ist denn Kreativität so schlimm?

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Llllleona 5x.2
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ist denn Kreativität so schlimm?

Beitragvon Llllleona 5x.2 » Sa 27. Jan 2018, 23:13

...finde Kreativität nicht so schlimm, aber es gibt Menschen, die offenbar Kreativität schlimm finden oder >bedenklich< (uiuiui! :silly: )

Irgendwo hier in diesem Forum hab ich mal einen Beitrag gelesen, - leider find ich ihn nicht mehr - in dem es darum gegangen ist, dass jemand eine Psychose bei sich befürchtet und auch eines seiner "Begleiter" bei sich sieht, nämlich übermäßige Kreativität.

Nun bin ich auch in einer Situation gelandet, wo Kreativität wahrlich nicht als Segen empfunden wurde: Ich wurde in meiner Tagesstruktur am Telefon von meiner Bezugsbetreuerin gefragt, ob ich Wahrnehmungsstörungen hätte (nein, habe ich nicht)... Weil ich in letzter Zeit so viele kreative Späße gemacht hab... (wtf?! :shock: ). Das muss ich klären, das setzt mir ordentlich zu :!: Haben die sie nicht mehr alle?! Entweder bin ich bei denen psychotisch oder psychopathisch, wenn ich aus der Reihe tanze :silly: Ob die in der Tagesstruktur versuchen, mir die Kreativität abzugewöhnen bzw. "nur ja nicht zu verstärken", weiß ich noch nicht, konnte sie leider bisher weder beweisen noch widerlegen (da oft krank), aber die Theorie ist mal da aufgrund einer leisen Vermutung. Jedenfalls habe ich früher genauso oft kreative Wortmeldungen gebracht, nur mit der Zeit nehme ich bzw. nimmt meine Persönlichkeit "immer mehr Konturen" an, werde greifbarer. Damit können sie offenbar nicht umgehen. Naja, aber Heilung sollte doch in Richtung Veränderung gehen, würde man meinen... hm :???:

Vor einiger Zeit hat es auch noch eine extra Wikipedia-Beschreibung zum >Lobomobil< gegeben (der Betreiber, der in seinem Wohnwagen oder ähnlichem mit einer entsprechenden Gerätschaft Lobotomie betrieb und mit dem dieser durch weite Teile der USA reiste), in dem beschrieben wurde, dass der Erfinder eines der größten Errungenschaften seines Lobomobils ansah, Kreativität zu begrenzen bzw. auszumerzen (weiß leider den genauen Wortlaut nicht mehr, der Wiki-Artikel existiert nicht mehr - was ich irgendwie seltsam finde, wieso verschwindet so ein Artikel einfach so :?: (oder kann nur ich ihn nicht finden?))

Habe auch mal gehört, dass Kreativität heilsam sein soll. Und wenn "zu viel" Kreativität etwas mit Psychose zu tun haben soll - haben dann alle Künstler eine Psychose (ne, nicht wirklich, wäre aber eine logische Schlussfolgerung daraus, dass zu viel Kreativität Psychose bedeuten soll - "zu viel" mehr als der Durchschnitt bzw. mehr als die graue Masse, die wahrscheinlich sogar aus dem Fenster springen würde, wenn Promis oder Kinostars auf der Leinwand das täten - ist aber eine andere Geschichte)

Gleichzeitig bringt mich das auch ein bisschen zum herumphilosophieren.........
Mal angenommen, eine gewisse Art von Kreativität wäre psychotisch, wäre das nicht auch gut abgesehen vom Terminus psychotisch?
Wäre das nicht Weiterentwicklung? Wir werden erzogen (im Kindergarten, in der Schule), brav und fleißig zu sein, zu gehorchen, die, die das tun, werden auch belohnt, andere gelten als aufmüpfig, frech, schlimm, etc. Kritik ist kaum gefragt, außer, sie befindet sich in "bestimmten Bahnen", ebenso auf der Uni. So kann auch die intrinsische Motivation darunter leiden und so sind alle bzw. viele darauf programmiert, brave, fleißige, gehorsame BürgerInnen zu sein (außer die, die sich alternative Schulformen leisten können), die beraubt ihrer inneren Motivation aber im Angesicht der Anforderungen der Realität (wie Selbsterhaltung), roboterhaft funktionieren müssen. Geht zwar nicht lange gut, viele brechen darunter zusammen, es gibt auch Menschen, die so etwas nicht aushalten (die entwickeln dann "Symptome" aber so lange es noch einen gewissen Anteil dieser "grauen Masse" gibt, wird weiterhin so gehandelt, als gäbe es keinen Handlungsbedarf, Aussteiger, sog. "Randgruppen" (weiß nicht, ob das noch immer Randgruppen sind und nicht mittlerweile Normalität), Künstler, Kritiker, wobei diese Gruppen sich sicherlich überschneiden gibt es dann auch noch.
Und wenn dann bei jemandem "normalen", der gut funktioniert in dieser gemachten Normalität, "die Kabeln durchbrennen" bzw. das Potenzial, das wahrscheinlich in jedem von uns steckt (ich vermute, dass nicht nur Traumata weitervererbt werden, sondern auch Stärke; immerhin haben die Generationen vor uns 2 Weltkriege und mehr mitgemacht & überlebt), aber von Schule, Erziehungsmaßnahmen, etc. ziemlich amputiert wurde, plötzlich erwacht & lebendig wird, ist das ungewohnt, vielleicht kreativ, vielleicht anders, vielleicht zu diffus, um es einordnen zu können oder um es in gewohnte Schemata zu integrieren. Das was mal war und unterdrückt wurde, bricht vielleicht ans Tageslicht und auch die innere Motivation kommt wieder.
...und wenn dann ein Betreuer, der brav und gut die Lehrinhalte von (vermutlich) Heil-/Sonderpädagogik gelernt hat, spürt es sofort auf, wenn jemand außerhalb der gewohnten Bahnen agiert und schlägt Alarm... :silly:

naja, ein kleiner Gedankenausflug.
Jedenfalls beschäftigt mich das schon sehr, denn ich habe keine Wahrnehmungsstörungen, trotz Kreativität... :silly:

Was sagt ihr dazu?

schöne Grüße
Leona

PS: Sorry für die vielen verschachtelten Sätze, ist offenbar eines meiner Spezialitäten :roll:
Manchmal ist mein Glas halbvoll,
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manchmal ist das Leben toll,
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Re: ist denn Kreativität so schlimm?

Beitragvon mamschgerl » So 28. Jan 2018, 08:05

Hallo Leona,
ja, du hast recht, deine Sätze sind sehr, sehr kreativ!,, :wink:
Ich habe in meinem Leben ähnliche Beobachtungen gemacht, bei anderen wie auch bei mir selbst. Kreativität ist nur im erlaubten und im bei anderen vertretbaren Rahmen erwünscht, wenn überhaupt.
Ich habe ja schon darüber geschrieben, daß meine Kreativität in der Kunstgruppe nicht vertretbar war, ich musste abseits malen...
Kreativ sein, witzige Bonmots in die Runde zu werfen, also Humor zu zeigen, auch in Situationen, die das eigentlich verbieten, stößt immer wieder an. Ich denke, Humor hat nur der, der gegebene Umstände von allen Seiten betrachten kann und das heißt eben unweigerlich, daß Menschen mit Scheuklappen das als sehr befremdlich empfinden. Ich weiß nicht mehr, wer dieses Beispiel mit dem fallenden Sarg gebracht hat...
Ich glaube auch, daß es einige gibt, die sich gerne mal zu Wort melden würden, aber es nicht ertragen könnten, dadurch in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken.
Irgendwie steht das alles auch im Widerspruch zu dem Satz, Kreativität bedeute, seine Umwelt positiv zu gestalten, wenn doch jeder Art davon bereits im Keim unterdrückt wird.
Über den Tellerrand hinauszublicken, Dinge zu sehen und zu erkennen, ob ernst oder witzig, sie eventuell ändern zu können, das bedeutet für mich, kreativ zu sein und das kann man in jeder Lebenslage anwenden.
Oft wird man dann aber von der grauen Masse, wie du sie nennst, abgelehnt. Kreativität bedeutet für manche Anstrengung, geistigen Aufwand, Unruhe, Anderssein, eben aus der Rolle fallen und auch, eine Meinung oder innere Einstellung zu vertreten.
Ich finde, du solltest dich auf keinen Fall beunruhigen lassen, du hast die richtigen Gedanken dazu, eben überaus kreative. :D und wenn irgendjemand meint, er müsse das als ein Symptom für bestimmte psychische Störungen deuten, so scheint mir dieser jemand doch geistig ziemlich eng abgegrenzt und gar überfordert, wenn er mit dem Unterscheiden solche Schwierigkeiten hat.
Kreativität sieht man an jeder Ecke, Graffiti, Architektur, Formgebung, Darstellungen in Wort, Schrift, Farbe, Gesang....die Liste ist endlos, wo sich überall Kreativität finden lässt, die Natur ist die größte Künstlerin überhaupt.
Ist die Natur verrückt? Hmmm, mal nachdenken... :-k
Was wären wir Menschen für arme Kreaturen, wenn wir unsere vielschichtige Kreativität als psychische Störungen diagnostizierten und uns wegsperren würden...
L.G. mamschgerl

Llllleona 5x.2
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Re: ist denn Kreativität so schlimm?

Beitragvon Llllleona 5x.2 » Do 1. Feb 2018, 20:11

Hallo!

Danke für die schönen Gedankenanstöße! Tut mir leid, zu lesen, dass in dieser Kunstgruppe, die du genannt hast, deine Kreativität nicht tragbar war! Gerade in einer Kunstgruppe sollte doch alles Kreative erlaubt sein! Mann, das ist echt bescheuert!

Ja, habe meinen Beitrag wieder durchgelesen, ziemlich lange Sätze. Naja, Thomas Bernhard hatte noch längere zusammengebracht ;-)

Hab ich übrigens geklärt, diese eine Situation, die Betreuern hat sich ein bisschen patschert ausgedrückt und eigentlich wollte sie so etwas nicht am Telefon klären. Dass ich so mutig war (hatten einen neuen Betreuer bekommen, der ziemlich asozial ist und da ich mich ihm nicht öffnen wollte und er aber von jedem wollte, dass er/sie sich vorstellt, hab ich gesagt: Ich bin die Helga und esse gerne Erdbeertorte (heiße nicht Helga ;-) ) Naja, aber es gab auch schon mal schlimmeres, als eine Betreuerin bei einer kreativen und spaßigen Wortmeldung von mir entsetzt war.

Naja, werde versuchen, in Zukunft immer an die Scheuklappen zu denken anstatt irgendwie frustriert zu sein oder mich nicht zu trauen, eine Wortmeldung zu bringen. Schade, eigentlich, aber BetreuerInnen sind nun mal auch nur Menschen und wir alle tragen unsere Scheuklappen mit uns.

Ja, das mit der Aufmerksamkeit, ist auch für mich nicht leicht. Aber für mich ist das Internet so etwas von anonym, kenne all die Leute hier gar nicht persönlich und niemand kennt mich, da ist es dann leichter, etwas zu verfassen, bin ein bisschen sozialphob.

Nagut, dann wünsch ich dir noch ne schöne Zeit!
schöne Grüße
Leona
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Re: ist denn Kreativität so schlimm?

Beitragvon mamschgerl » Do 1. Feb 2018, 20:21

Hallo Leona,
ja, das Thema Schüchternheit hattest du ja mal anderswo angesprochen...es ist halt immer wieder diese eine Frage, die sich unweigerlich ins Hirn drängt, wenn man mal was außer der Reihe sagen oder tun will: wie reagiert der Rest der Welt? So manch witzige, auflockernde Bemerkung ist deswegen schon nicht gefallen und das ist schade. Dabei sind die meisten drumherum ganz froh darüber, wenn mal jemand etwas sagt oder tut, was nicht in die Norm passt, manchmal machen sie sogar mit, sie tauen auf, gehen auch mal aus sich raus...ich mach das gerne an der Supermarktkasse, wenn alle in der Schlange stehen und schon leicht genervt sind, da mal etwas vom Stapel zu lassen, wirkt Wunder und die armen Kassierer/innen wirken auch gleich wieder etwas entspannter. Man sollte nicht alles im Leben so tierisch ernst nehmen, man schleppt genug mit sich herum...
In diesem Sinne dir auch noch einen schönen Tag.
L.G. mamschgerl

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Re: ist denn Kreativität so schlimm?

Beitragvon Llllleona 5x.2 » Di 20. Feb 2018, 15:55

Hallo!

Danke, auch für die Worte! Tut mir leid, dass ich es nur so unregelmäßig schaffe, zurückzuschreiben. Manchmal häng ich ganz viel im I-net herum, dann wieder habe ich zu viel in der Realität zu tun, usw. Ja, würde mir wünschen, dass ich weniger schüchtern bin, aber in der Arbeit schaff ich es schon etwas mehr, ein bisschen ungezwungener zu reden, auch lustige Sachen. Zu Silvester hätt ich gern eine Arie (Die kleine Nachtmusik von Mozart) auf meinem Balkon um Mitternacht gesungen, habe mich leider nicht getraut, hätt ich aber witzig gefunden! Vielleicht schaff ich's dieses Jahr! Am Faschingsdienstag hatte ich mir vorgenommen, mit einer Fuchs-Maske durch den öffentlichen Raum zu marschieren (allein schon, um die Reaktionen dieser vielen phantasielosen & gemeinen, unempathischen Gestalten hier zu sehen), aber da ist es mir psychisch so schlecht gegangen und da hätte es gar nicht gepasst für mich, mit so einer Maske aufzutauchen. Dann war ich bei einer Lesung, hätte die Fuchsmaske aufsetzen können, während dem ich lese, hatte ich daheim vergessen, das hat mich ordentlich geärgert! Dann hoffentlich das alles in ca. einem Jahr!

schöne Grüße
Leona
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Re: ist denn Kreativität so schlimm?

Beitragvon Laura » Do 22. Feb 2018, 11:29

Hallo Llleona!

Wenn sprachliche Kreativität falsch angewendet wird, kann sie Missverständnisse produzieren und insofern würde sich der sprachlich Kreative damit selber mehr Bärendienste erweisen als punkten zu können.

Wenn Du z. B. andeuten willst, dass Du mit Deinem neuen Betreuer Schwierigkeiten hast, Dich dabei aber so "kreativ" ausdrückst, dass ein Außensteher schon gar nicht mehr wissen kann, worauf Du eigentlich hinauswillst, bleibt auch der sprachliche Witz auf der Strecke.

Es mag ja sein, dass Du nicht gerade von Spitzenkräften umzingelt bist, was Deine Betreuer u. ä. angeht, dennoch kann ich Dir nur raten, Deine Trotzreaktionen gut zu dosieren und gut zu formulieren, bevor Du die angeknacksten Verhältnisse nur noch schlimmer - auch für Dich - machst.

VG

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Re: ist denn Kreativität so schlimm?

Beitragvon mamschgerl » Di 27. Feb 2018, 07:13

Irgendwie ist es schon paradox, sollten nicht die Betreuer acht geben, was und wie sie etwas sagen, um den Zustand der Patienten nicht zu verschlechtern? So aber müssen die Patienten mehr Kopfarbeit leisten und mehr Fingerspitzengefühl walten lassen, um die Befindlichkeiten der Betreuer nicht zu strapazieren und deren infantilen Zorn auf sich zu ziehen. Da fragt man sich schon, für wen diese Stätten gedacht sind?
Aber es ist schon so, man muß sich extrem anpassen, nicht aus der Rolle fallen und sich von seiner zuckersüßesten Patientenseite zeigen, damit man von der Therapeutenseite her "normal" behandelt wird. Das ist meiner Meinung nach ein enormer Kraftakt, da man sich noch mehr verbiegen muß als in freier Wildbahn, da gibt es in der Regel vielleicht gerade mal den Arbeitgeber, für den man sich vorschriftsmäßig verhalten muß, doch privat kann man sich eher geben, wie man ist. Doch in Tagesstätten und Kliniken stößt man überall an, sollte man mal witzig sein oder ironische Bemerkungen zum Besten geben.
Was mir bei meinem 2ten Klinikaufenthalt auffiel: eine Therapeutin ( etwa in meinem Alter ), die sehr fröhlich war aber keinesfalls oberflächlich, immer ein Scherzchen auf den Lippen, wurde ganz ruhig und wesentlich ernster, wenn der Chefarzt anwesend war. Lachen gehörte da nicht hin, selbst Mitpatienten wirkten eher, als ob sie extreme Muskelschmerzen aushalten müssten, wenn ihre Münder sich zu einem Lächeln verkrampften. Schließlich war man ja hier, weil man leidet und also eher weint als lacht und nicht, um der Fröhlichkeit Einlass zu bieten.
Ich erinnere nochmal an die Eingangsfrage des Chefarztes bei meiner letzten Gruppensitzung, welche Ziele man sich gesetzt habe? Meine Antwort lautete ganz schlicht und völlig ernst gemeint:" Mehr lachen."
Daraufhin fühlte er sich in seiner Autorität angegriffen und wiegelte sogar die Mitpatienten gegen mich auf. Ich finde, da kann man sich nur als Hirn langen und gehen, was ich auch getan habe.
Als verständiger und angepasster Patient hätte ich alles mögliche sagen können/müssen, aber das nicht.
Wie gesagt, für wen sind die Tagesstätten und Kliniken eigentlich gedacht?
L.G. mamschgerl

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Re: ist denn Kreativität so schlimm?

Beitragvon Llllleona 5x.2 » So 1. Apr 2018, 22:26

Hallo Llleona!

Wenn sprachliche Kreativität falsch angewendet wird, kann sie Missverständnisse produzieren und insofern würde sich der sprachlich Kreative damit selber mehr Bärendienste erweisen als punkten zu können.

Wenn Du z. B. andeuten willst, dass Du mit Deinem neuen Betreuer Schwierigkeiten hast, Dich dabei aber so "kreativ" ausdrückst, dass ein Außensteher schon gar nicht mehr wissen kann, worauf Du eigentlich hinauswillst, bleibt auch der sprachliche Witz auf der Strecke.
Also, eigentlich war es mir um den Witz egal, ich wollte nicht lustig sein, nur mich nicht öffnen. Wozu wir eigentlich gezwungen waren. Also hab ich irgendetwas absurdes gesagt.

Es mag ja sein, dass Du nicht gerade von Spitzenkräften umzingelt bist, was Deine Betreuer u. ä. angeht, dennoch kann ich Dir nur raten, Deine Trotzreaktionen gut zu dosieren und gut zu formulieren, bevor Du die angeknacksten Verhältnisse nur noch schlimmer - auch für Dich - machst.
Also, wenn die so gefährlich werden könnten, im Sinne, dass sie mich zwingen, in die Psychiatrie zu gehen oder ähnliches, wäre es wirklich gut, dass ich meine Reaktionen etwas mäßige, aber die können glücklicherweise nicht so unangenehm werden. Höchstens mich kündigen. Wäre nicht unbedingt gut, aber es gibt auch andere Stellen. Und kündigen, ja, das kann ich mir gut vorstellen, dass die das machen könnten, wenn sie mal etwas nicht verstehen würden, ist ja nicht so, dass jede im Team dort selbständig denkt, sondern wenn einer sagt: XY ist böse weil sie mir widersprochen hat, dann ist XY böse im Augen aller im Team. Und wenn in einem Gespräch herauskommt, dass es Missverständnisse gab und es einen Grund gab, dass XY widersprochen hat, dann ist wieder alles gut.

Dass ich tatsächlich nicht von Spitzenkräften umzingelt bin, hat meine Betreuerin wieder mal bewiesen. Sie überfährt mich ständig mit ihren Blickwinkeln und Sichtweisen. Hat gemeint, ich soll stationäre Psychotherapie machen, damit ich belastbarer bin (um mich so schneller in den Arbeitsmarkt integrieren zu können). Mein Einwand, ich will nicht wieder stationär gehen und damit eine gewisse Regression hinnehmen, sondern meine Probleme selbst in die Hand nehmen und eine weniger aufwändige tagesstrukturierende Sache auftreiben, hat sie zur Seite gefegt und gemeint, schauen wir einmal (hatte den Eindruck, sie meint, sie wird mich schon überreden). Und ich soll so etwas stationäres eben als Urlaub betrachten. Schön absurd.

Irgendwann, wenn's mir reicht, such ich mir etwas anderes. Bis dahin kann ich dort stärker werden und lernen, meine Meinung zu äußern.
Zuletzt geändert von Llllleona 5x.2 am Di 26. Jun 2018, 21:13, insgesamt 1-mal geändert.
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