Ich hab`s getan ... "Mein Coming-Out?" (4.9.)

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adorable
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Beitragvon adorable » Di 7. Sep 2004, 15:36

siehste, am ende schafft ma es halt immer immer immer wieder...kannschn lied von sing :wink:

freu mich soooooo sehr für dich :mrgreen:

liebe grüsse, stef
People may not remember what you exactly did, or what you exactly said, but they will remember how you made them feel

rhapsodie
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Beitragvon rhapsodie » Mi 8. Sep 2004, 00:24

Wow, ich freu mich für dich Leonardo.
Du lebst auch immer ein wenig in der Vergangenheit? Mir geht das jedenfalls so. Ich mach manchmal kleine Umwege um Häuser zu sehen wo ich mal gewohnt habe (wenn ich in der Gegend bin). Da ist ganz viel Erinnerungskrempel in mir. Vielleicht sollte ich den auch mal entsorgen ;-)
Ich hatte mal ne alte Uhr von meiner Grossmutter, konnte mich nicht davon trennen obwohl das ticken echt genervt hat. Das kannte ich aber seit meiner Kindheit...
Du weisst was ich meine???

Hach es ist so chwer wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden.

Mein Therapeut meint man kann das äussere Chaos nicht besiegen wenn man das innere nicht in den Griff kriegt. Ich glaub da könnte er recht haben. Was meinst du?

kayo
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Angst vor neuem ?

Beitragvon kayo » Mi 8. Sep 2004, 07:55

Hi Leo,

vielleicht hast du Angst vor etwas Neuem und/oder vor Veränderung. Das würde auch erklären, warum du alle alten Sachen aufhebst und warum die Waschmaschine nicht angeschlossen hast.

Gruß Kay
Das Bedürfnis nach Glauben ist der grösste Hemmschuh der Wahrhaftigkeit

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rhapsodie
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Beitragvon rhapsodie » Mi 8. Sep 2004, 08:12

Bei mir spielt die Angst vor neuem nur sekundär mit hinein. Ich mag neues, spannendes, Veränderungen und Spontanität.
Ich hab mir mal nen neuen Computer gekauft weil der alte so lahm war. Weil dann irgedwas beim einrichten des neuen nicht so geklappt hat wie ich das wollte hab ich noch mehr als ein halbes Jahr mit dem alten gearbeitet. Hab einfach "keine Zeit gehabt" mich intensiv mit dem Rechner zu beschäftigen, er war ja da und alles wird gut ;-)
Der neue stand auseinandergebaut mitten im Schlafzimmer (halbes Jahr) und ich war immer sooo beschäftigt mit allem Möglichen.
Hab mir dann nen Laptop gekauft, ich glaub der neue Compi von damals steht immer noch im Keller.

Liebes Finanzamt,
Ich muss grad total wichtig hier im Forum schreiben und hab keine Zeit meine Steuererklärung zu machen ;-)

kayo
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Computerprobleme

Beitragvon kayo » Mi 8. Sep 2004, 08:42

Hi rhapsodie,

ich glaube du bist unsicher. Wenn man sich nicht an etwas herantraut, dann ist es Unsicherheit es nicht hinzukriegen. Wenn deine Sicherheit es hinzukriegen da wäre würdest du es auch machen oder ? Das ist ja eine gewisse 'Oberflächlichkeit', einen neuen Computer nicht zu reparieren obwohl man das ja eigentlich kann. Es bedeutet aberArbeit und die geht man nicht an, weil man unsicher ist. Es gibt niemanden der alles kann. Jeder hat sein Fachgebiet und manchmal ist auch schwer zuzugeben, daß eine bestimmte Sache nicht das Fachgebiet ist.

Ich habe zum Beispiel früher auch Computer zusammengebaut und konnte das gut. Dann habe ich mir Jahre später einen Apple gekauft und mußte einen neuen Speichersatz einsetzen. Ich habe angefangen zu schauen wie der eingesetzt wird, nachdem er eine Weile herumgelegen hat. Ich habe mir gedacht, so schwierig kann das doch nicht sein, ich habe doch Computer zusammengebaut früher. Ich habe es nicht hingekriegt nach einiger Zeit. Also habe ich mir gedacht, nachdem ich mich schon als absoluten Looser gesehen habe, gehe ich zu Saturn-Hansa und bleche ein paar Euro, dafür das mir das jemand einsetzt. Das hat auch ein Techniker getan. Als ich gesehen habe wie es eingesetzt wird (es ist ein iBook) habe ich mir gedacht, hätte ich auch drauf kommen können, aber es ist nicht so einfach gewesen. Der Techniker wollte nichts, denn es hat nur 5-10 Minuten gedauert, ich war so froh und habe ihm dann 5 Euro gegeben.

Das mit dem Finanzamt sehe ich auch nicht so als trivial an. Selbst Steuerberater haben manchmal ihrer Schwierigkeiten. Um etwas hinzubekommen, muß man einiges an Zeit investieren wenn man sich nicht so sicher ist oder man muß es machen lassen. Das ist meine Idee hierzu. Und wenn man die Sache aufschiebt, schiebt man eine dieser beiden Sachen auf, möglicherweise weil man sich nicht sicher ist.

Gruß Kay
Das Bedürfnis nach Glauben ist der grösste Hemmschuh der Wahrhaftigkeit

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rhapsodie
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Beitragvon rhapsodie » Do 9. Sep 2004, 00:21

hallo Kayo,
ich glaub nicht, dass es bei den von mir beschriebenen Szenarien um Unsicherheit ging. Es war eher so dass ich mich nicht aufraffen konnte weil z.B. der alte Rechner ja noch irgendwie lief - das kann ich ja morgen machen. Das was ich beim neuen umbauen wollte war für mich auch nicht dramatisch. Genauso ist es bei der Finanzamtgeschichte, ich brauch den Krempel nur meinem Steuerberater geben, dazu muss ich aber telefonieren und einen Termin absprechen - "aber dass mach ich dann morgen" und morgen dann "das mach ich morgen weil heute ist keine Zeit zum Telefonieren" und ratzfatz ist ein Monat vergangen oder ein Jahr.
Ich glaube diese Verhaltensweise hat was mit meinen Depressionen zu tun, bin aber grade dabei es herauszufinden.

kayo
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Depressionen

Beitragvon kayo » Do 9. Sep 2004, 07:47

Hi Rhapsodie,

ich glaube, dass du auf dem richtigen Weg bist. Das kann in der Tat etwas mit Depressionen zu tun haben. Ich bin von falschen Voraussetzungen ausgegangen bei meinem letzten Posting.

Depressionen haben ja etwas mit fehlendem Antrieb zu tun, so meine ich nachdem ich auch in vielen anderen Postings auch in einem anderen Forum gelesen habe. Dieser fehlende Antrieb kann natürlich von den Neuroleptika verursacht werden (Blockade von Dopamin) aber ist und kann auch krankheitsbedingt sein.

Die Leute denen ich gepostet habe schildern immer wieder eine gewisse Leere. Mir persönlich ist immer bei mir eine gewisse Langeweile aufgefallen. Ich habe früher auch oft Dinge tagelang liegen gelassen. Sie sind mir als eine 'Last' aufgefallen. Ich wollte sie nicht tun. Ich fand es unangenehm sie zu tun. Ich hatte aber nichts anderes zu tun, also habe ich mich gelangweilt. Das ist genauso mit der 'Leere', die Leute geschildert haben. Sie wissen nichts mit sich anzufangen. Vielleicht wirst du sagen, dass du doch immer etwas anderes vorhast ??? Das ist aber auch nicht wahr, denn wie du selbst sagst, ist es doch ganz einfach die Sache mit dem Finanzamt zu delegieren.

Bei meinem Stiefvater ist mir das ganz extrem aufgefallen. Er hat immer alle Dinge kurz vor Toreschluss gemacht. Das war dann immer eine Hektik. Ich habe auch immer die Dinge kurz vor Toreschluss oder gar nicht gemacht. Das ist wesentlich besser geworden. Ich vergesse jetzt mal Dinge und ich schiebe Dinge immer noch auf, nur nicht bis zum Abwinken. Gestern habe ich zum Beispiel keine Kopien von meinen Zeugnissen gemacht. Die brauche ich für Bewerbungen. Obwohl ich theoretisch noch Zeit gehabt hätte, nur ich wollte es nicht machen. Der Weg war relativ weit und ich hatte schon einige Dinge erledigt, so habe ich es auf heute verschoben. Das hat mich nicht kaputt gemacht. Ich habe heute auch die Zeit das zu tun. Viele Dinge benötigen auch andere Dinge als Zeit. Ich habe zum Beispiel einen Prozess den ich führen will vor mir. Dabei muss ich jetzt mit einem Rechtsanwalt sprechen, wie ich gestern herausgefunden habe. Ich will einen Freund, den ich schon lange nicht mehr gesehen habe darauf ansprechen.

Hier kommen jetzt vielleicht die 'Sperren' von denen Leo gesprochen hat ins Spiel. Es ist mir auf der einen Seite unangenehm mit ihm darüber zu sprechen auf der anderen Seite will ich diesen Prozess führen. Es geht um einiges an Geld. Ich könnte einen anderen Anwalt beauftragen, nur meinem Freund vertraue ich. Ich denke, dass er ein vernünftiges Urteil abgeben kann, ob der Prozess Erfolg haben könnte. Das Urteil ist notwendig, wenn man Prozesshilfe beantragen muss.

Was macht die Überwindung aus ? Ich habe jetzt das Gefühl, dass ich in den nächsten Tagen bei meinem Freund anrufen werde. Jetzt überlege ich gerade: ist die Überwindung, zumindest in diesem Fall nicht wieder eine Frage der Unischerheit oder vielmehr der Sicherheit in der Sache ? Ist diese Leere nicht vielleicht eine Unischerheit vor Gefühlen ? Ich meine, dass ich, während der Langeweilephasen, meine Gefühle weitesgehend ausgeschaltet habe, mal abgesehen von dem unangenehmen 'Gefühl' der Langeweile. Ist Langeweile nicht einfach das abgewürgte Gefühl der Unsicherheit, der Angst vor dem was passieren könnte ? Das kommt bei einem Brief, der an den Steuerberater geschickt werden muss natürlich nicht rüber. Aber bei meiner Sache mit dem Rechtsanwalt ist die Angst, die Unsicherheit klar. Und meine Sache mit den Bewerbungen. Ich bekomme auf der einen Seite Angst wenn ich sie nicht bald abschicke, dass ich etwas verpasssen könnte und auf der anderen Seite denke ich: ob die Bewerbungen überhaupt etwas nutzen ?

Ich denke es bringt mich weiter und es hat mich weiter gebracht, dass ich in den letzten Jahren verstärkt Dinge versuche zu erreichen, in dem ich dazu notwendige Schritte durchführe und auch wenn diese nicht von Erfolg geprägt sind nicht gleich zusammenbreche sondern weitermache. Ich habe zum Beispiel vor zehn Jahren nicht wirklich geglaubt, dass sich meine Situation wesentlich verbessern könnte. Jetzt habe ich von mir aus ein neues Medikament vorgeschlagen, da ich zwar mit dem alten eingermaßen zurechtkommen, aber eben nur einigermaßen. Ich gehe also ein gewisses Risiko ein. Ich sehe mein ganzes Wirken, sowohl beruflich als auch auf die Krankheit bezogen nicht mehr als so hoffnungslos an. Ich habe früher immer hohe Ziele gehabt, habe aber nichts investiert, heute investiere ich viel mehr um jeweils kleinere Ziele zu erreichen. Ich lese zum Beispiel meine Bewerbung zwei- bis dreimal durch und überlege dann nochmal ob sie so ok ist. Früher hätte ich sie längst weggeschickt gehabt und mir gedacht, ich bin so gut an mir kommen die agr nicht vorbei. Meine 'Sperren' sind somit von der Qualität 'Unsicherheit' gewesen und sie sind auch ncoh nicht vollkommen weg.

Gruß Kay
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snow
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Beitragvon snow » Do 9. Sep 2004, 18:34

Hallo Rhapsodie, hallo Kayo
Ich glaube diese Verhaltensweise hat was mit meinen Depressionen zu tun
Das kann in der Tat etwas mit Depressionen zu tun haben................Depressionen haben ja etwas mit fehlendem Antrieb zu tun,
Der Begriff des mangelnden Antriebs bei einer Depression, hört sich für mich immer so nüchtern und eigentlich auch wenig aussagekräftig an. Das nachfolgende Gedicht beschreibt für mich viel genauer, was man bei einer Depression empfindet und von außen betrachtet sicher als mangelnder Antrieb gesehen wird, auch wenn das bei jedem Menschen sicherlich unterschiedlich ist. Aber vielleicht findet sich der eine oder andere dort ja auch wieder und vielleicht wird dem einen oder anderen auch klarer, was mangelnder Antrieb bedeuten kann.

Viele liebe Grüße, snow

Depressionen

Dichter Nebel zieht herauf,
umhüllt mich sanft von allen Seiten.
In diesem Nebel vertraue ich darauf:
Er wird mich schützen und wird mich leiten.

Die Probleme dieser Welt sind für mich unsichtbar.
Verdeckt vom grauen diesigen Schleier.
Und so mache ich mich rar,
für des Lebens Chaosfeier.

Sitze lieber still für mich allein,
bis alles Leben verliert seinen Sinn.
Lass um mich herum nur dichten Nebel sein,
bis ich nicht mehr weis, ob ich wirklich bin.

So traurig und grau auch der Nebel sein mag,
wenn still und einsam ich dort weile.
Vielleicht weil ich einfach am Leben verzag,
in diesem Grau gibt es weder Hast noch Eile.

Die Zeit hat dort ihren eigenen Gang
und rechnet sich nicht in Monaten oder Tagen.
Ein endloser Augenblick, mit tonlosem Klang,
ohne Regung und ohne sinnloses wagen.

Lasst mich dort oder lasst mich gehen,
aber verlangt nicht von mir zu leben.
Ich weiß ihr könnt mich dort im Nebel sehen,
aber ihr könnt mir kein neues Leben geben.
Wenn Gefühle wie Licht sind,
dann sollte der Verstand ein Glas sein;
welches das Licht in seine Farben aufspaltet.

kayo
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Depressionen und ein persönliches Problem

Beitragvon kayo » Fr 10. Sep 2004, 06:49

Hallo snow,

ich finde auch, dass dieses Gedicht es sehr schön darstellt. Nur gewinnt es meiner Meinung nach dem ganzen vielleicht etwas gutes ab und das ist nicht so toll. Auf der einen Seite mystifiziert es die Depression und auf der anderen Seite wirkt es dann auf mich so wie:

Eigentlich ist es ja okay so und das finde ich fatal.

Die Depressionen sind nicht zu vergleichen mit dem Gefühl des Lebendigen. Mich hat immer die unbestimmte Angst gestört. Das ist jetzt schon wesentlich anders. Jetzt spüre ich, wenn ich unsicher bin und kann etwas dagegen tun. Ich sehe die Unsicherheit und weiss wovor ich Angst habe, kann diese also aus dem Weg räumen in den meisten Fällen.

In der Tat habe ich bei mir so häufig paranoide Ängste entdeckt als Grund für depressive Stimmungen. Sehr oft ist es bei mir nämlich so (gewesen), dass ich Angst vor den Folgen von bestimmten Aktionen hatte und das habe ich nun in vielen Fällen auf Menschen die damit zu tun haben zurückgeführt.

Zum Beispiel vom Fiananzamt: Der Typ vom Finanzamt der etwas zu mäkeln hat. Oder generell nur, dass sich jemand aufregen wird, wenn ich ihn mit etwas 'belästigen' würde. Das ist auch eine Angst vor Gefühlen. Das womit ich selbst immer Schwierigkeiten hatte, Gefühle zu spüren, besonders negative, das konnte ich auch von anderen nicht ab.

Das hat sich bei mir besonders in den letzten fünf Jahren verbessert. Ich habe gemerkt, dass ich mich mit anderen streiten kann, ohne dass ich von ihnen verlassen werde. Dadurch wurde ich stärker. Ich konnte auch andere verlassen ohne vor Sehnsucht und Trauer zu vergehen, wenn ich mit den langjährigen 'Freunden' ein Problem hatte. Ich komme auch leichter damit klar wenn ich weibliche Wesen nicht mehr sehe oder selten Kontakt habe, die mir viel bedeuten, die aber ein anderes Leben führen oder im Moment eben keinen Kontakt wünschen, weil sie mit sich selbst auch nicht ganz im reinen sind.

Besonders eine Frau geht mir dabei nicht aus dem Kopf. Sie will Psychoanalytikern werden. Das packt sie auch, keine Frage. Sie hat irgendein Problem. Ich finde sie supernett. Ich denke auch, dass sie sich gerne mit mir immer mal wieder unterhalten würde auf der einen Seite, auf der anderen Seite kann sie die Nähe nicht aushalten. ich denke sie weiss, dass es eine gewisse Nähe geben würde wenn wir uns öfter sehen würden. Ich habe schon vor drei Jahren einige Dinge bei ihr bemerkt, die eine gewisse Nähe erzeugt haben. Ich hatte sie drei Jahre nicht gesehen nach einem Streit - wir waren nicht zusammen, ich wollte, sie nicht - wir waren beide superüberrascht und haben uns auch gefreut uns wiederzusehen, wir haben uns zweimal überraschend wiedergesehen. Jedenfalls denke ich, dass sie im Moment Schwierigkeiten hat eine Beziehung einzugehen, vielleicht hatte sie diese schon immer. Ihre Beziehungen waren nicht besonders erfolgreich, denke ich. Ja, das hört sich sehr sehnsüchtig an! Ich muss jedenfalls nicht dauernd an sie denken, sondern nur immer mal wieder. Es gab Zeiten, da hatte ich sie ständig im Kopf. Das ist auch nicht sinnvoll, dann kann man nämlich nichts anderes mehr tun :D. Sie hatte sich aber auch verändert, ist gelassener geworden. War schon ein Erlebnis sie wiederzusehen und das gleich zweimal in zwei Wochen, beide Male völlig überraschend an verschiedenen Orten.

Wie gesagt ich glaube, dass sie befürchtet es könnte wieder auf eine Beziehungsfrage hinauslaufen. Davon scheint sie erst mal genug zu haben. Ich denke, sie hat erkannt, dass sie ein Problem hat. Sie ist nämlich nicht nur supernett und intelligent sondern sieht auch noch super aus, sollte also keine Auswahlprobleme haben. Vielleicht hat sie aber doch so ein Problem; dass sie nämlich nicht erkennen kann, wer es ehrlich meint und vielleicht hat sie schon immer ein Abgrenzungsproblem; dass sie die Grenzen nicht genau setzen kann. Ich hatte oft das Gefühl, dass sich zu weit distanzierte und einen dann wieder näher herangelassen hat. Ihre Kontrolle des Abstandes war aber zu einseitig, soll heißen: Sie war dann einfach ziemlich schroff und hat damit Emotionen hervorgerufen, die sie als unerreichbar erscheinen ließen, was auch ziemlich der Realität entsprach. Kurze Zeit später war sie dann sehr freundschaftlich. Ihre Beziehungen mit Männern sind freundschaftlich. Sie kennt viele Typen hat auch viele Freundinnen, wobei ich nicht weiss wie nah diese Freundinnen ihr sind. Wenn eine Frau einem Mann aber sagt, dass überhaupt keine Chance, nie, besteht bei ihr landen zu können, beide sich aber sehr gut verstehen, ja sogar herzlich miteinander umgehen drei Jahre nach einem Streit, dann ist das für einen Mann, wie es umgekehrt für eine Frau wäre etwas befremdlich.

Wenn sie auch weiterhin umgezogen ist, ich aber nicht weiss wohin. Ich habe sie beim zweiten Treffen auch nicht gefragt, ich habe nur gesagt, dass ich ihr eine Email geschrieben habe, sie antwortete, dass sie diese Email-Adresse nicht mehr hat. Ich habe nicht nach der neuen gefragt, obwohl wir sehr vertraut waren; sie sagte sogar wir hätten so etwas wie eine gemeinsame Ebene, weil wir uns wieder so überraschend gesehen haben, woraufhin ich ihr ja diese Email geschrieben hatte und nachdem sie nicht antwortete einen nicht zu tiefsinnigen Brief der zurückkam. Ich habe mir gedacht ich frage sie nicht nach diesen Dingen. Entweder sie meldet sich oder wir treffen uns irgendwann wieder oder eben nicht. Mir war bewusst, dass sie ein Problem mit sich hat auch wenn ich es nicht so deutlich formulieren konnte wie eben.

Viele Grüße Kay :) :) :)
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Beitragvon snow » Fr 10. Sep 2004, 08:15

Hallo Leo

Das war mehr mein Fehler. Ich bin vom Thema abgekommen. Tut mir leid. Wenn Du möchtest dann lösche ich meinen Beitrag wieder und mache einen neuen unter Depressionen auf.

Viele liebe Grüße, snow
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Beitragvon snow » Fr 10. Sep 2004, 08:52

Hallo Leo

Dann lasse ich meinen Beitrag stehen. Ich habe nur Angst dass das Ganze zu sehr vom ursprünglichen Thema abdriftet. Besonders wenn ich Kayo jetzt auch noch antworten würde, wären wir vom eigentlichen Thema Meilen entfernt. Von daher ist es wahrscheinlich besser wenn ich mich erst mal etwas zurückhalte.

Viele liebe Grüße, snow
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Nachtrag

Beitragvon kayo » Fr 10. Sep 2004, 08:56

Hi,

habe gerade eine Mail an jemanden geschrieben in der ich das ganze noch weiter entschlüsselt habe. Ich habe nämlich festgestellt, dass die Person aufgrund dessen ich meine erste Psychose 1990 bekommen habe keine Gefühle kannte und nur nach Menschen geschaut hat die sie lieben. Sie selbst war nicht in der Lage Gefühle für einen Menschen zu entwickeln. Sie hat einen Ödipuskomplex, versucht ihrem Vater extrem zu imponieren und wollte auch zwischen mir und einem anderen wählen. Sie hat sozusagen einen Wettkampf veranstaltet. Ich habe sie schließlich in den Wind geschossen.

Die von der ich berichtet habe, hat ein Problem mit ihrem Vatergehabt, der scheint sehr herrschcüchtig und übergriffig gewesen zu sein. Sie kann keine Männer an sich heranlassen, deswegen funktionieren ihre Beziehungen nicht. Sie stellt daher eine imaginäre unendliche Mauer zwischen sich und die Männer auf. Da ich eine hohe Mauer zwischen mir und Frauen aufgestellt habe, haben wir uns gut verstanden. Erste als ich versucht habe, etwas tölpelhaft gebe ich zu, vor dreieinhalb Jahren diese Mauer einzubrechen ging es schief. Musste ja so sein, bei diesen Voraussetzungen. Ich hatte immer noch Probleme mit dem Abstand zu Frauen, ich war entweder zu weit weg oder zu nah dran und sie hat wohl Gefühle, sonst hätten wir uns nicht so gut verstanden, hat aber ein sehr extremes Abstandsproblem.

Ich habe dieses Jahr eine weitere für mich interessante Frau kennengelernt. Diesmal hat es nicht funktioniert, weil sie einen Freund hat. Zumindest ein rationaler Grund. Sie wirft immer noch sehr sinnliche Blicke zu aber sie hat eine Grenze gesetzt. Diese Grenze erscheint mir noch etwas künstlich aber zumindest ist sie doch in der Lage ihre Gefühle die da sind Ausdruck zu geben.

Scheint mir doch ein Fortschritt zu sein, mal sehen wie es weitergeht :) :) :)

Gruß Kay
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Beitragvon snow » Di 21. Sep 2004, 01:51

Guten Morgen Leonardo

Ich finde es sehr schön wie gut Sie Ihre prekäre Situation gemeistert haben. Bleibt mir nur Ihnen zu wünschen, das Sie nun auch noch Stück für Stück weiter in dieser Richtung arbeiten, um das von Ihnen angestrebte „normale“ Leben zu erreichen. Machen Sie weiter so, ich glaube wirklich Sie sind auf dem richtigen Weg.

Viele liebe Grüße, snow
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Beitragvon deepnight » Di 21. Sep 2004, 08:07

Hallo Ihrs,

beim Durchlesen dieses Threads dachte ich mir immer wieder, daß Loslassen auf verschiedenen Ebenen zum Problem werden kann. Bei mir als Psychotikerin geht es um das Loslassen von Ideen und Konstruktionen. Dabei hilft es mir unheimlich, diese Ideen zur Diskussion zu stellen, also mich nach außen zu öffenen. Viele Psychotiker tragen ihre Ideen nämlich still und leise im Kopf spazieren und haben somit keine Möglichkeit korrigiert zu werden:-).

Im Hier und Jetzt zu sein ist wohl eine der schwierigsten Aufgaben. Wir hadern mit der Vergangenheit, da fällt mir Kays Mutter ein *grinsel*. Wir fürchten die Zukunft, wir machen uns Gedanken, ob das Verhalten auch richtig war *mich mal selber am Kragen pack*....Und es gibt welche, die sammeln Gegenstände und schließlich haben sie selber weniger Wohnraum, als das Sammelgut *lol*.

Hier und jetzt sitze ich am PC, schaue auf den Balkon in einen regenfeuchten Garten, Geranien blühen in leuchtendem Pink. Ich bin fröhlich. Mein Sohn und die Hunde sind noch in Bayern bei der Oma, ich habe noch Zeit, mich von der Knie-OP zu erholen.

Einen schönen Tag wüncht Helene

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Beitragvon deepnight » Di 21. Sep 2004, 11:31

Hallo Leonardo,

ich hatte mal in einer Altbauwohnung einen Benjaminus Ficus. Den hatte ich als kleines Bäumchen gekauft. Mit den Jahren wuchs er und wuchs. Schließlich beherrschte er das Wohnzimmer und ich war in seinem Zimmer zu Gast:-)). Da hab ich ihn dann verkauft.

Ich habe auch mitunter ein Problem damit, eigenen Raum einzufordern. Da macht sich mein Sohn raumfüllend auf dem Sofa breit, die Hunde liegen im Weg herum, mein Mann hinterläßt mir seinen Müll und alles wuchert so vor sich hin. Aber ich habe mir vorgenommen, für Ordnung zu sorgen, für innere und äußere.

Dein Problem sehe ich als eines an, das wir wohl alle kennen, nur eben auf einer anderen Ebene. Ordnung herstellen heißt für mich, mein Leben bewußt zu gestalten und aus der Opferrolle herauszukommen.

Grüßle, Helene


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