Ist das noch eine Freundschaft?Bitte schreibt mir

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Ellenor
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Ist das noch eine Freundschaft?Bitte schreibt mir

Beitragvon Ellenor » So 30. Dez 2007, 11:16

Hallo


Ich habe folgendes Problem, oder besser gesagt eine Sache die mich etwas beschäftigt. Durch einige unglückliche Ereignisse in meinem Leben, habe ich viele Freunde verloren(Klinikaufenthalt, usw..). Die ja dann im Endeffekt nicht wirklich hinter mir standen. Mittlerweile habe ich nur noch eine Einzige Freundin aus dieser Zeit(und fünf weitere, die aber soweit weg wohnen, das nur Briefkontakt besteht). Wir kennen uns seit 5 Jahren. Diese eine Freundin ist eigentlich total anders als ich. Party´s, ihre Kerle, Drogen sind ihr am wichtigsten. Sie ist ein ziemlich oberflächliger Mensch. Wenn ich sie einmal in der Woche besuche und ihr Freund da ist, streiten sie sich nur und ich sitz dazwischen. Wenn wir uns alleine treffen, heult sie die ganze Zeit, das ihr Freund sie gar nicht verdient hat. Ich höre ihr dann stundenlang zu und sag ihr meine ehrliche Meinung, um ihr zu helfen. Ich weiß aber das ihr meine Meinung eigentlich ziemlich egal ist. Die Welt dreht sich einfach nur um sie. #-o Sie ist sehr überzeugt von sich. Das ist echt belastend. :puppydogeyes:
Wenn ich vier Stunden bei ihr bin, habe ich höchstens 15 Minuten, um von mir zu erzählen, wie es mir geht und so. Dabei fällt sie mir aber ständig ins Wort. Ich sage ihr das ich vielleicht bald wieder in eine Klinik muss, weil die Ärztin sagt, ich nehme zu viel ab und bin nicht stabil genug. Das ich Angst habe, meine Lehre schon wieder abbrechen zu müssen. Das einzige was sie darauf sagt: "Aber sonst gehts dir doch gut!.. Wie findest du eigentlich meine neuen Schuhe?" :roll: Einige von euch, kennen dieses Gefühl vielleicht auch, wenn man mit offenem Mund da sitz und nicht weiß, ob das gerade eine Scherzfrage war.
Ich habe ihr schon oft versucht zu sagen, das ich mit ihrer Art manchmal Probleme habe. :-s Aber sobald ich anfange, nimmt sie mir schon wieder den Wind aus den Segeln. Und so bin ich machtlos.
Morgen ist Silvester, sie und ihr Freund haben mich eingeladen. Wir wollen Pizza bestellen, auf eine Party gehen, trinken und ihre Freunde besuchen. Ich weiß gar nicht warum ich zu gesagt habe. :???: Wahrscheinlich weil ich ansonsten nur zu Hause vor dem Fernseher sitzen würde.

Ich glaube ich mache die ganze Sache mit, weil ich ihr dankbar dafür bin, dass ich während einer schweren Zeit ab und zu von ihr besucht wurde. Aber es fühlt sich falsch an. Beende ich diese "Freundschaft" bin ich noch viel öfter allein, als zuvor.

Hat jemand noch eine Idee, was ich jetzt machen soll? :?: oder kennt jemand diese Situation? :?:
Bitte schreibt mir! :!:

mfg Ellenor [-o<
Trink das Leben aus der Schnabeltasse=)

SuMu
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Beitragvon SuMu » So 30. Dez 2007, 11:52

hallo
das würde ich keine freundin nennen.
ich würde alleine bleiben, es mir gemütlich machen und im neuen jahr versuchen, kontakt zu anderen zu bekommen
viele Grüße
SuMu / http://psychomuell.de - http://blogzicke.de - http://su-mu.de/

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moni
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Beitragvon moni » So 30. Dez 2007, 14:48

Hallo Ellenor

Im Grunde genommen hast du eure Beziehung hier selber bereits ziemlich analysiert, und ich denke, daraus für dich auch schon einen Schluss gezogen ... vielleicht hast du einfach noch Angst davor, den Konsequenzen ins Auge zu schauen?

Für Silvester hast du eigentlich zwei Möglichkeiten, was deine Freundin und ihren Freund betrifft: Du nimmst die Einladung an, weil du nicht allein sein möchtest, stellst dich auf eine eher oberflächliche Party ein, schraubst deine Erwartungen herunter und rückst deine anderen Ansprüche an eine Freundschaft und dementsprechendes Beisammensein für diese Zeit in den Hintergrund, um dich nicht selbst von vornherein zu frustrieren. Machst mit, ohne dich völlig zu verbiegen, und versuchst zu geniessen, was es bestimmt trotz allem zu geniessen gibt. Vielleicht nur ganz kleine Dinge - aber immerhin.

Oder du lehnst die Einladung ab, weil das "falsche Gefühl" stärker ist als deine Angst vor dem Alleinsein. Und versuchst, auch aus dieser Situation dann für dich das Beste zu machen. Man kann übrigens auch ganz bewusst ins neue Jahr "hineinschlafen" :wink: - also vor Mitternacht ins Bett gehen, mit einem guten Buch oder Hörbuch z.B., nach einem heissen Bad o.ä.
Ellenor hat geschrieben:Ich glaube ich mache die ganze Sache mit, weil ich ihr dankbar dafür bin, dass ich während einer schweren Zeit ab und zu von ihr besucht wurde. Aber es fühlt sich falsch an.
Ich glaube nicht, dass dein Gefühl dich trügt. Vertrau ihm und zieh auf längere Sicht deine Konsequenzen. Dankbarkeit alleine vermag keine ausreichende Basis für eine Freundschaft zu sein - zu asymmetrisch ist sie.

Liebe Grüsse

moni
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Hermann Hesse

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fluuu
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Beitragvon fluuu » So 30. Dez 2007, 15:05

Hallo Ellenor,

das gibt es ja leider so häufig, Beziehungen die nur darauf beruhen nicht allein sein zu müssen und dafür wird jeder Kompromiss akzeptiert.

Wenn Du wirklich allein wärst und nicht diese merkwürdige Zuflucht hättest, dann würdest Du Deine Fühler ausstrecken und nach Menschen und Kontakten Ausschau halten die Dich im Gefühl bereichern und ergänzen.

Dieses sogenannte Freunde Verlieren auf Grund von psychischer Erkrankung hört man auch so häufig aber es waren keine Freunde, es waren Zweckbeziehungen gegen das Alleinsein.

Alleinsein kann etwas sehr Schönes sein aber natürlich ist auch der Kontakt und die Kommunikation mit lieben und sympatischen Menschen etwas Schönes.

Bin davon abgekommen, dass es d e n Freund gibt der einem alles gibt was man möchte rund um die Uhr, am ehesten bin ich das selbst. Habe inzwischen ein Stück weit Freundschaft geschlossen mit meinem Innersten, auch wenn es immer noch das reinste Chaos ist, jedoch sehr filigran ästhetisch.

Will damit nur sagen, lass Dir Zeit, genieße auch das Alleinsein, bleib auf der Suche, geh unter Leute und Du wirst Kontakte finden, selbst wenn Du Dir einen gewissen Anspruch bewahrst.
Was Du über diese Frau schreibst ist ja als Notnagel o.k. aber mehr nicht.

gruß fluuu
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Ellenor
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Beitragvon Ellenor » So 30. Dez 2007, 16:01

Vielen Dank für eure Antworten :D
Das mit dem Alleinsein ist so eine Sache. Ich bin eigentlich ziemlich oft allein. Und natürlich ist das auch sehr angenehm. Aber durch meine damalige stark ausgeprägte Sozialphobie(oder die Angst an sich) war ich sehr sehr lange Zeit isoliert.
Ich werde morgen wahrscheinlich nur für ein paar stunden zu dieser "Freundin" fahren und wenn ich keine Lust mehr habe, geh ich einfach. Ich denke das ist für´s erste eine Möglichkeit.

Nochmal Danke für eure Antworten. Ihr wart mir sehr hilfreich...
:wink:
Trink das Leben aus der Schnabeltasse=)

wurzel
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Beitragvon wurzel » Do 17. Jan 2008, 09:50

Hi Ellenor,

eine grobe Ausdünnung des Freundeskreises ist mir auch nicht unbekannt. Nach meiner Krankheit saß ich auch relativ alleine da.
Du musst abwägen was Dir wichtiger ist: Nicht ganz alleine zu sein oder die Qualität einer Freundschaft. Beides lässt sich nachvollziehen, kommt drauf an, wo Du gerade stehst.
Was die Beziehung zu dieser Freundin betrifft würde ich mich fragen, wie es mir nach den Treffen geht. Du könntest ja auch mal nur für eine Zeit den Kontakt zu ihr abbrechen und schaun wie das für Dich ist, vielleicht ergeben sich daraus Antworten.
viele Grüße
wurzel


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