Ich habe Todesangst um meinen kranken Sohn

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petrab38
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Ich habe Todesangst um meinen kranken Sohn

Beitragvon petrab38 » Do 3. Jan 2013, 18:52

Guten Abend Ihr Lieben!

Ich habe mich soeben auf dieser Seite angemeldet, weil ich unbedingt Jemanden zum "Reden" brauche. Mir geht es seit einigen Tagen psychisch nicht gut und besonders seit gestern eigentlich schlecht: Gestern Abend brachten wir unseren Sohn schweren Herzens wieder zurück in seine Wohnung, nachdem wir gemeinsam 5 Wochen unter einem Dach gewohnt hatten.

Mein Sohn rutschte Ende 11/12 in eine Psychose, die er gegen die Entscheidung der Ärzte und Betreuer allein ohne Medikamente austragen wollte.

Ich glaube, ich muss der Reihenfolge nach alles aufschreiben. Ihr müßt entschuldigen, wenn ich vielleicht nicht alles in der richtigen Reihenfolge schreiben sollte, ich bin ziemlich aufgewühlt.

Mein Sohn ist 07/12 erstmals in eine eigene Wohnung gezogen, nachdem er viele Jahre auf Therapien verbracht hatte. Der Weg war für alle Beteiligten sehr lang, zumal sich alle Beteiligten mit der Erkrankung auseinandersetzen mußten, angefangen von meinem Sohn, der mit 16 Jahren diese Diagnose hörte und sie auch erst annehmen lernen mußte. Unter Drogen war eine starke Psychose ausgebrochen, die mit einem Suizidversuch endete. Wir waren dankbar im Nachhinein, daß er diesen vor unseren Augen begang, denn dadurch konnten wir ihm das Leben retten.
Im Nachhinein frage ich mich, ob er wirklich noch leben will?
Seit 2 Monaten hat er Risperdal, Citalopram und Zypralex eigenständig abgesetzt, weil er der Meinung ist, daß er diese Medikamente nicht mehr braucht. Seitdem ist nichts mehr wie es war. Seine Lebenslust und Selbstzweifel sind stärker als denn je zurückgekehrt und er nimmt wieder Drogen.

Ich mache mir Vorwürfe ohne Ende, daß ich als Mutter 1000%-ig versagt habe. Seine psychische Situation läßt im Moment keine Zwangseinweisung zu, ich bin hilflos und fühle mich alleingelassen. Der Abschied gestern kam mir wie ein Abschied für immer vor. Seinen gerichtlichen Betreuer und seine ambulante Betreuerin habe ich verständigt für den E- Fall und mein Mann ist gerade auf dem Weg zu ihm, um nach dem "Rechten" zu schauen. Ich hoffe, daß er lebt.....

Ich fühle mich in diesem Staate völlig alleingelassen: Meinen Sohn ist anzusehen und anzumerken, daß es ihm nicht gut geht, aber solange er nicht freiwillig in die Klinik geht, besteht kein Handlungsbedarf.

Bin ich denn so egoistisch,wenn ich meinem Sohn wieder zurück ins Leben begleiten möchte? Oder hat er trotz allem ein Recht zu verwahrlosen mit dem Hintergrund, daß er im Moment das Leben garnicht steuern kann?
Es muß erst was passieren, daß Vater Staat eingreift und meint, dem Menschen müßte geholfen werden.
Ist es egoistisch von mir zu denken, daß ich auch eine Pflicht bis in das Erwachsenenalter meines Sohnes zu verfolgen habe?
Mein Mann hat mich gefragt,ob ich mitkommen möchte. Ich habe erstmal verneint, weil ich Angst vor der Begegnung habe... Angst davor, was mich erwarten könnte...
Wenn er sich für den Tod entscheiden sollte, dann möchte ich ihn von den letzten Tagen in Erinnerung behalten... Bin ich egoistisch???

Ich liebe meinen Sohn über alles und seine Schwester meint schon,daß sie zu kurz kommt... Und da muß ich ihr Recht geben... Sie versteht zum größten Teil die Situation,obwohl ich oftmals ein schlechtes Gewissen habe ihr gegenüber.

Ich bin froh,daß ich diese Woche nicht mehr arbeiten muß. Die letzten 5 Wochen haben Spuren hinterlassen bei mir und meinem Mann. Die Beziehung leidet darunter und ich weiß nicht, ob ich stark genug bin für alle Familienmitglieder gleichermaßen dazusein.

Mein Mann hat mich gerade angerufen und gesagt, daß er nicht ans Haustelefon geht. Das Zimmer ist abgedunkelt und der Monitor müßte laufen...Er wird versuchen über einen Nachbar in die Wohnung zu gelangen. Ich hoffe,daß alles gut wird.. Im Moment glaube ich nicht daran. Er hat sich von allen Außenstehenden zurückgezogen und möchte sein eigenes "Ding" machen.

Ist egoistisch, daß wir ihn gestern nach 5 gemeinsamen Wochen wieder zurückgebracht haben? Suizidale oder externe aggressive Gedanken hatte er nicht geäußert, aber in die versteckte Seele kann Keiner schauen. Wir waren am Ende unserer Kräfte und hatten den gemeinsam mit unserem Sohn festgelegten 03.01.13 als Wiederrückzug in seine Wohnung wahrgenommen, allerdings schweren Herzens.

Ich mache mir unendliche Vorwürfe, daß ich ihn zu diesem Menschen gemacht habe, der er jetzt ist. Jede Mutter möchte doch, daß sein Sohn ein erfülltes und glückliches Leben hat. Dann denke ich wieder, daß er gar keine Absichten hat in diese Richtung zu denken.
Unsere Familie nimmt sehr viel Rücksicht auf ihn, wenn er bei uns ist und wir richten uneser gesamtes Leben nach Seinem und geben dadurch unseres auf, nur daß es ihm gut geht. Jeder, der einen kranken Angehörigen hat, weiß um diese Situation und kann mich hoffentlich verstehen.

Ich möchte meinen Sohn nicht verlieren

petrab38
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Re: Ich habe Todesangst um meinen kranken Sohn

Beitragvon petrab38 » Do 3. Jan 2013, 19:53

Mein Mann ist jetzt auf dem Nachhauseweg und ist in 1 Stunde wieder da.

Mein Sohn hat irgendwann die Wohnungstür aufgemacht, nachdem mein Mann mehrere Male an die Tür gehämmert hatte. In der Zwischenzeit hat er die Polizei kontaktiert und um evtl.anstehende Vorgehensweisen zu besprechen. Ich hatte mich schon auf dem Weg zu meinem Sohn gemacht, bin aber wieder zurückgekehrt.
Es war besser, daß mein Mann allein da war, sonst wird das Mißtrauen uns gegenüber noch größer. Im Moment müssen wir die Worte vorsichtig planen, um sein Vertrauen nicht zu verlieren..

Ich bin erst mal froh, daß er die Tür geöffnet hat und ihn nicht mit anderen Maßnahmen konfrontieren mußten. Morgen werde ich die ABW noch mal anrufen und ihr den heutigen Abend schildern und vor allem wie mein Mann unseren Sohn vorgefunden hat....

Jetzt, da ich weiß, daß mein Sohn die Tür geöffnet hat, kann ich wieder etwas klarer denken. Für eine Mutter ist es das Schlimmste was ihr passieren kann, wenn dem Kind etwas passiert. Früher konnte ich mit den Worten nichts anfangen, als ich noch jung und partylustig war. Erst als mein Sohn als erstes Kind geboren wurde, wußte ich was im Leben wichtiger war: die Kinder...

petrab38
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Re: Ich habe Todesangst um meinen kranken Sohn

Beitragvon petrab38 » Fr 4. Jan 2013, 13:12

Gestern Nacht hatte unser Sohn 2 Nachrichten an uns jeweils geschrieben, daß wir ihn in Ruhe lassen sollen und für den Fall,daß wir aufkreuzen sollten, würde er handgreiflich werden(die Worte waren anders ausgedrückt).

Wir müssen uns zurückziehen und können nur abwarten. Der gerichtliche und die ambulante Betreuerin meinen, daß ihnen die Hände gebunden sind und nichts unternommen werden kann. Wenn mein Sohn in 2 Tagen die Tür nicht öffnen sollte, sollen wir zur Polizei und uns dort Hilfe holen. Es wäre sein gutes Recht sich in der Wohnung zu verbarrikadieren.
Nur durch Freiwilligkeit könnten die Betreuer angeblich handeln.
Ich habe dann nochmal nachgehakt: Letztendlich ist es so,daß wir zusehen müssen, ob er sich das Leben nimmt und sich für seinen inneren Frieden entschieden hat.

Manchmal hasse ich die deutschen Gesetze. Auf der einen Seite kommt man in Haft, wenn Jemand nicht die Steuern bezahlt und auf der anderen Seite kann kein Mensch objektiv entscheiden,ob ein kranker Mensch gegen seinen Willen ärztliche Behandlung benötigt. Jeder sagt: Das darf ich nicht...Und wenn zu spät ist, dann reagieren die Ämter..Es ist alles so zum Kotzen, daß ich das in die Welt hinausschreien möchte. Jeder Mörder, bei dem im Nachhinein eine psychische Erkrankung oder "traurige" Kindheit festgestellt wird, erhält mildernde Umstände, aber eben erst im Nachhinein..

cake
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Re: Ich habe Todesangst um meinen kranken Sohn

Beitragvon cake » Fr 4. Jan 2013, 14:21

oh je, das ist ja echt ne schlimme Situation .
Es tut mir ganz arg leid petrab38.

Ja da fühlt man sich ohnmächtig und alleine gelassen.

Nun Du hast schon den Betreuer angerufen, das war schon mal gut.

Leider muss man abwarten. Die Drogen sind ein Sch... Zeugs.

Hat Dein Sohn Freunde? Könntest da mal anrufen, dass jemand vorbeischaut?

Oder wie sieht es mit seiner Schwester aus?

Schick dir mal ganz viel Kraft.
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petrab38
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Re: Ich habe Todesangst um meinen kranken Sohn

Beitragvon petrab38 » Fr 4. Jan 2013, 19:36

Hallo lieber cake!


Ich habe in meinem Handy lange zurückschauen müssen, um noch ne Tel.nummer von einem Kumpel zu finden(mein Sohn hatte alle gelöscht wegen zunehmendem Mißtrauen). Ich habe dann einen guten Kumpel angerufen und ihn gebeten nach ihm zu schauen. Ab 19.30 Uhr wird er zu ihm gehen.

Mein Mann und ich waren in der Zwischenzeit bei meinem Sohn: Wir haben uns vor dem Wohnzimmerfenster gestellt und geschaut,ob irgendeine Regung zu sehen ist. Es sieht so aus, als wenn er Games spielt, zumindest regt sich im Bildschirm der Farbwechsel. Zu ihm rauf können wir leider nicht wegen der besagten Nachrichten von gestern Abend. Wir werden jeden Abend vorbeischauen und sehen was sich entwickelt. Da ist es uns auch egal wieviel Zeit und Nerven wir investieren. Er ist unser Sohn in guten und in schlechten Zeiten.

Auf alle Fälle hast Du mir ein bißchen Mut gemacht und mich dazu gebracht mit Kumpel Kontakt aufzunehmen, auch wenn ich im Moment nur 1 Nummer habe. Er hatte gleich zugesagt und auch gewußt, daß mein Sohn seit einiger Zeit nicht merh er selbst war. Er hatte sich selber schon zurückgezogen, weil an ihn kein "Rankommen" war.

Aber jetzt weiß der Kumpel,daß es Ernst wird und hat auch gleich zugesagt ohne wenn und aber. Ich denke,daß wir am WE jeden Abend zu unserem Sohn hinfahren werden. Dann wissen wir wenigstens, daß er Games spielt und am Leben ist.

Der gerichtliche Betreuer hatte heute Nachmittag noch angerufen und gesagt,daß er morgen gleich das Aufenthaltsbestimmungsrecht für unseren Sohn beantragen wird,damit diese Situation nicht noch mal passiert. Am Montagvormittag wird er mit ner Kollegin zu unserem Sohn gehen und versuchen ihn zur Aufnahme in die Klinik zu bewegen(hoffentlich kommt er rein). Bis Montag muß unser Sohn noch durchhalten und dann hoffe ich auf neue Infos.

Mit meinem Mann habe ich heute lange Gespräche geführt: Ich habe ihm klar gemacht,daß unser Sohn ein Leben lang Hilfe benötigt,mal mehr und weniger, je nachdem wie er uns braucht. Und daß auch ein Mann Gefühle zeigen muß und dadurch nicht den Mannesstatus verliert.
Ich muß dazu sagen,daß meine Kinder nicht seine leiblichen sind, er sie aber trotzdem als die gleichen ansieht und er sie seit fast 20 Jahren mit großgezogen hat.

Jetzt habe ich gerade mit meiner Tochter telefoniert und ihr die Lage geschildert. Morgen Abend kommt sie zum gemeinsamen Essen vorbei und wir reden miteinander. Schon das Telefonat hat mir extrem gut getan. Und sie hat mich sehr aufgebaut....

In der Zeit, in der ich den Text schreibe, habe ich schon 2 Schnäpse getrunken, um den inneren Druck loszuwerden.Sonst trinke ich, wenn überhaupt, 1x im Jahr. Aber heute ist so ein Tag,daß es mir egal ist, was andere von mir denken. Das Letzte Mal, als ich 5 Schnäpse am Abend getrunken hatte war vor fast genau 9 Jahren am 03.12.2003, als unser Sohn den Suizidversuch begang.. An dem Tag konnte ich aus meiner inneren Energie heraus nicht mehr alleine " runterkommen". Aber genau deshalb, weil ich so viel Ehrgeiz und Energie habe frage ich mich,ob ich unseren Sohn damit unterdrücke. Vielleicht behüte ich ihn zu sehr und kann einfach nicht loslassen.

Schon immer mußte sich mein Sohn anders durchsetzen als andere Kinder und ich als Übermutter habe seine Signale nicht wahr- und ernstgenommen. Vorwürfe ohne Ende. Und immer,wenn unser Sohn einen Schub hat, spricht er mit Vorwürfen zu mir, das macht mir zu schaffen. Denn es muß was Wahres dran sein.. Ich weiß nur nicht, wie ich mich verändern soll um ihm nahe und dennoch fern zu sein.

Vielleicht liegt es daran,daß ich viele Jahre alleinerziehend war und immer und für alle jederzeit stark sein mußte. Ich hatte Niemanden, an den ich mich ausweinen konnte.. Ich hoffe,die letzten Worte kommen nicht wie Selbstmitleid rüber. Ich versuche einfach nur das Leben von unserem Sohn zu analysieren und warum er mit 6 Jahren von meinem ehemaligen Lebensgefährten entführt und in Ungarn aufgegriffen wurde. Als Mutter hätte ich es verhindern müssen und habe die Warnsignale von dem Mann nicht ernst genommen. Ich zweifle im Moment alles an, was micht betrifft.. Und die Ärzte sagen ja auch,daß die Kindheit für das gesamte Leben prägt. Bis mein jetziger Mann in unser Leben trat, ging auch alles drunter und drüber, angefangen über Frauenhaus und endete mit der Entführung(im Neudeutsch heißt es Kindesentziehung, wenn der Entführte den Entführer kennt, welch Ironie!!!!!) Ich konnte meinem Sohn einfach nicht die Geborgenheit und Stabilität geben, die er brachte. Dann wäre bestimmt einiges anders verlaufen.

Ich möchte Euch jetzt schon um Verzeihung bitten,wenn ich Euch mit meinem Geschwafel auf die Nerven falle.. Ich merke nur einfach,daß ich das Schreiben jetzt dringender als je brauche, um meinem inneren Druck nachzugeben. Immerhin habe ich noch eine Tochter und meinen Mann,der mich auch mit den Problemen nicht im Stich gelassen hat. Und genau deshalb muß ich stark bleiben.

Und Dir, lieber cake, möchte ich danken, daß Du mich ermutigt hast, doch noch einen Kumpel zu informieren, der zum Glück nicht von meinem Sohn gelöscht wurde.

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Lilith
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Re: Ich habe Todesangst um meinen kranken Sohn

Beitragvon Lilith » So 6. Jan 2013, 15:30

Hallo Petrab38,
erst einmal möchte ich dir sagen
das du dich hier ausheulen darfst!
Du darfst in Selbstmitleid sinken,
wenn du meinst das du das tust.
Auch wenn ich nicht den Eindruck hatte.

Es ist doch natürlich das du dir Sorgen um deinen Sohn machst und
das du dir Vorwürfe machst.
Denn eine Mutter deren Kind Krank ist (physisch)
denkt denke ich immer in erster Linie das sie Fehler gemacht haben muss.
Aber das muss nicht so sein!
Sicher haben die Vergangenheit da auch einen Teil zu beigetragen
aber sicher nicht alles!
Das dein Sohn sich entwickelt hat
wie er es nun mal hat ist nicht nur deine Schuld.
Denn im Grunde geht es nicht um die Schuldfrage.
In die Entwicklung eines Menschen spielen ja auch noch andere Faktoren hinein,
wie z.B. Schule, Freunde, Umfeld, Politik etc.
Die Suche nach der Frage was du falsch gemacht haben könntest
hilft dir nicht weiter,
es reitet denke ich dich nur weiter in die negativen Gedankenspirallen und
wenn du in denen steckst kannst du niemandem helfen.

Was ich eigentlich sagen will,
es ist nicht nur deine Schuld,
es ist sicher wichtig zu erkennen was damals
in der Vergangenheit ihm im hier und heute noch
im Wege steht,
was ihn vielleicht auch unterbewusst beschäftigt-
das können auch Dinge sein wo er so gar keine Verbindungen zieht.

Das dein Sohn ein leben lang Hilfe braucht mag sein,
aber so wie ich das Gefühl habe
will er die im Moment nicht.
Das ist sicher schlimm und nicht einfach für dich.
Ich kann auch nicht beurteilen in wie weit
er es doch auch braucht zu merken
dass ihr für ihn da seit-
ich meine er kann nach außen schreien und zeigen
dass er am liebsten mit euch nichts zu tun haben will
aber vielleicht schreit in ihm drin das kleine verletzte Kind
das sich nicht traut zu sagen,
dass es Hilfe braucht.
Ich hab so das Gefühl das er sich selbst nicht versteht
dass er sich in seine Welt flüchtet.
Vielleicht ist es sogar so das er euch keinen Schmerz mehr bereiten will
und deswegen denkt das es besser wäre
wenn er keinen Kontakt zu euch hätte und
euch von ihm stößt-
das kann alles so viele Ursachen haben.

Habt ihr eine Ahnung warum er euch gegenüber so aggressiv ist?

Wie war es denn in der Zeit als er bei euch war?
Ich kann mir das irgendwie gerade gar nicht vorstellen,
da ist er fünf Wochen bei euch,
und dann will er nichts mehr mit euch zu tun haben
und droht euch gar?
Wieso?

Wie äußern sich denn die Psychosen bei ihm?
Mein Gedanke dazu war eigentlich
dass er gar nicht realisieren kann,
was real ist,
vielleicht hört er Stimmen die ihm negative Sachen zureden?
vielleicht fehlt ihm die Möglichkeit bzw. Fähigkeit
zu erkennen was real ist und was nicht.

Darf ich fragen warum er sich damals umbringen wollte?
Wisst ihr das?

wenn die Fragen zu persönlich sind
musst du nicht drauf eingehen.
Denn nicht vergessen das Forum ist Öffentlich!

Ich hoffe dein Sohn bekommt die Hilfe die er braucht.

Was das Gesetzt angeht
ja da kann ich auch nur mit dem Kopf schütteln
denn es ist leider immer noch so
das erst was passieren muss
und dann kann man erst reagieren.
Ob sich das jemals ändert?

Jedenfalls mach dich nicht fertig für Dinge die du nicht ändern kannst
die Vergangen sind,
wichtig ist damit zurecht zukommen
mit den Steinen die
die Vergangenheit uns in die Gegenwart legt.

Hoffe dein Sohn findet Wege für sich.

Grüße
Bin nur sporadisch hier, schau aber etwa zwei mal im Monat rein- geht aus Zeitgründen leider nicht anders.

"Coming back to where you started is not the same as never leaving."
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cake
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Re: Ich habe Todesangst um meinen kranken Sohn

Beitragvon cake » So 6. Jan 2013, 18:38

nun, Dein sohn hatte bestimmt ganz viele turbulenzen in seinem leben- aber nun sollte Er vielleicht anfangen, sich damit zu beschäftigen.
Wenn es denn irgendwie möglich ist.

Mit Sicherheit gehts nur ohne Drogen- und da sollte Er vermutlich erst nen Entzug machen, um therapie-einsichtig oder auch theraphiefähig zu sein.

Euer Leben war wohl nicht einfach, und wenn Du von Dir selbst als Übermutter sprichst, so könnte es schon sein, dass du unbewußt zuviel für Ihn gekämpft hast.
Nun hat er das kämpfen noch nicht gelernt- aber er ist erwachsen und sollte seine Perspektiven selber sehen lernen.

Wenn er nun Distanz braucht, so versuche dich mal zurückzuhalten und lass eher Menschen zu Ihm, die er gerne sehen mag.

Distanz kann Nähe schaffen. :wink: :wink:
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petrab38
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Re: Ich habe Todesangst um meinen kranken Sohn

Beitragvon petrab38 » Mi 9. Jan 2013, 17:51

Hallo und guten Abend!

Ich kann mich heute erst medlen,weil in den letzten Tagen so viel passiert ist,daß ich es kaum in Worte fassen kann.
Am 06.01.13 ist mein Schwager verstorben mit 50 Jahren und mein Sohn hat gestern Abend den Psychosedruck bei uns zuHause rausgelassen, indem er meinen Mann gewürgt,geschlagen und getreten hat. Wir sind froh,daß mein Mann am Leben ist und morgen wieder aus dem KH entlassen wird.

Im Moment kann ich die Gefühle nicht in Worte fassen,ich bin traumatisiert vondem Anblick meines Sohnes(war er das wirklich?), ich hatte den Eindruck,daß ich ein brüllendes Tier vor mir habe. Wir hatten Angst um unser Leben und die Polizei läßt sich ewig Zeit...

Wenn ich mich gefangen habe werde ich mich wieder melden, denn ich merke, daß es mir als Angehörige gut tut, wenn ich darüber schreiben kann.

Mein Sohn ist auf der geschlossenen Station untergebracht und hoffentlich ganz lange, ich werde mich in Zukunft in erster Linie um unser Leben kümmern, die letzten 10 Jahre habe ich meinem Sohn geopfert, jetzt nicht mehr.... Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr und darf jetzt nicht nur als Mutter entscheiden. Beim nächsten Schub wird es Tote geben. Die Schübe werden immer brutaler und jetzt sind Menschenleben betroffen. So geht das nicht weiter.

Ich habe nur noch Haß gegenüber den Behörden, die insgesamt 3 Mal in den letzten 3 Tagen gesagt haben,daß der Zustand meines Sohnes nicht ausreicht, um ihn in die Klinik zu bringen, mir fehlen die Worte im Moment, bin blockiert und weiß nicht wie die seelischen Wunden heilen sollen.

Ich möchte mich erst mal verabschieden für die nächsten Tage und melde mich,wenn es mir besser geht

LG

cake
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Re: Ich habe Todesangst um meinen kranken Sohn

Beitragvon cake » Mi 9. Jan 2013, 20:03

Oh je petrab38 :???:

Ich schick Euch mal ganz viel Kraft und hoffe, dass sich bald was ändert.
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Re: Ich habe Todesangst um meinen kranken Sohn

Beitragvon fluuu » Do 10. Jan 2013, 12:39

Frage mich welche traurige Familiengeschichte dahinter steckt wenn so viel reale Gewalt
zum Ausbruch kommen muss als Ventil für Druck, Wut und Zorn.
gruß fluuu

kostenlose psychosoziale Online-Beratung
www.seelegut.de

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Lilith
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Re: Ich habe Todesangst um meinen kranken Sohn

Beitragvon Lilith » So 13. Jan 2013, 12:59

Guten Tag Petrab38
Oh das ist schlimm,
bin sehr froh das es deinem Mann gut geht.
Das nicht noch schlimmeres passiert ist.

Was deinen Sohn angeht,
da verstehe ich deine Haltung und das du
endlich auch mal Zeit für dich haben willst,
und nicht immer nur mitleiden willst sehr gut.
Jetzt ist er "in Sicherheit" er wird beobachtet und
denke auch klinisch betreut.
Werdet ihr ihn Anzeigen?
Denn das wäre ja wichtig auch in Bezug,
des Klinikaufenthaltes könnte ich mir Vorstellen.

Das dein Schwager so Jung gestorben ist,
das tut mir sehr leid
dass ist sicher auch nicht leicht für dich.
Wie geht es dir in Bezug darauf?

Scheint gerade ganz viel Verwirrung in dir drin zu sein,
Ich hoffe das du es schaffst deine Gedanken und Gefühle etwas besser zu ordnen,
das du es schaffst auch mal auf dich und deinen Mann zu schauen.

Dein Sohn ist Krank, das muss nicht deine Schuld in dem Sinne sein,
sicher spielen Eindrücke von früher immer eine Rolle,
sie prägen ein Kind,
aber ich denke das du als Mutter
dein damals bestes getan hast,
denn auch du musstest ja erst mal Mutig sein.
Irgendwie.
Es ist klar das deinem Sohn geholfen werden müsste
dass er eine Gefahr für andere darstellt-
schreiten denn nun endlich Behörden ein?
Denn jetzt ist ja quasi endlich etwas passiert?!
Das ist so unglaublich falsch,
aber so ist das halt hier,
und du bist denke ich nicht die einzige die so was
erleben muss,
machtlos zu sein.

Ich hoffe das dein Sohn Hilfe bekommt
und vor allem Einsicht.
Ich wünsche dir die Kraft das weiterhin durchzustehen
aber auch erst mal zu schauen wo du jetzt eigentlich stehst.

Grüße
Bin nur sporadisch hier, schau aber etwa zwei mal im Monat rein- geht aus Zeitgründen leider nicht anders.

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petrab38
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Re: Ich habe Todesangst um meinen kranken Sohn

Beitragvon petrab38 » Mo 4. Feb 2013, 21:13

Hallo Ihr Lieben!

Wie versprochen melde ich mich jetzt, da ich mich wieder gefangen habe.
Erst einmal vielen Dank für die aufmunternden und ehrlichen Worte. Einige konnte ich in den ersten Wochen nicht einordnen, weil ich mich irgendwie verletzt fühlte(sorry...)
Aber jetzt, mit fast 4 Wochen Abstand, weiß ich was Ihr mir damit alles sagen wolltet. Und dafür danke ich Euch ganz lieb.

Mein Sohn ist noch bis Ende 02/13 in der geschlossenen Akutpsychiatrie untergebracht. Vor einer Woche haben wir den ersten Kontakt mit ihm aufgenommen, der von ganz vielen negativen Gefühlen geleitet war. Ich hatte so einen Haß auf ihn, daß ich mich selber erschrocken habe und doch habe ich gleichzeitig gemerkt, daß mir diese Distanz geholfen hat mit ihm zu reden. In den Tagen zuvor hatte er erstmals realisiert, was am 08.01.13 vorgefallen war. Mein Sohn hatte seinen Vater von der 1. Etage die Treppe an die nächste Wand geschleudert,ist auf ihn mit 100 kg gestürzt, hat ihn getreten, mit Fäusten geschlagen, gewürgt und..... ich habe in meinem Leben noch nie eine so große Blutlache gesehen. Mein Sohn hat wie ein Tier gebrüllt, ausgesehen und die Augen weit aufgerissen. Ich hatte nicht mehr meinen Sohn vor Augen, ich fühlte mich wie in einem live gedrehten Hororfilm und vor allem hilflos. Meinem Mann ist es trotz seiner Verletzungen gelungen ihn nicht an ein Messer rankommen zu lassen. Wir sind unglaublich dankbar, daß wir alle physisch wieder gesund werden. Unsere Psyche steckt noch in den Kinderschuhen. Mein Mann kann noch nicht arbeiten, der linke Fuß kann noch nicht 100%-ig belastet werden, und psychisch gesehen hat er sich schneller erholt als ich dachte.
Ich war noch bis 31.01. krank geschrieben und diese Zeit brauchte ich auch. Ich bin in den ersten Tagen wie im Trance im Haus auf und ab gegangen, hatte 24 h am Tag Medikamente genommen und hatte Angst,daß ich mich von diesem Trauma nicht mehr erhole. Die Alpträume und Live- Bilder treten nicht mehr in jeder Nacht auf, begleiten mich aber täglich. Medikamente kann ich jetzt auf Bedarf nehmen, sie werden wohl noch ein langer Begleiter werden.

Mein Mann war gestern erstmals zu Besuch bei unserem Sohn. Wir Drei haben lange über den 08.01. und die Wochen zuvor geredet. Im Nachhinein kann sich unser Sohn an alles erinnern und weiß, was er mit seinem Unverständnis seiner Krankheit gegenüber angerichtet hat. Das 1. Mal seit Beginn seiner Erkrankung vor 10 Jahren hat er gesagt, daß er in Therapie möchte, weil er selber Angst davor hat,daß ihn ein Psychose- Schub ereilt. Er hat Angst vor sich selbst....Ich weiß nicht so recht, ob ich ihm Glauben schenken kann. Auf der anderen Seite habe ich kleine Hoffnungsschimmer. Er wollte heute gleich zur Sozialarbeiterin und mit ihr über einen Therapieplatz sprechen. Ist aber alles anders gekommen. Er hat mit der Öberärztin darüber gesprochen und sie hat ihm gesagt, daß eine geschlossenen Unterbringung für die nächsten 6 Monate beantragt wurde. Mein Sohn hat diese Nachricht wie ein Mann aufgenommen. Ich habe ihm gesagt, daß er die A...backen zusammenkneifen soll und endlich seine Krankheit annehmen muß, wenn er gewinnen will. Und ER muß für sich kämpfen wollen und für Niemand Anderen. Er ist in erster Linie für Erfolg oder Mißerfolg verantwortlich und kein Anderer. Ich habe ihm auch gesagt, daß 3/4 der Weltbevölkerung psychisch krank sein müßten, wenn sie Mißerfolge in der früheren Zeit verantwortlich machen würde füen Werdegang. Er muß sich mit den Problemen auseinanderstzen, die tief in seinem Inneren schlummern und darauf warten aktiviert zu werden, er muß sich öffnen...Probleme und innere Konflikte müssen aufgearbeitet werden, um daraus Kraft zu schöpfen.
Unser Sohn weiß jetzt auch,daß eine evtl.Unterbringung in der forensischen Psychiatrie anebraumt, dann aber wieder fallen gelassen wurde.

Distanz schafft Nähe: Dieser Spruch hat so viel Wahreit im Blut. Ich denke ganz oft an diese Worte.
Jeder neue Tag gibt mir Kraft für den nächsten, die Arbeit lenkt ab und ich habe einen tollen Mann, der immer wieder sagt: Hauptsache, daß uns allen Dreien(auch incl. unser Sohn) die Physis nicht genommen wurde und wir leben. Bis zu dem Zeitpunkt, als mein Mann das sagte, hatte ich eigentlich nur an uns Beide gedacht. Aber er hat Recht, unser Sohn ist unser Sohn. Zu dem Zeitpunkt wußte er nicht was er tat. Gegenstände usw., die bei der Tat zu Bruch gegangen sind, können ersetzt werden, aber kein Leben.Auch nicht das Leben unseres Sohnes. Im Frühjahr werden wir renovieren und die Spuren beseitigen, die uns an diese Zeit erinnern.

Unser Sohn weiß, daß er in den nächsten Monaten nicht zu uns nach Hause kann(eher von mir aus). Ich habe ihm gesagt, daß ich Angst habe mit ihm allein in einem Raum zu sein und erst Recht, wenn es bei uns zu Hause wäre. Zeit heilt alle Wunden, Narben bleiben zurück und werden im Laufe der Zeit dehnbar, auch für unseren Sohn.
Ich liebe ihn über alles und genau deshalb ist es wichtig, daß ich ihm die Distanz gebe. Er muß auf seinen eigenen Beine stehen.Er ist ein intelligenter junger Mann, der noch einiges im Leben erreichen kann, wenn er seinen Willen durchzieht. Viele Jahre war er psychosefrei und einige Angehörige haben geglaubt, daß er geheilt wäre, weil er völlig unauffällig war (und das mit 70% Schwerbehinderung), hatte Volkshochschule begonnen, Arbeit gehabt und dann seine Selbstüberschätzung, daß er ohne Medikamente klarkommen würde. Das war der Anfang vom Ende.
Ich hoffe so sehr, daß er sich selber aus seinem Sumpf befreit und seine Vergangenheit liegen läßt und mit positiver Energie seinen Eigenwillen aktivert und umsetzt.
Die Hoffnung habe ich noch nicht ganz aufgegeben.
Diese Woche will er mit seinem Betreuer in seine Wohnung fahren und als ersten symbolischen Akt die Bong vor den Augen seines Betreuers entsorgen.
Auf der einen Seite bin ich stolz auf ihn, auf der anderen Seite habe ich Angst davor darin etwas Gutes zu sehen. Ich möchte meine positiven Gefühle unterdrücken, um nicht an anderer Stelle enttäuscht zu werden.

Die Psychose bahnt sich bei immer nach dem gleichen Muster ab: Drogen, Computerspiele, Mißtrauen allen Menschen gegenüber, körperliche Verwahrlosung, Eigen-und/oder Fremdaggression. Dann hört er Stimmen.. Gerade heute hat er mir erzählt, daß er vom 08.01. alles weiß im Nachhinein, aber nichts steuern konnte, er handelte wie fremdgesteuert. Um so mehr macht er sich Vorwürfe, daß sich die Aggressionen bei uns entladen haben.
Mit Medikamenten und ohne Drogen ist er ein hamoniebedürftiger junger Mann, der keiner Fliege etwas antun könnte, hilfsbereit, kompetent, einfach nett....

Ich hoffe so sehr, daß ihn der 08.01. wachgerüttelt hat und er auf dem besten Wege ist. Wir werden weiterhin für ihn da sein, aber eben distanzierter.
Getsern hat er uns gefragt, ob wir sein Wohnungsinventar und die persönlichen Sachen aufbewahren können, weil er die Wohnung kündigen möchte. Natürlich werden wir das für ihn tun. Er hat auch noch ein Leben danach und vielleicht wird es klappen.
Vom Tod seines Lieblingsonkels habe ich ihm vor einer Woche erzählt. Er hat die Nachricht besser aufgenommen als ich dachte....Ich denke, daß er im Moment mehr mit sich zu tun hat, das soll er auch, er muß der Realität ins Auge sehen, nur so kann er es schaffen.


LG

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Lilith
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Re: Ich habe Todesangst um meinen kranken Sohn

Beitragvon Lilith » Fr 15. Feb 2013, 11:46

Guten Tag liebe petrab38,
Als ich deine Zeilen gelesen habe,
habe ich richtig gemerkt wie du
nach der wenigen Zeit die seit dem Vergangen bist
auch an dir Gewachsen bist,
das mag jetzt nicht das richtige Wort sein
aber irgendwie so nehme ich es wahr.

Alles was du geschrieben hast klingt nachvollziehbar und
teils auch sehr nüchtern,
aber das ist wohl der Distanz verschuldet die
sehr wichtig ist um das ganze aus einem auch
neutralen und realistischen Winkel zu sehen.
Ich finde es sehr gut,
dass du genau diese Position einnehmen konntest,
auch um darauf zu schauen wo du und dein Mann stehen
auch in der Beziehung zu deinem Sohn
und noch besser finde ich dass du klar sagen/ schreiben kannst
was du willst.
Wie eben z.B. das du deinem Sohn im Moment nicht allein gegenübertreten kannst.
Das ist auch nachvollziehbar denn
ich denken das was du und dein Mann aber auch dein Sohn
da erlebt haben war schon auch traumatisierend.
Das muss man ja erst einmal schaffen zu verarbeiten,
daher finde ich es auch sehr wichtig
dass du den Hass auf deinen Sohn denn du gefühlt hast,
auch benennen konntest,
sicher er ist dein Sohn,
dennoch kann man Taten und Dinge hassen wenn
die nicht in Ordnung sind
auch wieder seltsam ausgedrückt.

Ich finde es auch sehr schön wie man während des Lesens deiner Zeilen
merkt wie aus zwei wieder drei werden,
eure Familie wieder zueinander findet.
Ich wünsche euch da
dass aller beste.

Das dein Sohn im Moment so positiv nach vorn schaut,
also auch was sein Wille und seine Therapiezukunft angeht,
finde ich gut,
aber ich betrachte das auch skeptisch und
mit etwas Angst das dies auch schnell wieder umschlägt.
Ich hoffe das dies nicht der Fall sein wird.
Ich gehe mal davon aus der er jetzt wieder seine Medikamente nimmt?
Dann könnte es vielleicht auch wieder besser werden,
denn er scheint selbst gemerkt zu haben
dass er falsche Entscheidungen (wie das einfache absetzten der Medikamente)
getroffen hat.
Ich wünsche eurem Sohn so sehr das er sich mit der Krankheit auseinander setzt kann,
und das er diese auch annehmen kann um dann nach vorn zu schauen,
und weiter für sich zu kommen.

Ist er denn jetzt 6 Monate in der Klinik?
Weil du geschrieben hattest das dies wieder zurückgezogen wurde?
Oder hab ich das falsch gelesen?

Komme erst einmal zum Ende,
danke dir das du dich hier noch einmal gemeldet hast,
denn deine Zeilen sind so viel mehr als nur Zeilen und Worte.
Darin sind so viele Erkenntnisse und Wünsche.

Wünsche euch alles gut, euch allen dreien.

Grüße
Bin nur sporadisch hier, schau aber etwa zwei mal im Monat rein- geht aus Zeitgründen leider nicht anders.

"Coming back to where you started is not the same as never leaving."
A Hat Full of Sky- Terry Pratchett

cake
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Registriert: Mi 24. Mär 2010, 22:46

Re: Ich habe Todesangst um meinen kranken Sohn

Beitragvon cake » So 17. Feb 2013, 00:38

Würde auch gerne wissen. wie es Euch geht petrab38

Denk an Euch und wünsche das Beste.
Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. (Ludwig Erhard)

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