( ich finde es Hammer, dass keiner drauf eingeht und frau damit völlig allein gelassen wird!)

Auch ich kenne drei Partnerschaften, die zerbrochen sind, und zwar nicht WÄHREND der Psychose, wie man annehmen könnte,
sondern DANACH. ( aus den genannten Gründen)
Eine Sache ist es für den Mann, eine längere Krankheitszeit mit seiner Frau durchzustehen,
eine andere Sache ist es, jahrelang ohne Liebe zu leben!

Flora, ich nehme seit März keine Medikamente mehr und ich würde mich auch nie wieder auf eine neuroleptische Prophylaxe einlassen. Ich finde sie als Akutmedizin gut, aber die jahrelange Einnahme als Vorbeugung hat viel mehr zerstört als wieder gut gemacht.

Aber: Ich bin wesentlich langsamer raus als du. Ich habe 9 Monate gebraucht, um auf 0 zu kommen, UND ich habe jetzt endlich einen neuen Psychiater und eine neue Psychotherapeutin gefunden, die diesen Weg mit mir gehen.
ich denke, der Weg ist gangbar,
allerdings gibt es einiges zu beachten......

Entschuldige, dass ich relativ offen über Sex geschrieben habe, aber wir sind hier keine kleinen Kinder mehr und gewisse Dinge müssen gesagt werden.

Ich wünsche deinem Mann und dir viel Glück. Ihr kämpft umeinander, das ist super. Ich wünsche euch, dass ihr es schafft.

liebe Grüße Remedias

Flora
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Re: Außenbeziehung des Mannes und die Folgen

Beitragvon Flora » Di 25. Nov 2014, 20:23

Hallo Remedias,

vielen Dank für deine Bestätigung. Du hast es mit deinen Ausführungen wirklich auf den Punkt gebracht. Irgendwie dachte ich schon, es würde nur mir so gehen.
Nun bin ich ja schon seit einigen Wochen ohne NL und ich wage es zu sagen, dass es mir besser geht. Ich bin wacher und unternehmungslustiger, obwohl sich so langsam aber sicher ein kleines Morgentief einschleicht. Aber vielleicht ist das auch noch die Erschöpfung meiner frisch überstandenen Erkältung.
Neulich beim Gynäkologen, dort hatte ich mir einen Termin geholt, um zu fragen, wann sich der Zyklus wieder normalisiert, wurde ich doch noch mal ziemlich überrascht. Der behauptete nämlich, dass Frauen, die mit 38/39 Jahren plötzlich Depressionen bekommen, schon in den Wechseljahren wären. Durch die hormonelle Dysbalance käme es auch zu einer gewissen Dünnhäutigkeit, die von Psychiatern häufig als präpsychotisch eingestuft werden würden. Die würden sowieso alle nicht über ihren Tellerrand hinaussehen und so käme es häufig zu jahrelangen falschen Diagnosen und Medikationen. Ein erstellter Hormonspiegel im Blutbild ergab aber keine Ergebnisse. Jetzt haben mir mehrere Bekannte gesagt, dass ein Hormonspiegel im Blut überhaupt nicht aussagekräftig ist. Da müssten Speichelproben zu unterschiedlichen Tages- und Zykluszeiten genommen werden. Weißt du da auch was drüber?
Das habe ich auf jeden Fall auch meinem Psychiater erzählt. Er will davon nichts hören, hat mir erzählt, wie es mir in den Jahren gegangen ist und ob ich das vergessen hätte.
Daraufhin habe ich ihm alle restlichen Medis auf den Tisch gelegt, ihm gesagt, dass ich das alles nicht mehr einnehmen will, dass ein großer Teil meiner Missempfindungen, vor allen Dingen die Antriebslosigkeit, die 30 kg mehr ein Ergebnis der NL waren. Von der psychischen Abhängigkeit: "Sie wollen doch nicht wieder krank werden!" mal abgesehen. Natürlich wollte ich das alles nicht noch mal erleben und hatte auch eine gewisse Angst davor, Dosierungen zu reduzieren. Jetzt beim Absetzen habe ich auch ein starke innere Unruhe verspürt, ein Kribbeln hinter dem Brustbein, das bis in die Arminnenseiten zog. Aber das kann doch auch von dem enormen Streß, in dem ich mich auch weiterhin befinde, kommen. Überhaupt finde ich meine Empfindungen normal, nachdem was passiert ist. Da würde doch jeder Gesunde was spüren. Hast du vielleicht noch ein paar Tipps für mich oder worauf muss ich aufpassen?
Danke dir auf jeden Fall für deine Wortmeldung.

Flora
Liebe Grüße

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Re: Außenbeziehung des Mannes und die Folgen

Beitragvon Remedias » Mi 26. Nov 2014, 16:07

Liebe Flora,

was deine Frauenärztin erzählt hat, ist hochinteressant, das wußte ich auch noch nicht. Ich frage das nächste Mal meinen Psychiater, ob er da was weiß. Frauen haben ja zwei statistische Gefahrenzeit für Psychosen - das sind die frühen Zwanziger und die frühen Wechseljahre, bestimmt hängt das damit zusammen.
Daraufhin habe ich ihm alle restlichen Medis auf den Tisch gelegt, ihm gesagt, dass ich das alles nicht mehr einnehmen will, dass ein großer Teil meiner Missempfindungen, vor allen Dingen die Antriebslosigkeit, die 30 kg mehr ein Ergebnis der NL waren. Von der psychischen Abhängigkeit: "Sie wollen doch nicht wieder krank werden!" mal abgesehe
mutig, dass du das so durchgezogen hast :)
Natürlich wollte ich das alles nicht noch mal erleben und hatte auch eine gewisse Angst davor, Dosierungen zu reduzieren. Jetzt beim Absetzen habe ich auch ein starke innere Unruhe verspürt, ein Kribbeln hinter dem Brustbein, das bis in die Arminnenseiten zog. Aber das kann doch auch von dem enormen Streß, in dem ich mich auch weiterhin befinde, kommen. Überhaupt finde ich meine Empfindungen normal, nachdem was passiert ist. Da würde doch jeder Gesunde was spüren. Hast du vielleicht noch ein paar Tipps für mich oder worauf muss ich aufpassen?
Wenn wir mit Psychose oder starker Depression reagieren, zeigt das, dass wir sehr sensible, empfindsame, vielleicht auch hochsensitive Personen sind. Wir nehmen mehr wahr als andere Menschen; im besten Fall sind wir kreativ .
Im schlechtesten Fall ist es so, dass wir unser Nervenkostüm gnadenlos überlasten - mit Stress etc, und wir werden krank.
Die Idee der Neuroleptika ist eigentlich, die Nervensensibilität zu reduzieren - dieser Ansatz ist nicht falsch. Nur leider klappt die Feinabstimmung nicht - woher soll ein Medikament auch wissen, welche Sensibilität erwünscht ist und welche nicht? So kommt es zu diesen hammermäßigen Nebenwirkungen: Apathie, Gewichtszunahme, Asexualität etc.
Eine Foristin hat mal ein passendes Bild gebracht:
"Psychose ist wie Unkraut, das auf einer Wiese wächst - und Neuroleptika sind, als würde man die Wiese zubetonieren."
Das Unkraut wächst nicht mehr - aber auch nichts anderes mehr.
Auch wenn man sich gegen Medikamente entscheidet, bleibt ja noch das Problem der erhöhten Empfindlichkeit.
Da hat mir meine Therapeutin geholfen. Wir haben ganz genau auseinanderdividiert, in welchen Situationen ich zur Flucht in psychotische Zustände neige, warum ich so bin und was mich belastet. Es kam auch viel über Elternhaus, Kindheit und Jugend bei mir vor. Ich bin außerdem durch Schmerzen belastet, in meinem speziellen Fall hat mir auch die richtige Schmerzmedikation und Therapeuten, die mich ernst genommen haben, geholfen , Stress zu verringern.
ich mußte mir darüber klar sein: Ich bin nicht so stabil wie vielleicht andere Leute.
meine Therapeutin sagte, wenn ich eine erneute Krise habe, soll ich mich an sie und den Psychiater ( beide arbeiten zusammen)
wenden. Sie würden auf keinen Fall versuchen, mich zu zwingen, wieder Neuroleptika zu nehmen. Sie würden schauen, was sie tun können, den Stress aus der Situation zu nehmen - im schlimmsten Fall Reizabschirmung in einer Klinik, aber auch da gilt: Keine Medikamente gegen meinen Willen!
Für mich, die ich schon siebenmal zwangsweise in der Psychiatrie war, ein großer Fortschritt. Der erfordert auch von meiner Seite her viel Vertrauen.

Zu Neuroleptika: Neuroleptika können heimtückisch sein, und zwar in dem Moment, in dem man versucht, sie loszuwerden.
leider wird das von Psychiatern oft runtergeredet oder gar verschwiegen.
Während man beim Heroinentzug in 3 Wochen durch ist, kann der Entzug hier monatelang dauern.
Was auftreten KANN ( nicht MUSS, aber ich schreibe es hin, damit du gewarnt bist und weißt, dass das Absetzsymptome sind!):
- Angst, Panik
- Derealisation
- Depersonalisierung
- schwere Depression
- Suizidalität (!)
- Übelkeit, Erbrechen
- Schwitzen
- Zittern, Kopfschmerzen
- Muskelschmerzen
- Missempfindungen
- bei mir: eine so schnelle Gewichtsabnahme, dass ich davon Gallensteine bekommen habe :(
Lass dir nicht einreden, dass ist Präpsychose und du musst umbedingt was nehmen, es sind Absetzerscheinungen. Das einzige, wo ich was nehmen würde, ist Panik - da am besten kurzzeitig Tavor oder sonst ein Benzo. Der Grund ist, dass man Panik nicht zu lange aushalten sollte ( und das kann stundenlang gehen, so war es bei mir), sonst werden Wege im Hirn gebahnt.
Jetzt beim Absetzen habe ich auch ein starke innere Unruhe verspürt, ein Kribbeln hinter dem Brustbein, das bis in die Arminnenseiten zog.
Nimmst du außer Neuroleptika auch Antidepressiva?
Kribbeln, Missempfindungen und auch das Gefühl von Stromschlägen sind typische Absetzsymptome von Antidepressiva.

wenn du zu deinem Psychiater noch Vertrauen hast, versuch nochmals mit ihm zu verhandeln. Vielleicht einigt ihr euch auf ein vernünftiges Absetzkonzept. Viele Patienten setzen zu schnell ab, haben dann Absetzsymptome und lassen sich überzeugen, sie sind wieder krank. Außerdem sind einige Absetzsymptome nicht so ohne wie beispielsweise Selbstmordgedanken - da wäre es gut, du hast einen ärztlichen Ansprechpartner.
( ich hatte das bei meinen anderen absetzversuchen zweimal so stark, dass ich wieder NL genommen habe - da war das gleich wieder weg, und ich habe begriffen, dass das wirklich von den Medikamenten kam und nix mit meiner Psyche zu tun hatte!)
Ich will dir auch nicht vorenthalten, dass ich 5 abgebrochene/ gescheiterte Absetzversuche hinter mir habe.
Ich weiß nicht, wie oft du es schon versucht hast,
typische meiner Fehler waren:
- zu schnell (von heute auf morgen)
- ich hatte keine Strategie und keinen Ersatz für die Medikamente ( damit meine ich nicht: andere Medikamente, sondern ich kannte meine Krankheit zu wenig)
- Psychiater war dagegen ( hat mich dann auch voll in den Entzug reinlaufen lassen )
- mir fehlte das Fachwissen über Neuroleptika
ich wage es zu sagen, dass es mir besser geht. Ich bin wacher und unternehmungslustiger
wünsche dir, dass es so bleibt ,
dir und deinem Mann gute Wünsche!

liebe grüße Remi

Flora
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Re: Außenbeziehung des Mannes und die Folgen

Beitragvon Flora » Do 27. Nov 2014, 08:06

Hallo Remedias,
vielen Dank für deine Tipps.
Einige der Absetzsymptome konnte ich bei mir bereits feststellen. Gut, dass du sie mir noch mal aufgeführt hast. Hatte tatsächlich schon die Befürchtung, ich würde wieder psychotisch werden. Aber wenn das nur Absetzsymptome sind, bin ich beruhigt und ich weiß, ich muss da durch.
Eigentlich wollte ich ja den Kontakt zu meinem Psychiater beenden, aber er bestand darauf, dass ich seine Handynummer bei mir trage und ihn in schwierigen Situationen kontaktiere, außerdem habe ich im Januar spätestens wieder einen Termin.
Ich habe bereits drei Absetzversuche hinter mir und habe mich jedesmal wieder davon überzeugen lassen, dass ich wieder krank werde. Also nahm ich wieder NL ein. Ich war auch einfach zu ängstlich. Jetzt überwiegt bei mir die Angst, meinen Partner zu verlieren, deshalb kann ich das besser ertragen.
Ich habe auch ein Antidepressivum eingenommen, daher wahrscheinlich dann die Stromschläge in den ersten Wochen.
Zur Suizidalität kann ich nur sagen, dass die bei mir immer gegenwärtig ist. So lange ich denken kann. Nur wenn der Druck zu groß wird, bin ich wirklich in Gefahr. So bin ich mir sicher, dass ich irgendwann ein Zeichen bekomme. Wie das aussehen wird, wann das sein wird, kann ich nicht sagen ...
So, nun jammert mein Hund rum und ich werde mal mit ihr vor die Tür gehen.
Bis dahin.

Liebe Grüße
von Flora
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Re: Außenbeziehung des Mannes und die Folgen

Beitragvon fluuu » Do 27. Nov 2014, 10:13

Hallo Flora,

mir ist ist in Deiner Geschichte aufgefallen, dann Du mit keinem Wort erwähnst wie es zur Psychose kommen konnte.
Dein Leben hat doch eine Geschichte die lange vor der Psychose beginnt und dieser Prozess wäre interessant.
Dann kommst Du darauf warum die Psychose als Fluchtmöglichkeit aus Deinem Leben notwendig war und warum
die Medikamente zunächst das Einzige sind diese lebensunfähig machenden Symptome zu verhindern.
Wenn dann eine Aufarbeitung der Lebensumstände passiert werden diese Symptome auch bei weniger Medikamenten
nicht mehr auftauchen, der Grund für die Flucht aus der Realität ist nicht mehr gegeben.
So ist es möglich auch schwere psychische Störungen zu heilen, die beeinträchtigenden Neuroleptika zu reduzieren
und trotzdem ein Symptom freies Leben zu führen mit allen Gefühlen die dazu gehören und Freude bereiten.
Das Problem liegt weniger in der Krankheitsphase, das Problem liegt in der Zeit davor, das anzuschauen wäre
ein therapeutischer Ansatz der zu Lösungen führt.
gruß fluuu

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Re: Außenbeziehung des Mannes und die Folgen

Beitragvon Flora » Fr 5. Dez 2014, 08:44

Hallo Fluu,
vielen Dank für deine Wortmeldung.
Du hast sicher recht, dass einiges in meinem Leben nicht so gelaufen ist, wie ich es mir gewünscht habe.
Es sah zwar nach außen hin immer so aus, aber in meinem Innern gab es ein ganz anderes Bild.
Auch bin ich sehr perfektionistisch und wenn es dann nicht so klappt, wie ich glaube, dass es sein müsste,
gerate ich schon in Konflikte. Aber ich weiß wirklich nicht, ob ich es schaffe, mich dahingehend jemandem
zu öffnen. Ich wirke auf andere immer sehr offen, aber nur in Dingen, die ich glaube, gewältigen zu können.
Auf der einen Schulter sitzt das Engelchen, auf der anderen das Teufelchen.
Auch bin ich über die Maßen monogam veranlagt. Ich habe meinen Mann schon in der Grundschule kennen-
gelernt und mir war klar, den Mann will ich mal heiraten. Alle haben das immer für eine Spinnerei gehalten.
Tatsächlich war ich dann aber im Jugendalter an anderen Jungs nicht interessiert, es sei denn Jens ist mir
über den Weg gelaufen. Als wir dann endlich zusammenkamen, war ich so glücklich, musste aber feststellen,
dass er viele meiner Vorstellungen einer Partnerschaft nicht erfüllen konnte, trotzdem kam es für mich nicht
in Frage, diese Beziehung zu beenden. Ich wollte und will diesen Mann ...
Auch wenn viele meiner Freundinnen jetzt sagen, nach dem was er getan hat, würden sie ihn in den Hintern
treten. Für mich steht nur fest, ich werde alles dafür tun, seine Liebe zurückzugewinnen. Bevor ich ohne
ihn leben muss, sterbe ich lieber.
Jetzt denkst du sicher, die ist ja total durchgeknallt, aber mir ist das Extrem erst in den letzten Wochen
aufgefallen und wird mir jetzt beim Niederschreiben noch bewusster. Ich denke, ich suche mir mal einen
Therapeuten.
Bis dahin

Flora
Liebe Grüße

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Re: Außenbeziehung des Mannes und die Folgen

Beitragvon fluuu » Fr 5. Dez 2014, 11:12

Hallo,
die Chance bei einem Gespräch mit einem Therapeuten Klärung zu finden ist immer gegeben
denn es ist durchaus möglich, dass schon in den eigenen Wünschen ein Fehler steckt und
sie nur aufkommen um die Lebensaufgaben bequem umschiffen zu können, dann ist die
Erfüllung dieser Wünsche für die Lebensbewältigung nicht hilfreich, im Gegenteil, es lenkt ab.
Ein Partner im Gefühl von der Grundschule bis ins Rentenalter klingt nicht nach Erfahrungen,
es klingt danach das zwischenmenschliche Beziehungsthema in seiner ganzen Flexibilität
mit der Methode ein für allemal vom Tisch zu bekommen, das hat vor 100 Jahren eher noch
funktioniert, heute in einer multikulturellen Zeit klappt das kaum.
Verschiedene Erfahrungen machen, gewinnen und verlieren, führt letztlich zu mehr Stabilität
und Flexibilität im zwischenmenschlichen Umgang und das ist in der globalen Zeit notwendig.
gruß fluuu

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Re: Außenbeziehung des Mannes und die Folgen

Beitragvon Awinah » Fr 5. Dez 2014, 12:49

:-$ .

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Re: Außenbeziehung des Mannes und die Folgen

Beitragvon kuchnaii » Mo 2. Mär 2015, 07:14

Einige der Absetzsymptome konnte ich bei mir bereits feststellen. Gut, dass du sie mir noch mal aufgeführt hast. Hatte tatsächlich schon die Befürchtung, ich würde wieder psychotisch werden. Aber wenn das nur Absetzsymptome sind, bin ich beruhigt und ich weiß, ich muss da durch.
Eigentlich wollte ich ja den Kontakt zu meinem Psychiater beenden, aber er bestand darauf, dass ich seine Handynummer bei mir trage und ihn in schwierigen Situationen kontaktiere, außerdem habe ich im Januar spätestens wieder einen Termin.???
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Re: Außenbeziehung des Mannes und die Folgen

Beitragvon Flora » Sa 14. Mär 2015, 20:05

Kann euch nicht ganz folgen.
Entschuldigung, dass ich geschrieben habe.
Kann man das hier irgendwie löschen?
Habe das Gefühl, es wird hier über mich gelacht.
Wer kann mir helfen, will diesen Thread löschen.

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Re: Außenbeziehung des Mannes und die Folgen

Beitragvon Remedias » So 15. Mär 2015, 14:25

Hi, Flora,

ist alles in Ordnung. Keiner lacht dich aus.
Im Gegenteil, ich habe mich gefreut, wieder von dir zu hören.
Dein posting hört sich so an für mich, als würde es dir gerade nicht gut gehen.
wenn du schreiben willst, gerne auch per PN.

Du kannst versuchen, Herrn Engels zu schreiben, um dich löschen zu lassen, wenn du das möchtest.
http://psychiatriegespraech.de/forum/me ... rofile&u=2


liebe grüße Remedias
Zuletzt geändert von Remedias am Mo 16. Mär 2015, 17:41, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Außenbeziehung des Mannes und die Folgen

Beitragvon Laura » Mo 16. Mär 2015, 10:20

Hallo Flora!

Du kannst einzelne Beiträge von Dir manuell löschen oder auch ändern, indem Du - wenn Du eingeloggt bist - im Beitrag auf "ändern" klickst, im Textfeld löschst oder änderst und dann auf "Absenden" klickst.

Ganze threads werden hier normalerweise nicht gelöscht, auch nicht bei thread-Erstellern, die sich abgemeldet haben.

Viele Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Re: Außenbeziehung des Mannes und die Folgen

Beitragvon fluuu » Do 19. Mär 2015, 21:29

Wir sind hier in einem öffentlichen Forum, da kann jeder der angemeldet ist einen Kommentar schreiben
und da es ein Psychiatrie-Forum ist gibt es auch immer durchgeknallte die was von sich geben.
So ein Thread ist kein geschlossener Raum wie ein Therapiezimmer und auch da könnte es Störungen
geben mit Klopfen an der Tür oder Klingeln des Telefons. Würde das nicht persönlich nehmen.
gruß fluuu

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